Nokia 7.1 im Test: Mittelklasse-Smartphone mit ansprechendem Design und guter Kamera
  • Display
  • RAM/Speicher
  • Prozessor
  • 5,84'' IPS LCD
  • 3 GB/32 GB
  • Snapdragon 636

Nokia 7.1 im Test: Mittelklasse-Smartphone mit ansprechendem Design und guter Kamera

Das Nokia 7.1 (2018) ist das aktuelle Mittelklasse-Smartphone von HMD Global. Das Phone soll speziell mit schickem Design, wertigen Materialien und solider Performance viele Käufer ansprechen. Zudem ist es mit 5,8″ im 19:9-Format im Jahr 2018 sogar schon vergleichsweise kompakt. Ob das Gerät mit Android One für 339 Euro* überzeugen kann, klärt der Test.

Das gefällt uns

  • Android One
  • sehr gute Verarbeitung
  • ansprechendes Design
  • gute Kamera
  • fairer Preis
  • Klinkenanschluss

Das gefällt uns nicht

  • Akkukapazität
  • wenig Speicherplatz

Nokia 7.1

Smartphones: Die Staubfänger der Gegenwart

Zu Beginn gibt es wie immer die technischen Details.

Technische Daten vom Nokia 7.1
Software Android 8.1 – Oreo (Android One)
Prozessor Qualcomm Snapdragon 636 (8 × Kryo 260 CPU, 1,80 GHz)
Grafikchip Adreno 509
Arbeitsspeicher 3 GB
Speicher 32 GB (intern), erweiterbar um bis zu 400 GB (microSD)
Display 5,84 Zoll IPS LCD, Full HD+ (2280 x 1080 Pixel)
19:9-Format, Notch
Gorilla Glas 3
Kamera Hauptkamera: 12 MP (f/1.8) + 5 MP (f/2.4) 2160p, Zeiss-Optik, HDR
Dual-LED, PDAF
Frontkamera: 8 MP (f/2.0)
Anschlüsse USB Typ-C (USB 2.0)
3,5 mm Klinkenanschluss
Konnektivität LTE Cat. 6, 300 MBit/s DL / 50 MBit/s UL
WiFi 802.11 a/b/g/n/ac
Bluetooth 5.0
GPS/AGPS+GLONASS
NFC
SIM Kartenslot: hybrid
Kartengröße: Nano + Nano
Bedienung Touch, Fingerabdrucksensor auf der Rückseite
Akku 3.060 mAh
Maße 71 mm x 150 mm x 8 mm
Gewicht 160g
Preis 339 Euro*

Klassischer Lieferumfang mit überflüssigen Kopfhörern

Das Nokia 7.1 ist in einer flachen Box verpackt. In dieser befinden sich das Smartphone, ein Ladegerät, ein USB Typ A- auf Typ C-Kabel und der Öffner für den SIM-Kartenslot sowie Kopfhörer. Die Kopfhörer könnt ihr direkt in der Packung lassen, denn mehr als Leute in der U-Bahn neben euch ärgern werdet ihr damit nicht. Etwas Papierkram ist auch dabei, eine Hülle wie beim Nokia 8 Sirocco fehlt aber.

Nokia 7.1

Alles Wichtige ist dabei, allerdings bekommen die Kopfhörer kein Prädikat „besonders wertvoll“

Verarbeitung und Optik auf sehr hohem Niveau

Das Nokia 7.1 wirkt wie das gesamte aktuelle Nokia-Lineup sehr gefällig und wertig. Der Rahmen wird direkt aus einem Aluminiumblock gefräst und ist in dunklem Blau gehalten. Die Rückseite ist aus Glas und dadurch auch ziemlich glatt. Der Farbton passt zu dem des Rahmens, geht aber noch mehr ins Schwarz. Am oberen und unteren Seitenrand sind silberne Fassungen eingelassen. Gleiches gilt für den Powerbutton und die Lautstärkewippe. Unterm Strich fühlt sich das Gerät in der Hand sehr stimmig an, was das Design anbelangt.

Verarbeitungsmängel gibt es keine: Alle Kanten sind sauber und Lautsprecheröffnung, USB-Port und Klinkenanschluss einwandfrei entgratet. Auch die Spaltmaße sind gleichmäßig und kaum wahrnehmbar. Durch die Materialwahl wirkt das gerät sehr massiv und robust, erscheint aber bedingt durch die Größe gleichzeitig sehr kompakt.

Nokia strebt im Gegensatz zu Honor und anderen Smartphone-Herstellern zumindest aktuell nicht nach der perfekten Screen-to-Body-Ratio. Dies fällt insbesondere beim etwas breiteren „Kinn“ auf der Vorderseite auf. Hier findet das NOKIA-Logo Platz, allerdings würde auch noch etwas mehr hinpassen. Ich habe damit kein Problem, allerdings offenbaren soziale Medien hier teilweise ein anderes Bild.

Die Position des Fingerprintreaders ist gut, jedoch ist die Vertiefung nicht sehr stark und er damit nicht immer eindeutig abgrenzbar. Hier hilft vermutlich eine Hülle. Wer an ein Honor- oder Huawei-Smartphone gewöhnt ist, könnte sich womöglich auch wünschen, dass er noch schneller und präziser arbeitet.

 

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IPS LCD mit 432 PPI

Nokia setzt beim 7.1 auf ein IPS LCD im 19:9-Format mit Full HD+-Auflösung, also 2280 x 1080 Pixel. Die daraus resultierenden 432 PPI sind vollkommen in Ordnung und im Alltag mehr als nötig. Alles wird scharf und die Farben natürlich dargestellt. Wer an ein OLED-Display gewöhnt ist, muss bei Kontrast, Farbintensität und Schwarzwerten natürlich leichte Abstriche machen. Daran sollte sich aber wirklich nur stören, wer an ein OLED-Display gewöhnt ist.

Die Displayhelligkeit geht in Ordnung

Die Helligkeit des Displays ist auch ganz passabel. Auch bei direkter Sonneneinstrahlung kann man bei voller Helligkeit alles einigermaßen gut erkennen. Das Nokia 7.1 verfügt wie das Nokia 7 Plus über ein Always-on-Display.

Richtig gute Kamera für das Segment

Beim Nokia 7.1 setzen die Finnen im Gegensatz zum Nokia 6.1 auf eine Dual-Kamera, die ein Carl Zeiss-Objektiv besitzt. Mit der Kombination aus 12 (f/1.8) und 5 Megapixel-Sensor (f/2.4) entstehen im Automatikmodus ziemlich gute Aufnahmen. Nettes Feature aller Nokia-Phones: Zweimaliges Drücken der Powertaste startet die Kamera automatisch, wenn das Smartphone gesperrt ist.

Wie immer habe ich im Alltag ein paar Bilder mit der Kamera gemacht. Da ich gleichzeitig auch das Honor 8X getestet habe, konnte ich anhand gleicher Motive auch einen guten Vergleich ziehen. Das Nokia kommt in meinen Augen deutlich besser weg. Die folgenden Bilder habe ich im Automatikmodus aufgenommen und nicht bearbeitet. Die HDR-Unterstützung hatte dabei ebenfalls auf automatisch gestellt.

Die Ergebnisse sind durchaus überzeugend und auch bei schlechterem Licht lassen sich noch gute Bilder machen. Der digitale Zoom ist wie immer vernachlässigbar, einen optischen Zoom bringt das 7.1 jedoch nicht mit. Die Knipse löst schnell aus und ihr müsst das Phone auch nicht für ein Nachschärfen ruhig halten, wie es bei Honor-Smartphones der Falls ist.

Die Kamera hat natürlich auch viele Funktionen im Gepäck. Ihr könnt quadratische Fotos und Panoramas machen, ein Live-Bokeh aufnehmen, bei dem der Hintergrund des Bildes unscharf dargestellt wird. Bei Haaren oder feinen Strukturen hat die Kamera aber mitunter Schwierigkeiten, die Grenzen richtig zu ziehen. Natürlich könnt ihr auch Google Lens nutzen und mit animierten Masken und Filtern rumspielen. Außerdem gibt es den Bothie-Modus, bei dem gleichzeitig Bilder oder Videos mit der Front- und Hauptkamera gemacht werden.

Das Nokia 7.1 verfügt über einen Promodus, der sich aktivieren lässt, indem der Auslösebutton auf dem Display nach oben gezogen wird oder ihr nach links wischt. Die Einstellungen werden entweder als halbkreisförmige Regler oder am rechten Bildschirmrand klein dargestellt. Der Promodus ist sowohl bei der Vorder- und Hauptkamera nutzbar. Ihr könnt ISO-Wert (100 – 3200), Belichtungszeit (1/500 – 4 Sekunden),Belichtungsausgleich (-2 – 2), Fokus und Weißabgleich nach eigenem Gutdünken einstellen. Wenn ihr den Auslösebutton noch mal nach oben zieht, werden alle Punkte wieder auf „automatisch“ gesetzt. Beim Wisch nach unten schließt sich das Menü, bei erneutem Swipe gelangt ihr zum Automatikmodus.

Videos nimmt das Nokia 7.1 in UHD auf. Eine FPS-Angabe fehlt leider, aber ich gehe mal von 30 FPS aus. Natürlich sind hier auch die Features Zeitraffer und Zeitlupe mit an Bord. Hier ist jedoch ebenfalls nicht klar, mit wie vielen Bildern pro Sekunde die Zeitlupe aufnimmt. Natürlich könnt ihr die Kamera mit eurem Youtube oder Facebook-Konto verknüpfen und einen Livestream senden.

Im Großen und Ganzen liefert die Kamera für den normalen Nutzer eine richtig gute Qualität ab. Auch bei schlechtem Licht sind die Aufnahmen brauchbar und grade in diesem Preisbereich muss sich Nokia nicht vor der Konkurrenz verstecken.

Android

Positiv: Das Nokia ist stolzer Besitzer des Android One-Labels und damit frei von unnatürlichen Inhaltsstoffen in Form von Bloatware und vorinstallierten Wimmelbildspielen. Entsprechend sauber ist auch der Startbildschirm. Als ehemaliger CyanogenMod- bzw- LineageOS-Nutzer mag ich das sehr, denn es gibt ebenso keine unterschiedliches Icon-Designs. Ab Werk ist Android 8.1 an Bord und das Update auf Android 9 sollte nicht mehr so lange auf sich warten lassen.

Schade ist, dass das Nokia 7.1 nur mit 32 GB internem Speicher zu haben ist. Im Jahr 2018 ist das eindeutig zu wenig. Klar, der Speicher lässt sich via microSD um bis zu 400 GB erweitern, aber das ist nur ein schwacher Trost. Von den 32 GB sind ab Werk 10,3 GB belegt.

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Performance

Ein Qualcomm Snapdragon 636, der mit 8x 1,8 Ghz taktet und zur oberen Mittelklasse gehört, sorgt beim Nokia 7.1 für genügend Leistung. Apps starten schnell, Tasks lassen sich zügig wechseln und auch beim Browsen ist die Performance flüssig.

Mit ein paar Spielen habe ich die Leistung des 7.1 genauer unter die Lupe genommen. Bedingt durch die Mittelklasse-CPU waren meine Ansprüche natürlich nicht besonders hoch. 2D-Titel wie Clash of Clans lassen sich flüssig und ohne Ruckler spielen. Bei 3D-Titeln wie Eternium kommt es auf die Einstellungen an. Bei höchstem Zoom und vielen Gegnern kann es teilweise zu Einbrüchen der FPS kommen, wobei das Spiel aber jederzeit spielbar bleibt

Bei PUBG Mobile merkt man dann, dass das Nokia 7.1 kein Gaming-Smartphone sein will, da zu Beginn die niedrigste Grafikeinstellung festgelegt wird. Im Spiel selbst gibt es aber keine Probleme mit der flüssigen Darstellung. Ich bin übrigens immer noch überzeugt davon, dass man im kompetitiven Online-Spielen von niedrigen Details eher profitiert als anders herum. Das müsst ihr aber für euch selbst entscheiden.

Titel wie Asphalt 9 und Arena of Valor haben noch etwas höhere Anforderungen, was die reduzierte und etwas pixelige Auflösung auf dem Nokia 7.1 untermauert. Klar, das Nokia ist kein Razer Phone und kämpft hier ordentlich. Alles bleibt spielbar, aber einzelne Pixel und treppenförmige Kanten sind deutlich erkennbar.

Unser anspruchsvollstes Smartphone-Game ist aktuell CSR Racing 2. Auch dieses Spiel ist spielbar, da die Auflösung und Details start reduziert werden. Viel Spaß hatte ich beim Spielen aber nicht mehr, da es hier wirklich auf eine geschmeidige Darstellung bei den Beschleunigungsrennen und perfektes Timing beim Schalten ankommt. Auch die längeren Ladezeiten sind etwas nervig.

So oder so ist das Nokia 7.1 kein auf Gaming ausgelegtes High-End-Smartphone, aber das will es auch gar nicht sein. Für gelegentliches Spielen der klassischen Smartphone-Titel wie Candy Crush oder Clash of Clans reicht es allemal aus. 3D-Titel laufen mit reduzierten Details und niedrigerer Auflösung immerhin okay. Die Benchmarks bestätigen diese Leistungswahrnehmung letztendlich, wie ihr in den Vergleichsdiagrammen sehen könnt.

Sound und Akku

Bei den beiliegenden Kopfhörern handelt es sich um sehr einfache Kopfhörer ohne In Ear-Aufsätze aus Silikon. Diese sitzen deshalb nicht nur relativ locker in den Ohren, sondern sind auch schlecht abgeschirmt. Bei hoher Lautstärke dürften Personen in eurer Nähe also notgedrungen mithören. Bei der Verarbeitung wird es angesichts des Hartkunststoffs nicht besser, vom Klang ganz zu schweigen. Schlussfolgerung: Nur nutzen, wenn ihr keine anderen Kopfhörer besitzt.

Der Lautsprecher liefert ansonsten einen soliden Sound ab, der für die Wiedergabe von Youtube-Videos zwischendurch ausreicht. Die Höhen werden allerdings etwas zu stark betont.

Der Akku ist mit 3.060 mAh natürlich etwas knapp bemessen. Im Akkubenchmark kommt das Nokia 7.1 damit auf 8 Stunden und 16 Minuten und liegt damit etwas unter dem Mittelwert der Smartphones in unserer Datenbank.

 

Fazit Nokia 7.1

Für mich ist das Nokia 7.1 ein richtig schickes Smartphone, das für die meisten Alltagsaufgaben bestens gewappnet ist. Neben der sehr ansprechenden Materialwahl könnt ihr euch auf eine hohe Verarbeitungsqualität in fast schon kompaktem Format freuen. Dazu gibt es Android One, das nicht nur für keine vorinstallierten Müll-Apps, sondern auch für zeitige Updates steht.

Mit der verbauten Dual-Cam liefert HMD Global eine richtig brauchbare Knipse ab. Selbst bei mäßigen Lichtverhältnissen entstehen schöne Bilder, die die reale Atmosphäre oft sehr gut einfangen. Der Fingerabdrucksensor arbeitet schnell, allerdings nicht so schnell wie bei Huawei- oder Honor-Smartphones. Ein Klinkenanschluss ist neben USB-C erfreulicherweise auch dabei.

Nokia 7.1

Gutes und wertiges Mittelklasse-Smartphone: Nokia 7.1

Die Apps, die ein Großteil der Smartphone-Nutzer zum Surfen, Whatsappen und Telefonieren benötigen, steckt der Prozessor locker weg. Wer dagegen in aktuellen 3D-Spielen unterwegs sein möchte oder regelmäßig Videos und hochaufgelöste Fotos bearbeitet, sollte sich nach einem leistungsstärkeren Phone umsehen.

Dagegen spricht auch die etwas dürftige Akkukapäzität von 3.060 mAh, mit denen nicht viel mehr als ein Tag bei normaler Nutzung realistisch ist. Auch beim Speicher hätte Nokia im Jahr 2018 trotz MicroSD-Slot gerne etwas spendabler sein können. Zumindest eine Version mit mehr internem Speicher gegen einen fairen Aufpreis wäre wünschenswert gewesen.

Spieglein Spieglein in der Hand, welches ist das spiegelnste Smartphone-Display im ganzen Land?

Wenn ihr auf der Suche nach einem wertigen und schicken Mittelklasse-Smartphone seid, großen Wert auf ein schlankes Betriebssystem, regelmäßige Updates und eine gute Kamera legt, dann solltet ihr das Nokia 7.1 in Betracht ziehen. Wollt ihr hingegen mehr internen Speicher, etwas mehr Leistung sowie einen großeren Akku und legt nicht so viel Wert auf die Kamera und eine wertige Anmutung, könnt ihr euch das Honor 8X oder das HTC U12 Life anschauen.

Nokia 7.1 bei uns im Shop

*Stand: 06. November 2018

Veröffentlicht von

Die Leidenschaft fürs Zocken wurde bereits in den frühen 90ern mit Bubble Bobble am Sega Master System II geweckt. Spielt mittlerweile hauptsächlich am PC und hätte gerne viel mehr Zeit, um sich seinem ständig wachsenden Pile of Shame zu widmen.

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