Microsoft spricht über eigene Cloud-Gaming-Lösung DeLorean

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Microsofts Forschungsabteilung hat einen Bericht über eines seiner aktuellen Projekte veröffentlicht, das intern den Namen „DeLorean“ trägt. TechCrunch informierte kürzlich darüber. Hinter DeLorean (benannt nach dem Auto aus der Filmreihe „Zurück in die Zukunft“) steckt eine Server-Technologie, die sich besonders für den Einsatz bei einem Cloud-Gaming-Service eignen soll, da sie durch Berechnung spekulativer Resultate einer Aktion Latenzzeiten minimieren kann. Pläne zur Einführung eines entsprechenden Dienstes hat Microsoft bislang allerdings nicht geäußert.

Cloud-Gaming gilt seit geraumer Zeit als die Zukunft der Spielebranche oder zumindest als ein wichtiger Bestandteil davon. Genau wie heute schon bei Filmen und Musik üblich, soll es in ein paar Jahren für praktisich jedermann möglich sein, Videospiele vom Server eines Anbieters auf ein heimisches Empfangsgerät zu streamen. Erste Versuche, einen derartigen Dienst am Markt zu etablieren, gab es schon in der Vergangenheit (beispielsweise von OnLive), und Sony ist im Augenblick gerade dabei, die eigene Online-Plattform PlayStation Now aufzubauen.

Ein paar der Vorteile, Videospiele via Streaming-Technologie zu konsumieren, liegen auf der Hand. Unter anderem fallen dadurch die oftmals langen Download- oder Installationszeiten der immer mehr Gigabyte verschlingenden, modernen Spiele weg. Außerdem wird praktisch die gesamte von einem Spiel beanspruchte Rechenleistung vom Server-Park des Cloud-Gaming-Anbieters erbracht, was die Investition in eine Spielekonsole oder einen teuren Spiele-PC überflüssig macht.

Entscheidender Nachteil von Cloud-Gaming ist neben den regionalen Unterschieden beim Breitbandausbau und somit oftmals stark variierenden Übertragungsgeschwindigkeiten vor allem die Latenzzeit, die sich zwangsläufig bei Netzwerkverbindungen über längere Distanzen ergibt. Im Fall von Videospielen ist eine möglichst verzögerungsfreie, konsistente Darstellung des Spielgeschehens unabdinglich, um Anwendern ein angenehmes Benutzererlebnis zu bieten. Aufgrund der Interaktivität eines Spiels können Streaming-Inhalte jedoch nicht gepuffert werden.

Genau an diesem Punkt setzt nun Microsofts DeLorean-Technologie an und zwar durch Berechnungen, die spekulativ vorherzusagen versuchen, welche Aktionen der Nutzer in seinem Spiel als nächstes ausführen wird. Dank dieser Vorhersagen könnten die Verzögerungen bei der Übertragung vom Server zum Client verringert werden, wodurch das Spielgeschehen vom Nutzer ganz allgemein als flüssiger empfunden wird, so Microsoft. Für Spielaktionen, die schwieriger vorherzusagen sind, setzt DeLorean mehrere mögliche Resultate in eine Warteschlange und gibt letztlich nur das richtige aus.

Um DeLorean im praktischen Einsatz zu testen, hat Microsoft eigenen Angaben nach bislang die beiden Spieletitel Doom 3 und Fable 3 verwendet. Studien mit diversen Testpersonen hätten ergeben, dass eine große Mehrheit die DeLorean-Technologie anderen traditionellen Streaming-Lösungen vorzieht.

Einen negativen Aspekt hat aber schließlich auch DeLorean. Obwohl Microsoft versucht, die von der Technologie benötigte Bandbreite durch verbesserte Video-Kompression zu minimieren, benötigt ein DeLorean-System knapp fünfmal so viel Bandbreite wie eine Standard-Cloud-Plattform. Daher wird es wohl noch ein Weilchen dauern bis die von Microsoft beschriebene Streaming-Technologie von der breiten Masse genutzt werden kann.

Foto: comicbook.com
Quellen: Microsoft, TechCrunch

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Über Johannes Schaller

Ich bin freier Journalist, Computer-Technik-Freak, Videospiel-Guru und Freizeit-Poet. In den letzten Jahren war ich unter anderem für notebookjournal.de tätig und habe als IT-Fachmann gearbeitet. Wenn ich nicht gerade an einem Text feile oder ein Stück Hardware auseinandernehme, dann widme ich meine Zeit gerne Filmen, Literatur, Videospielen oder schlicht und einfach der Natur.
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Eine Antwort auf Microsoft spricht über eigene Cloud-Gaming-Lösung DeLorean

  1. At 800MHz, this memory won’t break any speed records but it won’t break the bank either.

    Where You Live Now China Malata As, Taiwan State surely
    have Gb , MSI , Suggests of, Inventec therefore. The trade-off of the small form factor of the Eee PC is that its keyboard has to be shrunk into a
    very confined area.

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