LTE @ Home als Alternative zu DSL und Kabel – Was gibt es zu beachten?

LTEVor allem in ländlichen Gegenden kann häufig über DSL und TV-Kabel kein Internetanschluss ins Haus geholt werden. Dann stellt LTE in vielen Fällen eine Alternative dar. Wir klären die Vorteile und Nachteile eines stationären Internetzugangs über LTE und was es dabei zu beachten gilt.

Ist ein Internetzugang über DSL oder Kabelanschluss zuhause nicht verfügbar, kann man eventuell auf LTE ausweichen. Der Ausbau des Mobilfunkstandards ist in den letzten Jahren rasant fortgeschritten, sodass man beinah bundesweit LTE empfangen kann. Für den Internetzugang über LTE bieten Telekom, Vodafone und O2 reine Datentarife an. Damit erhält man eine SIM-Karte ohne eigene Festnetznummer. Im Vergleich zu Mobilfunktarifen mit Telefoniefunktion bietet ein reiner Datentarif meistens deutlich mehr Datenübertragungsvolumen. Allen LTE-Tarifen gemein ist eine Reduzierung der Übertragungsrate bei Überschreitung des Freivolumens.

Tarife

Derzeit (Juli 2016) bietet nur Vodafone Internettarife für stationäres LTE an, die einem DSL-Anschluss am Ähnlichsten sind. Mit den „LTE-Zuhause“-Tarifen erhält man Übertragungsraten von bis zu 50 Mbit/s Download und 10 Mbit/s Upload. Je teurer der Tarif, desto höher das monatliche Freivolumen und die maximale Übertragungsrate. Auf Wunsch erhält man auch eine Festnetznummer, die Telefonie erfolgt per VOIP-Technik. Telekom und O2 bieten Datentarife an, die mit vergleichsweise mickrigem Freivolumen keinen Stich gegen die LTE-Zuhause-Tarife von Vodafone machen. Dafür kann man sie an unterschiedlichen Standorten verwenden, was mit dem Vodafone LTE-Zuhause-Tarifen nur gegen Aufpreis möglich ist. Ist das Freivolumen verbraucht, kann man bei den meisten Tarifen ein zusätzliches Kontingent buchen, um weiterhin die volle Übertragungsrate nutzen zu können.

Ein interessantes Angebot für Haushalte mit langsamer DSL-Anbindung bietet die Telekom mit Magenta Hybrid: Dieser Internet-Tarif setzt DSL als Basis voraus und nutzt bei Bedarf LTE für hohe Datenübertragungsraten. So kann man sein lahmendes DSL durch LTE aufpeppen. Eine Volumenbegrenzung mit Geschwindigkeitseinschränkungen gibt es in diesem Tarif nicht.

LTE

Bevor man sich für einen LTE-Anbieter entscheidet, sollte man sich in den Verfügbarkeitskarten der drei großen TK-Anbieter Telekom, Vodafone und O2 über die Performance am gewünschten Standort informieren. Im Schnitt bietet die Telekom die größte Abdeckung, knapp gefolgt von Vodafone. Im O2-Netz hat man eigentlich nur in Städten akzeptablen LTE-Empfang. Bei der Auswertung der LTE-Verfügbarkeitskarten ist zu beachten, dass die Anbieter die Empfangsqualität innerhalb sowie außerhalb von Gebäuden angeben. Hat man laut des Verfügbarkeitschecks große Chancen auf schnelles LTE-Internet in seinem Haus, steht einer Nutzung von LTE nichts mehr im Wege. Die Angaben sind in der Regel zuverlässig.

Hardware

Um sein Netzwerkgerät per LTE mit dem Internet zu verbinden, benötigt man einen LTE-Modem-Router. Mit eingesteckter SIM-Karte verbindet sich das Gerät mit dem LTE-Netz des Anbieters und stellt die Internetverbindung über WLAN und Patchkabel den Netzwerkclients zur Verfügung. Alternativ verwendet man einen LTE-USB-Dongle am Notebook oder PC. Einige DSL-Router bieten die Option, über einen LTE-USB-Dongle eine Verbindung zum Mobilfunknetz aufzubauen. Um Telekom Magenta Hybrid zu nutzen, benötigt man den Hybrid-Router Telekom Speedport Hybrid.

LTE

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Planen und Probieren

Der Standort des LTE-Modems beeinflusst den Datendurchsatz sowie die Verbindungsqualität maßgeblich. Bei der Positionierung muss man eventuell viel ausprobieren, um den Empfang zu verbessern. Ein LTE-Modem informiert über den Verbindungsstatus durch ein integriertes Display oder das Webinterface.

Die LTE-Verbindung ist am stabilsten, wenn zwischen dem nächsten Sendemast und dem LTE-Modem eine Sichtverbindung besteht. Dafür sollte das LTE-Modem an einem Fenster möglichst hoch mit Ausrichtung zum nächsten Funkmast des Internetanbieters platziert sein. Steht das LTE-Modem an der vom Funkmast abgewandten Seite, werden die Funksignale vom Haus gedämpft, worunter die Anbindungsgeschwindigkeit sowie Funkstabilität leiden können. Aber auch Umwelteinflüsse wie blattbehangene Bäume, Nebel, Regen oder Schneefall können die Verbindung beeinträchtigen. Kommt keine gute Verbindung zustande, kann man seinen Internetanbieter bitten, einen anderen Funkmast in der Nähe zur LTE-Anbindung zu verwenden. Daraufhin sollte man das LTE-Modem auf den anderen Mast ausrichten. Hilft auch das nichts, können wetterfeste Outdoor-Antennen helfen, die man außerhalb des Gebäudes beispielsweise auf dem Dach platziert. Sind die Antennen am Modem abnehmbar, stellt der Anschluss einer externen Antenne in der Regel kein Problem dar. Auch einige LTE-USB-Dongles ermöglichen Anschluss einer größeren Zimmerantenne. Welche Antenne man einsetzen sollte, ist abhängig vom verwendeten LTE-Modem-Router.

LTE

Sollte trotz guter Verbindungsqualität die Übertragungsrate einbrechen, kann das ein Zeichen für eine Überlastung des Funknetzes sein, wenn beispielsweise viele Nutzer gleichzeitig über eine LTE-Basisstation Daten übertragen. Denn alle an einem Sendemast eingeloggten Nutzer teilen sich die verfügbare Bandbreite.

Fazit

Nicht überall bekommt man Internet über DSL oder Kabelanschluss. Dann bleibt nur noch LTE als brauchbare Alternative. Durch den fortgeschrittenen Stand der LTE-Technik und deren stetigem Ausbau, steht in vielen Gegenden Deutschlands LTE für den Internetzugang zur Verfügung. Derzeit bietet Vodafone die attraktivsten Tarife, mit denen man hohe Datenübertragungsvolumen und Geschwindigkeiten für einen etwas höheren Monatsbeitrag als bei DSL erhält, muss aber mit einem eingeschränkten Freivolumen auskommen. Ob LTE am gewünschten Ort zur Verfügung steht, darüber informieren die Internetdienstanbieter auf ihren Websites.

Hat man sich für einen LTE-Anbieter entschieden und bekommt keinen zuverlässigen Internetzugang über LTE, muss man nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Die Performance im LTE-Funk ist stark abhängig von der Verbindung zum nächsten Sendemast. Je größer die Entfernung, desto schwächer das Signal, umso geringer der Datendurchsatz. Verhindern Bäume, Hügel oder Gebäude eine Sichtverbindung zwischen Sendemast und dem LTE-Modem, wird das Funksignal absorbiert, gebeugt und reflektiert, worunter die ebenfalls die Empfangsqualität leidet. Mit guter technischer Ausstattung und geplanter Positionierung des LTE-Modems oder der wetterfesten Outdoor-Antenne kann man den Empfang und die Signalqualität aufwerten.

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Bilder: AVM, O2, Telekom

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Über Robert Tischer

Aufgewachsen mit Lego und Nintendo Game Boy eroberte schon bald ein Laptop mit MS-DOS und Windows 3.1 mein Herz und meinen Schreibtisch im Jugendzimmer. Nach einer kurzen Technikrezession sind Schreibtisch und Spielplatz 20 Jahre später auf die Größe eines Wohnzimmers gewachsen, das inzwischen einen Anbau vertragen könnte.
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