LOAD“$“,8: Commodore-Gründer gestorben

Commodore-Gründer Jack Tramiel ist gestorben. Eigentlich keine News, die man schreiben müsste oder wollen würde, doch im Falle Jack Tramiels mache ich dies einfach mal, denn sein Gerät hat wohl viele von uns geprägt. Der Pole, der die Vernichtungsmaschinerie gegen die Juden überlebte, wanderte in die USA aus und lernte bei der US Army das Reparieren von Schreibmaschinen. 1953 machte Jack sich mit einem Freund selbständig.

Ankauf von alten IBM-Rechnern und der Wiederverkauf der alten Kisten waren der erste Erfolg. Viele Jahre blieb es bei der Reparatur und dem Import von Schreibmaschinen, bis man selber Teile importierte, Geräte fertigte und unter dem Label Commodore International vertrieb. Soviel zur Vorgeschichte – sicherlich nur bruchstückhaft, denn es ging noch viele Jahre bunt weiter.

Entscheidend ist wohl der Kauf, den man 1976 tätigte – MOS Technologies. Die stellten nämlich Prozessoren her, die man nicht nur zum Einsatz in die mittlerweile von Commodore verkauften Tischrechner nutzen konnte, man konnte die Technik auch noch ausbauen. 1977 gab es dann den Personal Electronic Transactor – auch bekannt als Commodore PET. Schlappe 3000 Mark Anschaffungskosten.

Es folgte der VC20 und diverse andere Maschinen, bis zu dem Gerät, welches sich vielen als Einstig in die virtuelle Welt offenbarte. Der C64.

1982 erblickte er das Licht der Welt und war bis Ende der 80er gefühlt in jedem zweiten Haushalt anzutreffen – ich selbe hatte diverse Geräte bis Mitte der 90er noch gerne auf dem Schreibtisch. Der C64, auch liebevoll Brotkasten genannt, war für eine ganze Generation der Einstieg in die Computerwelt.

Mich selber hat seitdem nie mehr Technik so gefangen genommen, wie damals der C64. Niemals mehr erlebte ich die Vorfreude auf Spiele und Zubehör mehr, als beim alten Brotkasten. Ich war Manager meines Fußball-Vereins, Pirat, habe Städte gebaut und war Spitzensportler bei den Summer Games – nebenbei liebte ich Cracker-Intros von Triad & Co und hörte Musik von Chris Huelsbeck.

Die heute grotesk an Lego erinnernde grobpixelige Grafik setzte sich in den Köpfen der Menschen zu virtuellen, wunderbar aussehenden Welten zusammen.  Das, worüber man heute lächelt waren damals völlig neue Welten.

Wie schaut es bei euch aus – Erinnerungen an den Brotkasten? Wer noch einmal in alte Zeiten zurück möchte, der kann einige Spiele auch direkt online im Browser spielen. (via)

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2 Kommentare auf "LOAD“$“,8: Commodore-Gründer gestorben"

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Ging mir genau so. Es ging mit dem VC20 los. Das Schönste waren die Weihnachtsferien, die wir mit dem Abtippen von seitenlangen Spiele-Hex-Codes in das brandneue Teil verbracht haben. Die auf Kassette gespeicherten Programme hatten einen eigenen Sound! 🙂
Der Anblick dieser Brotkästen löst heute noch ein Kribbeln aus.

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Gast

Auch bei mir begann alles mit einem Comodore, ein C 16 mit Datasette. Genau wie Dulli hab ich seitenlange Hex-Codes abgetippt und das erste Spiel (Snake) hat mich wochenlang beschäftigt. Es folgte ein Amiga 500, der damals grafikmäßig und soundmäßig einem Pc weit überlegen war. Erst durch den Besuch der Technikerschule kam ich zum PC, blieb aber noch lange meinem Amiga treu.

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