La Carrera Panamericana: Letzte Vorbereitungen

Ja gut, so langsam haut das mit den Überschriften nicht mehr so ganz hin, deshalb musste war Neues her. Wenn das Rennen startet, möchte ich eigentlich Tagesaktuell berichten. Dann werden die Berichte zwar immer nach Mitternacht deutscher Zeit erscheinen, aber das ist immer noch besser, als einen Tag hinterher zu hängen. Deshalb gibt es heute den Bericht zu gestern und heute zusammen:

Weil der Einbau der Feuerlöschanlage nicht fertig war, konnten wir ja wie geplant am ersten Tag im Registration Park durch die technische Abnahme. Die Feuerlöschanlage ist für dieses Jahr fest im Regelwerk vorgeschrieben, was aber wohl einigen Teilnehmern nicht ganz klar war. Wir waren jedenfalls nicht die einzigen vor Ort, die das noch nachrüsten mussten. Im Prinzip ist das eine simple Geschichte: Das Löschmittel wird, wenn man am entsprechenden Auslöser zieht, aus dem Feuerlöscher durch paar kleine Rohre zu Düsen transportiert, von wo es dann austritt. Es gibt zwei Düsen im Fahrerraum und zwei direkt im Motorraum. Wenn also ein Feuer im Fahrzeug ausbricht, kann man am Auslöser ziehen und dann geht es auch schon los. Dadurch gewinnt man im Falle eines Feuers wertvolle Zeit, um das Feuer schnell unter Kontrolle zu bringen.

Einmal dran gezogen, ist der gesamte Innen- & Motorraum voll mit Löschmittel

Und aus diesem Feuerlöscher kommt das ganze Löschmittel. Natürlich muss man ihn vor dem Betätigen erst entsichern

Nachdem der Einbau gestern Vormittag fertig war, haben wir uns brav an die Schlange für die technische Abnahme gestellt. Am frühen Abend waren wir dann endlich dran, allerdings hatten die Prüfer etwas auszusetzen. Der Überrollkäfig, der den FIA-Standards entspricht, reicht für die La Carrera Panamericana nicht aus und so mussten unsere Mechaniker bis in den späten Abend hinein noch die Querstangen unter das Dach der beiden Autos einschweißen. Die Schweißgeräte haben wir uns von einem amerikanischen Team ausgeliehen. Auf dem Parkplatz gibt es kein Konkurrenzdenken, man hilft sich gegenseitig aus,  weil jeder irgendwie hier auf jeden angewiesen ist. Der Konkurrenzkampf beginnt erst auf der Strecke.

Das war auch der Grund warum die Autos heute nicht am Qualifying teilnehmen konnten. Die Autos mussten heute nochmal zur Nachkontrolle, der Kontrolleur kam allerdings erst um 11 Uhr, das Qualifying war aber für 9 Uhr angesetzt. War aber alles nicht so dramatisch, da das Qualifying nicht wirklich wichtig ist und letztendlich die Zeit zählt, die man für die Strecke gebraucht hat. Man startet hier nacheinander und nicht gleichzeitig. Das war vermutlich auch der Grund warum viele andere ebenfalls nicht am Qualifying teilgenommen haben.

Ich wollte mir das Qualifying trotzdem nicht entgehen lassen und bin zu dem vom Parkplatz entfernen Startpunkt gefahren. Das war auch zum ersten Mal, wo bei mir das Rennatmosphäre zu spüren war. Es gab aufheulende Motoren, quietschende Reifen und der Geruch von verbranntem Benzin war in der Luft, als ich am Startpunkt, angekommen war.

Schlange stehen für das Qualifying

Je näher der Start kommt, desto eher ist die Anspannung bei allen Beteiligten zu spüren. Besonders die Mechaniker beten wohl, dass die Autos wenigstens die erste Etappe ohne Unfälle und Pannen überstehen. So wie man hört, haben zwei Fahrer bereits beim Qualifying ihre Autos zerlegt. Ihre Mechaniker werden die Nacht über vermutlich viel zu tun haben, damit das Auto für die erste Etappe fit ist.

Die erste Etappe von Huatulco nach Oaxaca

In weniger als 24 Stunden geht nämlich endlich los. 8.30 Uhr mexikanischer Zeit (+7 Stunden in Deutschland) startet die La Carrera in Huatulco und nach etwas mehr als 400km soll die Zielflagge geschwenkt werden. Während dieser 400km gibt es 10 Speedetappen. Die Zeiten bei diesen Speedetapen sind letztendlich das was am Ende für das Gesamtergebnis zählt. Bei den Speedetappen wird die Strecke für den normalen Verkehr gesperrt, wenn ich das nicht falsch verstanden habe. Die Strecke ist auf jeden Fall eine große Herausforderung für Mensch und Material. Ich hatte ja bereits auf dem Hinweg von Oaxaca nach Huatulco das Vergnügen einen Stück in einem Porsche 911 aus dem Jahr 1967 mitzufahren. Mir war schon nach einer halben Stunde so heiß und ich hatte nicht mal einen Rennoverall und Helm auf, die beim Rennen getragen werden müssen!

Für Tim und Frank lautet die Vorgabe für die erste Etappe einfach nur ankommen. Für Jochen und Manuel hoffe wir alle, dass mehr drin ist. Jochen war schon letztes Jahr ziemlich gut unterwegs, bis er bei der vorletzten Etappe einen Crash hatte.

Tim studiert nochmal mit Frank (nur mit den Beinen auf dem Bild) und Kameramann Florian das Routebook...

...bevor er sich zum letzten Mal Tipps vom Profi Jochen Mass geben lässt

(Alle Fotos mit einer Nikon Coolpix P7100 aufgenommen)

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Über Cihan Boz

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4 Kommentare auf "La Carrera Panamericana: Letzte Vorbereitungen"

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Gast

Jungs, haut rein! Euer Mann an der Basis hält die Daumen!!!! Ich wünschte wir könnten dieses Jahr wieder gemeinsam mexikanischen Staub fressen ;-))

Viel Glück und mega Erfolg!

HC

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Gast

Die Spannung steigt 🙂

MfG Andy

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Gast

Ich würd bei sowas ja echt gerne mal als Beifahrer sitzen. So bei ner Testfahrt oder so…

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