Microsoft Surface Book: Mein erster Eindruck vom „Ultimativen Notebook“

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Nachdem Microsofts Surface Pro mittlerweile sehr erfolgreich seine passende Nische gefunden hat, wollte man sich darauf nicht ausruhen und hat schon im letzten Jahr mit dem Surface Book nachgelegt. Wie gut das neue Konzept eines Notebooks mit abnehmbaren Tablet sich schlägt, wollte ich mir natürlich anschauen – schließlich wird es als nichts minderes als das „Ultimative Notebook“ beworben. Microsoft hat uns hierzu netterweise ein Surface Book für den Test zur Verfügung gestellt. Hier nun erstmal ein erster Eindruck, der Test folgt dann nach etwas längerer Nutzung.

Fangen wir bei den technischen Daten an: Mein Testgerät ist das aktuelle Topmodell mit Intel Core i7 6600U, 16GB DDR4 RAM, 512GB SSD und nVidia GeForce GT940M Grafik. Die Grafikkarte steckt dabei in der Tastatur, nicht im Clipboard genannten Tablet. Für einfachere Tasks oder im Clipboard Modus kommt die Intel HD 520 Grafik zum Einsatz.

Hier die kompletten Daten in der Übersicht:

  • Display: Bildschirm: PixelSense™-Display (13,5 Zoll), Auflösung: 3.000 x 2.000 (267 ppi)
  • CPU: Intel Core i7
  • Grafik: NVIDIA® GeForce® 940M
  • Arbeitsspeicher: 16 GB
  • Speicher: 512 GB SSD
  • Anschlüsse: USB 3.0 in Standardgröße (2x) , SD™-Kartenleser, Kopfhöreranschluss, Mini-DisplayPort, Surface Connect
  • Sensoren: Umgebungslichtsensor, Beschleunigungssensor, Gyroskop, Magnetometer
  • Kameras, Video und Audio: HD-Frontkamera mit 5,0 Megapixel, Rückwärtige Kamera mit 8,0 Megapixel, Stereomikrofone, Stereolautsprecher mit Dolby®-Sound
  • Betriebssystem: Windows 10 Pro
  • Gewicht: 1.579 Gramm
  • Abmessungen: 23,2cm x 31,2cm x 22,8cm (Laptop) , 22cm x 31,2cm x 0,7cm (Clipboard)

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Der Lieferumfang ist neben Clipboard und Tastatur identisch zum Surface Pro: Surface Pen (4. Generation), Netzteil und Netzkabel sowie etwas Zettelwerk, das wars.

Schon beim Auspacken merkt man, dass das Surface Book sehr hochwertig verarbeitet ist. Das Magnesium fühlt sich sehr gut und hochwertig an, gegenüber Aluminium wirkt es auch weit griffiger – ich hab ja bei Alu immer das Gefühl, das Gerät rutscht mir gleich aus der Hand. Der Eindruck entsteht allerdings auch durch das „hohe“ Gewicht im Vergleich zum Surface Pro: Insgesamt bringt es knapp 1,6Kg auf die Waage, was unter anderem dem großen Akku geschuldet ist. Es fühlt sich allerdings auch schwerer an, als es eigentlich ist. Die Tastatur samt Akkus, in meinem Fall mit nVidia Grafik, ist einen Tick schwerer als das Clipboard selbst. Der Vorteil daran: Es kippt bei Touch-Eingaben nicht nach hinten über, wie bei manch günstigeren Vertretern.

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Auch bei genauerem Hinsehen fallen keine groben Schnitzer in der Verarbeitung auf. Alles sitzt wo es soll, die Spaltmaße sind gleichmäßig, nichts klappert oder wackelt, das Clipboard sitzt bombenfest auf der Tastatur.

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Was mich, nach der Enttäuschung beim Lumia 950XL und dem kompletten Fehlen der Funktion in meinem Surface Pro 4 Vorserienmodell, natürlich mit als erstes interessierte, war Windows Hello. Von vielen Seiten hörte ich bereits, dass es auf den Surface Devices deutlich besser laufen soll, als auf den Lumias. Also kurzerhand eingerichtet, ein paar mal die Erkennung verbessert und ausprobiert: Funktioniert. Schnell, in normalem Sitzabstand, man bemerkt das Entsperren häufig gar nicht, so schnell funktioniert es auf dem Surface Book. So hatte ich mir das Feature vorgestellt.

Der Zweite Blick fiel aufs Display. In aller Kürze: Knackscharf, tolle Farben, große Blickwinkel, mehr als ausreichend hell, es macht einfach Spaß es anzusehen. Das System wird von Windows 10 auch gut für die extrem Hohe Auflösung von 3000 x 2000 Pixeln skaliert, nur ein paar Porgramme wie der Battle.net Launcher bilden hier eine Ausnahme und sind einen Tick zu klein durch die Auflösung.

Touch-Eingaben registriert es genau und die Handballenerkennung funktioniert einwandfrei. Wirkliche Kritikpunkte finden sich hier auf den ersten Blick nicht. Wobei doch: Will man es im freien nutzen, spiegelt es doch recht stark. Maximale Helligkeit ist hier pflicht.

Ein weiteres optisches Highlight ist das Scharnier. Aber auch technisch ist es ein ausgeklügeltes Design, wie die Grafiken zeigen.

Was mir sehr gut gefällt ist, dass sich das Surface Book mit einer Hand problemlos aufklappen lässt, ohne dass man die Basis festhalten muss. Das Scharnier hält das Clipboard auch problemlos an Ort und Stelle. Der Öffnungswinkel reicht, um normal am Schreibtisch zu sitzen und zu arbeiten. Was allerdings stört, ist die Lücke zwischen Display und Basis im zugeklappten Zustand. Ohne extra Tasche würde ich es daher nicht transportieren, damit keine Fremdkörper zwischen Display und Tastatur rutschen und das Display zerkratzen oder Schlimmeres.

Eines der Herzstücke des Surface Book und dessen Scharnier ist ja die Option, das Display von der Tastatur zu lösen. Im Displaypart stecken daher Prozessor, Arbeitsspeicher und SSD nebst Mainboard und Akku, in der Tastatur dagegen ein zusätzlicher Akku, gegebenenfalls Grafikkarte und diverse Anschlüsse.

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An sich ist der Mechanismus auch schön gelöst: Um die beiden voneinander zu trennen muss man entweder die Entsperrtaste auf der Tastatur drücken oder in der Taskleiste per Mausklick die Sperre lösen. Ein hörbares „klack“ verdeutlicht dann, dass es gelöst werden kann, dazu leuchtet die Taste der Tastatur grün auf und im Display erscheint eine entsprechende Meldung.

Ja, das Display spiegelt...

Ja, das Display spiegelt…

Das Ganze hat hier und da aber noch ein paar Probleme. Für diverse Apps nutzt das Surfacebook offenbar die Grafikkarte in der Tastatur, sodass es sich z.B. nicht entsperren ließ, als „Fresh Paint“ geöffnet war. Auch ist das Surface Book einmal komplett abgestürzt als ich Clipboard und Tastatur getrennt habe. Das sollte eigentlich nicht passieren. Mal sehen, wie es sich auf Dauer entwickelt. Bislang hatte ich ehrlich gesagt aber auch wenige Gründe, das Clipboard abzunehmen.

Zur Leistung konnte ich bisher nur ein paar grundlegende Benchmarks durchführen, aber die sollt ihr natürlich schon einmal bekommen, roh und ungefiltert.

Was mir auffiel: Für eine 512GB nVME SSD lief das System gefühlt zu langsam. Kurze Recherche brachte dann auch den Fehler zutage: Der von Windows 10 automatisch installierte Treiber für die SSD ist schuld. Kurzerhand den nVME Treiber von Samsung installiert, stieg die Performance in den Benchmarks und auch die gefühlte Leistung sehr deutlich an. Das gleiche Problem hat auch das Surface Pro 4. Microsoft sollte sich da vielleicht mal mit Samsung zusammensetzen und einen optimierten Treiber implementieren. Den Treiber solltet ihr also nachinstallieren, falls ihr ein Surface Pro 4 oder ein Surface Book euer Eigen nennt.

Die Performance ist aber insgesamt sehr gut, was bei der Hardware aber auch zu erwarten war. Ich bin auch schon gespannt, wie es sich bei Spielen schlägt ;).

Weiter geht’s mit Tastatur und Touchpad. Wer hier regelmäßig liest, weiß es vielleicht schon: Ich bin Fan Mechanischer Tastaturen und kein Fan von Touchpads. Dennoch können beide Eingabegeräte beim Surface Book überzeugen. Ein Großteil dieses Textes ist direkt auf dem Surface Book entstanden.

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In aller Kürze: Der Druckpunkt der Tasten ist angenehm und liefert ein gut spürbares haptisches Feedback. Die Tastenabstände sind groß genug um Fehleingaben zu vermeiden. Woran man sich gewöhnen muss ist das Layout, wie so oft. Hier ist es aber wie immer nur ein Zeitfrage, bis man das Layout blind beherrscht.

Das Touchpad setzt auf eine Glasoberfläche und reagiert genau auf Eingaben. Handballen oder versehentlichen Antippen beim Schreiben erkennt es in den meisten Fällen, sodass die typischen Fehleingaben von zu sensiblen Touchpads ausbleiben. Das ganze Pad ist übrigens klickbar, also ein Linksklick mit richtigem Feedback kann überall ausgeführt werden. Den braucht man z.B. um Fenster zu verschieben. An die Gesten gewöhnt man sich auch recht schnell. Zwei Finger zum Scrollen, mit drei Fingern nach oben streichen zeigt alle geöffneten Programme an, nach unten minimiert alle Programme und zeigt den Desktop an. Mit drei Fingern seitwärts kann durch die geöffneten Programme gescrollt werden. Auch Pinch to zoom – also Zoomen mit zwei Fingern wie auf dem Touchscreen ist möglich.

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Zusammengefasst kann ich sagen, dass das Surface Book einen durchaus guten ersten Eindruck hinterlässt. Zwar zeigten sich schon hier und da Schwächen, inwieweit diese die Nutzung beeinträchtigen muss sich aber erst noch zeigen.

Mehr Benchmarks und einen Ausführlichen Bericht gibt es zu einem späteren Zeitpunkt, wenn ich etwas mehr Zeit mit dem Gerät hatte. Auch zur Akkulaufzeit kann ich dann sicher etwas sagen.

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5 Antworten auf Microsoft Surface Book: Mein erster Eindruck vom „Ultimativen Notebook“

  1. avatar Alex sagt:

    Oh Wow, das sieht gut aus. Schade dass die Surface- Reihe so teuer ist… Das sind ja beinahe Apple Verhältnisse.

  2. avatar Lars sagt:

    Falsch, der Einstiegspreis mit knapp 1700€ liegt sogar über dem der günstigstemMacBook Pro Retina 😉 🙂

  3. avatar Peter sagt:

    Vielen Dank für die ersten Eindrücke. Was mich brennend interessiert sind zwei Punkte:

    1. Wie gut ist die Tastatur?
    Ist sie angenehm leise, so dass sie auch während einer Veranstaltung genutzt werden kann, ohne dass die Kollegen einen erwürgen wollen (wie z.B. bei den Ativ-Books)?

    2. Wie laut sind die Lüfter?
    Mein Hauptanwendungsfall ist Diktieren per Dragon. Von der Prozessorlast in etwa Bildbearbeitung in Photoshop zu vergleichen. Bleibt der Lüfter dabei noch erträglich, oder hat man einen „Fön“?

    Besten Dank und viele Grüße

  4. avatar Chris sagt:

    Das Convertible ist ja nicht unbedingt teuer, da es gut ausgestattet ist und mit dem Magnesiumgehäuse auch noch robust ist.
    Da ist alles dabei: Ein leistungsfähiger Akku, starke Hardware. Nur sind für mich die Anzahl der Anschlussmöglichkeiten zu gering ausgefallen. Nur zwei USB 3.0 Schnittstellen und ein miro-HDMI Port.
    Ich finde aber den Vergleich von einigen mit dem MacBook nicht ideal. Kann man da das Display abnehmen?

  5. avatar Thomas sagt:

    Sieht schon sehr edel aus, dieses Surface Book, ein paar mehr Anschlüsse wären natürlich schön gewesen, aber dafür gibt es ja das Dock.
    Schade, dass es die Version ohne GeForce aber mit 256GB nicht in Deutschland gibt, da diese doch noch die beste Preis/Leistung bietet. Klar ist der Preis vollkommen abgehoben, aber man zahlt eben für die Einmaligkeit dieses Produkts, die kein einziges Apple Produkt mehr bieten kann. Außerdem hat man ja doch 2 Geräte in einem. Das iPad Pro will dem Surface Pro Konkurrenz machen, schafft es aber nicht im Ansatz(da nur iOS, kein USB/Display Port) und die MacBooks sind auch nur normale Notebooks. Da kann man sich auch ein Dell XPS holen und hat noch das bessere Display und kleinere Gehäuse.

    Trotzdem: Das Surface Book bleibt ein Nieschen-Gerät, es wird seine Käufer finden, aber für den normalen Anwender reicht auch ein normales Notebook/Convertible mit i5 und SSD. Da ist man am Ende des Tages wohl genauso Produktiv.

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