Nokia G21 im Test: Solides Smartphone für 190 Euro
  • Display
  • SoC
  • RAM / Speicher
  • 6,517'' (720x1600px)
  • Unisoc T606
  • 4 GB / 64 GB

Nokia G21 im Test: Solides Smartphone für 190 Euro

Der aufgerufene Preis macht es schon deutlich: Das Nokia G21 richtet sich an diejenigen, die ein Smartphone für den Alltag suchen und nur ein geringes Budget investieren wollen.

Das gefällt uns

  • 90 Hz-Display
  • gute Verarbeitung
  • Dual-SIM + microSD-Karte

Das gefällt uns nicht

  • dünner Sound

In der Preisklasse bis 300 Euro tummeln sich eine Menge guter Smartphones, unsere Favoriten haben wir euch in diesem Kaufberater zusammengestellt. Bis 200 Euro wird das schon schwieriger. Da ist die Auswahl an aktuellen Geräten schon enger. Ein großes Problem in dieser Preisklasse: Updates. Viele Hersteller gehen das leider immer noch stiefmütterlich an. Nokia verspricht hier mehr: Zwei Software-Updates aka Android-Versionen preisen sie auf der Produktseite an. Dazu gibt es 36 Sicherheits-Updates. Die kommen in aller Regel monatlich, so dass du drei Jahre versorgt bist. Dieses Vorgehen ist nicht neu und in der Vergangenheit hat Nokia gezeigt, dass sie ihr Update-Versprechen auch halten können.

Technische Daten Nokia G21
Software Android 11, bereit für Android 12
Prozessor Unisoc T606
Arbeitsspeicher 4GB
Speicher 64GB (um bis zu 512GB erweiterbar)
Display 6,517 Zoll, 720×1600
90 Hz
Kamera Selfiekamera:
8,0 MP, f/2,0
Hauptkameras:
50 MP
2MP
2MP
Akku 5050 mAh
Besonderheiten USB 2.0 Typ C
NFC
Bluetooth 5.0
3,5mm Klinke
Abmessungen, Gewicht und Farben 164.6 x 75.9 x 8.55 mm
190 g
Nordic Blue, Dusk
Preis 189 Euro*
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Nokia bleibt sich beim Aussehen treu

Ein Smartphone ist ein Smartphone ist ein Smartphone. So richtig viel Gestaltungsspielraum bietet sich nicht beim Design. Die Front wird fast vollständig vom Display eingenommen. Oben sitzt in einer kleinen Tropfennotch die Frontkamera und unten gibt es das typische Nokia-Kinn.

Links befindet sich der Google Assistant-Button. Den kannst du in den Einstellungen deaktivieren, aber leider nicht anders belegen. Ich persönlich halte ihn für überflüssig, weil ich den Assistant auch mit einer einfachen Geste auf dem Display direkt starten kann. Über dem Button ist der SIM-Karten-Schacht. Dort kannst du zwei Nano-SIM-Karten und eine microSD-Karte mit maximal 512 GB unterbringen. Der große Tray ist mittlerweile selten geworden.

Auf der rechten Seite sitzen die Lautstärkewippe und der Powerbutton. Letzterer enthält auch den Fingerprintreader. Der funktioniert gut und nahezu fehlerfrei. Linkshänder müssen allerdings mit einer gewissen Fehlerquote rechnen, wenn sie mit dem Zeigefinger der linken Hand von hinten an den Sensor gehen.

Bei den Anschlüssen ist lediglich der 3,5mm-Anschluss auf der Oberseite bemerkenswert. Der wird ja immer seltener.

Bei den Farben liefert Nokia immer etwas Spannendes. Mein Testgerät ist in Nordic Blue und sieht richtig schick aus. Dank der leicht geriffelten und matten Rückseite liegt es gut in der Hand und ist unempfindlich gegen Fingerabdrücke.

Die Verarbeitung ist tadellos. Außerdem ist es robust genug, um kleinere Stürze unbeschadet zu überstehen. Aus unerfindlichen Gründen fand der vierbeinige Mitbewohner es witzig, das G21 des Öfteren vom Schreibtisch zu befördern. Diese Stürze hinterließen keinen Schaden. Eine IP-Zertifizierung gibt es allerdings nicht für das G21.
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Großes Display mit 90 Hz

6,517“ misst das Display in der Diagonale. Zusammen mit der HD+-Auflösung (720x1600px) macht das einen PPI-Wert von knapp 270. Das ist kein Spitzenwert, im Alltag aber vollkommen ausreichend. Trotz der Größe lässt es sich mit einer Hand gut bedienen und reagiert präzise auf Eingaben.

Das Display kommt mit einer Bildwiederholrate von 90 Hertz. Das sorgt für smoothe Animationen und einen flüssigen Bildlauf beim Scrollen und ist in der Preisklasse bis 200 Euro im Moment noch selten anzutreffen.

Im Alltag ist das Display hell genug, um alles gut zu erkennen. Allerdings solltest du im Freien darauf achten, dass du keine starke Lichtquelle aka Sonne direkt im Rücken hast. Das kann das Display nicht in jedem Fall überstrahlen. Die Farbdarstellung ist gut und lässt sich in den Einstellungen auch noch etwas anpassen, falls dir die Standard-Einstellung nicht behagt.

Es gibt insgesamt nicht viel zu sagen. Es ist ein solides Display, das genau das macht, was es soll.

Im Alltag reibungslos

Im Inneren werkelt der Unisoc T606. Das ist ein Achtkern-SoC, der 2019 vorgestellt wurde. Leistungsmäßig ist es also bei Weitem nicht mehr in der Kategorie „Maß aller Dinge“. Aber das ist natürlich bei einem Preis von weniger als 200 Euro nicht zu erwarten. Und letztlich ist für die meisten Anwendungen auch nicht die Leistung eines Snapdragon 888 erforderlich.

Der Unisoc T606 sorgt im Zusammenspiel mit 4 GB RAM dafür, dass Apps flüssig laden und sich reibungslos bedienen lassen. Surfen und YouTube bringen das G21 ebenfalls nicht aus der Ruhe.

Etwas anders sieht es bei grafikintensiven Anwendungen aus, etwa Spiele. Bei CSR Racing 2 beispielsweise äußerte sich das in vergleichsweise langen Ladezeiten und leichten Rucklern im Spiel. Fairerweise muss man aber sagen, dass anspruchsvolles Gaming nicht die Hauptaufgabe des G21 ist. Anspruchslosere Spiele wie PUBG mobile hingegen laufen flüssig.

Dass der SoC nicht die Krone der Schöpfung ist, zeigt sich auch an unserem Render-Test. Ich habe wie immer ein einminütiges Video aufgenommen und es durchgängig mit Effekten belegt und dann in Full HD rendern lassen. Smartphones der Oberklasse benötigen für diese Aufgabe weniger als eine Minute. Das G21 ist mit knapp über 2 Minuten am Start. Das reicht für gelegentliches Bearbeiten von Videos aber vollkommen aus.

Was ist sonst noch so wichtig? Natürlich die Akkulaufzeit. Nokia spricht von drei Tagen. In Notebook-Tests schreibe ich immer, dass solche Hersteller-Angaben in sehr speziellen Szenarien entstehen. Dem scheint Nokia zuvorkommen zu wollen und betont, dass die Angaben unter realistischen Bedingungen entstanden und unter anderem Gaming und Streaming dabei vorkamen.

Nun denn. Drei Tage habe ich nicht geschafft. Aber mehr als zwei waren es. Ich habe ein wenig gezockt, viel fotografiert und Bilder und Videos bearbeitet. Und natürlich habe ich meine Arbeitszeit mit Surfen und Messaging zugebracht. Da waren nach zwei Tagen noch 20% Akku-Ladung vorhanden. Wer Videoschnitt weglässt und auch die Bildbearbeitung reduziert, kann sicherlich die drei Tage erreichen. Ich denke aber, dass zwei Tage der Normalfall für die allermeisten von uns sein dürften. Im Lieferumfang ist ein 10 Watt Netzteil. Damit dauert eine Ladung rund 2,5 Stunden. Mit einem, natürlich separat zu erwerbenden, 18 Watt Schnelllade-Netzteil verringert sich die Zeit natürlich.

52 der 64 GB sind im Auslieferungszustand noch frei. Es gibt allerdings auch hier vorinstallierte Apps, namentlich LinkedIn, Spotify, Netflix und ExpressVPN. Ein cleanes Android findet man heutzutage sowieso kaum noch vor. Die Apps lassen sich aber komplett deinstallieren, falls du sie nicht benötigst.
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50 MP Kamera mit Licht und Schatten

Erfreulicherweise sind die Zeiten vorbei, in denen günstige Smartphones eine miese Kamera haben müssen. Auf dem Papier bekommst du hier im Nokia G21 eine Triple-Kamera, die allerdings de facto eine Dual-Cam ist.

Die Hauptkamera ist ein 50 MP-Weitwinkel. Der macht gute Fotos und kann auch bei widrigen Lichtverhältnissen vernünftig abliefern. Zumindest im Außenbereich. In Räumen neigt sie in den Fällen zum Rauschen. Aber das ist bei vielen Kameras so. Dazu gibt es zwei 2 MP-Linsen. Eine sorgt für das Bokeh im Portraitmodus. Und die zweite ist eine dedizierte Makrolinse. Die ist aber allenfalls als Lupe zu gebrauchen. die Bildqualität ist bei 2 MP einfach zu gering, als dass Fotos wirklich gut aussehen. Selbst auf dem Smartphone ist die Qualität bescheiden. Nutzt in diesem Fall einfach die Hauptlinse und schneidet euch das Bild zurecht. Da habt ihr ein besseres Ergebnis. Es wäre sinnvoller gewesen, wenn Nokia hier den Ultraweitwinkel aus dem Vorgänger beibehalten hätte.

Die 8 MP Frontkamera ist noch stärker als die Hauptkamera auf gutes Licht angewiesen. Selfies in schummrigen Räumen sind definitiv nicht ihre überragende Stärke. Bei normalem Tageslicht hingegen gibt es keinen Grund zur Klage.

Mach dir einfach selbst ein Bild von den Fähigkeiten der Kamera. Wie immer wurden die Fotos, sofern nicht anders angegeben, im Automatikmodus aufgenommen und nicht bearbeitet.

Den Zoom solltest du nur sparsam einsetzen. Der 2fach Zoom ist noch zu gebrauchen. Alles, was darüber hinausgeht ist digitaler Pixelmatsch – wie bei so ziemlich jedem Smartphone. Digitaler Zoom war Mist, ist Mist und wird auch immer Mist bleiben. Willst du also zoomen, musst du Schusters Rappen nutzen. Die folgende Galerie zeigt dir Bilder mit allen Zoomstufen, die das G21 bietet.

Der Nachtmodus ist für diese Preisklasse in Ordnung. Es gibt viele Smartphones, die ihn besser beherrschen. Aber für 190 Euro ist die gebotene Leistung okay. Die Lichtstimmung wird weitestgehend erkannt und auch gut eingefangen. Probleme gibt es bei direkten Lichtern. Da werden dann nicht alle Strukturen erkannt.

Insgesamt bietet die Kamera genau das, was zu erwarten war.
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Der Klang ist dem Preis angemessen

Klanglich bietet dir das Nokia G21 keine Offenbarung. Das ist bei diesem Preis aber auch nicht zu erwarten. Insgesamt ist der Klang blechern und dünn und macht keinen Spaß. Das zeigt sich gerade bei Spielen. Allerdings musst du dir bei Telefonaten keine Sorgen machen. Stimmen kommen ordentlich rüber.

Nokia setzt hier auf einen einzelnen Speaker an der Unterseite. Falls du den aus Versehen zuhältst, hörst du kaum noch etwas. Insgesamt empfehle ich dir aber: Kauf dir vernünftige Kopfhörer. Damit fährst du in jeder Hinsicht besser als mit dem verbauten Speaker.
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Fazit Nokia G21: Gutes Smartphone für den Preis

Für 190 Euro bekommst du hier ein Smartphone, mit dem du deinen Alltag problemlos bestreiten kannst. Surfen. Messaging, Streamen – alles kein Problem. Es liegt gut in der Hand, der Akku ist ausdauernd und das Display für die meisten Situationen hell genug.

Auch die Kamera macht bei Tag gute Fotos. Natürlich gibt es im Vergleich zur Oberklasse Limitierungen. Für normale Schnappschüsse ist die Qualität aber vollkommen ausreichend. Bei schlechten Lichtverhältnissen lässt die Qualität – abhängig von der gewählten Linse – teils deutlich nach.

Abstriche musst du bei Leistung für anspruchsvolle Aufgaben machen. Da muss ganz klar gesagt werden, dass das Nokia G21 nicht hierfür gemacht wurde. Insgesamt ist es aber für den aufgerufenen Preis ein gutes Smartphone.

Zum Shop: Nokia G22

*Stand: 02/2022

Veröffentlicht von

Hat seine ersten Gehversuche auf dem Amiga 500 und aus Guybrush Threepwood einen mächtigen Piraten gemacht. Mittlerweile ein Fan von richtig guter Smartphone-Fotografie und demensprechend viel auf Instagram unterwegs.

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