Logitech G733 Lightspeed im Test: Drahtloses Headset für Streamer

      Logitech G733 Lightspeed im Test: Drahtloses Headset für Streamer

      Im mittleren Preissegment von Logitech-Headsets stand schon lange ein Update an. Jetzt ist es da. Das Logitech G733 will auffallen. Mit knalligen Farben (inklusive einem bunten Kopfband), nach vorne ausgerichteter RGB-Beleuchtung und abnehmbaren Mikrofon ist es eine sehr gute Option für Streamer – auch klanglich.

      Das gefällt uns

      • gute Verarbeitung
      • angenehmer Sitz
      • voller Klang
      • hohe Reichweite
      • abnehmbares Mikrofon
      • vorbildliche Software
      • Sleep-Funktion

      Das gefällt uns nicht

      • Kein Bluetooth
      • Keine Kabellösung
      • Gutes Mic nur mit Software
      Technische Daten: Logitech G733 Lightspeed

      Technische Daten: Logitech G733 Lightspeed

      Bauart Ohrumschließend (geschlossen)
      Frequenzband 20 – 20.000 Hz
      Kanäle 7.1 (virtuell)
      Akkulaufzeit bis zu 29 Stunden
      Impedanz 39 Ohm (passiv), 5k Ohm (aktiv)
      Konnektivität Funk (2,4 GHz)
      Anschlüsse USB-C
      Klinkenanschluss (Mikrofon)
      Funktionen abnehmbares Mikrofon
      austauschbare Ohrpolster
      austauschbarer Akku
      Sleep-Funktion
      Gewicht 278 g

      Lieferumfang & Design – Die Zukunft ist hier

      Neben dem Logitech G733 befinden sich in dem schlichten Karton noch das ansteckbare Mikrofon, der Funkempfänger und ein USB-A auf USB-C-Kabel zum Laden. Nicht üppig und kein Vergleich zu den großen Brüdern, aber für einen schnellen Start ist alles dabei.

      Das Logitech G733 ist in den Farben Weiß, Blau, Lila und Schwarz erhältlich. Mit Weiß hat meine Testeinheit fast die langweiligste Farbe. Besonders die Lila-Version ist ein echter Hingucker.

      Das Design ist leicht futuristisch angehaucht. Große Winkel, leicht schimmerndes weißes Plastik und die beiden RGB-Leisten auf der Front machen klar, dass das Logitech G733 ein Gaming Headset ist.

      Das ist nicht negativ gemeint. Das Design ist ohne Frage Geschmackssache und einige Gamer werden ein schlichtes Äußeres bevorzugen, aber das heißt nicht, dass das Logitech G733 ein Spielzeug ist – eher im Gegenteil.

      Der Kunststoff ist flexibel, aber es gibt nur sehr wenige Bewegungs- oder Spannungspunkte. Dadurch fühlt es sich robust an. Die LEDs sind hell, aber es sind nur wenige an der Front des Logitech G733.

      Leider lässt sich das Logitech G733 nicht falten und das ist tatsächlich meine größte Kritik am Design des Headsets – es gibt Schlimmeres.

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      Tragekomfort – nach Stunden immer noch komfortabel

      Der Gurt des Logitech G733 fühlt sich auch nach langen Spielesitzungen bequem an. Dazu sorgt er dafür, dass sich das Headset sehr leicht auf dem Kopf anfühlt. Noch leichter als es mit seinen 285g (ohne Mic) sowieso schon ist.

      Die Ohrpolster sind aus einem Mesh-Material gefertigt. Dadurch kann die Haut besser atmen und der Hitzestau im Sommer wird auf ein Minimum reduziert. Auch für große Ohren ist in den Polstern des Logitech G733 genug Platz . Die Pads lassen sich zudem wechseln, aber Logitech selbst verkauft keinen Ersatz. Interessenten müssen sich also bei Dritt-Anbietern umsehen.

      Das Over-Ear-Design sorgt zusammen mit dem guten Anpressdruck dafür, dass das Logitech G733 eine natürliche Geräuschunterdrückung bietet. Da es kein ANC beim Headset gibt, hätte ich mir eine stärkere passive Isolierung von der Außenwelt gewünscht.

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      Verbindungen – Keine Klinke, kein Bluetooth, aber Lightspeed

      Der Einrichtungsprozess des Logitech G733 ist ziemlich einfach, da es primär für die Nutzung am PC gedacht ist. Einfach den mitgelieferten Dongle in einen freien USB-A-Port gesteckt und Windows erledigt den Rest – Plug and Play. Das Logitech G733 funktioniert auch an einer PlayStation 5 oder einer Nintendo Switch, wenn diese im Dock ist.

      Es gibt leider keine kabelgebundene Lösung für das Headset. Selbst wenn das Mikrofon des Logitech G733 über einen Klinkenanschluss verbunden ist, kann über den Port am Headset keine Verbindung via Kabel hergestellt werden. Logitech setzt exklusiv auf ihre Lightspeed-Technik.

      Mit der Lightspeed beschreibt Logitech seine Funkverbindung, die sich durch ihre hohe Übertragungsgeschwindigkeit auszeichnet. Besonders die Reichweite des Logitech G733 ist dank Lightspeed beeindruckend. Live-Stream pausiert, Mikrofon stummgeschalten und erstmal in die Küche etwas zu Essen holen und nicht einmal habe ich die Verbindung verloren, obwohl das Signal durch zwei Wände und sieben Meter Luftlinie musste.

      Nachdem ich mir das Headset von außen angesehen, es aufgesetzt und eine Verbindung zum Computer aufgebaut habe, ist es wohl an der Zeit, Logitech G Hub zu installieren. Für die grundlegenden Funktionen des Logitech G733 ist das Programm zwar nicht nötig, aber wenn ich schon ein Gaming-Headset hier habe, will ich auch das Maximum herausholen.

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      Bedienung – typisch Logitech

      Zur grundlegenden Steuerung befinden sich auf der linken Seite des Logitech G733 des Headsets ein Lautstärkerad, eine Power-Taste und eine Taste zum Stummschalten des Mikrofons.

      Befehle werden von akustischen Signalen bestätigt und zum Glück hat Logitech darauf verzichtet, hier eine Begleitstimme zu verwenden. Es gibt nichts Schlimmeres als das Headset auszuschalten und dann zu hören „schalte aus“. Danke – genau darum habe ich die Taste ja auch gedrückt.

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      Im Alltag – Akkulaufzeit und Sound rocken

      Insgesamt 29 Stunden Akkulaufzeit soll das Logitech G733-Headset ohne RGB-Beleuchtung durchhalten und in der Praxis hat es das auch fast. Bei etwa halber Lautstärke war nach etwas über 28 Stunden Schluss. Wer auf die bunten Lichter nicht verzichten will, kann sich auf 19-20 Stunden Akkulaufzeit einstellen. Beides sehr gute Werte für ein Mittelklasse-Gaming-Headset.

      Für guten Sound bietet das Logitech G733 DTS: X 2.0 Virtual 7.1-Surround-Sound über die G Hub-Software auf dem PC. Das funktioniert wie bei den meisten virtuellen Surround-Standards – ganz gut. So hatte ich keine Probleme, die Richtung von Schüssen Apex Legends zu bestimmen.

      Ohne jegliche Anpassungen durch Logitech G-Hub ist der Sound des Logitech G733 sauber und hat einen ausgewogenen Klang. Die beiden 40mm Pro-G-Treiber leisten hier ganze Arbeit und auch bei hoher Lautstärke verzerrt nichts.

      Beim Gaming bedeutet das ausgewogene Klangbild, dass sich das Logitech G733 für praktisch alle Genres eignet. Weder werden Schussgeräusche durch die Kommentare der KI-Teamkollegen in Call of Duty unterbrochen, noch werden Geräusche aus der Spielwelt in Ori and the Will of the Wisps vom imposanten Soundtrack erschlagen.

      Auch bei Musik eignet sich das Logitech G733 für so ziemlich jedes Genre. Die punktgenaue Bassabstimmung ist es besonders für Fans von elektronischer Musik eine gute Wahl. Bei klassischem Rock dominieren die Gitarren etwas, aber niemals so sehr, dass sie einem anderen Instrument die Show stehlen. Alles in allen macht das Logitech G733 beim Sound viel richtig und boxt sogar leicht über seiner Preisklasse.

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      Mikrofon & Software – Blue Voice ist richtig gut

      Normalerweise hätte ich diesen Abschnitt in den „Im Alltag“-Teil integriert, aber mit immer mehr Online-Meetings die durch durchschnittliche Mikrofone unnötig grauenhaft sind, möchte ich aber das Mikrofon des Logitech G733 einmal besonders loben und kritisieren.

      Ohne jemals G-Hub angeworfen zu haben, klingt eure Stimme über das Mikrofon durchschnittlich und sogar etwas blass. Es fehlt an Bass und an Fülle. Dazu wirken Zisch-Laute sehr betont.

      Das Logitech G733 bietet aber für einen kleinen Boost eurer Stimme Blue Voice. Das ist eine Technik, die Logitech in ihren neuen Mikrofonen zum Einsatz bringt. Es ergänzt Effekte wie einen Kompressor, De-Esser für die Zisch-Laute usw. Durch steigert sich die Qualität eurer Stimme ungemein. Beim Blue Yeti X (Test) hat mich das schon sehr überzeugt.

      Wie sehr der Kompressor oder die Rauschunterdrückung wirken sollen, könnt ihr in der G Hub-App genau einstellen. Das Logitech die bessere Klangqualität eurer Stimme aber hinter einer Zusatzsoftware versteckt, ist mindestens eine fragwürdige Entscheidung. Blue Voice war beim ersten Start deaktiviert und konnte nur in G Hub aktiviert werden. Ärgerlich und etwas unnötig.

      Neben der Aktivierung von Blue Voice bietet die G Hub-Software noch weitere Optionen, wie die Steuerung der RGB-Effekte oder das Zuweisen von Makros zur Mikrofonsteuerung.
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      Fazit zum Logitech G733 – neues Headset für neue Gamer

      Das ganz kurze Fazit lautet: Wenn du auf der Suche nach einem drahtlosen Gaming-Headset mit vielen Funktionen, sauberen Klang und einer guten Akkulaufzeit fürs PC-Gaming bist, ist das Logitech G733 dein nächstes Headset. Die lange Antwort erfordert etwas Einordnung.

      Gaming hat sich in den letzten 30 Jahren sehr verändert. Es ist von einem Hobby für Kellerkinder zu einer Milliarden-Industrie gewachsen, die sogar die Filmbranche in den Schatten stellt. Es beinhaltet heute Let´s Plays und Live-Streams auf Twitch bei denen tausende Menschen einem Streamer zusehen. Manchmal schauen auch nur drei Hardcore-Fans zu und auch für die drei machen viele Streamer eine richtig große Show, damit sie Spaß haben.

      Passend zu diesem Trend wurde auch das Logitech G733-Headset entwickelt. Mit seinem futuristischen Design und der bunten Beleuchtung an der Front ist es ein Blickfang für die Zuschauer. Der Streamer profitiert hingegen vom hohen Tragekomfort, einer langen Akkulaufzeit und Blue Voice. Dazu hat das Logitech G733 fast die gleichen Eigenschaften wie das deutlich teurere Logitech G Pro X (Test).

      Abgesehen von der mittelmäßigen Isolation ist das Logitech G733 für aktuell 140€* eine sehr gute Wahl für Streamer. Aber auch Gamer, die ohne Kamera zocken, sollten das Headset ins Auge fassen.

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      *Stand: 05/2021

      Veröffentlicht von

      Gamer, Filmliebhaber & Hobby-Fotograf – also alles was eine gute Geschichte erzählt. Großer Fan von durchdachten Produkten und Privatsphäre. Nach zehn Jahren im Google-System derzeit im Apple-Kosmos unterwegs und soweit zufrieden.

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