Nokia X20 im Test: Gute Mittelklasse
  • Display
  • CPU
  • RAM/Speicher
  • 6,67'' Full HD+
  • Snapdragon 840 5G
  • 8 GB/128 GB

Nokia X20 im Test: Gute Mittelklasse

Nokia zeigte Anfang des Jahres sechs neue Smartphones, darunter mit dem X20 auch ein komplett neues Modell. Snapdragon-CPU, viel RAM, großer Speicher, großes Display, Quad-Kamera. Das klingt alles schon einmal nicht schlecht. Mit 400 Euro UVP ist es ein interessantes Gerät für alle, die einen soliden Alltags-Begleiter ohne große Schwächen suchen.

Das gefällt uns

  • gute Akku-Laufzeit
  • gute Verarbeitung
  • ordentliche Leistung
  • solide Kamera

Das gefällt uns nicht

  • dünner Sound
  • Makro-Linse

Seit seinem Comeback vor ein paar Jahren tummelt sich Nokia mit seinen Smartphones vorzugsweise in der Mittelklasse. Die Entwicklung ist nicht zu übersehen. Besonders bei der Kamera haben die Finnen in den vergangenen Jahren ordentliche Fortschritte gemacht.

Waren die ersten Geräte noch eher schwachbrüstig unterwegs, sind es mittlerweile Smartphones, die ohne jeden Zweifel konkurrenzfähig sind. Die genauen technischen Daten meines Testgerätes findet ihr wie immer in der ausklappbaren Tabelle.

Technische Daten: Nokia X20
Software Android 11 (Android One)
3 Jahre Software-Updates
Prozessor/Grafik Qualcomm® Snapdragon 480 5G
Arbeitsspeicher 6/8 GB
Speicher 128 GB
per microSD-Karte erweiterbar
Display 6,67″-Display
2400×1080 Pixel im 20:9-Format, 394 ppi,
Kamera 32 MP Frontkamera

64 MP Hauptkamera
5 MP Ultraweitwinkel
2 MP Tiefensensor
2 MP Makrosensor

Akku 4.470 mAh
Besonderheiten USB-C
Fingerprintreader im Powerbutton
3,5 mm Klinkenanschluss
Bluetooth 5.0, WiFi 802.11 ac (Wi-Fi 5)
Abmessungen, Gewicht und Farben 168,9×79,7×9,1mm
220 Gramm
Nordic Blue, Midnight Sun
Preis 399€*
Zum Shop: Nokia X20

Klassisches Nokia-Design

Designtechnisch gibt es hier keine Überraschungen. Das Display nimmt den allergrößten Teil der Front ein. Die Rahmen sind nokia-typisch etwas zu breit, um als topmodern durchzugehen. Die Frontkamera sitzt am oberen Rand in einer kleinen Punch-Hole-Notch.

Die Rückseite besteht aus Kunststoff und wird von zwei Elementen dominiert. Zum einen die Kamera mit dem Zeiss-Branding und zum anderen ein silberner Nokia-Schriftzug. Die matte Rückseite sieht nicht nur richtig gut aus, sondern hat den unschätzbaren Vorteil, dass sich Fingerabdrücke leicht abwischen lassen und nicht so sichtbar sind.

Auf der linken Seite findet ihr den dedizierten Button für den Google Assistant. Dessen Existenz hat sich mir noch nie erschlossen und seit der Einführung einer gut funktionierenden Gestensteuerung in Android ist mein Verständnis für diesen Knopf noch geringer geworden. Der Assistant lässt sich kinderleicht durch die Gesten aktivieren. Die Gestensteuerung ist dazu intuitiv und nahezu narrensicher zu bedienen. Da braucht es den Button gar nicht mehr. Ihr könnt den Button bei Bedarf deaktivieren. Leider könnt ihr ihn nicht mit einem anderen Shortcut belegen.

Neben dem Google Assistant-Button sitzt der SIM-Karten-Tray. Dort könnt ihr eine Nano-SIM und eine microSD-Karte einlegen.

Auf der rechten Seite findet ihr den Powerbutton mit dem integrierten Fingerprintreader und die Lautstärkewippe. Der Fingerprintreader erledigt einen guten Job und erkennt eure Finger zuverlässig. Bei Linkshändern kann es allerdings sein, dass die Trefferquote nicht ganz so hoch ist, sofern ihr mit dem linken Zeigefinger hinter dem Nokia X20 herumgreift. Ist nicht tragisch, sollte man aber wissen.

Über der Frontkamera sitzt die Hörmuschel (sagt man das wirklich noch so? Wie heißt das beim Smartphone?). Sie ist dezent und fällt bei einem flüchtigen Blick nicht weiter auf.

An der Unterseite gibt es etwas mehr zu sehen. Da ist zum einen der mittlerweile selten gewordene 3,5mm-Klinkenanschluss, der eigentliche Speaker und der USB-C-Port zum Laden.

Das Nokia X20 liegt gut in der Hand und lässt sich auch mit einer Hand vernünftig bedienen. Nokia betont, dass sie mit diesem Smartphone viel für die Umwelt tun. Zum einen liegt hier eine Hülle aus kompostierbarem Material bei. Die fühlt sich gut an und verbreitert das X20 optisch auch nicht allzu sehr. Das Material ist allerdings empfindlich für Farbaufnahmen aus der Umgebung. Bereits nach kurzer Zeit hatten sich meine Jeans an den Kanten verewigt. Ist bei einer Hülle kein Problem, sollte man aber wissen. Und zum anderen erklärt Nokia, dass für jedes verkaufte X20-Smartphone 20 Bäume gepflanzt werden. Falls euch das näher interessiert, findet ihr hier weitere Informationen

Das Nokia X20 ist gut verarbeitet. Es gibt keinerlei Grate oder scharfe Kanten und alle Tasten haben einen guten Druckpunkt und reagieren präzise.
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Großes Display mit guter Helligkeit

Knapp 400 Euro ruft Nokia für das X20 auf. Da dürft ihr kein Display erwarten, dass alles überstrahlt. Die Helligkeit ist aber vollkommen ausreichend, um auch bei direkter Lichteinstrahlung Inhalte gut zu erkennen. In der prallen Mittagssonne kommt das Display allerdings nicht in allen Situationen gegen das Sonnenlicht an. Aber das ist okay.

Mit 6,67“ ist es eines der größeren Displays. Da es flach ist, ist das X20 auch etwas breiter als vergleichbare Smartphones. Im unteren Teil lassen sich aber trotzdem alle Elemente mit einer Hand noch gut erreichen.

Die Farben machen einen natürlichen Eindruck. Sie sind lebendig, ohne übertrieben zu wirken. Auch der Kontrast kann sich sehen lassen. Alles in allem ist es ein gutes Display. Es ragt weder besonders heraus, noch hat es große Schwächen. Solider Durchschnitt.

Ordentliche Leistung

Mit dem verbauten Snapdragon 480 5G kam Anfang 2021 auch das schnelle mobile Internet in die Einstiegsklasse der Smartphones. Die Achtkern-CPU läuft im Alltag rund und dem X20 gehen Tasks in aller Regel flüssig von der Hand.

Bei Spielen ist die Performance naturgemäß nicht so hoch wie bei den Oberklasse-Smartphones. Ladevorgänge dauern bspw. etwas länger als bei Highend-Geräten. Die Spiele selbst laufen in den meisten Fällen aber vernünftig. Asphalt 9 ließ sich in hohen Details problemlos spielen. PUBG mobile lief auch einwandfrei. Bei richtig grafisch anspruchsvollen Titeln solltet ihr allerdings die Detailstufen herunterdrehen, um ein angenehmes Spielerlebnis zu bekommen.

Es gibt etwas vorinstallierte Software, namentlich Amazon und Netflix. Finde ich persönlich nicht so prickelnd, aber wenigstens sind es Apps, die für die allermeisten Menschen einen Nutzen haben. Von daher kann ich damit leben. Im Auslieferungszustand sind von den 128 GB noch 109 GB frei. Falls euch die 128 GB nicht ausreichen, steht euch ein freier microSD-Kartenslot zur Verfügung. Leider hat Nokia nicht mitgeteilt, wie groß die microSD-Karte maximal sein kann. Unsere bisherigen Testgeräte ließen sich um bis zu 512 GB erweitern. Von daher gehe ich davon aus, dass es auch hier der Fall ist.

Bei den Updates verspricht Nokia drei Jahre Systemupdates und Sicherheitspatches. Das ist mehr als die meisten anderen Anbieter in dieser Preisklasse anbieten und dafür verdient Nokia Lob.

Der Akku umfasst 4470 mAh und soll bis zu zwei Tage durchhalten. Sofern ihr die üblichen Stromfresser wie Spiele oder Bildbearbeitung nicht allzu ausgiebig nutzt, kommt ihr locker über den Tag. Da bei mir Bildbearbeitung immer mit am Start ist, habe ich die zwei Tage im Alltag nicht ganz erreicht. Nach etwas über 1,5 Tagen war bei mir dann Schluss. Aber auch das ist ein guter Wert, zumal sich der Zeitraum ja noch erweitern lässt.

Für eine volle Ladung benötigt ihr so um die 90 Minuten. Ein Ladegerät ist übrigens nicht im Lieferumfang enthalten, sondern lediglich ein USB-C-Kabel.

Das Nokia X20 leistet sich insgesamt bei der Performance keine Aussetzer. Es läuft im Alltag rund und flüssig und kommt bei anspruchsvollen Tasks kaum ins Schwitzen.
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Gute Kamera mit Luft nach oben

Bei den Kameras hat Nokia in den vergangenen Jahren leider im Vergleich zur Konkurrenz immer etwas geschwächelt. Das Setup des X20 ist mit seinen nominell vier Kameras am Puls der Zeit.

Allerdings ist es im Kern eine Triple-Kamera. Eine der Linsen ist ein 2MP-Sensor für Tiefeninformationen. Damit bekommt ihr ein ordentliches Bokeh. Die vierte Kamera hat ebenfalls 2 MP und dient für Makroaufnahmen. Und die könnt ihr getrost vergessen. Bei einwandfreien Lichtverhältnissen und klar abgegrenzten Motiven bekommt ihr ein brauchbares Ergebnis. Aber in den allermeisten Fällen ist das Ergebnis nicht überzeugend. Nutzt für Nahaufnahmen lieber die Hauptkamera und croppt dann das Bild zurecht.

Die Hauptkamera löst mit 64 MP auf und liefert in den allermeisten Fällen auch gute Bilder. Die Dynamik und die Farben sind stimmig und auch nicht übertrieben. Falls ihr einen größeren Bildausschnitt einfangen wollt, bekommt ihr einen 5 MP Ultraweitwinkel. Der macht auch ordentliche Fotos bei Tageslicht. Bei Nacht solltet ihr ihn allerdings nicht nutzen. Die Fotos werden sehr schnell verrauscht.

Der Nachtmodus. Das war nicht immer Nokias Stärke. Hier hat Nokia aber eindeutig nachgebessert. Die Farben und die originale Lichtstimmung werden jetzt deutlich besser eingefangen als bei früheren Modellen.

Allerdings solltet ihr in der Dämmerung darauf achten, dass automatisches HDR deaktiviert ist. Das sorgt in schwierigen Lichtsituationen für ziemlich gruselige Ergebnisse. Außerdem gibt es in diesem Fall auch eine Neigung zu Unschärfen

Die Frontkamera löst mit 32 MP auf und erledigt bei gutem Licht einen tadellosen Job und produziert ein gutes Bokeh. Bei schlechten Lichtverhältnissen lässt die Leistung nach. Das ist aber keine Überraschung.

Die Kamera-App bietet euch neben den üblichen Funktionen auch einen Pro-Modus. Falls ihr also gerne die Kontrolle über eure Fotos behaltet, dann ist das für euch der Modus der Wahl.

Für die Video-Freunde gibt es den Kino-Modus. Dort stehen euch verschiedene Filter zur Verfügung, mit denen ihr schnell und einfach die Videos in einem unterschiedlichen Look abspeichern könnt.

Für alle gezeigten Beispielbilder gilt wie immer, dass sie nicht bearbeitet wurden.

Die Marko-Kamera kann Nokia beim nächsten Modell gerne streichen. Außerdem sollten die Finnen am Verhalten des HDR bei schlechtem Licht feilen. Das ist in sehr vielen Fällen zu viel des Guten.
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Der Klang ist durchschnittlich

Das Nokia X20 wartet mit einem Mono-Speaker an der Unterseite auf. Wie bei allen Smartphones ist der Klang für den gelegentlichen Musik-Genuss in Ordnung, aber nicht wirklich gut.

Bei halber Lautstärke bekommt ihr einen höhenlastigen Klang, in dem die Mitten noch gut erkennbar sind und die Tiefen gelegentlich auftauchen. Ein Basedrum wird erkannt, der normale Bass hingegen geht unter. Die Höhen sind dominant, aber nicht schrill. Musik macht daher nicht so richtig Spaß. Bei Sprache stört es nicht.

Reißt ihr die Lautstärke auf, dann bekommt ihr viel Krach. Das Nokia X20 kann richtig laut werden. Wie bei allen Smartphones leidet die Qualität unter der Lautstärke. Tiefen und Mitten verabschieden sich. Die Höhen bleiben übrig und klirren fröhlich vor sich hin. Anders ausgedrückt: Dreht die Lautstärke nicht voll auf. Macht keinen Spaß.

Den Speaker solltet ihr übrigens tunlichst nicht verdecken. Er liefert den alleinigen Klang. Der obere Speaker trägt nichts zum Sound bei.
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Fazit Nokia X20: Gutes Smartphone mit großer Konkurrenz

Nokia bietet mit dem X20 ein gutes Smartphones an, das sich keine großen Schnitzer leistet. Es ist fix, robust, bietet ein gutes Display und eine vernünftige Kamera. Es gibt keinen Grund, der wirklich gegen das Nokia X20 spricht.

Allerdings ist die Konkurrenz im Bereich bis 400 Euro hoch. Gerade Samsung und Xiaomi haben wir jüngst richtig gute Geräte vorgelegt, die nicht nur bei der Kamera teils deutlich mehr bieten. Einen Vergleich von verschiedenen Smartphone-Kameras bis 400 Euro findet ihr an dieser Stelle.

Auch das bisherige Alleinstellungsmerkmal von Nokia, die schnellen Updates über einen langen Zeitraum, gerät unter Druck. Samsung hat dort zumindest auf dem Papier mit seinen angekündigten vier Jahren Updates die Nase mittlerweile vorn.

Wie gesagt: Es gibt keinen Grund, der gegen das Nokia X20 spricht. Es ist in dieser Preisklasse allerdings nicht allein, so dass ihr mittlerweile die Qual der Wahl habt. Das mag für das Nokia vielleicht nicht die allerbequemste Situation sein. Aber für euch schon. Ihr könnt euch wirklich das für euch passende Smartphone heraussuchen.

Zum Shop: Nokia X20

*Stand: 05/2021

Veröffentlicht von

Hat seine ersten Gehversuche auf dem Amiga 500 und aus Guybrush Threepwood einen mächtigen Piraten gemacht. Mittlerweile ein Fan von richtig guter Smartphone-Fotografie und demensprechend viel auf Instagram unterwegs.

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