Microsoft begräbt TV-Ambitionen, schließt Xbox Entertainment Studios

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Microsoft-CEO Satya Nadella hat vergangene Woche eine bedeutende strategische Neuausrichtung angekündigt, der bis zu 18.000 Arbeitsplätze zum Opfer fallen werden. Einen Großteil der Entlassungen wird dabei die von Microsoft erst im April dieses Jahres übernommene Handy-Sparte von Nokia schultern müssen, doch bleibt unter anderem auch die Xbox-Division nicht ganz verschont. Wie Recode unter Berufung auf eigene Quellen sowie ein internes Microsoft-Memo zum Wochenende hin vermeldete, wird der US-Softwareriese die sogenannten Xbox Entertainment Studios schließen. Damit beerdigt das Unternehmen größtenteils seine ambitionierten Pläne, exklusive Fernsehserien für die Xbox-Plattform zu produzieren.

Den vorliegenden Informationen nach bestehen die Xbox Entertainment Studios derzeit aus rund 200 Mitarbeitern an Standorten in den USA und Kanada. Wie viele davon ihren Hut nehmen müssen, ist derzeit nicht bekannt, zumal die Schließung der Sparte nicht über Nacht durchgeführt, sondern stattdessen nach und nach abgewickelt werden soll.

Geleitet wurde die Abteilung seit September 2012 von der ehemaligen CBS-Fernsehchefin Nancy Tellem, die ein zugkräftiges, exklusives Fernsehprogramm für die Xbox-Plattform entwickeln sollte. Bis zuletzt gab es aber nur wenige positive Schlagzeilen über derlei Bemühungen. Dennoch soll Tellem weiter bei Microsoft bleiben und auch über das Ende der Sparte hinaus an ein paar wenigen Fernsehproduktionen arbeiten, wie dem Recode-Artikel zu entnehmen ist.

Zu den Serien, die von der Schließung der Entertainment Studios nicht betroffen sein werden, gehören laut Recode zwei Produktionen, die im Halo-Universum angesiedelt sind, sowie die Dokumentarserie „Signal to Noise“. Die eine der beiden Halo-Fernsehserien soll unter Mitwirkung von Steven Spielberg irgendwann im Herbst nächsten Jahres parallel zu Halo 5: Guardians auf den Markt kommen, die andere, „Halo: Nightfall“, bereits im kommenden November.

Nichtsdestotrotz stellen die drei genannten TV-Produktionen zweifellos nur noch einen Bruchteil dessen dar, was Microsoft ursprünglich in diesem Bereich für die Xbox-Plattform erreichen wollte. Die Entscheidung, die Xbox Entertainment Studios zu schließen, passt dennoch gut zur neuen Marschroute, die Microsoft seit einigen Monaten im Zusammenhang mit der Xbox One fährt. Nicht länger wird die noch junge Spielkonsole vollmundig als komplettes Entertainment-Center vermarktet, sondern alle Aussagen und Maßnahmen des Unternehmens konzentrieren sich darauf, in erster Linie Hardcore-Spieler zu locken.

Foto: Microsoft
Quelle: Recode

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Über Johannes Schaller

Ich bin freier Journalist, Computer-Technik-Freak, Videospiel-Guru und Freizeit-Poet. In den letzten Jahren war ich unter anderem für notebookjournal.de tätig und habe als IT-Fachmann gearbeitet. Wenn ich nicht gerade an einem Text feile oder ein Stück Hardware auseinandernehme, dann widme ich meine Zeit gerne Filmen, Literatur, Videospielen oder schlicht und einfach der Natur.
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