Nokia 1.3: Einsteiger-Smartphone mit Android Go für um die 100 Euro

      Nokia 1.3: Einsteiger-Smartphone mit Android Go für um die 100 Euro

      Für knapp über 100 Euro bietet das Nokia 1.3 ein großes Display, einen ausdauernden Akku und reines Android in der Go-Edition. Ich habe mir das Einsteiger-Smartphone der Finnen geschnappt und im Alltag ausprobiert, was man mit dem Telefon alles vernünftig anstellen kann.

      Das gefällt uns

      • sehr gute Verarbeitung
      • gute Kamera

      Das gefällt uns nicht

      • lange Ladezeiten

      Die Go-Edition von Android ist speziell auf Smartphones abgestimmt, deren Hardware nicht besonders leistungsfähig ist und die weniger als 2 GB RAM besitzen. Es ist ein reines Android mit nahezu allen Funktionen, die ihr von Android kennt. Zu den Dingen, auf die ihr verzichten müsst, gehören bspw. die Gestensteuerung.

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      Der Vorteil einer reinen Android-Installation liegt auf der Hand: Ihr werdet schnell mit Updates versorgt. Das bedeutet bei Nokia zwei Jahre lang Betriebssystem-Updates und drei Jahre lang Sicherheitspatches.

      Technische Daten Nokia 1.3
      Software Android 10 (Go Edition)
      Prozessor Qualcomm QM215, 4x A53
      Arbeitsspeicher 1 GB
      Speicher 16 GB, per microSD-Karte um bis zu 400 GB erweiterbar
      Display 5.71” Display mit HD+-Auflösung im 19:9-Format
      Kamera Selfiekamera:
      5 MP
      Hauptkamera:
      8 MP mit KI-Bildverarbeitung bei schlechten Lichtverhältnissen
      Akku 3000 mAh
      Herausnehmbar
      Besonderheiten Mikro-USB (USB 2.0)
      Bluetooth 4.2
      Google Assistant Button
      3.5-mm-Kopfhörerbuchse
      Design 147,3 x 71,2 x 9,35 mm
      155 g
      Cyan, Charcoal, Sand
      Preis 109 Euro*

      Schlichtes Design, gute Verarbeitung

      Das Nokia 1.3 verzichtet komplett auf Spielereien und konzentriert sich auf das Wesentliche. Und das bedeutet in diesem Fall: ein großes Display in einem leichten und robusten Smartphone. In der Preisklasse um die 100 Euro kann man natürlich keine Features wie ein rahmenloses Design erwarten. Von daher sind die breiten Rahmen nicht überraschend. An der Unterseite des Displays gibt es das Nokia-typische Kinn und oben ist eine Tropfen-Notch mit der 5 MP-Frontkamera und der Hörmuschel.

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      Die Rückseite besteht aus einer abnehmbaren Kunststoff-Schale mit einer feinen Riffelung. Die Hauptkamera mit 8 MP ist bündig in die Rückseite eingelassen. Das Nokia 1.3 liegt also fest auf dem Tisch, wenn ihr es ablegt. Der Lautsprecher sitzt auf der Rückseite. Ihr solltet es also nicht auf den Tisch legen, wenn ihr ein Video anschaut.

      An der Oberseite befindet sich der 3,5mm-Kopfhörer-Anschluss, an der Unterseite der microUSB-Anschluss zum Laden. Auf der linken Seite sitzt der Google Assistant-Button und rechts die Lautstärke-Wippe und der Power-Button. Auf einen Fingerprintreader müsst ihr hier verzichten, das Nokia 1.3 wird ganz klassisch mit PIN entsperrt.

      Mehr gibt es zum Design nicht zu sagen. Wie gesagt: es ist schlicht und konzentriert sich auf das Wesentliche. Die Verarbeitung ist einwandfrei und es gibt keine Grate oder Kanten, an denen ihr hängenbleiben könntet. Lediglich der Übergang zwischen der Front- und der Rückseite ist mit dem Finger ganz leicht zu spüren. Aber das fällt im Alltag zum einen nicht auf und ist zum anderen auch notwendig.

      Denn um das Nokia 1.3 erstmalig in Betrieb zu nehmen, müsst ihr die Rückseite abnehmen. Fahrt dazu mit einem Fingernagel an der Kante entlang. Bei mir ließ es sich an der Seite zügig aufhebeln. Anschließend setzt ihr eure Nano-SIM und den Akku ein. Falls ihr mit mehreren SIM-Karten arbeitet, könnt ihr das Nokia 1.3 ebenfalls nutzen, denn es gibt auch Dual-SIM-Versionen.

      Im Lieferumfang sind das Smartphone, Ladegerät und -kabel und eine Menge Zettel enthalten. Die Zettel umfassen Garantie- und Bedienungsanleitung in diversen Sprachen.
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      Kompaktes Display mit guten Farben

      Mit 5,71“ ist das Display des Nokia 1.3 angesichts der vielen Displays mit deutlich über 6“ fast schon ein Winzling. Dadurch hat das Smartphone einen ziemlich handlichen Formfaktor und das Display ist gleichzeitig groß genug, um alles gut erkennen zu können. Die Auflösung liegt bei HD+ mit 720x1520px. Wichtiger als diese Zahl dürfte aber die Feststellung sein, dass alle Inhalte schön scharf dargestellt werden.

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      Die Farben wirken natürlich und nicht zu knallig. Das gefällt mir sehr gut.

      Bei vielen günstigen Smartphones sind die Displays nicht sonderlich hell und es kommt gerade im Sonnenlicht zu der Situation, dass sich Inhalte nicht gut ablesen lassen. Das ist hier anders. Es gibt zwar zweifelsfrei in der Oberklasse hellere Displays. Aber ich hatte mit dem Nokia 1.3 auch in der hellen Mittagssonne keinerlei Probleme den Inhalt meines Screens zu erkennen.
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      Performance: Es macht, was es machen soll

      Das Nokia 1.3 soll funktionieren und das macht es auch. Alltags-Apps wie WhatsApp, E-Mails, Browsen laufen flüssig, starten allerdings relativ langsam. Das verwundert bei der verbauten Hardware aber auch nicht weiter.

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      Das Nokia 1.3 soll sich auch zum Zocken eignen. Große Ansprüche darf man da nicht stellen, das sollte klar sein. PUBG mobile bspw. wird derzeit noch nicht unterstützt. Das gute alte Hill Climb Racing schon, stürzt allerdings immer mal wieder ab. Wenn es läuft, läuft es allerdings rund. Grundsätzlich gilt jedoch: Je schneller das Spiel ist, desto ungeeigneter ist das Nokia 1.3 dafür. Die Ladezeiten sind relativ lang und das trübt natürlich den Spielspaß. Aber Gaming ist in diesem Fall nur eine untergeordnete Sache. Von daher stören mich die Mängel nicht weiter.

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      Mit dem Akku des Nokia 1.3 kommt ihr locker über den Tag. In der gegenwärtigen Situation mit den Kontaktbeschränkungen ist es natürlich schwierig, eine normale Nutzung zu haben. Aber aus dem HomeOffice heraus war am Ende eines Tages noch knapp 50% Akku vorhanden. Ich gehe daher davon aus, dass in meinem Fall (Surfen, Mails, Fotografieren, Bilder bearbeiten, Messenger, Social Media) am Ende eines Tages noch etwa 20% Akku vorhanden sein werden.

      Schnellladen gibt es hier natürlich nicht. Für eine Ladung über den microUSB-Anschluss müsst ihr von Null auf 100% etwas über zwei Stunden einplanen.
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      Kamera am Tag gut, bei Nacht mit Schwächen

      Smartphone-Fotos und geringer Preis sind in den allermeisten Fällen keine guten Freunde. Hier kommt die Kamera-App von Google und Google versteht sich darauf, aus einer Linse das meiste herauszuholen.

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      Die Hauptkamera löst mit 8 MP auf und macht bei gutem Licht einen guten Job. Der Autofokus ist zwar nicht der schnellste, aber bewegt sich noch in einem Rahmen dessen, was für Schnappschüsse brauchbar ist. Für eine Kamera in diesem Preissegment sind die Fotos gelungen. Sie haben eine vernünftige Dynamik und Farbwiedergabe und auch Details werden gut wiedergegeben. Bei schlechtem Licht ändert sich das allerdings, da die Kamera dann zum Rauschen neigt und auch matschige Bilder produziert. Aber das ist nicht erstaunlich und kein exklusives Problem des Nokia 1.3.

      Macht euch am besten aber selbst ein Bild. Die Fotos in diesem Abschnitt wurden wie immer nicht bearbeitet.

      Das Kamera-Menü verzichtet ebenfalls auf Spielereien und ist übersichtlich gehalten. Portrait-Modus, Fotos, Video – mehr gibt es nicht. Zusätzlich könnt ihr noch einstellen, ob der Blitz eure Motive aufhellt, es eine Gesichtsoptimierung geben soll und HDR eingesetzt wird. Die Gesichtsoptimierung zieht eure Falten glatt und sorgt nach meinem Geschmack für ein unnatürliches Aussehen. Aber das ist letztlich Geschmackssache.

      Wie es sich für eine Google-Kamera gehört, ist auch Google Lens mit an Bord. Das funktioniert mittlerweile ganz vernünftig. Ihr wählt Worte aus, die ihr übersetzt haben wollt, richtet die Kamera drauf und Google erledigt den Rest. Und das meistens auch ganz gut. Es gibt auch die Option, sich die Ergebnisse vorlesen zu lassen. Aber das ist ziemlich spooky. Die Stimme erinnerte mich spontan an die 2000er Jahre, als man das erste Mal eine Sprachnachricht in SMS umwandeln konnte und damit nachts nach einem, zwei oder ein paar mehr Bier all seine Freunde terrorisiert beglückt hat.
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      Teilweise guter Klang

      Sound und Smartphones sind nicht immer die besten Freunde. Und das ist teilweise auch hier so.

      Wie alle Smartphones hat auch das Nokia 1.3 mangels Raum keine wirklichen Tiefen. Bei halber Lautstärke bietet es einen nicht übermäßig lauten, aber dafür ordentlichen Klang. Tiefen lassen sich ab und an ahnen, Mitten sind erkennbar und die Höhen deutlich vorhanden, aber nicht schrill. Stimmen sind gut zu hören und zuzuordnen, auch wenn der Klang etwas flach ist. Für Telefonate ist der Klang vollkommen in Ordnung, auch gelegentliche Filme gehen damit. Für Musik würde ich aber definitiv Kopfhörer bevorzugen.

      Wer es lauter mag, dreht einfach die Lautstärke hoch und wird mit einer Menge Krach belohnt. Und Krach ist auch die angemessene Beschreibung für die Geräusche, die das Nokia 1.3 dann von sich gibt. Tiefen und Mitten brechen weg und die Höhen werden unangenehm schrill und klirrend. Bleibt also lieber bei der halben Lautstärke.

      nokia 1.3 einsteiger-smartphone für um die 100 euro im test

      Der Sound kommt zu 90% aus dem Speaker auf der Rückseite des Nokia 1.3. Den solltet ihr beim Hören also nicht verdecken, wenn ihr den Speaker nutzt.
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      Fazit Nokia 1.3: Robust und funktional

      Mit 109 Euro zuzüglich der Kosten für eine ordentliche microSD-Karte bekommt ihr hier ein funktionales Einsteiger-Smartphone mit regelmäßigen Updates.

      nokia 1.3 einsteiger-smartphone für um die 100 euro im test

      Die Kamera macht in den meisten Fällen ordentliche Fotos, der Akku ist ausdauernd, das Display ist vernünftig und die Performance in allen Bereichen im erwartbaren Bereich. Einzig die langen Ladezeiten von Apps sind ein wirklicher Kritikpunkt.

      Wie gesagt: es ist ein gutes und ein funktionales Smartphone. Allerdings habe ich meine Zweifel, dass es sich hierzulande auf dem Markt durchsetzen wird. Auch bei günstigen Smartphones gibt es mittlerweile viel Konkurrenz. Und gerade Geräte wie das Xiaomi Redmi Note 8T (unser Test) sind da, obwohl sie 60-90 Euro teurer sind, harte Konkurrenten.

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      Stand: April 2020

      Veröffentlicht von

      Hat seine ersten Gehversuche auf dem Amiga 500 und aus Guybrush Threepwood einen mächtigen Piraten gemacht. Mittlerweile ein Fan von richtig guter Smartphone-Fotografie und demensprechend viel auf Instagram unterwegs.

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