MP3 wird heute 20 Jahre alt – ein kleiner Rückblick

Am 14. Juli 1995 wurde MP3 geboren. Das Format, welches eigentlich dafür entwickelt wurde um Musik via Telefon ordentlich zu übertragen, hat genau an diesem Tag den Namen erhalten, den es noch heute trägt. Die Erfinder am Fraunhofer Institut haben schon mehrere Jahre zuvor an dem MPEG Audio Layer 3 Format geforscht und letztendlich genau vor 20 Jahren den endgültigen Namen vergeben.

Zu Beginn war jedoch noch nicht ganz klar, was mit MP3 angefangen werden soll. 1996 startete das Fraunhofer Institut den Vertrieb einer MP3 Software, die allerdings kurze Zeit später in Fileshring-Portalen zu finden war. Nur ein Jahr später startete mit WinAmp die bis heute wohl bekannteste MP3 Software. Im Jahr 1998 erschienen dann im Handel die ersten MP3 Player. Auf denen konnte man erstmals Musik in handlichen Dateigrößen und ordentlicher Qualität speichern. So wirklich interessierte die MP3 Player aber niemand. Immerhin gab es ja noch Kassetten und CDs, die längst im Markt eine feste Position eingenommen hatten. Die Erfinder von MP3 wurden im Jahr 2000 mit dem Zukunftspreis geehrt, im selben Jahr steigen auch die Verkaufszahlen von Geräten, die MP3 unterstützen ordentlich an.

Der Durchbruch fand dann im Herbst 2001 statt. Apple-Chef Steve Jobs präsentierte den ersten iPod, der vor allem in den USA einen extremen Hype ausgelöst hat. Anschließend folgten andere Hersteller und auch die Preise der Geräte gingen endlich so weit nach unten, dass sie eine echte Alternative zu CD- und Kassetten-Abspielgeräten darstellten. Einen großen Hype feierten zu dieser Zeit auch Internet-Tauschbörsen. Allen voran das 1999 gegründete Napster. Alleine über diese Tauschbörse wurden monatlich knapp 2 Milliarden Songs illegal getauscht und die Musikindustrie hatte dadurch ein großes Problem. Durch die immer steigenden Bandbreiten und die sehr einfach gestalteten Tauschbörsen wurde illegales Tauschen von Musik immer mehr zum Massentrend.

Später hingegen kam die Musikindustrie mit eigenen Lösungen daher. Sie haben Online-Plattformen angeboten, auf denen man die Musik ganz legal, jedoch mit einem Kopierschutz kaufen konnte. Dies sorgte für Frust bei den Nutzern, die beispielsweise die Musik dadurch nicht ohne weiteres auf mehrere Abspielgeräte kopieren konnten. Erst nachdem die Industrie merkte, dass sich Musik ohne Kopierschutz viel besser verkauft, erlebten die Portale einen Höhenflug.

Laut dem Fraunhofer Institut sorgt das MP3 Format heute in Deutschland für mehr als 10.000 Arbeitsplätze und sorgt zum Beispiel durch Verkauf von Geräten für Rund 300 Millionen Euro Steuereinnahmen pro Jahr.

Wie habt ihr die Anfänge von MP3 mitbekommen? Was war eurer erster MP3 Player?

(via mp3-geschichte, teltarif)

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3 Antworten auf MP3 wird heute 20 Jahre alt – ein kleiner Rückblick

  1. avatar Mic B. sagt:

    Ha, die Anfänge des MP3-Zeitalters habe ich zwar mitbekommen, ich habe aber vorher schon auf ein anderes Pferd gesetzt. Ein paar Jahre vor Einführung der ersten MP3-Player habe ich mir meinen ersten tragbaren Mini-Disc-Recorder zugelegt. Das war klasse! Meine Stereoanlage hatte einen optischen Ausgang, der Recorder wurde daran angeschlossen und so konnte ich mir in Echtzeit und in recht guter Qualität (ein vielfaches von manchen MP3-Dateien) meine CD´s auf die Mini-Disc spielen. Ich war auch sehr zufrieden, deswegen habe ich mir einige Zeit später (als das MP3-Zeitalter bereits angelaufen war und entsprechende Geräte mit ausreichend Kapazität erschwinglicher wurden) nochmal einen neueren Mini-Disc-Recorder zugelegt und meine ca. 20 oder 30 Mini-Disc regelmäßig genutzt.
    Irgendwann habe auch ich die Vorteile von MP3-Playern für mich entdeckt und bin heutzutage froh, dass man zum Fotografieren (jedenfalls für Schnappschüsse) und zum Musik hören (jedenfalls für unterwegs) sein Handy nutzen kann und darin viele verschiedene Geräte in einem vereint hat.

  2. avatar Gallo sagt:

    http://futurezone.at/digital-l.....90.910.375

    Hier ist ein sehr interessantes Interview mit dem „Erfinder“ des mp3s.

  3. avatar RoBoTxT sagt:

    MP3: Revolution? Eher wenig. Viel mehr ein Schwindler, der unserer Musik nichts gutes möchte.
    Lesen sie sich doch bitte den Beitrag von DanielBlack228 durch: http://www.nordbayern.de/regio.....m=comments

    MP3 ruiniert die gesamte Ambience.
    Die Verlüste von MP3 (sogar noch bei 256 kBit/s) betreffen vor allem:
    > Ambience bei Romantischen Soundtracks (z.B. Sheridan Tongue – Connected oder How the Universe Works)
    > Hintergrundstöne bei Elektromusik zur Verschönerung (z. B. Manian (Nightcore II) – Ravers Fantasy)
    > Weibliche Stimmen werden Stumpfer
    > Männliche Stimmen werden rauer und hässlicher
    > Raps (z. B. Gangsta Rap Kings) verlieren beim Hören an Spaß und Spannung.
    > Bei allen Liedern (Zum Beispiel Jennifer Lopez mit On the Floor oder David Guetta Bad) verlieren an Intensität
    > Beispiel: https://en.wikipedia.org/wiki/File:Test_ogg_mp3_48kbps.wav

    Je geringer die Bitrate, desto Stärker ist der Verlusteffekt.

    Die bessere Alternative ist AAC. (Siehe: https://en.wikipedia.org/wiki/File:Test_ogg_mp3_48kbps.wav )http://www.winxdvd.com/resource/aac-vs-mp3.htm [ENGLISCH] )

    Noch besser ist natürlich FLAC! @DanielBlack228 – Ich gebe dir komplett recht!

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