Minecraft – alles über das beliebte Spiel mit der Blockbauweise

Minecraft, meine Kollegen schütteln immer den Kopf, wenn sie von dem Spiel hören. „Wo ist denn da der Sinn?“ fragte mich letztens Cihan. „Es macht Spaß, auch wenn der Sinn nur kreatives Bauen ist“ antwortete ich und wusste, dass war die falsche Antwort. Nicht nur wegen meiner Kollegen, auch wegen euch, die gerne im Forum fragen, ob Minecraft auf ihrem Notebook läuft, hab ich den Artikel für euch verfasst. Da die Informationen zu Minecraft aber so umfangreich sind, gibt es hier nur einen Überblick über das Spiel und die Möglichkeiten die das Spiel bietet. Es geht also um Grundlagen und wie man mit einem eigenen Server spielt.

Was ist Minecraft? Minecraft ist im Grunde ein Java-basiertes Open-World 3D Spiel mit „Klötzchengrafik“, wobei Klötzchengrafik nicht stimmt, die Welt besteht aus Blöcken, die in Regionen aufgeteilt sind, sogenannten Chunks. In diesen Chunks sind meist bestimmte Klimazonen, so gibt es eine Eisregion und auch eine Wüstenregion. Die Blöcke in der Standard-Version sehen sehr einfach aus, aber mit Texture-Packs lässt sich eine hochauflösende Grafik verwirklichen. Die ganze Welt besteht aus Blöcken, eine Minecraft Welt kann die maximale Größe von 30 Millionen Blöcke in jede Himmelsrichtung haben (von den Koordinaten 0,0,0 aus gesehen), und ist 256 Blöcke hoch. Jede Welt wird zufällig generiert und erst dann weiter berechnet, wenn man den Bereich erkundet. Theoretisch kann eine Minecraft Welt 1.3 PetaByte groß sein, es ist aber praktisch gesehen sehr unwahrscheinlich, die ganze Welt vollständig zu erkunden.

Hinzu kommen dann noch weitere Welten im Spiel, einmal die Unterwelt und die Enderwelt. Diese Welten erreicht man nur durch spezielle Portale, die man entweder selbst bauen muss oder aber finden muss. Dazu sind Aufgaben zu erledigen, denn solch ein Portal liegt meist gut versteckt und ist meist unter der Erde sein.

Wie kann man aus Blöcken eine Welt bauen? Ganz einfach, es gibt Blöcke, die unterschiedliche Materialien darstellen, zum Beispiel Stein, Erde, Sand, Wolle, Wasser und Glas, um nur ein paar Beispiele aufzuzählen. Hinzu kommen etliche Materialien und Werkzeuge, aus denen man wiederum andere Gegenstände bauen kann. Ihr müsst Bäume fällen, um an Holz zu kommen, Steine zerhacken, um diesen Stein zu Werkzeugen zu verarbeiten und ein Getreidefeld anlegen, um im Ofen regelmäßig Brot backen zu können. Es gibt Haustiere, aber auch Nutztiere, wie Hühner, die Eier legen, Kühe, die Fleisch und Leder bringen und Schafe, aus denen Wolle gewonnen werden kann. Hinzu kommt das Material Redstone, mit dem ihr Schaltkreise bauen könnt, so ist es also möglich, eine Lampe auf Knopfdruck ein- und auszuschalten oder eine Ernteanlage zu bauen, mit der ihr euer Getreidefeld abernten könnt. Nebenbei gibt es bei anderen Minecraft Versionen etliche Plugins, mit denen man beispielsweise eine vollautomatische Eisenbahn erstellen kann.

Habt ihr keine Lust Minecraft am Computer zu spielen, dann gibt es nun auch von Lego ein Minecraft Set.

Was braucht man für Minecraft:
Minecraft benötigt zwingend JAVA, dadurch läuft es aber auch auf einem Windows, Mac OS X und Linux, ist also plattformübergreifend spielbar. Auch gibt es Versionen für iOS, Android und die XBox. Bei Minecraft muss man sich registrieren, um auch Online spielen zu können, dies kostet einmalig 19,95 €, man bekommt aber über eBay auch schon günstiger einen Account.
Minecraft hat auch keine großen Systemanforderungen an einen Computer, die empfohlenen Anforderungen sind:

  • CPU : ab Intel Pentium D oder AMD Athlon 64 (K8) 2.6 GHz
  • RAM : 2 GB
  • GPU : ab GeForce 6xxx oder ATI Radeon 9xxx mit OpenGL 2.0 Unterstützung
  • HDD : 150MB
  • ab Java Runtime Environment (JRE) 5, wobei die aktuellste Version empfohlen wird.

Läuft also auf so gut wie jedem Notebook, das wir im Sortiment haben, hier gerade auf einem ThinkPad X121e problemlos. Den Clienten selbst kann man auch optimieren, denn durch Mods lässt sich das Programm verbessern. Es lassen sich Texture Packs installieren, die eine deutlich bessere Grafik in Minecraft bieten. Gute Texture Packs stehen in verschiedenen Auflösungen zur Verfügung, je nach Rechenleistung könnt ihr dann die unterschiedliche Packs installieren oder einfach mal ausprobieren, ob es noch „besser“ geht. Dann gibt es noch eine Weltkarte und andere zusätzliche Funktionen und Verbesserungen, die oftmals aber die Grafik optimieren. Um diese Mods zu installieren, braucht ihr z.B. das Programm MC Patcher.

Minecraft existiert in verschiedenen Versionen, das ist einmal die klassische Variante und dann die Bukkit Variante. Der größte Unterschied dabei ist die Möglichkeit, Plugins für das Spiel zu installieren, um die Welt mit Funktionen zu erweitern. Dann gibt es verschiedene Spielmodi wie den Classic oder den Creative Mode, der Unterschied dort ist, dass man im Classic Mode alles selbst anbauen und erarbeiten muss und auch vom Mob, also den Monstern und Tieren, die in der Dunkelheit ihr unwesen treiben, getötet werden kann. Im Creative Mode hat man hingegen alle Freiheiten und kann sämtliche Rohstoffe und Materialien nach belieben nutzen um Bauwerke zu gestalten. Infos zu den Spielarten und Tipps und Tricks zum Bauen findet ihr übrigens im Minecraft Wiki

Jetzt komme ich aber zum eigentlich interessanteren Teil des Beitrags, denn alleine Minecraft spielen macht zumindest mir wenig Spaß. Ein Minecraft Server muss also her. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten: Die erste ist: Man installiert sich lokal auf dem Windows Rechner einen Minecraft Server, den es auf der Webseite von Minecraft kostenlos zum Download gibt. Alternativ kann man auch die Linux Variante des Minecraft Servers beispielsweise auf einem Root-Server installieren. Weitere Möglichkeiten gibt unter anderem für einige Varianten der Synology NAS-Laufwerke oder man mietet einen bezahlten Minecraft Server bei einem Gamehoster. Ich persönlich nutze die Variante mit einem Server bei G-Portal. Wem das alles nichts ist und einen fertigen Server nutzen möchte, der findet im Web auch ganz viele offene Minecraft Server, auf denen es festgelegte Regeln gibt und die oftmals mit Plugins gesichert sind, denn ansonsten kann jeder Spieler auch Bauwerke zerstören, in dem er einfach Blöcke von anderen Mitspielern wieder kaputt macht. Eine Liste mit Minecraft Servern findet ihr zum Beispiel auf Minecraft.de.

Steve wird von zwei Creepern gejagt. Gefunden im Atmosphir Forum

Möchtet ihr einen eigenen Server, dann solltet ihr euch entscheiden, welche Minecraft Version ihr spielen wollt. Classic oder Bukkit stehen auch hier zur Auswahl. Bukkit hat den Vorteil, dass ihr die Welt durch viele praktische Plugins erweitern könnt. Dabei ist aber auch zu beachten, dass die Server Software bei einem Update erst ein paar Tage später aktualisiert wird. Dann richtet ihr den entsprechenden Server ein. Die Server werden durch die Datei server.properties konfiguriert, dort tragt ihr alle wichtigen Einstellungen eures Servers ein. Einige Gamehoster bieten auch web basierte Konfigurationsseiten, aber diese lassen sich nicht so umfangreich einstellen, wie direkt an der Konfigurationsdatei. Dort tragt ihr dann die Einstellungen des Servers ein, wie z.B. den Namen, das Level, ob Monster und andere gegenstände spawnen, also erscheinen sollen und könnt wahlweise auch bestimmte Gegenstände verbieten. Dies ist hilfreich, wenn ihr mit mehreren anderen spielt und nicht wollt, dass diese mit TNT euer Bauwerk in die Luft sprengen. Auch könnt ihr dort einstellen, ob der Server für jeden zugänglich sein soll oder nur für freigeschaltete User betreten werden kann. Ebenso gibt es die Möglichkeit, mehrere Spieler als Operatoren einzutragen, diese haben dann im Spiel Admin-Rechte und können zum Beispiel selbständig vom Classic in den Creative Mode wechseln oder bestimmte Blöcke generieren. Eine Übersicht über die Einstellungen findet ihr im Minecraftwiki. Dort gibt es auch auf die meisten Fragen gute Hilfe.

Habt ihr euch für einen Bukkit Server entschieden, fangt erstmal mit dem Bauen an, je nachdem wie viele Spieler ihr seid, werden dann auch die Plugins interessant. Benötigt ihr eine Währung, um untereinander Gegenstände zu verkaufen und zu kaufen? Braucht ihr eine vollautomatische Eisenbahn oder ein automatisches Warenlager? Eine Straßenbeleuchtung gibt es ebenso wie ein Tool, welches geschützte Zonen erstellt, in der nur ihr etwas bauen könnt. Geschützte Kisten, Transporter-Portale, drahtlose Schaltkreise sind nur ein kleiner Auszug, aus der Vielfalt der Möglichkeiten, die Minecraft und die Community um das Spiel bietet.

Ich habe für euch noch ein paar Plugins aufgelistet, die ich zum Teil selber nutze, es gibt aber massenhaft mehr.

  • Dynmap – eine Landkarte für den Webbrowser, auf der ihr euren Server betrachten könnt
  • StreetLights – Straßenbeleuchtung, die automatisch bei Dunkelheit angeht
  • Essentials – Rechteplugin
  • Train Carts – vollautomatische Eisenbahn
  • iZone – geschützte Zonen
  • LWC – Kisten und Blöcke schützen

Natürlich interessiert mich auch, welche Plugins nutzt ihr, wo spielt ihr, habt ihr einen eigenen Server, ist Minecraft für euch interessant oder macht ihr da einen großen Bogen herum. Schreibt einfach in den Kommentaren.

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2 Kommentare auf "Minecraft – alles über das beliebte Spiel mit der Blockbauweise"

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Oh ja Minecraft kann echt Spaß machen. Man muss aber auch richtig aufpassen das es nicht zu viel wird, weil der Spaßfaktor so groß ist kann man süchtig danach werden 😉

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[…] wir euch ja letztens Minecraft etwas näher gebracht haben, gibt es auch gleich eine passende News dazu. Farcry 3 meets […]

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