MSI GT76 Titan im Test: Too big to fail?

      MSI GT76 Titan im Test: Too big to fail?

      Der Beiname Titan kommt nicht von ungefähr: Mit dem GT76 bietet MSI ein echtes Leistungsmonster an. Mit einer Desktop-i9-CPU, GeForce RTX 2080 und 64 GB RAM eignet sich das Notebook nicht nur sehr gut zum Zocken, es ist generell ein extrem leistungsfähiges Arbeitstier. Video- und Fotobearbeitung? Dank sehr hoher Farbtreue und UHD-Auflösung an dem IPS-Display kein Problem. Trotz Power-Workstation-Anspruch weist das verspielte Design auf den Gaming-Ursprung hin und ist Geschmackssache. Bei der enormen Leistung verwundern hohe Temperaturen unter Last und die eingeschränkte Mobilität angesichts Gewicht und Abmessungen weniger.

      MSI GT76 Titan mit RTX 2080 und Desktop-CPU Core i9-9900K

      Was bekommt man für 5.000 Euro? Man könnte die Partnerin zwei Wochen auf die Seychellen einladen oder sechseinhalb Jahre mit der Berliner S-Bahn im AB-Bereich fahren. Selbst 1.250 Döner gäbe es dafür. Wer das alles schon hat, bekommt für den genannten Preis auch den Leistungs-König in der gut betuchten Gaming-Notebook-Szene: Das MSI GT76 9SG Titan DT. Hinter dem leichtgängigen Namen verbirgt sich ein Core i9-9900K, eine RTX 2080 und 64 GB RAM. Richtig gehört, das GT76 ist mit einer Desktop-CPU und der aktuell stärksten für Notebooks erhältlichen Grafikkarte ausgestattet.

      Das unter dem Namen Titan firmierende Gaming-Notebook bietet damit die maximale Leistung, allerdings auch bei maximalem Formfaktor – und geht damit einen ganz anderen Weg als das kaum 1,8 cm hohe Razer Blade 15 (Test). Das Razer hat jedoch nur ein 15″-Display und bietet keine Desktop-CPU – außerdem kämpft es unter Last mit starker Abwärme. Ob das 4,2 cm hohe GT76 Titan mit 4,5 kg Gewicht dieses Problem kalt lässt, wird der Test zeigen.

      Das GT76 Titan gibt es neben 4K-UHD-Display mit 60 Hz ebenfalls mit FHD-Display und 144 Hz Bildwiederholrate. Die zweite Variante zielt eher auf Gamer ab. Die UHD-Ausführung soll insbesondere Kreative ansprechen. Eine Variante mit OLED-Display bietet MSI nicht an. Welche Komponenten ihr für die aufgerufenen 5.000 Euro* bekommt, klärt die technische Tabelle.
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      Technische Details

      Produkteigenschaften des MSI GT76 9SG Titan DT

      Display 49,3 cm (17,3″), mattes IPS-Display
      16:9-Format
      Auflösung 3.840 x 2.160 Pixel (UHD)
      Prozessor Intel® Core™ i9-9900K
      8x 3,60 GHz, Turbo 5,00 GHz; 16 MB Cache
      Grafik NVIDIA GeForce RTX 2080 (8 GB)
      Arbeitsspeicher 64 GB DDR4 (2.666 MHz)
      Festplatte 2.000 GB SSD PCIe
      Netzwerk 802.11ax-WLAN
      Bluetooth 5.0
      2,5 Gigabit Ethernet LAN
      Killer DoubleShot Pro
      Anschlüsse 4x USB-Type-A
      2x USB-Type-C (Thunderbolt 3)
      1x HDMI
      1x Mini-DisplayPort
      1x 3,5mm Mikrofonanschluss
      1x 3,5mm Kopfhöreranschluss
      1x RJ45 (LAN)
      1x Stromanschluss
      Akku 90 Wh (Lithium-Ionen), verschraubt
      2x 230W-Netzteil
      Eingabegeräte SteelSeries Gaming-Tastatur
      Einzeltastenbeleuchtung
      Touchpad
      Sound Dynaudio 2.1-Lautsprechersystem
      Nahimic 3 Audio Enhancer
      Kamera HD-Webcam (720p)
      Betriebssystem Windows 10 Pro 64 Bit
      Abmessungen 39,7 x 33 x 4,2 cm (B x T x H)
      Gewicht 4,5 kg (inkl. Akku) + zwei Netzteile
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      Großer Karton, zwei Netzteile

      Das MSI GT76 wird in einem ziemlich großen Karton ausgeliefert. Im Inneren stecken neben dem Notebook noch zwei 230-Watt-Netzteile samt Y-Adapter sowie etwas Papierkram und ein Mounting-Kit für eine weitere Festplatte. Das Kit besteht aus einem Stecker mit Strom- und SATA-Anschluss für eine 2,5″-HDD sowie vier Schrauben und einer kleinen Klebefläche.

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      Ein RGB-Monstrum in Notebook-Gestalt

      Das GT76 ist nicht nur bei Preis und Performance ein Ausnahme-Notebook, sondern auch beim Design und den Abmessungen. Mit 4,2 cm Höhe sowie knapp 40 x 33 cm im Umfang ist das GT76 ziemlich mächtig und passt in keinen normalen Rucksack. Zum Vergleich: Das Dell XPS 13 (Test) ist mit dem DIN-A4-Fußabdruck gerade mal halb so groß wie das MSI GT76, das Razer Blade 15 (Test) ist nicht mal halb so hoch. Zugegeben: Vergleichbare Notebooks wie das DELL Alienware Area-51M sind bei Größe und Gewicht ähnlich. Gegenüber dem Vorgänger GT75 (Test) ist das neue Modell deutlich kompakter geworden.

      Das Design mutet insgesamt MSI-typisch sehr futuristisch und verspielt an. Kantig, grau, blinkend und irgendwie an einen Ferrari erinnernd – das sind die Gedanken, die mir beim ersten Auspacken durch den Kopf gehen. RGB-Beleuchtung findet sich an allen Seiten und der Tastatur. Die graue Oberseite ist mit dem geprägten MSI-Logo und den beiden silbernen Scharnierhaltern vergleichsweise zurückhaltend. Das Display ist wie beim Lenovo Y740 (Test) etwas nach vorne gerückt, damit das ausladende Kühlsystem auf der Rückseite realisiert werden kann.

      Aufgeklappt wirkt das GT76 abgesehen von der RGB-Beleuchtung fast schlicht. Die Display-Rahmen sind schmal und das MSI-Logo unter dem Display ist kaum sichtbar. Drei Tasten befinden sich abseits der Tastatur unter dem Lautsprecher. Die Luftein- und -auslässe platziert MSI auf beiden Seiten sowie fast auf der kompletten Rückseite und der halben Unterseite. Diese besitzt eine mehr oder weniger durchgängige Carbon-Optik.

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      Solide Verarbeitung trifft gute Tastatur

      In dieser Preisklasse sollte man von einem Notebook eine tadellose Verarbeitung und hochwertige Materialien erwarten. Einen Full-Alu-Body, wie er bspw. bei Razer Standard ist, hat das GT76 nicht. Die Unterseite besteht wie die Seitenteile und der Display-Rahmen aus Kunststoff. Selbst, wenn es das Gewicht erhöht, hätte ich mir unterm Strich mehr Aluminium beim Gehäuse gewünscht. Die Innenseite hat eine Alu-Oberfläche, ihr müsst euch hier auf resistente Fingerabdrücke einstellen.

      Das Gehäuse ist stabil und die Verarbeitung insgesamt in Ordnung. Die Spaltmaße sind nicht überall perfekt und an einigen Stellen knarzt es, wenn man mit der Hand starken Druck ausübt.

      Das Schreibgefühl auf der Rubberdome-Tastatur von SteelSeries ist brauchbar, allerdings muss man sich erst an den relativ starken Widerstand der Tasten gewöhnen. Positiv: MSI verzichtet auf Sondertasten oder ein Layout, dass von der Norm abweicht. Die Tasten des Numblocks sind etwas kleiner als der Rest und das Touchpad ist etwas nach links versetzt.
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      RGB-Beleuchtung via SteelSeries Engine steuerbar

      Die Beleuchtung der Tastatur, aber auch die Leisten an den Seiten lassen sich via SteelSeries Engine-Software konfigurieren. Ihr könnt die Tasten einzeln ansteuern und auch die Leisten sind in einzelne Segmente unterteilt. Tastatur und Leisten lassen sich via PrismSync synchronisieren. Für die Tasten könnt ihr auch Makros anlegen. Die Leiste auf der Rückseite leuchtet durchgängig rot, sie lässt sich leider weder ansteuern noch synchronisieren.

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      Ordentlicher Dynaudio-Klang

      Beim GT76 kommt ein 2.1-System mit Dynaudio-Technik zum Einsatz. Bei moderater Lautstärke machen die beiden Speaker einen guten Job, wobei der Subwoofer nicht wirklich zum Vorschein kommt. Insgesamt wirkt das Klangbild im Notebook-Rahmen gut, solange der Volume-Regler nicht in den Grenzbereich gedreht wird. Die Höhen sind ziemlich sauber und die Speaker können auch sehr laut werden.
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      Viele aktuelle Anschlüsse

      Bedingt durch die immensen Ausmaße kann man sich beim GT76 Titan über eine Menge Anschlüsse freuen, oder? Jain, MSI bringt auf der linken Seite den Stromanschluss, einen LAN-Port sowie Mikrofon- und Kopfhöreranschluss unter. Außerdem gibt es zwei USB-3.2-Type-A-Ports sowie einen USB-Type-C-Anschluss (Thunderbolt 3).

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      Auf der rechten Seite habt ihr Zugriff auf den HDMI- und Mini-DisplayPort-Anschluss. Auch hier verbaut MSI zwei USB-3.2-Type-A-Ports sowie einen USB-Type-C-Anschluss (Thunderbolt 3). Anstatt eines SD-Kartenlesers bietet MSI den medienschaffenden Nutzern des Notebooks einen microSD-Kartenleser an.

      Obwohl an der Rückseite ausreichend Platz vorhanden wäre, verzichtet MSI auf weitere Videoausgänge an dieser Stelle, wie sie bspw. der DELL Alienware Area-51M bietet. Beim Titan wird die komplette Rückseite von Luftauslässen eingenommen. Eine Vorrichtung für das Kensington Schloss bietet das GT76 Titan nicht. Insgesamt hat das GT76 Titan alle wichtigen Anschlüsse, wobei ein normaler SD-Kartenleser noch wünschenswert gewesen wäre.
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      UHD-IPS-Display leuchtet hell

      Im getesteten MSI GT76 Titan steckt ein 17,3″ großes IPS-Display mit UHD-Auflösung (3840×2160 Pixel). Es kommt also auf eine hohe Punktdichte von 255 PPI. Das Display hat ein 16:9-Format und eine Bildwiederholrate von 60 Hz. MSI richtet sich mit dieser Version primär an Medienschaffende bzw. Kreative. Es gibt auch eine Version mit FHD-Auflösung und 144 Hz für gut betuchte Gamer, da bei 60 Hz Tearing und Ghosting in schnellen Spielen auftreten kann und das Display keine adaptive Synchronisation wie G-Sync oder FreeSync unterstützt.

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      Die Ausleuchtung des Displays ist gut, wobei die Helligkeit mit 341 cd/m² überdurchschnittlich ausfällt. Der mittlere Bereich ist am hellsten und zu den Seiten fällt die Leuchtdichte etwa 10% niedriger aus. Links nimmt sie etwas stärker ab als rechts.

      Das Display ist wie beim Gigabyte AERO 15 OLED (Test) ab Werk kalibriert. Über das True Color Tool kann die Kalibrierung abgerufen werden. Wir haben das Display mit unserem Spyder5Elite zur Sicherheit trotzdem nochmal kalibriert. Die Darstellung wird wie bei fast jedem Notebook-Display deutlich wärmer, allerdings sinkt die maximale Helligkeit im Mittel um 50 cd/m². Mit 300 cd/m² ist das Display aber immer noch heller als bei den meisten Notebooks.

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      Sehr hohe Farbtreue bei matter Beschichtung

      Dank mattem Display könnt ihr in jeder Umgebung an dem Notebook arbeiten oder spielen. Wie bei allen IPS-Panels sind die Farben schön kräftig und die Blickwinkel stabil. Das interne Display vom GT76 Titan stellt Farben deutlich genauer dar als die Displays der meisten Notebooks. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: 97% sRGB, 90% NTSC und 96% AdobeRGB.

      Damit erreicht das Display zwar nicht die Marketing-Vorgabe von 100% AdobeRGB, landet aber in unserer Datenbank auf dem zweiten Platz und kommt fast an die Werte des OLED-Displays vom AERO 15 OLED heran. Natürlich hat ein OLED-Display trotzdem deutlich bessere Schwarz- und somit auch Kontrastwerte. Hier macht aber auch das IPS-Panel eine gute Figur. Das Farbprofil könnt ihr hier herunterladen.
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      Windows 10 Pro und viel Bloatware vorinstalliert

      Auf dem MSI GT76 Titan ist ab Werk Windows 10 Professional in der 64 Bit-Version installiert. Dazu kommt auch einige Bloatware in Form von Candy Crush, Evernote, LinkedIn, Sudoku, Music Maker Jam, PhotoDirector8 for MSI, Skype, Spotify und Xing. Immerhin ist kein Antivirenschutz vorinstalliert. MSI garniert das Ganze zusätzlich mit etwas hauseigener Software in Form von dem MSI Dragon Center, MSI App Player, MSI Driver & App Center, MSI True Color und dem MSI Recovery Image Backup. Die Backup Software ärgert euch ab und zu mit Pop-Ups.

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      Das Dragon Center lässt sich mit der Sondertaste neben dem Power-Button aufrufen. Dort könnt ihr das System überwachen, verschiedene Leistungsprofile aktivieren, das Akku-Management optimieren und noch einige andere Sachen machen. Die Software ist gut strukturiert und umfangreich.

      Von den 1,84 TB Speicherplatz der beiden SSDs, die im Raid 0 arbeiten, stehen euch 1,76 TB zur freien Verfügung. Damit solltet ihr ausreichend Speicherplatz für Programme, Spiele und alle sonstigen Dateien haben. Wer wirklich mit dem Notebook arbeitet und die Leistung für die Bearbeitung von 4K-Videomaterial benötigt, könnte mit bei 2 TB allerdings schnell an Grenzen stoßen.
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      Heute ein Leistungskönig

      Kommen wir zur Königsdisziplin – der Leistung. Nun, wie soll ich es anders formulieren: Läuft. Das MSI GT 76 kann sich gegen alle anderen Notebooks aus unserer Datenbank locker behaupten und schnappt sich souverän die Leistungskrone. Insbesondere in CPU-lastigen Spielen wie Far Cry 5 oder CS:GO profitiert ihr von der High-End-Desktop-CPU Intel i9-9900K. Dazu gesellen sich die stärkste aktuell erhältliche Notebook-Grafikkarte in Form der GeForce RTX 2080 und üppige 64 GB RAM.

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      Damit reicht die Leistung in den meisten Spielen in UHD bei mittleren Details für mehr als 50 FPS im Durchschnitt. Selbst das anspruchsvolle Ghost Recon Wildlands und auch Assassin’s Creed Wildlands laufen mit durchschnittlich 52 bzw. 51 FPS. In Far Cry 5 ist es das erste Notebook, dass mit 127 FPS in FHD und 100 FPS in WQHD auf dem höchsten Detailgrad dreistellige Framerates erreicht. In UHD erreicht es immer noch gute 62 Bilder pro Sekunde und ist damit 14 FPS vom Zweitplatzierten, dem Razer Blade 15 (Test) mit Core i7-8750H und RTX 2080 Max-Q, entfernt. Anders ausgedrückt: Das MSI GT 76 Titan ist in Far Cry 5 fast 30% schneller als das Razer Blade 15. In FHD sind es sogar über 40 Prozent.

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      Performance-Modus bringt bis zu 10% mehr Leistung bei UHD

      Die Benchmarks wurden im Modus „Sport“ vorgenommen. Das GT 76 Titan verfügt ebenfalls über einen „Performance“-Modus . Damit wird bei voller Kühlleistung noch mal alles an Leistung aus der Hardware herausgekitzelt. Spürbare Veränderungen haben wir in Ghost Recon Wildlands lediglich in UHD festgestellt. Dort sind die FPS von durchschnittlich 52 auf 57 angestiegen, was einen Anstieg von fast 10% bedeutet. In FHD und WQHD fällt der Leistungsschub mit 1,4 bzw. 5,6 Prozent – zumindest in Ghost Recon Wildlands – deutlich geringer aus.
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      Genügend Leistung für Raytracing bei knapp 60 FPS

      Das GT76 Titan eignet sich sogar für das Spielen von Raytracing-Titeln in UHD. Bei Shadow of the Tomb Raider werden bei 3840×2160 Pixeln und mittlerer Detailstufe, RTX On und Raytracing-Schatten sehr gute 59 FPS im Mittel erreicht. Bei WQHD und der höchsten Detailstufe (auch bei den Raytracing-Schatten) sind es mit 57 FPS etwas weniger. Zum Vergleich: Das Schenker XMG PRO 17 (Test) mit Core i7-9750H, RTX 2070 und 32 GB RAM kommt hier auf 42 (UHD) bzw. 44 FPS (WQHD) im Durchschnitt.

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      Alles in allem ist das GT76 Titan eine echte Leistungskanone und eignet sich sogar für flüssiges UHD-Gaming bei mittleren Details. In WQHD könnt ihr die Detailstufe bis auf das Maximum aufdrehen – und landet selbst bei sehr anspruchsvollen aktuellen AAA-Titeln nur knapp unter der 60-FPS-Grenze. In älteren Spielen sollte sogar UHD mit hohen bis sehr hohen Details möglich sein.
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      Benchmark-Punktzahl auf Gaming-PC-Niveau

      In den wichtigsten Benchmarks lässt lässt damit alle anderen Gaming-Notebooks deutlich hinter sich.  Auch im CineBench R15 erreicht das Gaming-Notebook knapp 2.000 bzw. im R20 über 4.600 Punkte.

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      Im Notebook stecken zwei NVMe-SSDs des Typs Samsung PM981 MZ-VLB1T00 mit jeweils 1.000 GB Speicher. Die SSDs erreichen sehr gute Werte im AS SSD-Benchmark und arbeiten im RAID-0-Verbund. Laut User-Benchmark ist eine PM981 etwas langsamer als eine EVO 970 Plus von Samsung (Test). Im Alltag wird das jedoch kaum jemandem auffallen.
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      Spielen im Akku-Modus nicht möglich

      Kommen wir kurz zum Akku, auch wenn ich das Thema bei Gaming-Notebooks mit dieser Leistung eher für überflüssig halte. Ohne aktive Stromzufuhr bietet das GT76 Titan lediglich einen Bruchteil der vollen Leistung und Zocken ist nicht möglich. In The Witcher 3 sind sinkt die Framerate bspw. von 65 auf 8 FPS, wenn der Stromstecker gezogen wird.

      Beim Akku kann ich nur eine Hochrechnung auf Basis des Akkuverbrauchs nach einer Stunde abgeben. Bei einer Displayhelligkeit von ca. 200 cd/m² hat das Notebook in einer Stunde ca. 40% an Akkulaufzeit eingebüßt. Also sollte mit dem GT76 Titan vermutlich eine maximale Laufzeit von 2 Stunden und 30 Minuten möglich sein. Das ist bei der Leistung keine Überraschung und bei anderen leistungsstarken Gaming-Notebooks nicht anders.
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      Kühlsystem kämpft trotz großem Formfaktor

      Das GT76 Titan stellt euch eine enorme Leistung zur Verfügung. Um die Temperaturentwicklung bei dieser Leistung in den Griff zu bekommen, setzt MSI auf den ausladenden Formfaktor und vier Aktiv-Lüfter im Inneren. Eine effiziente Kühllösung sollte demnach zur Verfügung stehen, oder? Wir haben das Temperaturverhalten mit HWiNFO64 im Idle, beim Systemstabilitätstest von AIDA64 und beim Zocken von The Witcher 3 in UHD bei mittlerer Detailstufe unter die Lupe genommen.

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      Moderate Drosselung der CPU im Stresstest

      Im Ruhezustand liegen CPU- und GPU-Temperatur bei 52°C und 49°C. Im Stresstest steigt die durchschnittliche Temperatur im Modus „Sport“ auf 97°C (CPU) und 86°C (GPU). Zudem kommt es mit maximal 24% zur Drosselung einzelner Kerne, damit die Maximal-Temperatur von 99°C nicht überschritten wird. Im Mittel liegt die Drosselung bei ca. 10%. Die Ergebnisse sind im Rahmen der Leistung und des Platzangebots akzeptabel.

      Man merkt allerdings, dass das Kühlsystem trotz der hohen Bauweise mit der Temperatur des Prozessor zu kämpfen hat. Immerhin hat der Intel i9-9900K in seinen heimischen Gefilden – den Desktop-PCs – noch deutlich mehr Platz für eine adäquate Kühlung. Das Notebook ist im Stresstest zwar deutlich hörbar, die Lautstärke bewegt sich jedoch noch auf einem halbwegs akzeptablen Level.
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      Leises UHD-Zocken im Sport-Modus

      Beim Zocken haben wir die Temperaturen in den beiden Modi „Sport“ und „Performance“ gemessen. Der Prozessor erreichte im Sport-Modus eine Temperatur von durchschnittlich 83°C und die RTX 2080 wurde 90°C warm. Das sind zwar keine Bestwerte, ist allerdings noch in Ordnung. Das Gehäuse wird dabei rechts über der Tastatur am wärmsten, lässt sich aber noch problemlos auf den Schoß legen.

      Positiv anzumerken ist vor allem, dass das Notebook beim Zocken im Sport-Modus vergleichsweise leise bleibt. Zwar sind die Lüfter hörbar, ein Headset zu nutzen ist aber noch nicht zwingend notwendig. Im Performance-Modus pegelt sich die Temperatur des i9-9900K im Mittel bei 89°C ein. Die Grafikkarte wird durch die erhöhte Kühlleistung auf durchschnittlich 86°C heruntergekühlt. Allerdings erreicht das Notebook dabei eine Lautstärke, die nicht mehr weit entfernt von aktuellen Energiespar-Staubsaugern ist. Hier kommt ihr um die Nutzung eines Headsets zum Zocken nicht mehr herum.
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      MSI GT76 Titan lässt sich leicht öffnen

      Bei einem 5.000-Euro-Notebook* sollte dieses Kapitel eigentlich überflüssig sein. Trotzdem ist der Blick hinter die Kulissen immer eine aufschlussreiche Angelegenheit: Wurden bei einem Notebook dieser Preisklasse wirklich nur High-End-Komponenten verbaut? Kommen Kühlkörper auf einzelnen Komponenten zum Einsatz? Wie wurde der Platz ausgenutzt? Und eine der wichtigsten Fragen: Gibt es noch freie Steckplätze und Aufrüstpotential in einem Notebook mit dieser Größe?

      Die Unterseite lässt sich nach dem Lösen der sechs Schrauben einfach öffnen, indem ihr an der Hinterseite die eingehakte Verkleidung abnehmt. Dafür benötigt ihr keine Plastikkarte. Außerdem hat es MSI trotz Beleuchtung an der Unterseite geschafft, dass die Verkleidung nicht via Kabel mit dem Notebook verbunden ist. Das ist beim ROG Strix Scar III (Test) nicht der Fall.
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      Üppige Aufrüstoptionen

      Beim Blick auf die Hardware wird nochmals deutlich, dass das MSI GT76 Titan ein echtes Performance-Monster ist. 11 fette Kupfer-Heatpipes führen die Wärme von CPU und GPU ab. Die beiden mächtigen Aktiv-Kühler dieses Formats sieht man in Notebooks äußerst selten. Die beiden kleineren Lüfter sind allerdings nicht sichtbar. Trotzdem ist noch einiges an Platz vorhanden. Man hat direkten Zugriff auf den Akku und die WiFi-Karte von Killer. Zudem sind zwei freie RAM-Ports zugänglich. Der installierte RAM ist laut MSI ebenfalls gesockelt, jedoch nicht sichtbar.

      An die beiden installierten SSDs kommt ihr erst, wenn ihr eine darüberliegende Metallplatte entfernt. Hier versteckt sich zudem noch ein freier PCIe-Slot, an den eine dritte NVMe-SSD angeschlossen werden kann. Das gleiche gilt für eine 2,5″-HDD, die sich mit dem Mounting-Kit aus dem Lieferumfang installieren lässt, wenn man drei Schrauben und die Metallverkleidung löst. Damit bietet das GT76 Titan deutlich mehr Aufrüstoptionen als erwartet.

      Selbst die CPU dürfte sich austauschen lassen, was aber mit etwas mehr Schraubaufwand einhergeht und für versierte Nutzer zu empfehlen ist. Hier solltet ihr zuerst den rechten Lüfter herausnehmen, um anschließend die Heatpipes und den Kühlkörper lösen zu können.
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      Fazit: MSI GT 76 Titan

      Das GT76 Titan bildet die absolute Leistungsspitze im Portfolio von MSI. Mit High-End-Desktop-CPU, RTX 2080 und 64 GB RAM steht in jeder Lebenslage ein Höchstmaß an Leistung zur Verfügung. Damit ist das Gaming-Notebook sogar die erste richtige Empfehlung, wenn es um UHD-Gaming mit mittleren bis hohen Details bei 60 FPS geht. Selbst mit Raytracing-Effekten läuft es rund.

      MSI GT76 Titan DT 95G

      MSI sieht das GT76 Titan mit dem UHD-IPS-Display als mobile Workstation für Kreative, die in Photoshop, Premiere und Co. auf die Leistung angewiesen sind. Mit dem hellen und farbtreuen IPS-Display eignet es sich dank UHD-Auflösung für sehr genaues Arbeiten. Eine noch höhere Farbgenauigkeit bieten nur OLED-Displays. Wer mit dem Titan ohne Screen-Tearing zocken möchte, kann auf die Variante mit FHD-IPS-Display und 144 Hz zurückgreifen.

      Das Design des Power-Notebooks ist verspielt, kantig und mit viel RGB-Beleuchtung versehen. Einen Full-Alu-Body gibt es trotz Premium-Preis von 5.000 Euro* leider nicht. Seiten, Unterseite und Displayrahmen bestehen aus Kunststoff. Die Verarbeitung ist in Ordnung, jedoch könnte die Materialwahl angesichts des Preises hochwertiger sein.

      Test: Gaming Notebook

      MSI GT76 9SG Titan DT

      09/2019 Sehr gut
      • CPU
      • Grafik
      • Display
      • RAM
      • SSD
      • Akku
      94%

      Positiv: Das GT76 Titan lässt sich leicht öffnen und aufrüsten. Es gibt noch freie Slots für eine M.2 SSD, 2x RAM und eine 2,5″-HDD. Das passende Mounting-Kit wird mitgeliefert. Wer mit hochauflösendem Videomaterial arbeitet, wünscht sich vielleicht schon ab Werk 2 TB HDD-Speicher zusätzlich. Erfahrene Nutzer sollten sogar in der Lage sein, die CPU auszutauschen. Hier stellt sich nur die Frage, wie lange Intel den Sockel 1151 noch nutzen wird.

      Trotz umfangreichem Kühlsystem und großen Lüftern wird das GT76 Titan unter Last warm und hörbar. Während es beim Zocken im Sport-Modus noch akzeptabel ist, wird die Lautstärke im Performance-Modus unangenehm laut. Die bis zu 10% Mehrleistung in UHD können das nur schwer ausgleichen. Allerdings bewegt sich MSI hier schon an der Grenze des technisch machbaren. Wirklich mobil ist das Notebook mit 4,2 cm Bauhöhe und 4,5 kg Gewicht zugegebenermaßen nicht.

      Ihr müsst High-Quality-Videos schneiden und wechselt oft den Arbeitsplatz oder wollt die neuesten Spiele in Ultra HD flüssig spielen? Dann ist das MSI GT76 Titan genau euer Gerät. Einzige Voraussetzung: Ein prall gefülltes Bankkonto, ein großer Rucksack und durchtrainierte Oberarme. Wirkliche Alternativen gibt es in diesem Segment bis auf das Alienware Area-51m oder das Schenker XMG ULTRA 17 kaum.

      MSI GT76 Titan bei uns im Shop

      *Stand: 22.08.2019

      Veröffentlicht von

      Die Leidenschaft fürs Zocken wurde bereits in den frühen 90ern mit Bubble Bobble am Sega Master System II geweckt. Spielt mittlerweile hauptsächlich am PC und hätte gerne viel mehr Zeit, um sich seinem ständig wachsenden Pile of Shame zu widmen.

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