Lenovo ThinkPad X1 Extreme im Test: Welche Schwächen?
  • Intel Core i7-8750H
  • 16GB RAM
  • 512 GB M.2 SSD
  • GeForce GTX 1050Ti
  • 15,6" 4K UHD Display
  • 1,7kg

Lenovo ThinkPad X1 Extreme im Test: Welche Schwächen?

Das Lenovo ThinkPad X1 Extreme hat nun ein paar Wochen als mein Arbeitsgerät und täglicher Begleiter hinter sich. In dieser Zeit konnte ich doch einiges testen und ausprobieren – wie es sich dabei geschlagen hat, erfahrt ihr im Test.

Das gefällt uns

  • Hohe Leistung
  • Erstklassiges Display
  • Sinnvolle Konfiguration
  • Leicht und Schlank
  • Ausgewogenes Kühlsystem

Das gefällt uns nicht

  • Teuer
  • Akkulaufzeit durchschnittlich
  • Leichtes CPU-Whining
  • Power Limit Throttling

Direkt vorweg, bevor ich euch mit Benchmarks und Vergleichen bewerfe, einmal das Video zum Review. Eventuell gab es so viel zu erzählen, dass es etwas länger als üblich wurde.

Benchmarks

Benchmarks dürfen an dieser Stelle natürlich nicht fehlen. Wie im Video erwähnt habe ich natürlich eine ganze Reihe Tests laufen lassen, die die Leistungsfähigkeit aufzeigen sollen. Was die Ergebnisse ziemlich gut zeigen ist, dass das X1 Extreme vor allem im Bereich Produktivität punkten kann. Die SSD ist extrem schnell, der Card Reader ist schnell, die CPU läuft richtig rund, wirklich Grund zu meckern gibt es nicht.

Einzig in den Gaming-Benchmarks merkt man dann, dass das System darauf nicht ausgelegt ist. Ein deutlich günstigeres Lenovo Legion Y530 mit ähnlicher Basis – allerdings mit der GTX 1050Ti ohne Max-Q – schafft spürbar mehr FPS in Spielen. Da Gaming aber auch nicht das Hauptaugenmerk des X1 Extreme ist, lässt sich das denke ich verschmerzen.

In Benchmarks, die sich dann eher auf die CPU bzw. die generelle Systemleistung beziehen, kann es dann allerdings punkten. Beispielsweise erreicht es im Photoshop Benchmark ein Ergebnis auf Augenhöhe mit einem Intel Core i7-5820K samt GTX 970 in der Desktop-Ausführung. Bei deutlich geringerer Energieaufnahme und Abwärme.

Auch bei sehr fordernden Aufgaben wie Videoschnitt schlägt es sich gut. FullHD Videos werden schneller als in Echtzeit gerendert, die Vorschau läuft jederzeit flüssig und fehlerfrei. Bei 4K Daten benötigt das Rendern dann spürbar länger und läuft nicht ganz in Echtzeit – allerdings läuft auch hier die Vorschau dank Hardware-Beschleunigung der GTX 1050Ti stets flüssig.

Die verbaute SSD ist schnell unterwegs und sollte nicht zum Flaschenhals werden. Gleiches gilt für Peripherie wie den SD-Card-Reader. Unsere SD-Karten konnten allesamt mit voller Geschwindigkeit angesprochen werden – mangels High-End UHS3-Karte konnten wir das obere Limit aber leider nicht testen. Die üblichen 90+MB/s Karten waren allerdings kein Problem.

Insgesamt stimmt die Leistung und selbst anspruchsvolle Anwender sollten hier voll auf ihre Kosten kommen. Erfahrene Anwender können die Leistung noch etwas optimieren, beispielsweise durch Undervolting. Das System lief in meinem Test mit bis zu -180mV stabil. Durch das Undervolting läuft es insgesamt etwas kühler und ruhiger, aber auch performanter in den meisten Tests. Entsprechende Werte sind in den oben aufgeführten Vergleichen mit (UV) gekennzeichnet. Im Test habe ich mich auf -150mV festgelegt – zwischen -150mV und -180mV gab es keinen messbaren Unterschied in der Performance oder Temperaturentwicklung mehr. Ab -185mV wurde das System dann allerdings auch instabil und war nicht mehr richtig nutzbar. Welche Werte erzielbar sind hängt aber auch immer vom Prozessor ab, innerhalb eines Modells kann es hier teils große Schwankungen geben. Die erzielten -180mV sind allerdings schon ein außergewöhnlicher Wert, der zeigt, dass Lenovo scheinbar auf die Qualität der verwendeten Prozessoren achtet.

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Da Undervolting eine, wenn auch eher geringe, Gefahr mit sich bringt gibt es an dieser Stelle aber keine Erklärung dazu. Für diejenigen, die wissen wie es funktioniert: Undervolting ist nur per Intel XTU möglich! Das UEFI bietet keine Möglichkeit dafür.

Display

Hier liegt die wahre Stärke des ThinkPad X1 Extreme. Das in unserem Testmodell verbaute 4K UHD Touch Display ist in einem Wort: Großartig. Die Farbdarstellung ist hervorragend, die Farbgenauigkeit könnte kaum besser sein, die Blickwinkel sind mehr als großzügig. Auch die Erkennung von Touch-Eingaben ist hervorragend, wobei sich mir der Sinn des Touch Displays in einem „normalen“ Notebook nicht wirklich erschließt.

Da das non-Touch Display allerdings lediglich auf ein 1080p 8-Bit Panel setzt, ist die Touch-Version die einzig sinnvolle Variante für Grafiker und Designer, die eine möglichst genaue Farbdarstellung suchen. Dank der Anti-Reflex-Beschichtung ist das Display sogar beim Außeneinsatz noch gut ablesbar.

Einziger Haken am 4K Panel ist die Skalierung innerhalb Windows 10, denn die macht hin und wieder Probleme. Das liegt nicht am X1 Extreme, aber erwähnt sein soll es trotzdem. Anwendungen, die nicht auf die hohe Pixeldichte ausgelegt sind könnten nämlich durchaus Probleme machen.

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Akku

Viel Leistung braucht auch viel Energie. Der Akku hielt im Benchmark je nach Systemeinstellungen zwischen 3 und 5,5 Stunden durch. Regelt man das X1 ExtremE in den Energiesparmodus herunter mit auf 25 oder 50% abgedunkelten Display sollten die 5 Stunden locker drin sein. Für ein Gerät dieser Leistungsklasse absolut in Ordnung. Wer großen Wert auf Akkulaufzeit statt Leistung legt sollte sich also besser woanders umsehen – beim kleineren X1 Carbon beispielsweise.

Verlangt man dem System aber viel Leistung ab, geht der Akku entsprechend schnell in die Knie. Rund eine Stunde Videoschnitt reichen aus, um den Akku auf rund 50% Kapazität zu bringen.

Der 80Wh Akku ist durch die Lenovo RapidCharge Technologie allerdings auch schnell wieder gefüllt. Rund eine Stunde benötigt es für die ersten 70%, nach 1,5h ist der Akku dann komplett gefüllt. Gerade für einen Akku dieser Größe nicht schlecht. Der Wert kann aber natürlich auch variieren, je nachdem, ob das Gerät während des Ladevorgangs genutzt wird oder nicht.

Fazit

Wie im Video schon gesagt: Ich sehe nichts, was gegen das X1 Extreme sprechen würde. Abgesehen vom doch sehr hohen Preis. Hier muss sich jeder selbst fragen, inwiefern dieser gerechtfertigt ist oder nicht. Gerade wer sein Notebook täglich über Stunden hinweg nutzt und entsprechend hohe Leistung benötigt, ist ja doch eher bereit, eine so hohe Summe zu zahlen, als jemand der es nur hin und wieder als mobile Schreibmaschine nutzt. Dann wäre das X1 Extreme definitiv auch zu viel des Guten.

Abschließend kann ich eigentlich nur sagen: Sorry Lenovo, aber das X1 Extreme bekommt ihr definitiv nicht zurück.

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Danke für das Undervolting. Wie verhielten sich denn die Temperaturen und Taktraten im Stresstest darunter?

Hi,
danke für den Test. Könnt ihr eine Aussage treffen wie sich der Akku bei der selben Konfiguration nur mit FullHD Display verhält?

Danke und Grüße
Joe