Neuer HTTP-Code 451 weist auf Zensur hin

Die Fehlermeldung 404 kennt wohl jeder. Öffnet sich beim Surfen nicht die gewünschte Webseite, erscheint „404 – Seite nicht gefunden“, manchmal mehr oder weniger kreativ umgesetzt. Da diese Fehlermeldung aber sehr unspezifisch ist, soll mit dem HTTP-Code 451 auf Zensur verwiesen werden.

Der ehemalige Google-Mitarbeiter Tim Bray, der nun bei Amazon angestellt ist, hat 451 initiiert. Im Dezember 2015 hat die Internet Society ihre Zustimmung gegeben, dass 451 ab sofort von Webseitenbetreibern verwendet werden darf. Nicht nur der Server selber, sondern auch Internetprovider, Betreiber von Domain Name Servern (DNS) und andere zwischengeschaltete Instanzen sollen den Code ausgeben. Allerdings sind dabei Regeln zu beachten: Nur wenn die Anzeige der Webseite aufgrund einer juristischen Aufforderung Dritter unterbunden wird, darf „451 Unavailable for Legal Reasons“ angezeigt werden. Urheberrechts-Verletzungen beispielsweise bei Videostreams in bestimmten Ländern fallen nicht darunter. Der Hinweis soll für Menschen lesbar sein und über die Umstände der Zensur aufklären. Wen betrifft die Zensur? Wer hat sie gefordert? Was ist die Grundlage? Wenn eine 451-Meldung angezeigt wird, ist das keine Garantie dafür, dass die Zielseite auch vorhanden ist.

Nicht alle HTTP-Codes werden dem Nutzer angezeigt. So gibt es Meldungen auf noch verbleibende Bearbeitungszeit, auch Erfolgsmeldungen oder Hinweise auf noch benötigte Aktionen seitens des Clients handeln Browser und Server untereinander aus, ohne dass der Nutzer davon etwa mitbekommt. Erst bei Fehlermeldungen werden die HTTP-Codes dem Nutzer angezeigt.

Normalerweise werden HTTP-Statusmeldungen in numerischer Reihenfolge vergeben. 451 bildet da eine Ausnahme. Es gibt zwar 449, aber 450 gibt es nicht. 451 bezieht sich auf den Science-Fiction-Roman „Fahrenheit 451“ von Ray Bradbury. In diesem verbrennt die Feuerwehr Bücher. Papier entzündet sich bei 451 Grad Fahrenheit.

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Über Robert Tischer

Aufgewachsen mit Lego und Nintendo Game Boy eroberte schon bald ein Laptop mit MS-DOS und Windows 3.1 mein Herz und meinen Schreibtisch im Jugendzimmer. Nach einer kurzen Technikrezession sind Schreibtisch und Spielplatz 20 Jahre später auf die Größe eines Wohnzimmers gewachsen, das inzwischen einen Anbau vertragen könnte.
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