Nokia Lumia 625 im Alltagstest

Das Nokia Lumia 625 ist derzeit der größte Spross der Lumia Familie, wenn es um die Bildschirmgröße geht. Wir hatten es euch ja bereits kurz vorgestellt. Dank Nokia konnte ich das Gerät nun auch ausgiebig im Alltag testen. Dazu hatte ich es rund 3 Wochen lang als einziges Device im Einsatz – unter anderem auch im Ausland.

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Aber fangen wir ganz vorn an, nämlich bei der Haptik und der Verarbeitung. Es liegt sehr gut in der Hand und lässt sich auch trotz dem 4,7″ großen Display problemlos einhändig bedienen – zumindest wenn man wie ich recht große Hände hat. Bei der Verarbeitung gibt es auch kaum Grund zur Klage. Das wechselbare Backcover hält fest an seinem Platz, da wackelt nichts. Auch nach ständigem abnehmen und wieder anstecken hat sich das Cover nicht verzogen oder an Halt verloren. Auch sonst wackelt und klappert nichts – so wie es sein soll.

Der einzige kleine Negativpunkt ist der Druckpunkt bzw. Widerstand der Hardwaretasten. Die Tasten sind sehr leichtgängig, wodurch es mir häufiger passiert ist, dass ich es versehentlich in der Tasche entsperrt oder gar Fotos gemacht habe. Ein etwas festerer Druckpunkt könnte daher nicht schaden.

Kommen wir zum Display, das insbesondere während meines Griechenland-Urlaubs gegen sehr helle Umgebungen und direkte Sonne ankämpfen musste. Dabei hat es sich aber sehr gut geschlagen – selbst in der prallen Mittagssonne konnte man noch ohne größere Probleme den Displayinhalt erkennen. Klar, darunter hat der Kontrast gelitten und kleinere Texte konnten zum Problem werden – für ein Gerät in dieser Preisklasse aber absolut zu verschmerzen.
Gut sind seit dem Amber Update auch die Einstellungsmöglichkeiten des Displays, in denen auch das Farbprofil an die eigenen Vorlieben angepasst werden kann.
Die Auflösung des Displays hingegen war ja bei vielen direkt ein großer Kritikpunkt – abgesehen von Fotos, die etwas kantig dargestellt werden, merkt man dem Display die geringe Auflösung aber nicht an.

Die Kamera kam selbstverständlich auch mehrfach zum Einsatz. Zur Erinnerung: Nokia hat hier eine Standard Kamera mit fünf Megapixeln ohne die aus vielen anderen Lumias bekannte ZEISS Optik verbaut. Riesen Leistungen wie bei einem Lumia 1020 oder 925 darf man also nicht erwarten. Für Schnappschüsse langt die Kamera aber allemal. Bei Tageslicht werden die Fotos gut, sobald es etwas dämmert stößt die Linse dann aber sehr schnell an ihre Grenzen und es fängt an stark zu rauschen. Bei Gegenlicht wirken die Fotos schnell blass und Kontrastarm. Ich lass euch einfach mal ein paar Aufnahmen hier, damit ihr euch selbst ein Bild machen könnt.

Beim Akku scheiden sich ja bekanntlich die Geister – gibt man 2 Nutzern das gleiche Gerät, erzielen beide absolut unterschiedlich Laufzeiten. Im Lumia 625 steckt ein vermeintlich kleiner 2000 mAh Akku, der es aber in sich hat. Kurz zu meinem Anwendungsprofil: Es laufen stets mehrere Dienste mit Push-Notifications wie Twitter, mehrere Mail-Konten (u.a. auch mit Active Sync), WhatsApp, etc., dazu kommt noch häufige und lange lokale Musikwiedergabe, gelegentlich Streaming, usw. Also eher schon in Richtung Power-User. Durchschnittlich komme ich damit Täglich auf etwa 3-4 Stunden aktive Nutzung mit eingeschaltetem Display plus die ganzen Dienste, die im Hintergrund so werkeln. Bei dieser Nutzung kam ich im Schnitt auf 1,5 Tage – also 36 Stunden – Nutzung, bis es wieder ans Netz musste. Bei reiner Offline-Nutzung als Navi und gelegentlichem Surfen via WLAN musste es im Urlaub hingegen erst am 4. Tag ans Netz. Insgesamt also sehr gut – vor allem mit Blick auf den vermeintlich kleinen 2000mAh Akku.

Wo ich gerade bei der Offline-Nutzung war: Die HERE Maps von Nokia bieten ja die Option, sich Karten für bestimmte Regionen Offline zu speichern und dann damit komplett Offline zu navigieren. Das funktionierte problemlos, selbst die öffentlichen Verkehrsmittel werden mit gespeichert, sodass man immer einen Fahrplan dabei hat. Es gab allerdings auch ein paar Kleinigkeiten, die nicht optimal waren. Beispielsweise gab es teils fehlerhafte Straßennamen – von falsch geschrieben bis hin zu komplett falsche Straße. Das betraf zwar nur einige sehr wenige Straßen, aber natürlich auch genau eine, die ich händeringend gesucht habe 😉
Seit dem Amber-Update lassen sich die Karten auch direkt auf dem Gerät aktualisieren, zuvor musste man die alte Karte löschen und neu herunterladen. Gut gefällt mir auch, dass man sich problemlos Favoriten auf den Homescreen pinnen kann – damit lässt sich z.B. der nächste Tag bereits vorab planen und ist bequem abrufbar.

Ich bleibe mal direkt bei der Software und deren Performance. Insgesamt läuft das System sehr flüssig, nichts hakt, keine langen Ladezeiten – so wie man es von den Lumias eben kennt. Allerdings hatte ich leider auch vereinzelt mal einen App-Absturz oder gar kompletten Systemabsturz. Das kann natürlich mal passieren – unschön ist nur, wenn das Gerät dabei auch die Uhrzeit und das Datum vergisst. Ärgerlich ist auch, wenn sich eine App wie Nokia Music aufhängt bzw. abstürzt und anschließend gar nicht mehr reagiert, außer man startet das komplette Gerät neu. Mit dem nächsten großen Windows Phone Update GDR3 soll das aber auch der Vergangenheit angehören.

Woran die Abstürze lagen kann ich nicht genau sagen, da es immer unterschiedliche Apps waren – meine Vermutung geht in Richtung des RAM, denn das ist der einzig nennenswerte Unterschied zu den Lumias, die ich bislang in Benutzung hatte und die keine derartigen Probleme hatten.

Mein Fazit:

Insgesamt bin ich mit dem Paket, das das Lumia 625 bietet sehr zufrieden. Die Hardware ist solide, die Software läuft nahezu immer absolut stabil und flüssig und die Nokia HERE Dienste sind derzeit einfach unschlagbar, wenn es um Navigation geht. Über die Punkte wie die mittelmäßige Kamera und die geringe Display-Auflösung kann man hinwegsehen, wenn man nicht unbedingt ein High-End Gerät sucht.

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1 Kommentar auf "Nokia Lumia 625 im Alltagstest"

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Wolfram Büttner

Wir stellen gerade unseren Vertrieb auf das Nokia Lumia 625 um. Dies ist eine Vorgabe unserer Geschäftsleitung, da wir ein neues CRM Modul installiert bekommen.
Leider beklagen meine Kollegen ständig, dass das Handy immer wieder von allein ausgeht oder die Gespräche einfach unterbrochen werden.
Die Geräte sind neu und die Akkus waren zu dem Zeitpunkt immer voll.
Man sollte auch erwähnen, dass die Handy’s den neusten Softwareupdate installiert haben.
Wenn nicht bald etwas geschieht, werden wir die Nokia wohl zurückgeben und ein anderes Gerät auswählen müssen.
Bei den IPhone und Samsung die meine Kollegen vorher verwendet hatten, traten diese Probleme nicht auf.