NFT-Wahnsinn: Pixel-Yacht für 650.000$ verkauft

      NFT-Wahnsinn: Pixel-Yacht für 650.000$ verkauft

      The NFT-Hype is real: Jemand hat für die digitale Metaflower Super Mega Yacht aus dem „The Sandbox„-Metaverse stolze 650.000$ hingeblättert. Sie ist weder besonders schön animiert noch könnt ihr mit eurem Finger über das Mahagoni-Deck streicheln, dafür gibt es virtuellen Luxus in Form von DJ-Pult, Hubschrauberlandeplatz und Whirpool. Viele Gamer*innen dürfte sich trotzdem eine Frage stellen: Worth it?

      Es gibt so viele Gründe, die gegen die Investition von 650.000$ in eine digitale Yacht sprechen. Immerhin könnte man für das Geld 326.633 Pferderüstungen aus The Elder Scrolls 4: Oblivion kaufen, knapp 100x die eigene Basis in Clash of Clans auf das Maximum pimpen oder sich 46x das Echoing Fury Mace aus Diablo 3 gönnen. Selbst 13x Amsterdam hätte der Käufer dafür im Jahr 2007 in Second Life bekommen. Immerhin: Manche der digitalen Gegenstände bieten dem/der Käufer*in einen kompetitiven Vorteil im Spiel. Etwas, das hingegen bei einfachen Skins und NFTs in meinen Augen nicht gegeben ist.

      Das generelle Problem? Ein Großteil der genannten digitalen Güter ist heute kaum noch einen roten Heller wert und als Wertanlage dementsprechend ungeeignet. Immerhin handelt es ich mehr oder weniger um 3D-Modelle, die keinen „greifbaren“ Nutzen besitzen. Sind das Spiel oder die Plattform „out of date“ oder werden sogar abgeschaltet, war die Investition für die digitale Tonne. Alternativ wären ein großes Haus am Berliner Stadtrand oder ein schickes Mercedes-Benz 280 Cabrio auf lange Sicht gesehen deutlich sinnvoller gewesen. Wendet man sich von der „materialistischen“ Seite ab, hätte man mit dem Geld sogar noch viel sinnvollere Dinge anstellen können.


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      „The Sandbox, a subsidiary of Animoca Brands, is one of the decentralized virtual worlds that has been fueling the recent growth of virtual real-estate demand. The Sandbox has partnered with major IPs and brands including Atari, Rollercoaster Tycoon, Care Bears, The Smurfs, Shaun the Sheep, and Binance. Building on existing The Sandbox IP that has more than 40 million global installs on mobile, The Sandbox NFT Metaverse will offer players and creators a decentralized and intuitive platform to create immersive 3D worlds and game experiences and to safely store, trade, and monetize creations through blockchain.“
      www.sandbox.game

      Man kann sich aber auch einfach eine digitale Yacht in einem Metaverse kaufen, das optisch an ein aufpoliertes Minecraft erinnert, auf der Ethereum-Blockchain basiert und mit einer Beschreibung glänzt, die sich bestens für Buzzword-Bingo eignen dürfte. Die Zeit wird letztendlich zeigen, ob sich die „Investition“ gelohnt hat.

      Das Schiff wurde jedenfalls als Teil der „Fantasy Collection“ von Republic Realm erstellt, einer „metaverse and NFT innovation and investment platform“. Klingt sehr vertrauenswürdig und nach einer sicheren Anlage. Die Yacht ist bisher angeblich das teuerste NFT, das in The Sandbox verkauft wurde. Die Abgrenzung ist wichtig, denn Anfang November hat ein Unternehmen bereits 2,5 Millionen $ für ein Stück Land in dem Blockchain-basierten Metaverse „Decentraland“ auf den Tisch gelegt.

      2006 war es die Pferderüstung für 1,99 $, die Bethesda Softworks eine gerechtfertigte Antipathie von vielen Spieler*innen eingebracht und auch den Grundstein für Mikrotransaktionen gelegt hat. Selbst das Echtgeld-Auktionshaus aus Diablo III lag wie ein Fluch über dem Spiel und wurde letztendlich sogar entfernt. Mittlerweile sind Mikrotransaktionen in vielen Spielen zu finden und werden von einem Großteil der Spieler*innen geduldet.

      Durch NFTs ist der oben genannte „virtual real-estate demand“ von der Gaming-Branche auf große Anlageunternehmen, Auktionshäuser und Co. übergeschwappt, die natürlich einen lukrativen Markt wittern. Immerhin ist der reale Wert der NFTs nahezu 0 und die Margen dürften dementsprechend hoch sein, vor allem wenn „Immaterialisten“ Millionenbeträge für pixeliges digitales Eigentum in Meta-Welten ausgeben, von denen es auch noch zahlreiche gibt. Man darf nicht genauer darüber nachdenken.

      Schauen wir mal, wohin die verrückte Reise noch gehen wird. Was sagt ihr dazu? Könnt ihr den Hype nachvollziehen oder ist das für euch auch ein Buch mit sieben Siegeln?

      via techspot, turn-on

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      Die Leidenschaft fürs Zocken wurde bereits in den frühen 90ern mit Bubble Bobble am Sega Master System II geweckt. Spielt mittlerweile hauptsächlich am PC und hätte gerne viel mehr Zeit, um sich seinem ständig wachsenden Pile of Shame zu widmen.

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