Matebook X Pro 2021 im Test – Und es hat doch Thunderbolt!

      Matebook X Pro 2021 im Test – Und es hat doch Thunderbolt!

      Das Matebook X Pro ist seit Jahren Huaweis Flaggschiff unter den Notebooks. Auch 2021 gibt es natürlich ein Upgrade auf die aktuelle Hardware. Schwächen des Vorgängers wurden beseitigt und es richtet sich an alle, die ein ultraportables Notebook suchen.

      Das gefällt uns

      • Schlank & Leicht
      • Neueste Hardware-Generation
      • Leise & Kühl unter Last
      • Hervorragendes Display

      Das gefällt uns nicht

      • Weniger Performance als andere Geräte durch TDP Limit
      • Schlechte Kamera

      Bei der Ausstattung gibt es dann erstmal das erste große Fragezeichen: Laut der Präsentation, dem Datenblatt und Huaweis Website hat das Matebook X Pro 2021 kein Thunderbolt verbaut. Für ein Gerät dieser Preisklasse in 2021 eigentlich schon ein KO-Kriterium. Wäre da nicht der Haken, dass es doch Thunderbolt unterstützt und es uneingeschränkt nutzbar ist. Beide USB Type C-Ports unterstützen Thunderbolt 4 und können somit eine Vielzahl an zusätzlicher Peripherie bedienen. Angefangen bei Dockingstations über mehreren Displays, sogar per Daisy-Chain, bis hin zu externen Grafikkarten ist nahezu alles möglich. Man munkelt, dass das Thunderbolt-Logo sowie die Hinweise im Datenblatt lediglich aufgrund fehlender Lizenzen fehlen.

      Mit dem offensichtlichen Minuspunkt ausgeräumt, kommen wir zu den restlichen Specs. Da ist so weit alles auf dem aktuellsten Stand. Die Tiger Lake-CPU sollte ordentlich Performance bieten und die neue Iris Xe-Grafik ihr übriges tun. Dazu gibt es ausreichend RAM, auch wenn 32 GB in 2021 schon schön wären. Für die üblichen Einsatzgebiete eines so schlanken Notebooks sind die 16 GB aber ausreichend. 1 Terabyte als Basis-SSD ist ebenfalls sehr gut und dem aktuellen Stand angemessen. Noch dazu ist es natürlich eine schnelle PCIe-SSD. Beim Display setzt man dann auf altbewährtes: Es ist das gleiche Panel mit den gleichen Specs wie im Vorgänger. Da es dort schon ein sehr gutes Display war, ist das auch nichts Schlechtes.

      Haptik und Verarbeitung

      Auch haptisch und optisch gibt es generell wenig Neues. Es ist weiterhin ein extrem schlankes und leichtes Notebook mit minimalsten Displayrändern und hervorragenden Eingabegeräten.

      Das Touchpad ist sehr groß und reagiert genau auf Eingaben. Die Glasoberfläche fühlt sich hochwertig an und gleitet hervorragend. Gefühlt ist der Click des Clickpads auch noch etwas besser geworden. Man benötigt nur wenig Druck und generell reagiert es sehr genau auch auf Druck. Wie in anderen Matebooks hat Huawei den NFC-Sensor für One Hop Share in das Touchpad integriert – der nicht besonders schöne Aufkleber auf der Handballenauflage ist nun also auch Geschichte.

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      Die Tastatur steht dem in nichts nach: Sehr guter Druckpunkt, angenehme Größe der Tasten und Fehleingaben sind nach der kurzen Eingewöhnung selten. Ein paar Sondertasten wie [Ende] oder [Pos1] fehlen mir allerdings beim Verfassen längerer Texte.

      Der im Powerbutton integrierte Fingerprint-Reader funktioniert auch hier in der Regel sehr gut, ist gefühlt aber etwas ungenauer als bei anderen Modellen. Vielleicht nur ein Bug oder Einzelfall, denn eigentlich kenne ich die HUAWEI Fingerprint-Reader als sehr zuverlässig. Ein Detail, das mir aus unerfindlichen Gründen auch immer sehr wichtig ist: Es lässt sich mühelos mit einer Hand öffnen, ohne dass die Basis mit hoch kommt. 😉

      Das einzige „Eingabegerät“ für das Minuspunkte gibt, ist die Webcam. In Zeiten von Homeoffice ist sie wichtiger Bestandteil eines Geräts und weder die Positionierung in der Tastatur noch die Bildqualität können überzeugen. Während es zwar sehr nett ist, die Kamera verschwinden zu lassen und damit auch Privacy-Probleme zu umgehen: Der Blickwinkel ist unangenehm für den Gegenüber und tippt man während des Gesprächs bekommt der Gesprächspartner ständig Finger vor die Linse. Die Bildqualität ist nur so lala und leidet unter starker Rauschunterdrückung, wodurch es sehr unruhig wirkt. Für ein Gerät dieser Preisklasse einfach nicht mehr angemessen. Oh, und die Mikrofone dafür sind zwar sehr gut, sitzen allerdings direkt am Touchpad. Euer Gegenüber hört also jeden Klick.

      Die Lautsprecher will ich hier auch kurz erwähnen, denn für ein Gerät mit so kompakten Ausmaßen sind diese sehr gut geraten. Der Ton hat eine gute Fülle und ist ziemlich ausgewogen. Bass ist natürlich etwas flach, aber ein Fundament ist da und auch tiefe Mitten sind gut ausgeprägt. Die Höhen übersteuern nicht und es gibt zudem ein gutes Stereobild, wenn man direkt davorsitzt.

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      Display

      Das Display hatte ich eingangs schon kurz erwähnt. Es ist augenscheinlich das gleiche Panel wie schon im Vorgänger, was die Messungen dann noch unterstreichen. Überraschungen gibt es keine, die Messwerte sind durchwegs gut und das Display macht im Alltag auch einfach Spaß.

      Der Kontrast von 1600:1 liegt deutlich über dem Durchschnitt und das Gamma ist mit 2.2 nahezu perfekt eingemessen. Einzig der Weißpunkt ist etwas zu kalt mit 7000 bis 7400K eingestellt. Direkte Sonne ist mit 533cd/m² kein Problem, trotz der spiegelnden Oberfläche. Die Ausleuchtung ist zudem auch sehr gleichmäßig mit maximal 8% Abweichung bei 100% Helligkeit. Auch für Foto- und Videobearbeitung eignet sich das Display damit ohne größere Einschränkungen. Es könnte allerdings auch langsam ein Upgrade vertragen auf mehr als 60Hz oder eine noch höhere Farbraumabdeckung. Mit 97% sRGB und 72% AdobeRGB ist die zwar gut, könnte je nach Anwendungsfall aber höher sein. Das DeltaE von 0,83 hingegen ist sehr gut. Und noch zur Helligkeit: Bis zu 565cd/m² konnte ich messen, das eignet sich sogar für Outdoor-Nutzung tagsüber.

      Eine Kalibrierung kann die Türkis-Abweichung noch etwas reduzieren, erhöht dafür den Mittelwert ein wenig. Wirklich nötig ist eine Kalibrierung aber nicht.

      Konnektivität

      Bei den Anschlüssen hatte ich es schon erwähnt: Zwei mal Thunderbolt 4 ist vorhanden. Dazu gibt es noch einen USB 3.2 Gen1 Type A-Anschluss und einen 3,5mm Klinkenanschluss.

      Das reicht auf jeden Fall aus, allein schon weil die Thunderbolt-Ports es im (Heim-) Büro möglich machen jede Menge Peripherie mit nur einem Kabel anzuschließen. Beide Thunderbolt USB Type C-Anschlüsse können übrigens zum Laden des Matebook X Pro genutzt werden. Wireless sind dann noch Bluetooth 5.1 und WiFi 6 (ax) verfügbar. Soweit also alles auf dem aktuellen Stand.


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      Leistung und Emissionen

      Im Inneren hat sich dann allerdings mehr getan, als es bis hierhin vermuten lässt. Das Kühlsystem wurde augenscheinlich komplett überarbeitet, was meinen größten Kritikpunkt des Vorgängers hoffentlich beseitigt. Statt eines Lüfters und massiver Heatpipes gibt es nun zwei Lüfter und die Heatpipes wurden um einen ziemlich großen Kupfer-Heatspreader erweitert. Das sieht für sich sogar ziemlich gut aus, um ehrlich zu sein. Fehlt nur eine Transparente Bodenplatte. 😉 Die verbaute 1TB-SSD ist nun auch problemlos erreichbar und kann theoretisch durch eine noch größere ersetzt werden. Auch der Akku ist lediglich geschraubt und kann ausgewechselt werden, sofern nötig. Alle weiteren Komponenten sind allerdings fest integriert.

      Das neue Kühlsystem macht sich dann auch direkt bezahlt: Im Normalfall sind die Lüfter nicht zu hören und selbst bei hoher Last stellt sich maximal ein leichtes Rauschen ein. Dabei bleibt das System auch verhältnismäßig Kühl. Bis auf kurze Spikes im Stresstest blieb die Temperatur auf allen Kernen unter 90°C, im Schnitt lag sie zwischen 70 und 75°C. Insgesamt also sehr gut und eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorgänger, der unter teils massivem Throttling litt. Ein wenig hat sich HUAWEI diese Laufruhe aber auch „erkauft“: Die TDP ist auf 28W gedeckelt, während andere Geräte hier bis zu 45W steigen können, zumindest im Netzbetrieb. HUAWEI bietet hier keinerlei Möglichkeiten, daran etwas zu ändern. Außerdem regelt das System nach dem kurzen Boost auf etwa 15 ab, um die Temperaturen im Rahmen zu halten.


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      Das spiegelt sich dann auch in der Leistung wider. Es pegelt sich irgendwo im Mittelfeld aller unserer bisherigen Tiger Lake-Testkandidaten ein, ohne dabei nach oben oder unten auszubrechen. Gegenüber Modellen mit höherer TDP wie dem ASUS Zenbook Duo 14 muss es sich teils deutlich geschlagen geben, während es mit anderen 28W Modellen gleichauf liegt. Das zieht sich durch nahezu alle Tests und Benchmarks. Insgesamt eignet es sich für fast alle Aufgaben – nur aufwändige 4K Videos oder auch größere 3D Projekte in Programmen wie Blender werden durch die fehlende dedizierte GPU ausgebremst. Einziger Ausreißer in den Benchmarks ist unser Resolve-Projekt. Hier rendert das Matebook X Pro 2021 teils langsamer als ein Modell mit Intel Core i5-1135G7. Warum genau kann ich mir nicht erklären, da kein Throttling o.ä. feststellbar ist.

      Gaming sei noch erwähnt, auch wenn es natürlich nicht der primäre Anwendungszweck des Matebook X Pro ist. Generell ist Gaming möglich, wenn man keine besonderen Ansprüche stellt oder eh nur E-Sports-Titel bzw. ältere Titel spielt. CS:GO, ANNO 1800 und ähnliches liefen in FullHD Auflösung mit über 50FPS im Schnitt, während Titel wie Far Cry 5 oder Shadow of the Tomb Raider nur mäßig mit um 20 FPS in niedrigsten Einstellungen liefen. Allerdings zeigt auch das Matebook X Pro das gleiche Phänomen wie andere Tiger Lake-Notebooks zuvor: Bei einigen Titeln gibt es extreme Frame Drops und im Fall von CS:GO auch immer wieder kurze Standbilder. Womit das zusammenhängt, ist uns noch nicht ganz klar, aber dieses Verhalten zeigte bislang nahezu jedes Tiger Lake-Notebook in unseren Tests.

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      Software

      Softwareseitig setzt man auf Windows 10, was denke ich keine große Erklärung benötigt. Schön ist, dass HUAWEI weiterhin keine Adware o.ä. installiert, sondern es bei einer sauberen Windows Installation belässt. Einzig der HUAWEI PC Manager ist installiert und bietet einen Mehrwert. Nicht nur, dass darüber automatisch Treiber und Firmware aktualisiert werden können, auch die Multi-Screen-Collaboration von HUAWEI wird darüber realisiert.

      Wer es nicht kennt: Dieses Feature ermöglicht es, das (HUAWEI) Smartphone mit dem Notebook zu koppeln und dann direkt auf die Daten des Smartphones zugreifen zu können. Auch kann das ganze Smartphone gesteuert werden und Anrufe über die im Notebook befindlichen Lautsprecher und Mikrofone geführt werden. Ziemlich nett, wenn man denn ein HUAWEI Smartphone nutzt.

      Was aber weiterhin nervt: HUAWEI teilt auch weiterhin die SSD in zwei Partitionen auf. Warum weiß ich nicht, nötig ist es definitiv nicht.

      Akkulaufzeit

      Wie immer ist es hier stark davon abhängig, wie das Gerät genutzt wird. In meinem Test hatte ich keine Probleme damit, einen Arbeitstag mit primär Office, etwas Musik-Streaming und auch einem Video hier und da zu bestreiten. Dabei war das Display nicht extra herunter gedimmt, WLAN natürlich aktiv und auch sonst habe ich keine Rücksicht auf eine besondere Akkuoptimierung genommen. Acht Stunden und mehr waren also kein Problem. Bei stärkerer Belastung ist der Akku aber natürlich deutlich schneller leer.

      Fazit

      Ich war schon von den Vorgängern überzeugt, wenn man denn die eingeschränkte Leistung durch das Kühlsystem außen vor ließ. Jetzt, mit überarbeitetem Kühlsystem, gibt es eigentlich kaum einen Punkt, der gegen das Matebook X Pro 2021 spricht. Wer ein ultraportables immer-dabei-Notebook sucht, wird hier definitiv fündig. Die Leistung reicht dabei locker für alle Office-Aufgaben und darüber hinaus. Lightroom und Photoshop sind kein Problem, ebenso das Bearbeiten von kurzen Videos. Das Display ist sehr gut, könnte so langsam aber ein Update vertragen.

      Auch Anschlusstechnisch gibt es dank Thunderbolt 4 keinen Grund zu klagen – da es nur einen USB A-Anschluss hat, sollte man sich mit dem Gedanken anfreunden, Dongles zu benötigen. Ein Dongle mit einem zusätzlichen USB-A, einem VGA und einem HDMI-Anschluss ist im Lieferumfang aber bereits enthalten. Nur der SD-Card-Reader fehlt wie immer…

      Außerdem schön: Der Preis des MateBook X Pro 2021 ist gegenüber dem Vorgänger deutlich gesunken. Los geht es schon ab 1499 Euro für die Core i5- und 1799 Euro für die Core i7-Version. Durchaus fair für die gebotene Leistung. Wer vor allem eine mobile Office-Maschine sucht, ist mit dem Core i5-Modell mehr als ausreichend bedient.

      Für nächstes Jahr wäre dann eine neue Webcam mit Windows Hello-Erkennung ein schönes Upgrade, oder HUAWEI? 😉

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      1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

      1. Danke für die positive Nachricht bzgl. Thunderbolt. Bislang las man überall nur Mutmaßungen.

        [Pos1] sowie [Ende] lassen sich übrigens versteckt mittels Fn + Cursor links bzw. Cursor rechts ansprechen. Daran gewöhnt man sich schnell, im Gegensatz zum generellen Frust mit dieser Fn-Taste, die man durch genannte Kombination oft versehentlich dauerhaft aktiviert und somit ungewollt wechselnd die F-Tasten- oder deren Zusatzbelegung einschaltet.

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