Nubia RedMagic 7 im Test: Maximale Leistung, phänomenales Display, durchschnittliche Ausdauer

      Nubia RedMagic 7 im Test: Maximale Leistung, phänomenales Display, durchschnittliche Ausdauer

      Mit dem RedMagic 7 frischt Nubia die hauseigene Reihe der Gaming-Smartphones auf. Im Vergleich zum Vorgänger gibt es auf den ersten Blick nur minimale Veränderungen, die vor allem den SoC betreffen. Wir haben uns beim Test des nagelneuen Gaming-Smartphones genauer angesehen, ob es dabei bleibt.

      Das gefällt uns

      • sehr viel Leistung
      • schickes, modernes Design
      • Lieferumfang mit Hülle und 65W-Netzteil
      • einwandfreie Verarbeitung und Haptik
      • großes, helles OLED-Display mit 165 Hz
      • schneller Fingerabdruckscanner mit Pulsmesser
      • Weitwinkel-Kamera mit brauchbarem Nachtmodus
      • rasante Ladegeschwindigkeit
      • praktische Gaming-Features
      • Klinkenanschluss
      • effizientes Kühlsystem
      • gutes PLV

      Das gefällt uns nicht

      • durchschnittliche Akkulaufzeit
      • maue Ultraweitwinkel-Performance
      • Speicher nicht erweiterbar
      • höhenlastige Lautsprecher
      • Pfeifen bei höchster Lüfterstufe

      Erst im Herbst des letzten Jahres musste sich das Nubia RedMagic 6s Pro als „Europa-Neuling“ im Verglich mit dem etablierten ASUS ROG Phone 5 und Lenovo Legion Phone Duel 2 beweisen (Smartphone-Vergleich). Zwar hat das ROG Phone 5 gewonnen, jedoch nur knapp – außerdem lässt ASUS sich das ROG Phone gut bezahlen. Das RedMagic 6S Pro konnte jedoch nicht nur mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen, sondern auch mit (zum Testzeitpunkt) leistungsstärkstem SoC, sehr coolem Design samt transparenter Rückseite, robuster Verarbeitung sowie blitzschnellem 165-Hz-AMOLED-Display.

      Das RedMagic 7 kommt ab Werk mit Android 12 und der Hersteller-UI RedMagic 5.0 daher. Dazu gibt es den brandneuen Snapdragon 8 Gen 1 und bis zu 16 GB RAM. Bei der Pro-Version gibt es einige Unterschiede, so sind bis zu 18 GB RAM und 1 TB Speicher möglich. Die Selfie-Cam sitzt zudem unter dem Display, das eine Abtastrate von 960 Hz bietet. Dafür ist die Bildwiederholrate des AMOLED-Displays selbst mit 120 Hz etwas niedriger als bei der Non-Pro-Version. Das 7 Pro bietet dafür noch einen Akku mit 5.000 statt 4.500 mAh und Schnellladen mit bis zu 135W. So soll das Gaming-Smartphone in ca. 15 Minuten vollständig geladen sein.

      Technische Daten: ROG Phone 5s Pro, Legion Phone Duel 2, RedMagic 6S Pro / 7 / 7 Pro
      Smartphone ROG Phone 5s Pro Legion Phone Duel 2 RedMagic 6S Pro RedMagic 7 RedMagic 7 Pro
      Android (Release) Android 11
      ROG UI
      Android 11
      Legion OS 12.5
      Android 11
      RedMagic 4.5
      Android 12
      RedMagic 5.0
      SoC Snapdragon
      888+
      Snapdragon
      888
      Snapdragon
      888+
      Snapdragon 8 Gen 1
      Grafikchip
      Adreno 660
      Adreno (730)
      RAM 18 GB
      LPDDR5
      12 / 16 GB
      LPDDR5
      12 / 16 GB
      LPDDR5
      8 / 12 / 16 GB
      LPDDR5
      12 / 16 / 18 GB
      LPDDR5
      Speicher
      512 GB
      UFS 3.1
      nicht
      erweiterbar
      256 / 512 GB
      UFS 3.1
      nicht
      erweiterbar
      128 / 256 GB
      UFS 3.1
      nicht
      erweiterbar
      128 / 256 / 512 GB
      UFS 3.1
      nicht
      erweiterbar
      128 / 256 / 512 / 1024 GB
      UFS 3.1
      nicht
      erweiterbar
      Display 6,78″ AMOLED
      300 Hz Abtastrate
      800 nits
      Gorilla Glas Victus
      6,92″ AMOLED
      720 Hz Abtastrate
      k.A.
      Gorilla Glas
      6,8″ AMOLED
      720 Hz Abtastrate
      700 nits
      Gorilla Glas 6
      6,8″ AMOLED
      720 Hz Abtastrate
      700 nits
      2,5D Gorilla Glas
      6,8″ AMOLED
      960 Hz Abtastrate
      600 nits
      2,5D Gorilla Glas
      100% DCI-P3
      Auflösung 1080 x 2448px
      395 PPI
      1080 x 2460px
      388 PPI
      1080 x 2400px
      387 PPI
      1080 x 2400px
      387 PPI
      Max. Bildrate
      144 Hz
      165 Hz 165 Hz 120 Hz
      1. Kamera 64 MP, f/1.8, 26mm (Weitwinkel) 64 MP, f/1.9, 25mm (Weitwinkel) 64 MP, f/1.8 (Weitwinkel)
      2. Kamera 13 MP, f/2.4, 11mm, 125˚ (Ultraweitwinkel) 16 MP, f/2.2, 123˚, 16mm (Ultraweitwinkel) 8 MP, f/2.0, 120˚, 13mm (Ultraweitwinkel)
      3. Kamera 5 MP, f/2.0, (Makro) 2 MP, f/2.4 (Makro)
      Selfie-Kamera 24MP 44MP
      ausfahrbar
      8MP 16MP (Under-Display)
      Anschlüsse USB 2.0 Typ-C
      USB 3.2 Typ-C
      Klinkenanschluss
      USB 2.0 Typ-C
      USB 3.2 Typ-C
      USB Type-C 3.2
      Klinkenanschluss
      USB Type-C 3.2
      Klinkenanschluss
      Konnektivität 5G
      Wi-Fi 802.11
      a/b/g/n/ac/6e
      Bluetooth 5.2
      A-GPS, GLONASS,
      GALILEO, BDS, QZSS, GNSS
      NFC
      5G
      Wi-Fi 802.11
      a/b/g/n/ac/6
      Bluetooth 5.2
      A-GPS, GLONASS,
      GALILEO, BDS, QZSS
      NFC
      5G
      Wi-Fi 802.11
      a/b/g/n/ac/6e
      Bluetooth 5.2
      A-GPS, GLONASS,
      GALILEO, BDS
      NFC
      SIM
      Kartenslot: dual
      Kartengröße: nano
      Bedienung
      10-Finger-Multitouch
      Glove Touch
      Fingerabdrucksensor
      (Display)
      2 Sondertasten
      10-Finger-Multitouch
      Glove Touch
      Fingerabdrucksensor
      (Display)
      6 Sondertasten
      10-Finger-Multitouch
      Glove Touch
      Fingerabdrucksensor
      (Display)
      2 Sondertasten
      Sensoren
      Gyroskop
      E-Kompass
      Laser-Autofokus
      Umgebungslicht
      Hallsensor
      Beschleuniger
      Ultraschall
      Gyroskop
      E-Kompass
      Umgebungslicht
      Hallsensor
      Beschleuniger
      Näherungssensor
      Ultraschall
      Mehrdimensionale Vibrationssteuerung
      Gyroskop
      E-Kompass
      Umgebungslicht
      G-Sensor
      Näherungssensor
      Sensor-Hub
      Gyroskop
      E-Kompass
      Umgebungslicht
      G-Sensor
      Näherungssensor
      Sensor-Hub
      Pulsmesser (FAS)
      Akku 6.000 mAh
      Laden: 65W
      5.500 mAh
      Laden: 2x 45W
      5.050 mAh
      Laden: 30W / 66W (optional)
      4.500 mAh
      Laden: 65W (Europa) / 120W (China)
      5.000 mAh
      Laden: 135W
      Maße 17,3 x 7,7 x 0,99 cm 17,6 x 7,85 x 0,99 cm 16,99 x 7,72 x 0,98 cm 17,06 x 7,83 x 0,95 cm 17,06 x 7,83 x 0,95 cm
      Gewicht 238g 259g 220g 215g 235g
      UVP (Testgerät) 999 Euro (256/16 GB) 899 Euro (512/16 GB) 729 Euro (256/16 GB) ca. 660 Euro Marktpreis (128/8 GB)* nur China*
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      65-Watt-Ladegerät für Europa

      Beim Lieferumfang musst du keine Abstriche machen, die mittlerweile bei normalen Highend-Smartphones der Fall sind. Das RedMagic 7 wird inklusive gummiertem, halbtransparentem Bumper, SIM-Pikser, Ladekabel und 65W-Netzteil ausgeliefert. Du bist also sofort startbereit. Mir gefällt zudem, dass auf dem Display ab Werk eine Schutzfolie angebracht ist.

      Schickes Design mit Gaming-Details

      Das RedMagic 7 gibt es in drei unterschiedlichen „Farben“, wobei das „Night Knight“ des Testsamples am unauffälligsten daherkommt. Unter der dunklen Glas-Rückseite befinden sich unterschiedliche Texturen, so sitzt mittig eine Linie mit Brushed-Alu-Look und darum befinden sich Bereiche, die vor allem im Gegenlicht coole Reflektionen wiedergeben. Auf der unteren Hälfte hat Nubia das RedMagic-Logo als RGB-Beleuchtung platziert, auf der Oberseite befindet sich ein Luftauslass sowie die vertikal angeordnete Triple-Cam mit LED-Blitz.

      Ebenfalls ungewöhnlich für ein Smartphone sind der seitliche Lufteinlass und die rote Schiebetaste oben am linken Rahmen, mit der sich das Gaming-Center starten lässt. Die Rahmen auf der Vorderseite sind für ein Gaming-Smartphone relativ schmal, allerdings verfügt das RedMagic 7 auch über keinen echten Stereo-Lautsprecher. Bei der Non-Pro-Version befindet sich die Selfie-Cam im oberen Rahmen und nicht unter dem Display.

      RedMagic 7 und 7 Pro sind noch in der sehr auffälligen Variante „Cyber Neon“ und „Deuterium Transparent“ erhältlich. Letztere bietet mit einer teilweise durchsichtigen Rückseite ein ziemlich einzigartiges Design. Die unauffälligere Version heißt beim 7 Pro übrigens „Polar Night Black“ und bietet auf der Rückseite ein etwas anderes Layout als das Standard-Modell.

      Glas und Alu sind tadellos verarbeitet

      Das RedMagic 7 bringt wie die meistens Gaming-Smartphones mit 215g ohne Hülle ein überdurchschnittlich hohes Gewicht auf die Waage. 6,8″-Display, Metallrahmen und Glasrückseite sowie ein ausgeklügeltes Kühlsystem mitsamt aktivem Lüfter wiegen halt einfach etwas mehr. Bei der Verarbeitung leistet sich Nubia wie schon zuvor keine Schnitzer. Alles ist tadellos gefräst und auch die Glas-Rückseite fühlt sich sehr hochwertig an. Die Spaltmaße um die Hauptkamera sind zudem so schmal, dass sich selbst dort kaum Schmutz ansammeln kann.

      Top: Sogar die Hülle besteht nicht nur aus Hartplastik, sondern aus einem stabilen Gummi, der nicht nur langlebiger ist, sondern auch Stürze besser abfedert.

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      Flotter Fingerprint-Sensor mit Pulsmesser

      Der Fingerprintsensor ist wie beim Vorgänger im Display untergebracht. Er reagiert unmittelbar und zuverlässig auf Eingaben. Das RedMagic 7 lässt sich ebenfalls mit dem Gesicht entsperren, da die Selfie-Kamera im Rahmen untergebracht ist. Das klappte im Test ebenfalls sehr flott. Wer möchte, kann mit dem Fingerprintreader sogar den eigenen Puls messen, denn Nubia hat den Pulsmesser im Display integriert.

      RedMagic gibt dir die Klinke in die Hand

      Das Gaming-Smartphone hat an der Unterseite einen USB-C-Port, der nach dem 3.0-Standard zertifiziert ist. Da es den 3.0-Standard so nicht mehr gibt und keine dedizierte „Gen“ angegeben ist, dürfte der Anschluss maximal 5 GBit/s übertragen. Das RedMagic 7 hat zudem noch einen mittlerweile selten gewordenen 3,5mm-Klinkenanschluss an der Oberseite.

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      AMOLED-Display mit 6,8″ und 165 Hz

      Das RedMagic 7 setzt auf ein 6,8″ großes AMOLED-Display mit einer FHD+-Auflösung (2400 x 1080 Pixel). Die maximale Bildwiederholrate liegt bei 165 Hz ist damit so hoch wie beim Vorgänger. Sie lässt sich in den Stufen 60, 90, 120 sowie 165 Hz festlegen, es gibt aber keine adaptive Bildwiederholrate. Für die meisten Inhalte sind 90 Hz ausreichend, nur bei Spielen kannst du mit 165 Hz noch zwei Gänge höher schalten. Da viele Spiele ein Framerate-Limit von 60 Bildern pro Sekunde haben, ist das jedoch nur selten wirklich sinnvoll.

      Die maximale Helligkeit des Displays liegt laut Datenblatt bei 700 nits. Ich habe zwar leider keine Möglichkeit, das zu messen, allerdings scheint seit ein paar Tagen tatsächlich mal wieder die Sonne. Siehe da, Inhalte lassen sich selbst bei direkter Sonneneinstrahlung noch problemlos erkennen. Du musst also im Alltag keine Rücksicht auf deine Umgebung oder Lichtquellen hinter dir nehmen.

      Die Farbdarstellung ist ab Werk eher knallig eingestellt, lässt sich jedoch im Menü ändern. Neben den Modi „Normal“, „Lebendig“ und „Natürlich“ gibt es auch eine Anzeige für P3 und sRGB. Die Farbtemperatur lässt sich ebenfalls individuell einstellen.

      Auf dem Display ist ab Werk eine Schutzfolie angebracht, zusätzlich sorgt ein nicht näher spezifiziertes Gorilla-Glas für Schutz vor einem Displaybruch. Ich würde dir jedoch trotzdem immer die mitgelieferte Hülle ans Herz legen. Das Gaming-Smartphone lässt sich übrigens auch mit dünnen Stoffhandschuhen bedienen, was gerade im Winter ganz praktisch ist.

      Android 12 mit hauseigener RedMagic-5.0-UI

      Wie bei so gut wie allen Gaming-Smartphones kommt auch beim RedMagic 7 eine herstellereigene Oberfläche zum Einsatz. Im Vergleich zu den sehr verspielten Versionen, die man bspw. bei ASUS oder auch Lenovo antrifft, geht Nubia es etwas gelassener an. Icons werden normal dargestellt und es gibt auch keinen dedizierten Gaming-Modus, der bspw. das Design der Oberfläche und des Hintergrundbildes ändert. Dafür befinden sich auf dem Startbildschirm bereits ein paar Widgets, die dir deine tägliche Spielzeit anzeigen oder als Schnellzugriff für den Pulsmesser und den Lüfter fungieren.

      Wie die meisten Gaming-Smartphones hat auch das RedMagic 7 zwei Schultertasten an der rechten Seite, die sich bei horizontaler Nutzung problemlos mit den Zeigefingern erreichen lassen. Zusätzlich gibt es eine dedizierte Schieberegler, nach dessen Betätigung sich der Gaming-Bereich automatisch startet. Von hier aus kannst du nicht nur deine Games mit dem Game Assistent verknüpfen, sondern auch separat erhältliches Zubehör steuern, Plugins installieren sowie diverse Netzwerk- und auch sonstige Einstellungen vornehmen.

      In Games steht dir dann wie erwähnt der Game Assistent zur Verfügung, mit dem du aktuelle Daten wie Taktraten, Netzwerkauslastung oder Akkustand ablesen kannst. Über den Game Assistent sind aber auch alle Schnellzugriffe erreichbar, zudem kannst du das Leistungsprofil oder die Abtast- sowie Bildwiederholrate ändern und viele weitere Einstellungen vornehmen.

      Schon öfter wurden in Tests von Nubia-Smartphones diverse Fehler bei der Übersetzung im OS bemängelt und tatsächlich sind diese immer noch zu finden. Sie sind jedoch nicht so gravierend, dass sie Nutzer*innen vor ungeahnte Schwierigkeiten stellen. Meistens handelt es sich lediglich um englische Begriffe oder falsche Übersetzungen, so zum Beispiel „Bildschirm-Neuladerate“ oder „Untere Kante Hubschalteranwendung“. Die guten alten Übersetzungen direkt ins Deutsche sind natürlich ein Knaller.

      Ab Werk wird das RedMagic 7 mit Android 12 ausgeliefert. Zum Testzeitpunkt befand sich das letzte Sicherheitsupdate auf dem Stand vom 1. Januar 2022.

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      Keine Leistungskompromisse dank Snapdragon 8 Gen 1

      Der Snapdragon 8 Gen 1 klingt wie ein neuer USB-Standard, ist aber der schnellste 2022er SoC von Qualcomm und kommt mit der Adreno-730-Grafikeinheit daher. Wahlweise stehen 8 oder 12 GB RAM bei der Non-Pro-Version des RedMagic 7 zur Verfügung. Dementsprechend musst du dir sowohl im OS selbst als auch bei der Videobearbeitung oder vielen parallel offenen Apps keine Sorgen machen. Alle Befehle werden ohne Verzögerung ausgeführt.

      In Spielen kannst du zudem immer mit der höchsten Auflösung unterwegs sein, so hatte ich selbst mit dem HD-Texturenpaket bei Grid Autosport keine Probleme und alles lief butterweich. Auch andere 3D-Spiele wie PUBG, League of Legends: Wild Rift, Call of Duty: Mobile oder CSR Racing 2 stellen kein Problem für das Gaming-Smartphone dar.

      Das Problem bleibt eher die Unterstützung von hohen Bildwiederholraten und Framerates in Spielen. Viele Android-Titel wie z.B. Genshin Impact oder Mobile Legends laufen nämlich maximal mit 60 FPS und somit auch nur mit 60Hz. Eine Ausnahme bildet bspw. Real Racing 3, das immerhin bis zu 90 FPS darstellen kann. Hier wäre also ein Modus wünschenswert, der die Bildwiederholrate automatisch an die höchstmögliche Framerate im jeweiligen Spiel anpasst.

      Triple-Cam performt wie erwartet

      Das RedMagic 7 setzt genau wie das 6S Pro auf eine Triple-Cam als Hauptkamera. Mit dabei sind ein Weitwinkel mit 64 MP, ein Ultraweitwinkel mit 8 MP und die obligatorische Makro-Linse mit 2 MP. Das Setup ist damit identisch zum Vorgänger und dementsprechend kannst du auch mit der ähnlichen Kamera-Performance rechnen. Bei Tageslicht überzeugt das Weitwinkel-Objektiv durchaus mit brauchbaren Aufnahmen und dürfte für die meisten Gamer*innen mehr als ausreichend sein. Das Ultraweitwinkel kann jedoch nicht wirklich punkten, da die Fotos verwaschen und detailarm sind, außerdem lässt die Dynamik zu wünschen übrig.

      Wer Kamera-Module von Highend-Smartphones aus dem Hause Huawei, Samsung oder Xiaomi gewohnt ist, dürfte vor allem einen optischen Zoom und einen optischen Bildstabilisator vermissen. Bei Aufnahmen mit weniger Licht gehen vor allem Details schnell verloren und die Fotos wirken matschig. Der Nachtmodus schafft hier tatsächlich Abhilfe, wenn das Gaming-Smartphone ruhig gehalten wird. Als Resultat kommen deutlich mehr Details zum Vorschein.

      Die Makro-Linse bietet mit lediglich 2 MP zwar keinen echten Mehrwert, Nahaufnahmen sind so aber immerhin überhaupt möglich. Sinnvoll finde ich zudem die Lupenfunktion, die den Bereich farblich markiert, der im Fokus sitzt. Die Kamera-App bietet zudem noch viele weitere coole Funktionen, die so nicht unbedingt gängig sind. Mit dabei zum Beispiel Star trail, Sternenhimmel, Light draw, Clone, Zoom-Unschärfe, Bild einfrieren, Phantom oder auch Kunst-Kamera. Beispiele von einigen Effekten findest du in der folgenden Bildergalerie.

      Die Aufnahmen der Selfie-Cam sind durchschnittlich. Mit nur 8 MP werden gerade feine Details wie Haare etwas verwaschen dargestellt. Mit ausreichend vorhandenem Licht sind die Ergebnisse zumindest brauchbar, einige Wettbewerber bieten hier jedoch schon mehr.

      Bleibt handwarm beim Zocken

      Das RedMagic 7 bietet drei unterschiedliche Leistungsmodi, die sich im Game Assistent einstellen lassen. Anhand der Benennung der Modi merkt man dem OS an, dass noch nicht alles 100%ig sitzt. So klingt „Balance“, „Anstieg“ und „Darüber hinaus“ sehr nach Google-Übersetzung, der Zweck wird aber klar. Ich habe im Modus „Anstieg“ einige Runden in Grid Autosport gedreht und das Gaming-Smartphone wurde nach längerer Zeit auch wärmer (41,5° am Gehäuse gemessen), ließ sich aber jederzeit noch problemlos an allen Seiten anfassen. Der Modus „Darüber hinaus“ sorgte für noch höhere Temperaturen, ohne jedoch zu einer heißen Glasrückseite zu führen.

      Wer möchte, kann der Temperaturentwicklung mit dem internen Lüfter entgegenwirken. Der Lüfter verfügt über zwei Stufen. Die erste ist mit einem deutlich hörbaren Rauschen trotzdem noch akzeptabel, die zweite Stufe lässt sich höchstens mit Kopfhörern nutzen. Zu dem Rauschen gesellt sich nämlich noch ein hochfrequenter Pfeifton. In der Bahn würde ich meinen Sitznachbarn beide Zustände übrigens nicht antun. Inwieweit sich der Lüfter auf die Temperaturen auswirkt, lässt sich leider nur schwer nachvollziehen.

      Insgesamt würde ich es beim ersten oder zweiten Leistungsmodus belassen, denn auch so steht dir in allen Games genügend Performance zur Verfügung.

      Ausbaufähige Akkulauf-, kurze Ladezeit

      Das RedMagic 7 setzt auf einen (für ein Gaming-Smartphone relativ kleinen) 4.500-mAh-Akku, bei der Pro-Version ist der Akku mit 5.000 mAh etwas größer. Für einen Tag ist das bei normaler Benutzung mehr als ausreichend, bei einer ausgiebigen Gaming-Session sieht es dann aber schon anders aus. Vor allem bei maximaler Bildwiederholrate können dann schon 2 Stunden 60-70% Akkulaufzeit kosten.

      Immerhin lässt sich der Akku sehr schnell wieder aufladen. Mit dem 65-Watt-Netzteil stehen nach 15 Minuten wieder 62% und nach 30 Minuten 98% auf der Uhr. Theoretisch unterstützt das RedMagic 7 sogar Schnellladen mit bis zu 120 Watt, das ist jedoch nur in China der Fall. Mit dem passenden Ladegerät wäre das Gaming-Smartphone dann angeblich sogar nach ca. 15 Minuten wieder komplett einsatzbereit. Inwieweit diese Ladegeschwindigkeit für den Akku zuträglich ist, lässt sich jedoch nur schwer nachvollziehen.

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      Lautsprecher mit höhenbetonter Abstimmung

      Während andere Gaming-Smartphones mit vorderseitig verbauten Stereo-Speakern daherkommen, setzt das RedMagic 7 auf ein normales Setup mit einem Lautsprecher oben an der Vorderseite und einem zweiten, der nach unten strahlt. Damit fällt das Klangbild natürlich nicht ganz so gleichmäßig aus, wie es bei symmetrisch verbauten Speakern der Fall ist. Bis zu einem Pegel von ca. 70% lässt sich Musik jedoch problemlos hören.

      Die Abstimmung ist insgesamt eher höhenlastig und Tiefen kommen nur leicht zur Geltung. Das ist zwar bei den meisten Gaming-Smartphones der Fall, Wettbewerber wie das Legion Phone Duel 2 neigen aber selbst bei maximaler Lautstärke nicht zu schrillen Höhen. Ich würde den Pegel insgesamt nicht höher als 60-70% drehen, die Lautstärke reicht aber für die meisten Fälle auch locker aus.

      Fazit: Nubia RedMagic 7

      Wie schlägt sich das RedMagic 7 nun unterm Strich? Auf der Haben-Seite stehen maximale Performance dank Snapdragon 8 Gen 1 und ein tolles AMOLED-Display mit 165 Hz und hoher Helligkeit. Design, Verarbeitung und Haptik überzeugen im Test genauso wie auch der schnelle Fingerabdrucksensor. Dazu gibt es praktische Gaming-Features wie die Schultertasten, unterschiedliche Leistungsmodi und eine dedizierte Gaming-UI mit vielen Funktionen sowie einen Klinkenanschluss, der auch heute noch gerne gesehen wird.

      Die Weitwinkel-Linse kann im Alltag bei ausreichendem Licht und normalen Ansprüchen durchaus überzeugen, das Ultraweitwinkel könnte aber mittlerweile mal ein Upgrade und einen neuen Sensor vertragen. Mit 2MP ist das Makro zudem eher als nettes Beiwerk zu betrachten. Bei wenig Licht schwächelt leider auch der Hauptsensor bei Details und Schärfe, mit dem Nachtmodus werden Fotos hingegen wieder spürbar besser.

      Schade: Der Speicher ist nicht erweiterbar, so ist die Version mit 128GB heutzutage eigentlich nicht mehr empfehlenswert. Unverständlich ist auch, warum Nubia den Akku auf schmale 4.500mAh verkleinert hat. Zwar lässt er sich dank 65W-Ladegerät (Europa) schnell aufladen, für lange Gaming-Sessions an einem Gaming-Smartphone mit großem und schnellem Display ist das aber nur bedingt eine Alternative.

      Das effiziente Kühlsystem sorgt immerhin dafür, dass das Gaming-Smartphone selbst bei andauernder Last nicht zum heißen Stein werden lässt. Wer möchte, kann zudem noch den internen Lüfter aktivieren. In der Öffentlichkeit stellt dieser angesichts der deutlich wahrnehmbaren Geräuschkulisse jedoch keine ideale Lösung dar. Bei den Speakern hätte ich mir zudem eine etwas neutralere Abstimmung gewünscht.

      Insgesamt bleibt das RedMagic 7 damit ein empfehlenswertes Gaming-Smartphone, wenn du nach viel Leistung, tadelloser Verarbeitung und einem flotten Display suchst. Unsere Testversion mit 12 / 128 GB ist im Netz ab ca. 660 Euro* zu finden und bietet dafür viel für den Preis. Ich würde jedoch immer zur Version mit mindestens 256 GB Speicher raten, die ab ca. 720 Euro* erhältlich ist. Aktuelle Gaming-Smartphones von ASUS oder Lenovo bieten in den meisten sekundären Bereichen wie Akkulaufzeit, Displayhelligkeit und Sound etwas mehr, kosten aber auch dementsprechend viel.

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      Stand: März 2022

      Veröffentlicht von

      Die Leidenschaft fürs Zocken wurde bereits in den frühen 90ern mit Bubble Bobble am Sega Master System II geweckt. Spielt mittlerweile hauptsächlich am PC und hätte gerne viel mehr Zeit, um sich seinem ständig wachsenden Pile of Shame zu widmen.

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