Maßarbeit: Günstige Laser-Entfernungsmesser von Bosch und Flex im Test

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Wer tapeziert, Bodenbeläge verlegt oder eine Einbauküche plant, kommt um ein genaues Aufmaß seiner Räumlichkeiten nicht herum. Laser-Entfernungsmesser bieten eine handliche und schnelle Alternative zu Zollstock und Maßband. Wir haben uns im Test zwei Einstiegsgeräte, den Flex ADM 30 und den Bosch GLM 30 Professional, näher angesehen und sagen, was sie können.

Mit Laserkraft mal fix durchgemessen

Laserentfernungsmesser senden einen Klasse-2-Laser aus, registrieren per optischem Empfangssensor die Laufzeit des vom Ziel reflektierten Lichts und können so in Sekundenschnelle die Distanz zum Ziel berechnen. Das funktioniert oft genauer und schneller als das manuelle Messen per Zollstock. Ein Versuch der Heimwerkerzeitschrift Malerblatt hat beim Ausmessen typischer Raummaße eine Zeitersparnis von über einem Drittel gegenüber der Zollstock-Methode ermittelt.

Laser-Entfernungsmesser aus dem Profi-Bereich bieten für gutes Geld Neigesensoren, Messdatenspeicher, etliche Berechnungsfunktionen und können sich mit dem Smartphone verbinden. Der Flex ADM 30 und der Bosch GLM 30 Professional beschränken sich auf die Grundfunktionen und eine leichte Handhabbarkeit. Sie kommen durch ihren niedrigen Preis Einsteigern entgegen.

Kompakte Gehäuse

Beide Laserentfernungsmesser sind kompakte Geräte, die unter 100 Gramm wiegen, gut in der Hand liegen und mühelos in die Hosentasche passen. Der rote Flex ADM 30 hat ein 15,8 Millimeter flaches Gehäuse aus Hartplastik, ist staubgeschützt, muss aber vor Nässe bewahrt werden. Der Bosch GLM 30 Professional trägt mit 24 Millimetern Dicke spürbar mehr auf, hat angenehme Softgrip-Flanken und ist nach Schutzart IP54 gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Auch bei der empfohlen Einsatztemperatur von -10° bis +45° hat der Bosch die Nase vorn. Auf den Flex ADM 30 mit seiner Einsatztemperatur von 0° bis 40° sollte man sich während Außenarbeiten bei Frost nicht verlassen. Eine Schutztasche, die sich per Klettverschluss am Gürtel befestigen lässt, ist beim Bosch GLM 30 Lieferumfang enthalten.

Bosch GLM 30 Professional: Der Lieferumfang

Bosch GLM 30 Professional: Der Lieferumfang

Messreichweite

Laut Herstellerangabe erlaubt es der Bosch GLM 30, Maße in einem Bereich von 15 Zentimetern bis zu 30 Metern zu nehmen. Der Flex ADM 30 beginnt bei 20 Zentimetern und reicht ebenfalls bis 30 Meter. Während der Bosch das Überschreiten dieser Grenzen recht zuverlässig verweigerte, erhielten wir beim Flex-Gerät auch noch bei nur 18 Zentimetern und bei bis zu 38 Metern Messergebnisse.

Genauigkeit und Zuverlässigkeit

Ein Lasermessgerät hat vor allem eine Sache zu erledigen, diese aber möglichst genau: Distanzen messen. Die Hersteller geben für den Bosch GLM 30 eine Messgenauigkeit von ± 2 mm an, für den Flex ADM 30 eine von ± 3 mm. Der Bosch-Entfernungsmesser ist zudem nach ISO 16331-1 zertifiziert. Diese Norm stellt sicher, dass unter verschiedenen praxisnahen Messbedingungen die Zuverlässigkeit und Genauigkeit des Messvorgangs im angegebenen Toleranzbereich gewährleistet ist. Zu den Messbedingungen zählen beispielsweise verschiedene Oberflächenfarben und -strukturen, Umgebungstemperatur und –helligkeit sowie Auftreffwinkel des Lasers.

In unseren Reihentests auf helle Ziele mit 90° Auftreffwinkel überzeugten beide Geräte und blieben auf kurzen Distanzen durchgehend innerhalb der angegebenen Messtoleranzen. Boschs Lasermesser wich nicht mehr als 1 Millimeter ab. Im Fernbereich bei 10 Metern leistete sich der Bosch GLM 30 selten Ausrutscher bis zu 4 Millimeter, blieb dafür aber durchschnittlich näher an der per Maßband abgemessenen Entfernung als der Flex ADM 30.

Die Messung erfolgt innerhalb einer Sekunde. Unter erschwerten Messbedingungen treten Unterschiede zwischen den Geräten deutlicher zutage. Bei einem stark seitlichen Auftreffwinkel von nur 5-10° braucht der Flex ADM 30 bis zu 3 Sekunden, um ein Ergebnis zu liefern, während dem Bosch GLM 30 die Messung weiterhin in etwa einer halben Sekunde gelingt. Ähnlich ist es bei sehr dunklen, also schlecht reflektierenden Messzielen: Beim Anvisieren eines schwarzen Objekts misst der Bosch GLM 30 wie üblich schnell und souverän, während der Flex ADM 30 oft einige Denksekunden einlegt, stark unterschiedliche Werte präsentiert und in einem von fünf Messungen bei unserem Test gar kein Ergebnis zeigt.

Bosch GLM 30 Display

Funktionen

Der Bosch GLM 30 ist ein Purist: Er misst Entfernungen. Punkt. Als einzige automatische Zusatzfunktion ist die Autosumme dabei: Alle getätigten Messungen der aktuellen Sitzung werden addiert und die Summe angezeigt. Ausschalten des Geräts löscht den Autosummenspeicher. Die Autosumme hilft beispielsweise bei der Mengenberechnung beim Tapezieren, wenn man mehrere Wandlängen nacheinander misst.

Demgegenüber ist der Flex ADM 30 geradezu vielseitig. Er hat zwar keine Autosumme, bietet aber neben der Längenmessung eine Flächenmessung, die die beiden zuletzt genommenen Distanzen multipliziert und als Quadratmeter ausgibt. Im Modus der kontinuierlichen Messung misst das Gerät ohne weiteren Knopfdruck automatisch Distanzen. Er kommt dabei unter guten Bedingungen auf etwa ein bis zwei Messungen pro Sekunde. Praktisch, wenn man beispielsweise ein Möbelstück bis zu einem bestimmten Maß verschieben möchte.

Handhabung

Die Bedienung des Bosch GLM 30 erfolgt über einen großen Knopf mit angenehmen Druckpunkt. Ein leiser Ton, der sich abschalten lässt, ertönt beim Drücken.

Der Flex ADM 30 wird über zwei Knöpfe bedient: Der Ein/Aus-Taste auf der linken Seite und der Mess-Taste auf der Vorderseite. Beide Knöpfe erfordern einen starken Druck, der häufiger zu ergebnisloser Betätigung der Taste führt. Will man den Entfernungsmesser mit einer Hand bedienen, muss man das Gerät ein wenig in der Hand drehen, um von einem Knopf zum anderen zu wechseln. Das hätte eleganter gelöst werden können. Ein nicht abschaltbarer, etwas lauterer Ton gibt akustisches Feedback beim Bedienen.

Die simple Einknopfbedienung des Bosch GLM 30 hat uns mehr überzeugt. Sie ist auch bei der Verwendung von Arbeitshandschuhen zuverlässiger.

Flex ADM 30: Das ist im Karton.

Flex ADM 30: Das ist im Karton.

Display

Beide Displays zeigen auf drei Zeilen Messergebnisse. Beim Bosch GLM 30 kann man hier die letzten beiden Messungen sowie die Autosumme sehen, beim Flex ADM 30 die letzten drei Längenmessungen. Das Bosch-Gerät zeigt Maße in Metern, beim Flex ist die Anzeige auf Zoll umschaltbar. Eine Akkustandsanzeige gibt beim Flex Auskunft über die Stromversorgung, beim Bosch GLM 30 fehlt diese.

Bosch zeigt Zahlen schwarz auf weiß, bei dem Flex sind die Zeichen weiß und der Hintergrund schwarz. Direkt nach der Bedienung sind die Displays hintergrundbeleuchtet und auch bei schlechten Lichtverhältnissen gut abzulesen. Nach 30 Sekunden schaltet sich die Hintergrundbeleuchtung ab.

Stromversorgung

Der Bosch GLM 30 wird mit zwei AAA-Batterien betrieben, die schon im Lieferumfang enthalten sind. Bis zu 5000 Messungen sollen sie ermöglichen. Der Flex ADM 30 kommt mit einem fest verbauten 3,7V-Li-Ion-Akku, USB-Ladegerät und USB-Kabel. Eine Akkuladung hat genug Saft für 2000 Messungen. Das Aufladen dauert bis zu zwei Stunden.

Schaltet man die Geräte nicht manuell ab, sorgt eine Abschaltautomatik dafür, dass sie nach 5 Minuten (Bosch) beziehungsweise nach 3 Minuten (Flex) ausgehen.

Flex ADM 30 Display

Fazit

Der batteriebetriebene Bosch GLM 30 Professional meistert seine Kernaufgabe, das Messen von Distanzen, sehr zuverlässig und genau. Er lässt sich gut bedienen und ist für den Einsatz draußen geeignet, geizt jedoch beim Funktionsumfang. Der mit Akku betriebene Flex ADM 30 bietet Flächenmessung und praktisches Dauermessen, zeigt dafür aber Schwächen in der Messdauer und Zuverlässigkeit.

 

Im Shop:

Bosch GLM 30 Professional

Flex ADM 30

Alle Laser-Entfernungsmeßgeräte

 

Technische Daten

Bosch GLM 30 Flex ADM 30
Reichweite 0,15 – 30 m 0,2 – 30 m
Messgenauigkeit +- 2 mm +- 3 mm
Messdauer < 0,5 s, max. 4 s < 1,5 s
ISO 16331-1 Ja Nein
Maßeinheit Meter Meter, Zoll
Schutzart IP54 IP50
Einsatztemperatur -10° bis +45° 0° bis +40°
Betriebsdauer bis 5000 Messungen pro Batteriesatz bis 2000 Messungen pro Akkuladung
Stromversorgung 2 x 1,5V AAA-Batterien 1 x Li-Ion-Akku 3,7V 500 mAh
Ladezeit max. 2 Stunden
Besonderheiten akustisches Feedback (optional), Autosumme, Abschaltautomatik 5 Minuten akustisches Feedback, Längen- und Flächenberechnung, Dauermessen, Abschaltautomatik 3 Minuten
Abmessungen 105 x 41 x 24 mm 114 x 46 x 15,8 mm
Gewicht 100 g 76 g
Lieferumfang 2 Batterien, Schutztasche, Bedienungsanleitung USB-Ladegerät, USB-Kabel, Bedienungsanleitung

 

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Über Anton Weste

Ich bin Redakteur, Autor und Game Designer und habe an Fantasy-Rollenspielen wie "Das Schwarze Auge: Drakensang" mitgewirkt. Wenn ich nicht gerade tippe, philosophiere ich über Hollywood-Filme, zocke am PC oder ertüchtige mich beim Hockey, Fußball und Wandern.
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1 Kommentar auf "Maßarbeit: Günstige Laser-Entfernungsmesser von Bosch und Flex im Test"

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Gast

Hey,

ein wirklich toller Artikel! Ich habe den Flex ADM 30 zwar noch nicht ausprobiert, besitze aber den GLM 30 und muss sagen, dass ich wirklich zufrieden mit dem Produkt bin. Sehr genaue Messwerte und eine so einfache Bedienung, dass wirklich jeder damit arbeiten kann!

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