Nokia 8.1 im Test: Ausdauernde Mittelklasse mit guter Kamera

Nokia 8.1 im Test: Ausdauernde Mittelklasse mit guter Kamera

Nokia baut wirklich schicke Smartphones. Seit dem Comeback toben sich die Finnen in der Mittelklasse aus und das Nokia 8.1 ist da keine Ausnahme. Die ersten Modelle hatten ein paar Probleme mit der Kamera und Nokia versprach Besserung. Ich habe den Nachfolger des Nokia 7 Plus eine Weile im Alltag ausprobiert und mir angesehen, ob sie ihr Versprechen gehalten haben.

Inhalt:

Vorweg noch schnell die technischen Daten des Nokia 8.1

Technische Daten Nokia 8.1
Software Android 9 „Pie“ (Android One)
Prozessor Qualcomm Snapdragon 710
Grafikchip Adreno 616
Arbeitsspeicher 4 GB LPDDR4X
Speicher 64 GB, per microSD-Karte um bis zu 400 GB erweiterbar
Display 6,18 Zoll Full HD+ (2246×1080 Pixel)
18,7:9-Format, Gorilla Glas
Kamera Hauptkamera: 12 MP, 1/2.55’’ Sensor, 1,4um Pixel, OIS 2PD, Dual-Sekundär-Rückkamera: 13 MP FF
Frontkamera: 20 MP FF/0,9um
Anschlüsse USB Typ-C (USB 2.0)
3,5mm Klinkenanschluss
Bedienung Fingerabdrucksensor auf der Rückseite

SIM Hybrid Nano-SIM

Konnektivität LTE Cat. 6, 2CA, L+L, VoLTE, VoWLAN
WLAN 802.11 b/g/n/ac
Bluetooth® 5.0
GPS/AGPS + GLONASS + Beidou

Akku 3500 mAh mit Fast Charge
Maße 154,8×75,76×7,97mm
Gewicht 180g
Preis 435 Euro*

Lieferumfang

Der Lieferumfang ist so, wie man es von Nokia kennt. Neben dem 8.1 gibt es ein USB-Ladegerät, ein USB-C auf USB-A Kabel, Kopfhörer, das SIM-Karten-Werkzeug und Zettel mit der Schnellstartanleitung in diversen Sprachen. Das war es auch schon. Mehr braucht es auch nicht.

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Design & Haptik

Nokia baut wunderschöne Smartphones, die robust und edel wirken. Das Nokia 8.1 ist da keine Ausnahme. Es liegt sofort gut in der Hand und macht einen sehr wertigen Eindruck. Mein Test-Modell wird farblich als „steel/copper“ bezeichnet. Und das trifft es genau. Der silberfarbene Aluminiumrahmen wird ringsherum durch einen kupfernen Streifen unterbrochen. Die Rückseite ist ebenfalls silberfarben. Die Farben stehen dem Smartphone wirklich gut. Der Vorgänger (hier unser Test) hatte auch schon diesen Kupferstreifen. Da bleibt Nokia dem Grunddesign also treu.

Die Kamera ragt wieder ein wenig aus der Rückseite heraus. Dadurch liegt das Telefon nicht eben auf dem Tisch auf. Das ist aus meiner Sicht kein Problem. Ansonsten ist die Rückseite, abgesehen vom Fingerprintreader und einem Nokia-Schriftzug, blank. Der Fingerprintreader lässt sich gut erreichen und arbeitet wirklich fix.

Nokia 8.1

Notch or not? Die Antwort lautet ja und nein zugleich. Ja, weil die Kamera ausgeschnitten ist. Nein, weil ihr den Bereich, der als Displayfläche gewonnen wird, nicht als Display nutzen könnt. Denn die Fläche ist komplett ausgeblendet und das lässt sich auch nicht deaktivieren. Es ist allerdings kein vergeudeter Platz, weil dort die Notifications platziert sind. Ich persönlich bin kein großer Fan der Notch, so dass ich mit dieser Lösung gut leben kann.

Nokia 8.1

Bei der Optik stört mich nur eine Sache. Das Display wirkt durch die unterschiedlichen Displaykurven asymmetrisch. Am oberen Rand sind es sehr schmale Displayrundungen, die fast schon eckig wirken. Am unteren Ende sind die Radien wesentlich größer. Das führt auch dazu, das in manchen Situationen, Bedienelemente halb unter dem Rand verschwinden können. Bspw. das wichtige X zum Schließen der allseits beliebten Werbung, die mir irgendwelche Bullshit-Spiele andrehen will. Aber das ist auch der einzige

Nokia 8.1

Das Nokia 8.1 liegt wirklich gut in der Hand. Mit meinen Fingern kann ich es auch noch einhändig bedienen. Menschen mit kleineren Fingern könnten da Probleme bekommen.

Die beiden Hardware-Buttons an der rechten Seite (Power & Lautstärke) ragen nur minimal aus dem Gehäuse hervor – gerade so weit, dass ihr sie problemlos ertasten könnt. Beide Tasten haben einen guten Druckpunkt und sprechen präzise an.

Nokia 8.1 bei uns im Shop

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Display

Das 6,18“-Display löst mit 2246x1080px auf und stellt alle Inhalte knackscharf dar. Nettes Feature ist die HDR10-Unterstützung, die sich vor allem bei Videos bemerkbar macht. Die Farben stellt das Nokia 8.1 satt und kräftig dar. Wen die Standard-Einstellung stört, der kann sie natürlich auch ändern. Ich habe da nichts geändert.

Nokia 8.1

In Sachen Helligkeit gibt es nichts zu meckern. Die maximale Helligkeit ist ausreichend, um Inhalte auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesen zu können. Die automatische Helligkeitsregelung macht auch einen guten Job und arbeitet schön smooth. Das war beim Vorgänger ja noch anders. Hier hat Nokia also nachgebessert.

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Kamera

Fangen wir mit der Fotoqualität an. Die ist in den allermeisten Fällen gut. Bei guten Lichtverhältnissen macht die Kamera wunderschöne Fotos mit realistischen Farben. Bei widrigem Licht ist das Ergebnis wechselhaft, aber in den meisten Fällen vernünftig. Der Autofokus arbeitet fix und präzise. Je weniger Licht es gibt, desto länger braucht er. Das ist aber ein normales Verhalten.

Nokia 8.1

Die Frontkamera löst mit 20 MP auf und macht auch bei widrigen Lichtverhältnissen ansehnliche Selfies.

Die Hauptkamera ist eine Dual-Cam mit Zeiss-Branding und optischer Bildstabilisierung. Die beiden Linsen lösen mit 12 und 13 MP auf. Das ist vollkommen ausreichend. Die Kamera-App hat sich gegenüber dem 7 Plus nicht großartig verändert. Ihr habt wieder verschiedene Modi, die ihr mit einem einfachen Wisch erreichen könnt. Alle Bilder in diesem Abschnitt wurden im Automatikmodus mit aktivierter AI aufgenommen und nicht bearbeitet.

Am oberen Displayrand könnt ihr in die Einstellungen gehen und verschiedene Schnelleinstellungen wie etwa Blitz einstellen. Hier gibt es ein paar erwähnenswerte Features. Zum einen ist das Google Lens. Damit könnt ihr euch Informationen zu Gegenständen direkt in der Kamera geben lassen oder Text auf einem Blatt scannen und auf dem Smartphone verarbeiten. Das klappt auch mit Handschriften ganz gut, wobei es hier hilfreich ist, wenn ihr eine leserliche Handschrift scannt. Ihr solltet aber kariertes Papier als Untergrund vermeiden. Da kommt Lens ganz gut ins Schwitzen.

Das zweite Feature heißt Dual-Bild. Ihr könnt dort beide Kameras zusammenschalten und dann entweder ein Foto gleichzeitig mit beiden Kameras aufnehmen oder nacheinander. Ist eine ganz nette Spielerei. „AR“-Gedöns in Form von Stickern gibt es natürlich auch – fehlt ja mittlerweile auf keinem Smartphone mehr.

In den Einstellungen könnt ihr festlegen, ob und wann der HDR-Modus greifen soll. Standardmäßig ist „automatisch“ aktiviert. Das klappt auch wirklich gut. Die Bilder sind lebendig, ohne übertrieben oder künstlich zu wirken. Außerdem könnt ihr dort die AI-Szenenerkennung aktivieren oder deaktivieren. Die erkennt anhand der Motive, was ihr gerade aufnehmen wollt und wählt entsprechende Voreinstellungen. Auch das klappt gut. Dem Hang zu übersättigten Bildern, den andere Hersteller (Hi, Huawei) pflegen, folgt Nokia hier nicht.

Es gibt für beide Kameras auch einen Pro-Modus, in dem ihr die Einstellungen manuell wählen könnt. Dort sind beispielsweise Belichtungszeiten von max. 4 Sekunden möglich. Leider wird euch bei der Einstellung der Belichtungszeit nicht angezeigt, wie sich die auf euer Bild auswirkt. Bei allen anderen Einstellungen seht ihr das hingegen sofort. Beim Nokia 8 Sirocco kam es im Pro-Modus zu Farbverfälschungen. Die gehören hier der Vergangenheit an.

Die low light-Qualitäten des Nokia 8.1 haben sich gegenüber den vorherigen Modellen stark verbessert. Sie kommen zwar noch nicht an die von Oberklasse-Smartphones heran, aber es ist ein signifikanter Unterschied zu sehen. Da ist Nokia eindeutig auf dem richtigen Weg.

Einen optischen Zoom sucht ihr hier vergebens. Digitaler Zoom führt in aller Regel zu unschöne Artefakten und pixeligen Fotos. Beim Nokia 8.1 ist das bei schlechtem Licht auch so. Bei gutem Licht könnt ihr relativ weit hereinzoomen, ohne das die Qualität allzu sehr leidet. Die Ergebnisse reichen für die Betrachtung auf dem Smartphone absolut aus. Es gehen zwar auch hier feine Strukturen verloren, aber das ist nicht überraschend. Auf einem größeren Bildschirm solltet ihr euch die Zoom-Bilder aber nicht ansehen. Da kommen die Schwächen des digitalen Zooms nämlich voll zum Tragen.

Videos werden mit der Hauptkamera in 4K aufgenommen, die Frontkamera filmt mit max. Full HD.

Alles in allem bin ich von der Kamera des Nokia 8.1 positiv überrascht. Fehler wurden beseitigt und ihr bekommt hier wirklich gute Bilder und Videos.

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Software

Zur Software gibt es nicht viel zu sagen: Es ist Android 9 Pie. Ich persönlich mag reines Android. Es läuft schnell und flüssig und sieht deutlich besser aus als das, was so manch anderer Hersteller als UI über Android rüberklatscht. Da es sich um eine Android One-Version handelt, kommen alle Updates auch zügig an. Direkt nach der Einrichtung kam der Hinweis, dass ein Update des Sicherheitspatches zur Verfügung steht.

Bei Android One bekommt ihr zwei Jahre lang System-Updates und drei Jahre lang Updates für die Sicherheitspatches.

Bloatware gibt es dankenswerter Weise nicht auf dem Nokia 8.1. Neben den Google-Apps ist nur noch die Support-App von Nokia vorinstalliert. Finde ich sehr gut. gibt ja leider immer mehr Smartphones, auf denen sich allerlei nicht benötigter Krimkrams tummelt, den man auch nicht immer weg bekommt.

Von den 64 GB Speicher sind im Auslieferungszustand etwas über 13 GB belegt.

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Performance

Läuft. Läuft flüssig und gut. Alle Anwendungen starten zügig und auch der App-Wechsel geht flüssig vonstatten. Bei rechenintensiven Anwendungen wie etwa dem Export von Videos macht sich die CPU allerdings bemerkbar und es läuft nicht so flüssig, wie man das gerne hätte.

Nokia 8.1

Beim Zocken merkt man ebenfalls, dass das Nokia 8.1 kein Oberklasse-Smartphone ist. Grafisch einfache Spiele, wie etwa PUBG mobile, laufen einwandfrei. Bei Spielen wie Asphalt oder CSR-Racing kommt es zu kleineren Rucklern. Sie sind nicht wirklich schlimm, stören aber doch den Gesamteindruck.

Positiv ist, dass sich das Nokia 8.1 unter Last nicht übermäßig erwärmt. Nach einem ausgiebigen Spieleabend war es trotzdem nicht mehr als handwarm. Das hat mich wirklich überrascht.

In der guten alten Zeit musste man ein Nokia einmal im Monat an die Steckdose hängen. Die Zeiten sind vorbei. Nokia verspricht beim 8.1 mit seinem 3500 mAh-Akku eine Laufzeit von bis zu zwei Tagen. Und damit lehnen sie sich nicht allzu weit aus dem Fenster. Bei normaler Nutzung (Messenger, Fotos machen, Bildbearbeitung, Mails) kam ich locker über zwei Bürotage. Wenn ich mich ein wenig eingeschränkt habe, dann waren auch deutlich mehr als zwei Tage Akku-Laufzeit drin. Für eine vollständige Ladung müsst ihr zwischen 90 und 120 Minuten einplanen.

Der Vollständigkeit halber haben wir das Nokia 8.1 natürlich durch alle gängigen Benchmarks gejagt. Wie immer gilt, dass diese Benchmarks nur eine grobe Einordnung erlauben, weil sie nicht euer tatsächliches Nutzungsverhalten spiegeln können.

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Sound

Der Sound ist der einzige wirkliche Schwachpunkt des Nokia 8.1. Die mitgelieferten Kopfhörer könnt ihr getrost in der Verpackung lassen. Sie reichen allenfalls zum Telefonieren. Musik oder Filme solltet ihr darüber aber lieber nicht konsumieren. Denn der Ton ist blechern und komplett ohne Tiefen.

Der verbaute Mono-Lautsprecher ist nur bedingt besser. Er bietet zwar einiges an Lautstärke auf, aber die geht eindeutig zu Lasten der Qualität. Bei mittlerer Lautstärke sind Mitten und Höhen in einem ausgewogenen Verhältnis. Wenn ihr Bässe sucht, werdet ihr auch welche finden. Aber die verstecken sich ziemlich gut. Dreht ihr die Lautstärke hoch, wird der Sound quäkig und flach.

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Fazit Nokia 8.1

Das Nokia 8.1 ist ein wirklich gelungenes Smartphone. Es liegt gut in der Hand, sieht schick und edel aus. Anwendungen starten und laufen flüssig. So soll das sein. Die Kamera ist für ein Mittelklasse-Smartphone wirklich gut und auch beim Akku hat Nokia gute Arbeit geleistet.

Nokia 8.1

Der schwache Sound und das asymmetrische Display-Design trüben den sehr positiven Gesamteindruck. Aber zumindest der letzte Punkt ist Geschmacksfrage.

Insgesamt bekommt ihr hier für etwas über 400 Euro ein rundes und stimmiges Gesamtpaket.

Nokia 8.1 bei uns im Shop

*Stand: 13.02.2019

Veröffentlicht von

Hat seine ersten Gehversuche auf dem Amiga 500 und aus Guybrush Threepwood einen mächtigen Piraten gemacht. Mittlerweile ein Fan von richtig guter Smartphone-Fotografie und demensprechend viel auf Instagram unterwegs.

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