La Carrera Panamericana: Die zweite Etappe

Erst einmal die gute Nachricht vorweg: Unser weißer Mustang konnte wie erhofft starten.

Ich wünschte die Tage während der La Carerra Panamericana hätten irgendwie mehr als 24 Stunden. Damit ich mehr Zeit zum Berichten habe. Ich habe heute von unserem Kameramann 52 GB Videomaterial in FullHD-Auflösung, von den letzten zwei Tagen, auf mein kleines aber feines Fujitsu Lifebook überspielt bekommen, habe aber keine Ahnung, wann ich das ganze sichten, schneiden, umrechnen und hochladen soll. Habe ja noch selber ganze viele Videos, die ich noch nicht schneiden und hochladen konnte. Kameramann? Ich glaube, ich hatte vergessen von ihm zu erzählen. Profi-Kameramann Florian ist vor drei Tagen zu uns gestoßen und ist ein Kumpel von Tim Mälzer. Tim hatte ihn gebeten die La Carerra Panamericana auf Video festzuhalten und ich darf das komplette Material ebenfalls verwenden. Wir beide sind jedenfalls seitdem die meiste Zeit zusammen unterwegs. Er macht die Videos und ich die Fotos, manchmal auch umgekehrt. Ich werde während der morgigen Autofahrt jedenfalls versuchen so gut es geht Material zu sichten und zu schneiden. Morgen werden wir voraussichtlich die meiste Zeit auf der Autobahn unterwegs sein und die sind im Gegensatz zu den Landstraßen in der Regel ohne scharfe kurven und großen Schlaglöcher.

Ich beim Sichten des Videomaterials im Auto während der Fahrt

Auf die Aufnahmen dieser kleinen Kamera auf dem Dach bin ich besonders gespannt

Kommen wir zum heutigen Tag: Das erste Auto ist pünktlich um 8 Uhr von Oaxaca Richtung Puebla gestartet. Ich konnte leider nicht zum Startpunkt, da ich unsere Koffer mit einem Taxi in das Hotel bringen musste, wo die Servicefahrzeuge standen. Laut unserem Kameramann habe ich aber nicht viel verpasst. Im Gegensatz zu gestern war der erste und einzige Servicepoint heute bereits nach noch nicht mal 100 km erreicht. Es war wieder große Tankstelle mit einem großen Rastplatz, damit alle falls nötig noch kurz an ihren Autos schrauben konnten.

Jochen checkt am Servicepoint als erstes den Motor

Wir waren vor unseren Rennautos am Servicepoint, da wir die Strecke etwas abkürzen konnten. Jochen und Manuel sind mit dem weißen Mustang kurz nach uns eingetroffen und das andere Team kam etwa eine halbe Stunde später an. Jochen und Manuel hatten den Startplatz 15 zugewiesen bekommen und das obwohl sie gestern die letzte Speedetappe nicht gefahren sind, aber anscheinend stimmt etwas mit den Resultaten nicht, die heute Morgen für den gestrigen Tag veröffentlicht wurden. So haben Jochen und Manuel, wie zahlreiche andere gar keine Zeiten gewertet bekommen, was definitiv so nicht richtig ist. Wie ich von mehreren Leute gehört habe, gab es schon letztes Jahr immer wieder Probleme, wenn es um die Resultate ging. Für dieses Jahr war eigentlich Besserung seitens der Organisatoren angekündigt, dem scheint aber (noch) nicht so zu sein. Das ist auch der Grund warum wir (noch) keinen Gewinner für den ersten Tag beim Tippspiel ermitteln konnten, aber wir hoffen mal das Beste!

Nachdem Servicepoint haben wir eine weitere Abkürzung genommen, um vor den ersten Rennautos in Puebla am Ziel zu sein, was uns auch gelungen ist. Das Ziel lag an einer wunderschön alten Kathedrale in Puebla. Auf dem Weg dorthin sind wir durch die historische Altstadt von Puebla gefahren.

Die Altstadt von Puebla: Besonders schön sind diese typischen Häuser aus der spanischen Kolonialzeit

Die Kathedrale am Zieleinlauf

Nach der Erfahrung gestern am Ziel, war mir klar, dass wir dort wieder auf sehr viele einheimische Menschen treffen würden, die sich riesig freuen, wenn einmal im Jahr die La Carrera ihre Stadt besucht. Es waren diesmal aber deutlich mehr Menschen als gestern, was aber auch kein großes Wunder ist, da Puebla ungefähr sechsmal so viele Einwohner hat wie Oaxaca. Puebla ist auch die Stadt, wo Volkswagen riesige Produktionsstätten unterhält. Die Atmosphäre in engen Gassen der Altstadt kann man sich wohl am ehesten noch so vorstellen: Jeder hat doch sicherlich mal, entweder im Fernsehen oder live in Köln gesehen, wenn der Karnavalzug durch die Stadt rollt. Links und rechts stehen überall Menschen und feiern die Wagen. So ähnlich war es auch hier. Diese eine Gasse, aus der die Rennwagen Richtung Zielflagge fuhren, war voller Menschen am Straßenrand. Das Ende war mit bloßem Auge nicht zu sehen und trotzdem strömten immer weiter Menschen aus allen Himmelsrichtungen zum Ziel.

Nach über einer halben Stunde haben wir dann auch endlich mal unseren weißen Mustang aus der Ferne sichten können. Da wir heute quasi vorneweg gefahren sind, hatten wir keinen Schimmer, ob jetzt irgendwas auf dem Weg etwas vorgefallen war, dass die Zieleinfahrt evtl. unmöglich machen würde. Deshalb war die Spannung bei uns besonders hoch.

Der weißen Mustang vor dem Zieleinlauf in Pueba und alle wollen es mal am liebsten kurz anfassen

Kurz nach der Einfahrt der beiden, hat uns dann leider eine traurige Nachricht per Telefon ereilt: Der schwarze Mustang konnte nicht mehr weiterfahren und musste abgeschleppt werden. Tim und Frank sind wohl bei einer Speedetappe über eine der gefährlichen Bodenschwelle zu schnell gefahren, die im Routebook mit den Worten „Danger!“ angegeben wurde. Dabei ist wohl mehr als die Stoßdämpferbefestigung kaputt gegangen. Aber so ist das hier: Die Strecken in Mexiko verzeihen einem keine Sekunde Unaufmerksamkeit. Als ich vor etwas mehr als einer Stunde zu meinem Hotel gefahren bin, war der schwarze Mustang noch nicht angekommen und hing wohl bei einem unserer Serviceautos am Haken kurz vor Puebla. Ich bin mal gespannt, ob der Wagen bis morgen Früh wieder fit gemacht werden kann. Nachdem tollen gestrigen Tag für Tim und Frank, der vorläufig mit Platz 52 (von 113 Autos in der Wertung) und dem Zieleinlauf vor Jochen endete, hatte Tim heute noch am Servicepoint die Klappe sehr weit aufgerissen und Jochen Mass quasi zum direkten Duell herausgefordert 🙂

Für die Kamera posen und zu schnell über Bodenschwellen fahren können sie gut: Kapitän Tim Mälzer und sein Co-Pilot Frank Meyer am Servicepoint

Für den heutigen Tag gibt es zwar, wie zu erwarten war, noch keine Resultate, aber ich konnte beim Zieleinlauf einen Blick auf folgende Tafel erhaschen, auf der die Gesamtzeiten der Autos notiert waren, die bis dahin das Ziel passiert hatten:

Unser weiße Mustang hat die Startnummer 378

Demnach müssten Jochen und Manuel irgendwo in den Top 10 mit ihren 46:57 Minuten liegen, falls nach meinem Foto nicht noch welche am Ziel angekommen sind, die schneller waren als die beiden waren.

Morgen um 8 Uhr zieht die Karawane von Puebla weiter nach Querétaro. Es werden harte 583 Kilometer für Mensch und Maschine mit sechs Speedetappen erwartet.

Die dritte Etappe führt hauptsächlich über die Autobahn, nur für die Speedetappen müssen die Autos runter von der Autobahn und auf kurvigen Landstraßen

P.S. Der Gewinner des Tippspiels für Tag 2 steht fest 😉 Glückwunsch an Andreas S.!

(Alle Fotos mit einer Nikon Coolpix P7100 aufgenommen)

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Über Cihan Boz

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7 Kommentare auf "La Carrera Panamericana: Die zweite Etappe"

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Gast

Ein wirklich guter Bericht, ist gut gelungen und die Bilder erst Recht!

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Gast

Vielen Dank für die tolle Berichterstattung. Es ist schön, so zeitnah quasi miterleben zu können, wie es Sohnemann und dem Team in Mexico so ergeht. Ich wünsche allen weiterhin das Quäntchen Glück, das den Tüchtigen gebührt und natürlich auch jede Menge Spaß. Ich freue mich schon auf die nächsten (hoffentlich nur guten) Nachrichten von der Piste.
Herzliche Grüße aus „good old Germany“
Hans-Jürgen Pabst

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Gast
Das sind ja echt schöne und interessante Berichte und Bilder, am liebsten würde ich sofort nach Mexiko fliegen 🙂 Aber 2 Fragen habe ich dennoch 🙂 Du hattest gestern geschrieben, dass immer zuerst alle Rennfahrzeuge starten müssen und erst dann dürfen die Servicefahrzeuge losfahren, wieso konntet ihr da diesesmal abkürzen und immer vor den Rennfahrzeugen ankommen… ?! Seid ihr nicht die gleiche Strecke wie die Rennfahrzeuge gefahren? Ich dachte das müsst ihr, falls unterwegs eure Rennwagen liegen bleiben… Dein Bild mit den Rennergebnissen verwunderte mich 🙂 Wird da echt alles per Hand aufgeschrieben? Vielleicht benötigen die auch mal ein neues… Read more »
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Sieht super aus. Viel Spaß und Erfolg! Lasst die Mustangs heile.
Grüße aus dem auch sonnigen Hamburch

Papa, der Speedshop steht noch 😀

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Wir verfolgen jeden Schritt der bemannten „Ponys“. Hoffen weiter auf gute Nerven und Materialbeständigkeit.
Ganz viel Spass weiterhin, Jungs, Ihr wisst ja: Safety first!

@Manu: dickes Kussibussi

Kompliment an Cihan! Durch den blog und die tollen Fotos hat die Carrera Panamericana für uns erstmals ein „Gesicht“ bekommen. Super!!!

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