Microsoft Surface Laptop 4 13.5 – Intel- & AMD-Version im Vergleich

      Microsoft Surface Laptop 4 13.5 – Intel- & AMD-Version im Vergleich

      Microsoft will mit dem neuen Surface Laptop 4 wieder das beste Windows-Ultrabook stellen. Äußerlich hat sich im Vergleich zum Vorgänger aber kaum etwas verändert – im Inneren dafür umso mehr. Intel- und AMD-Version kommen erstmals mit vergleichbar starken Prozessoren daher. Wir haben die schlanken Laptops unter die Lupe genommen und sagen euch, welches Gerät für wen geeignet ist.

      Das gefällt uns

      • Herausragende Verarbeitung und Materialien
      • Toller Formfaktor
      • Leicht und Portabel
      • Eingabegeräte auf höchstem Niveau
      • Lange Akkulaufzeit
      • Sehr gute Performance
      • Gute GPU-Performance (Intel)
      • Im Normalbetrieb extrem leise

      Das gefällt uns nicht

      • GPU-Treiber-Updates kommen nur über Microsoft (AMD)
      • Anschlussvielfalt könnte größer sein
      • Farbumfang des Displays für kreative Profis nicht ausreichend

      Die Surface-Geräte von Microsoft sollen Galionsfiguren für Windows sein – und dementsprechend gefallen sie seit ihrer Einführung mit herausragender Haptik und spannendem Formfaktor. Im 3:2-Verhältnis greifen sie Apples MacBooks direkt an und richten sich an Kreativanwender und Leute, die das Beste in einer portablen Form haben möchten. Über die Jahre hat sich Microsoft zudem ein sehr gutes Ökosystem für seine Surface-Geräte aufgebaut.

      Dank Arc-Mouse, Surface Pen oder Surface Buds könnt ihr reibungslos mit diversem Surface-Zubehör arbeiten. Ihr seht also: Der Surface Laptop 4 ist nicht nur ein weiteres Windows-Notebook, sondern der Versuch des größten Software-Konzerns der Welt, die ultimative Hardware für Windows 10 herauszubringen. Mit der neuen Generation kommt Microsoft diesem Schritt so nah wie noch nie – Verbesserungspotenzial gibt es trotzdem. Aber der Reihe nach.

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      Technische Details

      Microsoft Surface Laptop 4 13.5
      Modell Intel AMD
      Display 13,5 Zoll IPS, 2256 x 1504 Pixel, 3:2-Format, 10-Punkt-Multitouch, 201 ppi, Corning Gorilla Glass
      CPU Intel Core™ i5-1145G7 | i7-1185G7 CPU AMD Ryzen™ 5-4680U
      Arbeitsspeicher 8 GB LPDDR4X |16 GB LPDDR4X | 32 GB LPDDR4X 8 GB LPDDR4X
      Grafik Intel Iris™ Plus Graphics 950 AMD Radeon™ Graphics
      Speicher 512 GB bis 1 TB PCIe-NVMe-SSD 256 GB PCIe-NVMe-SSD
      Anschlüsse und Konnektivität Surface-Connector, USB-A 3.0, USB-C, WiFi 6, Bluetooth 5, 720p-Webcam
      Betriebssystem Windows 10 Home
      Akku 49 Wh | 6513 mAh Lithium Ion
      Maße 308 x 223 x 14,5 mm 308 x 223 x 14,5 mm
      Gewicht 1,31 kg 1,25 kg
      Gehäuse gefrästes Aluminium mit Magnesiumlegierung
      Farben Platin, Eisblau (Alcantara®) Sandstein, Mattschwarz (Metall) Platin mit Alcantara® Innenseite
      Preis ab 1.449 € ab 1.129 €

      Ausstattung des Testgeräts ist fett markiert.

      Surface Laptop 4 bei uns im Shop

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      Design: Bewährter Minimalismus mit maximaler Haptik

      Das Meer an Windows-Laptops ist groß und tief. „Surface“ bedeutet auf Englisch Oberfläche – und genau das sind die Surface Laptops: Das funkelnde Äußere eines tiefen Ozeans. Während Hauptkonkurrent Apple für alle Hardware im eigenen Kosmos selbst verantwortlich ist, ließ Microsoft den Herstellern lange freien Lauf und brachte erst 2012 die eigenen Benchmark-Geräte heraus.

      Microsoft Surface Laptop 4 Symbol Sonne

      Optisch gab es seit der ersten Surface-Generation eher behutsame Verbesserungen des minimalistischen Designs. Der Laptop 4 teilt sich sein Äußeres gar komplett mit dem Vorgänger. Das muss in diesem Fall aber nichts Schlechtes sein, denn das Design wirkt weiterhin modern und trotzdem zeitlos.

      Microsoft Surface Laptop 4 13 5 Sandstein Intel Platin AMDFrontal 2

      Die Haptik bleibt zudem unerreicht. Erneut habt ihr das Gefühl, dass der Surface Laptop aus einem massiven Block Aluminium oder Magnesium gefräst wurde. Spaltmaße sucht ihr vergebens. Lediglich dort, wo sie hingehören, sind sie auch zu finden. So sitzt etwa über dem Displaydeckel eine kleine Einkerbung, um den Laptop 4 zu öffnen.

      Microsoft Surface Laptop 4 13 5 Touchpad Sandstein Intel Kanten

      Die cleveren Details setzen sich beim restlichen Design fort: So gleitet der Laptop 4 geradezu auf. Scharnier und Unterseite sind perfekt ausbalanciert und im geschlossenen Zustand eine absolute Einheit. Ansonsten dominieren abgerundete Kanten ein dennoch eckiges Design. Man versteht, warum Microsoft dieses nicht nach anderthalb Jahren wieder über den Haufen geworfen hat.

      Microsoft Surface Laptop 4 13 5 AMD Tasten Close Up

      In unserem Fall haben wir zwei Testgeräte parat, die leicht unterschiedliche Innenseiten bieten. Während das AMD-Modell um die Tastatur eine Alcantara-Oberfläche beherbergt, wartet die Intel-Version mit glattem Aluminium auf. Ich tendiere haptisch eher zu letzterem, da das Alcantara auf Dauer an Sommertagen etwas warm sein könnte. Eine höhere Schmutzresistenz dürfte die Alu-Oberfläche ebenfalls aufweisen.

      Trotzdem ist das Alcantara ein echter Handschmeichler, so dass ich alle verstehen kann, die sich dafür entscheiden. Intel-Versionen sind mit beiden Oberflächen erhältlich, während AMD auf die Farbe Platin und Alcantara beschränkt bleibt. Warum diese unnötige Verknappung an Auswahlmöglichkeiten sein muss, erschließt sich mir nicht. Für die Zukunft hoffe ich auf eine größere Farb &- Materialvielfalt der AMD-Modelle.

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      Touchpad und Tastatur bleiben unerreicht

      Hier punktete bereits der Surface Laptop 3 – und da sich äußerlich nichts geändert hat, gilt das auch für den Nachfolger. Die knackige Tastatur gehört zu den besten, die in Notebooks zu finden sind. Durch ein sehr direktes Tippgefühl und einen eher kurzen Tastenhub schreibt man sich in Windeseile auch durch längere Texte.

      Die Tasten sitzen zudem allesamt bombenfest im Gehäuse. Nichts wackelt oder wirkt ungenau. Präzision ist auch hier das Stichwort – und macht die Tastatur für mich deutlich angenehmer als die des MacBooks. Eine sehr gleichmäßige Tastaturbeleuchtung rundet den sehr guten Gesamteindruck ab. Ihr könnt sie in drei Stufen regulieren oder ganz ausschalten.

      Microsoft Surface Laptop 4 13 5 Sandstein Intel Platin AMD

      Das Touchpad ist abermals schön groß dimensioniert und gefällt mit einer ansprechenden Glasoberfläche.

      Dank Microsoft-Precision-Treibern reagiert es blitzschnell auf eure Eingaben. Nur am Rand hat es etwa 5mm Spielraum. Hier reagiert es nicht gleich, wenn man es berührt. Stattdessen muss man mehr zur Mitte gehen, was bei der gebotenen Größe aber kein Problem darstellt.

      Ebenfalls schnell und präzise arbeitet die Infrarotkamera mit Windows-Hello-Funktion. Sie meldet euch beim Aufklappen des Laptops direkt an und erspart euch so die Passworteingabe.

      Anschlüsse: Auch hier geht es minimalistisch zu..

      Den universellen USB-C-Anschluss kennen wir bereits vom Vorgänger – und auch dieses Mal ist der Schnittstelle kein schnelles Thunderbolt vergönnt. Dafür könnt ihr den Surface Laptop aber über den Anschluss laden. Sehr praktisch, wenn man das beiliegende Ladegerät mal nicht mitnehmen möchte. Der Anschluss eines externen Displays ist hierüber ebenfalls möglich und erfolgt über den DisplayPort-1.4-Standard. Hochauflösende externe Bildschirme sind damit kein Problem.

      Microsoft Surface Laptop 4 13 5 Anschlüsse links

      Neben dem USB-C-Anschluss findet ihr links am Gerät auch noch einen klassischen USB-Typ-A-Port. Dieser eignet sich gut für Peripherie aller Art. Für einen derart teuren Laptop hätte trotzdem noch etwas mehr drin sein können.

      Die Lösung für den Anschlussmangel sitzt auf der rechten Seite des Surface-Laptops und dient auch als Ladeschnittstelle: Der Surface Connector kann Zubehör wie das Surface Dock verbinden. Damit habt ihr dann gleich eine Vielzahl an Anschlüssen zur Verfügung. Ein mitgeliefertes Dock wäre dennoch schön gewesen. Microsoft ist mit dem Trend zum Wegrationalisieren von Ports aber nicht alleine. Die Konkurrenz aus Cupertino macht es seit Jahren genauso.

      Ein alter Bekannter ist trotzdem mit dabei: Der 3,5mm-Klinkenanschluss steht für eure kabelgebundenen Kopfhörer oder eure Anlage bereit. Insgesamt wären mehr Anschlüsse aber schön gewesen. Kreative hätten sich bestimmt auch über einen SD-Kartenleser gefreut.

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      Altbekanntes Touchdisplay im 3:2-Format

      Ihr merkt schon, die Worte „erneut“ und „wieder“ hört man beim Surface Laptop 4 öfter. So auch beim 3:2-Touchdisplay: Es ist das gleiche Modell wie im Vorgänger und wartet auch in der vierten Generation mit einer ungewöhnlichen Auflösung von 2256 x 1504 Pixeln auf. Dadurch werden Inhalte wunderbar scharf dargestellt. Ein 3:2-Format mag anfangs eher befremdlich wirken, doch nach einer kurzen Eingewöhnung möchtet ihr die gewonnene Arbeitsfläche nach oben und unten nicht mehr missen. Das gilt besonders für Kreativarbeiten in Adobe Photoshop oder DaVinci Resolve – aber auch beim alltäglichen Surfen im Internet bietet der zusätzliche Platz Vorteile.

      Microsoft Surface Laptop 4 13 5 Sandstein Intel Frontal

      So könnt ihr euch Webseiten in einer angenehmen Schriftgröße anzeigen lassen und scrollt euch nicht zu Tode – wie bei kleineren 16:9-Displays. Aufgrund der genutzten IPS-Technik überzeugen auch die Blickwinkel und Farben. Sie bleiben selbst aus krummen Perspektiven stabil und werden akkurat dargestellt. Technisch bilden beide Displays annähernd 100% des sRGB-Farbraums ab.

      Microsoft Surface Laptop 4 13 5 Bildschirmränder

      Ein guter Wert, aber die Konkurrenz von Apple vollbringt hier bereits Ähnliches und kann auch die professionelleren Farbräume DCI-P3 und AdobeRGB besser abdecken. Seid ihr Profis und bearbeitet Bilder und Videos vornehmlich in diesen Farbräumen, dann müsst ihr euch mit dem Surface Laptop noch nach einem externen Display umsehen. Die meisten Anwender*innen sollten aber bereits mit dem sRGB-Farbraum gut auskommen.

      Identische Messergebnisse liefern beide Modelle beim Farbumfang des IPS-Panels

      Nur die glänzende Glasoberfläche des Bildschirms hätte etwas besser entspiegelt sein können. Einen Einsatz in der prallen Sonne würde ich euch damit nicht empfehlen – sonst sitzt ihr vor einem Spiegel. Die Helligkeit ist aber auf einem soliden Niveau, so dass euch helle Räume keine Probleme bereiten sollten. Zudem ist sie sehr gleichmäßig, was für die Qualität des verbauten Panels spricht. Und im Gegensatz zur obstigen Konkurrenz aus Kalifornien verfügt der Surface Laptop über einen Touch-Screen. Dieser legitimiert auch die Glasoberfläche, da es sich darüber deutlich angenehmer zeichnen, streichen und zoomen lässt.

      Dank 10-Finger-Touch-Erkennung sind auch kompliziertere Wischgesten möglich. Durch den Surface-Pen sparen sich Kreativnutzer*innen zudem das Grafiktablet. Ihr zeichnet einfach direkt auf das Display und nehmt so präzise Änderungen an Skizzen oder Design-Entwürfen vor. Braucht ihr den Stift gerade nicht, könnt ihr ihn an einem Magneten am Bildschirmdeckel befestigen.

      Bei unserem AMD-Modell wollte der Touch-Screen anfangs aber leider nicht funktionieren. Auch das Windows Update sah kein Problem und zeigte die Touch-Fähigkeit nicht mal im Geräte-Manager an. Hoffen wir, dass das am Vorserien-Status des Laptops lag, denn die Treiber scheinen schlichtweg vergessen worden zu sein. Nach einer kurzen Treiber-Suche wurden wir hier fündig. Im Anschluss an die Installation und einen Neustart lief dann auch beim AMD-Modell der Touch-Screen butterweich und responsiv.

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      Leistung – Die Freude der Wahl (mit einem Haken)

      Auf die inneren Werte kommt es an – diese Binsenweisheit trifft auch auf beide Surface Laptops zu. Die 13,5-Zoll-Versionen nutzen entweder Intels aktuellste Tiger-Lake-U-Prozessoren oder AMDs letztjährige Ryzen-4000-Chips.

      Beide sind außerordentlich stromsparend, können aber dennoch eine hohe Leistung im Alltag abrufen. Selbst aufwändigere Bild- oder Videobearbeitung ist mit ihnen unterwegs möglich. Trotzdem gibt es ein paar eklatante Unterschieden zwischen den Versionen. So bietet der AMD-Prozessor mit sechs Kernen und zwölf Threads jeweils 50% mehr als die teureren Intel-Modelle.

      Dafür kann Intel Tiger Lake eine stärkere Grafikeinheit nutzen und eignet sich somit auch besser für einfaches Gaming. Auf dem Papier verfügt der Intel-Prozessor außerdem über die höhere Single-Core-Performance. Im Falle des Intel Core i5 in unserem Testmodell waren beide CPUs aber in etwa gleichauf, während AMD in Mehrkern-Anwendungen vorne lag. Intels Single-Core-Vorteil wird also erst mit dem stärkeren Core-i7-Prozessor wirklich sichtbar.

      Was bedeutet dieses Fachchinesisch nun für Privatanwender? Nutzt ihr euren Surface Laptop 4 vornehmlich zum Surfen, Zocken und die gelegentliche Bildbearbeitung, dann sind die etwas teureren Intel-Modelle vermutlich die bessere Wahl. Hier habt ihr auch eine größere Auswahl an SSD-Varianten, Arbeitsspeicher und Farben – wobei ich diese restriktive Modellpolitik nicht ganz nachvollziehen kann. Das günstigere AMD-Modell gibt es nämlich nur mit 8 GB Arbeitsspeicher und einer – anno 2021 – etwas knapp bemessenen 256-GB-SSD. Damit wird es unnötig beschnitten, denn rein leistungstechnisch ist es dem Intel Core i5 mehr als ebenbürtig und schlägt in Multicore-Anwendungen sogar den Core i7. Allerdings sind das nicht die einzigen Einschränkungen.

      Microsoft Surface Laptop 4 13 5 Upgrade SSD

      Denn die Ryzen-4000-CPUs in den Surface Laptops sind besonders schnelle Spezialmodelle, die auch nur in Surface-Geräten zum Einsatz kommen. Das ist an sich erstmal schön, denn einen schnelleren Prozessor kann man ja immer gebrauchen. Nur leider wollen viele Kreativprogramme (z.B. Photoshop oder DaVinci Resolve) die integrierte Grafikeinheit des AMD-Prozessors nicht erkennen.

      Da Microsoft sowohl im Intel- als auch im AMD-Modell die hauseigenen Grafiksteuerungen ihrer iGPUs unterbindet, lassen sich auch nicht anderweitig Grafiktreiber installieren. Damit bleiben einige Funktionen von Kreativprogrammen dem AMD-Modell bislang vorenthalten. Nebenbei schwächt das auch die Leistungsfähigkeit in anspruchsvollen Rendertasks.

      Aufgrund der fehlenden Grafikunterstützung brauchte der AMD-Prozessor in DaVinci Resolve etwa doppelt so lange wie das Intel-Pendant, um ein kurzes 4K-Video zu rendern.

      Obwohl ihr also nominell mit dem AMD-Modell den besseren Kreativprozessor (mit höherer Multi-Core-Leistung) bekommt, machen Treiberversäumnisse auf Seiten von Microsoft dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung. Wir hoffen hier in Zukunft auf eine bessere Treiberpolitik, um das Potenzial des AMD-Prozessor auch wirklich auszuschöpfen.

      Microsoft Surface Laptop 4 Alcantara

      Nichtsdestotrotz reichen beide getesteten Prozessoren für Alltagsaufgaben locker aus. Surfen oder Streaming laufen ohne Einschränkungen. Einfaches Gaming wie etwa in Fortnite gelingt ebenfalls solide. Der Intel-Grafikchip erreicht etwas höhere Bildraten, muss aber mit stärkeren Sprüngen leben. In mittleren Einstellungen und einer Auflösung von 1600×1200 kommt er auf Bildraten von etwa 70 FPS. Allerdings gibt es auch immer mal Einbrüche auf 25 FPS. Die AMD iGPU muss sich hingegen mit durchschnittlich 50 Bildern pro Sekunde zufriedengeben – hält diese aber deutlich stabiler. Gerade ältere Titel sollten aber auf beiden gut laufen.

      Schön ist beim Surface Laptop 4 auch die Unterstützung für FreeSync. Damit könnt ihr die Bildwiederholrate eures Displays mit den Bildraten der Grafiklösung synchronisieren, was für ein deutlich flüssigeres Spielgefühl sorgt.

      Die verbauten SSDs liefern etwa gleich hohe Schreib- und Leseraten, die zwar keine Geschwindigkeitsrekorde brechen, aber im Alltag immer für einen angenehmen Betrieb sorgen.

      Insgesamt bieten Microsofts Surface Laptops somit eine sehr gute Alltagsleistung, die im Falle des AMD-Modells aber durch eine unverständliche Treiber- und Modellpolitik künstlich eingeschränkt wird.

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      Endlich eine starke Akkulaufzeit im Surface Laptop

      Endlich. Denn während die vergangenen Surface Laptops verdammt tolle Geräte waren, hatten sie doch eine nicht zu unterschätzende Achillesferse: Ihre Akkulaufzeit. Für einen Arbeitstag reichte diese kaum und verhagelte das User-Erlebnis ein ums andere Mal. Mit dem Surface Laptop 4 gehört das nun der Vergangenheit an. Und nicht nur das, sowohl in der Intel- als auch der AMD-Version kommt ihr nun problemlos über den Arbeitstag. Microsoft verspricht jeweils 17 Stunden Laufzeit, was allerdings leicht optimistisch ist.

      Microsoft Surface Laptop 4 13 5 Upgrade Akku

      Im Alltag brachten mich die beiden Surface Laptops etwa zwölf Stunden (AMD), bzw. elf Stunden (Intel) über den Tag. Hierbei habe ich allerdings auch Adobe Photoshop genutzt, ordentlich gesurft und die Display-Helligkeit auf automatisch belassen. Als Energieprofil wurde „Ausbalanciert“ gewählt, was sich leistungstechnisch aber nicht bemerkbar machte. Dementsprechend sind das sehr gute Werte. Seid ihr energiebewusste Nutzer*innen, dann könnt ihr mit reduzierter Helligkeit und einem etwas konservativeren Gebrauch sicherlich auch ein oder zwei Stunden mehr Akkulaufzeit herausholen.

      Microsoft Surface Laptop 4 Ladegerät

      Ist der Akku dann doch mal leer, lässt er sich via QuickCharge auch wieder schnell mit Saft befüllen. Das funktioniert sowohl mit dem mitgelieferten Ladegerät als auch via eines beliebigen USB-C-Chargers mit 65W-Watt. Ein nettes Feature, das die Surface Laptops mit ihrer langen Akkulaufzeit zu wirklich angenehmen Alltagsbegleitern macht.

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      Surface Laptop 4 bei uns im Shop

      Emissionen: Rundum überzeugend

      Gerade schmale Formfaktoren sind bei Laptops oftmals anfällig für eine ungute Wärme- und Lautstärkeentwicklung. Klar, die produzierte Wärme hat eben weniger Raum, um zu entweichen und beansprucht deswegen meist auch eine höhere Lüfterdrehzahl. Der Vorgänger Surface Laptop 3 war auch nicht ganz frei von dieser Problematik. Mit der vierten Generation wandelt sich das zum Glück wieder komplett.

      Microsoft Surface Laptop 4 13 5 Lüfter

      Wenn ihr nicht gerade zockt, dann hört ihr beide Surface Laptops nicht. Auch die Hitzeentwicklung bleibt immer im Rahmen, wobei das AMD-Modell eine niedrigere Alltagstemperatur aufweist, aber dafür in der Spitze etwas wärmer wird.

      Unseren Stresstest meisterte das Intel-Modell insgesamt etwas souveräner. So hing sich die AMD-Version unter extremer Volllast nach etwa fünf Minuten auf.

      Der Intel Core i5 taktete hingegen herunter und ließ sich weiterhin bedienen. Wohlgemerkt handelt es sich hier aber auch um ein absolutes Extremszenario, welches ihr in der freien Wildbahn niemals erreichen werdet. Im Normalbetrieb kam es mit keinem der beiden Surface Laptops zu irgendwelchen Einschränkungen.

      Microsoft Surface Laptop 4 13 AMD Ryzen 5 Lüftungsschlitze

      Auch äußerlich hält sich die Wärmeentwicklung in Grenzen: Die Handballenauflage wird unter Volllast minimal warm, stört aber selbst an heißen Tagen nicht sonderlich. Die Alcantara-Version des AMD-Laptops leitet die Wärme zudem einen Tick weniger nach außen und bleibt somit gefühlt kühler.

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      Software: Clean, cleaner, Surface

      Die positive Kehrseite von Microsofts Treiber- und Software-Politik ist das sehr saubere Betriebssystem der Surface-Geräte. Heutzutage bringen viele Hersteller ihre Notebooks mit allerlei Bloatware heraus. Eine Demo der Anti-Viren-Software McAfee, die euch eine zahlungspflichtige Vollversion aufschwatzen möchte, ist eines der prominentesten Beispiele. Die Surface Laptops verfügen hingegen nur über Windows 10 in Reinform und nerven euch nicht mit Werbeeinblendungen.

      Microsoft Surface Laptop 4 Rückseite

      Dafür müsst ihr aber auch auf eher praktische Management-Tools wie etwa Lenovo Vantage oder den Huawei PC Manager verzichten. Ein Tausch, der insgesamt nicht schwerfällt, da Windows fast alle Funktionen dieser Programme bereits mitbringt und sie sich im Fall der Fälle jederzeit installieren lassen.

      Aufrüsten geht, aber mit Einschränkungen

      Aufrüster müssen beim Surface Laptop leider etwas aufwändiger zu Werke gehen. Um die Oberseite mit der Tastatur abzubekommen, müsst ihr die vier kleinen Gummifüße an der Unterseite vorsichtig lösen. Hierzu benutzt ihr am besten ein Gitarrenpleck oder möglichst stumpfes, dünnes Hebelwerkzeug. Stellt euch darauf ein, dass die Füße im Anschluss nicht mehr wie neu aussehen werden.

      Anschließend löst ihr die darunterliegenden Schrauben mit einem Torx-Schraubendreher der Größe T6. Nun könnt ihr vorsichtig die Tastatur vom Unterbau des Surface Laptops abheben. Bis einschließlich zum Surface Laptop 2 war diese noch verklebt, seit dem Laptop 3 sorgen starke Magnete für die Haftung. Achtet beim behutsamen Abheben auf das Flachkabel zwischen Tastatur und Unterseite des Surface Laptop.

      Microsoft Surface Laptop 4 13 5 Upgrade

      Nun habt ihr den Innenraum des Suface Laptops erreicht und könnt die SSD austauschen. Ihr benötigt für ein Ersatzteil eine NVMe-SSD im 2230er Formfaktor. Der Arbeitsspeicher ist hingegen fest verlötet und lässt sich somit nicht upgraden.

      In folgendem Video haben wir euch das Ganze mal anschaulich vorgeführt. Hier zwar noch mit dem Surface Laptop 3, aber da sich am Aufbau und Innenraum nichts geändert hat, sind die Schritte auch eins-zu-eins auf das neue Modell übertragbar.

      Insgesamt ist ein SSD-Upgrade des Surface Laptops 4 nur erfahrenen Anwender*innen zu empfehlen, die unbedingt mehr Speicher benötigen.

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      Keine Lautsprecher zu sehen – und dennoch ein richtig guter Sound

      Der Klang von Notebooks ist nicht gerade für Hörgenuss bekannt. Meistens klingen günstigere Modelle gar richtig scheußlich. Keine Überraschung, denn ein fehlender Resonanzkörper sorgt eben auch dafür, dass Klangvolumen fehlt. Allerdings schafften es einige Hersteller über die letzten Jahre, den Bann der schlechten Laptop-Lautsprecher zu brechen. Microsoft gelang das bereits mit den vergangenen Surface-Geräten ganz gut und der Surface Laptop 4 ist keine Ausnahme. Trotzdem fragt man sich beim Betrachten des Gehäuses erst mal, wo hier eigentlich der Sound herauskommen soll. Öffnungen gibt es nämlich keine.

      Microsoft Surface Laptop 4 13 5 Lautsprecher

      Dafür wird der Klang über die gesamte Tastatur wiedergegeben. Sie schwingt also leicht mit und verleiht der Soundkulisse ein größeres Volumen. Ein spannender und gut funktionierender Ansatz. Gerade auf einem Tisch platziert, liefert der Surface Laptop so passable Töne ab und bietet sogar ein leichtes Stereobild. Bässe gibt es zwar auch kaum, aber Mitten und Höhen kommen differenziert und sauber daher. Das kommt besonders Filmen und Serien zugute. Zudem übersteuern die Boxen selbst bei höherer Lautstärke kaum. Insgesamt also ein richtig rundes Klangpaket – für ein derart kompaktes Notebook.

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      Fazit: Surface Laptop 4 AMD oder Intel? Eigentlich beide, aber…

      Eins vorneweg: Der neue Surface Laptop ist der beste aller Zeiten. Er merzt die größten Schwächen des Vorgängers fast vollständig aus – und das ohne jegliche optische Neuerungen. Gehäuse und Design sind also gewohnt hochwertig und ansprechend. Die Eingabegeräte haben innerhalb der letzten Jahre ebenfalls nichts von ihrer Güte eingebüßt und sind weiterhin einsame Spitze unter den Windows-Laptops. Ausschlaggebend sind aber die inneren Werte: Denn endlich stimmt die Akkulaufzeit und zieht mit den weiteren Eigenschaften des Surface Laptops gleich.

      Microsoft Surface Laptop 4 13 5 Rückseiten AMD INTEL

      Dazu gibt sich das neue Modell in beiden Versionen deutlich vornehmer als die Vorgänger und ist – bis auf Extremsituationen – fast immer sehr leise. Für ein kleines, portables Arbeitsgerät ist das essenziell und macht den Surface Laptop 4 zu einem echten Windows-Referenzgerät.

      In dieselbe Kerbe schlägt eigentlich auch die Prozessorenwahl, denn sowohl Intel Tiger Lake als auch AMD Ryzen 4000 sind riesige Sprünge zu ihren jeweiligen Vorgängern. Gamer und Kreative sollten trotzdem eher zu Intel greifen, da die integrierte Grafikeinheit von Photoshop und Co. besser genutzt wird. Auch in Games hat sie leichte Vorteile, wobei ihre Bildraten weniger konstant sind. In Mehrkernanwendungen ist der AMD-Prozessor eigentlich im Vorteil, sobald aber Grafikberechnungen hinzukommen, zieht Intel vorbei. Zudem gibt es nur das Intel-Modell mit mehr als 8 GB RAM und mit größerem Speicher. Der stärkere Intel Core i7 dürfte den Single-Core-Vorsprung zudem noch etwas erhöhen.

      Microsoft Surface Laptop 4 13 5 Sandstein Intel Platin AMD Seiten

      Aufgrund der genannten Probleme des Grafiktreibers ist die AMD-Version bis jetzt somit nur Anwender*innen zu empfehlen, die keine aufwändige Video- oder Bildbearbeitung auf ihrem Surface Laptop 4 betreiben möchten. In Spielen bringt der Chip seine Leistung dafür auf die Straße und kann zudem noch mit einer etwas längeren Akkulaufzeit glänzen. Wollt ihr also möglichst günstig einen Surface Laptop haben und keine Render-Aufgaben damit bewältigen, ist das Modell mit AMD-Prozessor also durchaus sehr empfehlenswert. Womöglich kommt es hier in Zukunft auch noch zu einem Treiber-Update, das hilft, die Leistung des Prozessors und seiner integrierten Grafikeinheit besser zu nutzen.

      Microsoft Surface Laptop 4 13 5 Intel Sandstein AMD Platin

      Kaufen könnt ihr die Surface Laptops ab 1.129 Euro* für das AMD-Modell und 1.449 Euro* für die Intel-Variante mit der größeren 512-GB-SSD. Happige Preise, aber vergleichbar mit Konkurrenzprodukten aus Cupertino oder von Huawei.

      Ob Besitzer eines Surface Laptop 3 zwingend wechseln müssen, sei einmal dahingestellt. Falls die Leistung weiterhin ausreicht und die geringere Akkulaufzeit nicht stört, dann kann auch das Upgrade warten. Für alle anderen gilt aber: Microsoft ist zurück im Laptop-Olymp und bietet nun eines der vollständigsten Pakete für Interessierte von hochwertigen, portablen Notebooks.

      Surface Laptop 4 bei uns im Shop

      *Preise Stand 29.04.2021

      Veröffentlicht von

      Großer Film- und Serien-Nerd, der von Antonioni bis Tarkowski (fast) alles gesehen hat, was Kino und Fernsehen hergeben. Durch die älteren Geschwister fand er Mitte der 90er seine Leidenschaft für PC- und Konsolenspiele. Zockt mittlerweile vornehmlich am selbstgebauten Gaming-PC und gelegentlich auch auf seiner PS4 Pro.

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