Nvidia bringt GeForce-800M-Serie für Notebooks auf den Markt

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Nvidia stellt an diesem Mittwoch seine neue Notebook-GPU-Serie GeForce 800M offiziell vor. Vermutlich nicht zufällig lassen sich dabei gewisse Parallelen zum aktuellen Desktop-GPU-Portfolio des kalifornischen Chipspezialisten ausmachen, da zunächst nur die Einsteiger- und Mittelklasse-Grafikchips der neuen Modellreihe auf der besonders effizienten Maxwell-Architektur basieren. Die absoluten High-End-Mobil-GPUs entstammen hingegen weiter der Kepler-Familie.

Heute feiert Nvidia den Marktstart von insgesamt sechs neuen Mobil-Grafikchips. Im unteren Leistungssegment (Mulitmedia-Notebooks) sind das GeForce 830M und 840M, die beide auf Maxwell basieren, in der gehobeneren GTX-Kategorie (Gaming-Laptops) sind es die GeForce GTX 850M (Maxwell), 860M (Kepler oder Maxwell) sowie 870M (Kepler) und 880M (Kepler). Der Vollständigkeit halber muss an diese Stelle auch noch die GeForce 820M erwähnt werden, die zumindest auf dem Papier ebenfalls zur 800M-Serie gehört. Der Chip wird allerdings bereits seit wenigen Monaten in Geräten verbaut, basiert noch auf der rund vier Jahre alten Fermi-Architektur und markiert die aktuell unterste Leistungsgrenze der mobilen GeForce-GPUs.

Im Gegensatz zum schärfsten Konkurrenten im PC-Grafikchipmarkt AMD setzt Nvidia mittlerweile auf ein recht breites Spektrum an speziellen Software-Features, die exklusiv von GeForce-GPUs unterstützt werden. Mit dem Marktstart der GeForce-800M-Serie schaffen nun die bereits von Desktop-Grafikkarten her bekannten Features ShadowPlay (Aufzeichnen von PC-Spielen) und GameStream (Streaming von PC-Spielen vom Computer zu Nvidia Shield) den Sprung hinüber ins Notebook-Segment. Darüber hinaus führt der Grafikkarten-Spezialist eine neue Technologie namens „Battery Boost“ ein, die die Akkulaufzeit von Gaming-Notebooks während des Spielens deutlich verlängern soll und die Optimus-Technologie somit sinnvoll ergänzt. Konfigurationsmöglichkeiten für Battery Boost werden genau wie die Funktionen ShadowPlay und GameStream in die Nvidia-Applikation GeForce Experience integriert und von allen Grafikchips der GTX-800M-Reihe unterstützt. GeForce 840M und 830M haben hingegen das Nachsehen.

Die gesamte Nvidia GeForce-800M-Serie wird im 28-Nanometer-Prozess bei TSMC gefertigt und die meisten Grafikchips sollten ab sofort in neuen Geräten diverser Hersteller zu finden sein. Aktualisierte und brandneue Gaming-Notebooks mit einer GPU der GTX-800M-Reihe wird es unter anderem von Alienware, Asus, Gigabyte, Lenovo, MSI und Razer geben.

Im Folgenden eine Übersicht der technischen Spezifkationen für die Modelle GeForce GTX 880M, GeForce GTX 870M, GeForce GTX 860M und GeForce GTX 850M:

GeForce GTX 880M GeForce GTX 870M GeForce GTX 860M GeForce GTX 850M
Process 28 nanometer 28 nanometer 28 nanometer 28 nanometer
Architecture Kepler Kepler Kepler or Maxwell Maxwell
Processor Cores 1536 1344 1152Or640 640
Features Battery Boost, GameStream, ShadowPlay, GPU Boost 2.0, Optimus, PhysX, CUDA, SLI, GeForce Experience Battery Boost, GameStream, ShadowPlay, GPU Boost 2.0, Optimus, PhysX, CUDA, SLI, GeForce Experience Battery Boost, GameStream, ShadowPlay, GPU Boost 2.0, Optimus, PhysX, CUDA, SLI, GeForce Experience Battery Boost, GameStream, ShadowPlay, GPU Boost 2.0, Optimus, PhysX, CUDA, GeForce Experience
Clock 954MHz + Boost 941MHz + Boost 797MHz + BoostOr1029 + Boost 876 MHz + Boost
Memory Clock 2500 MHz 2500 MHz 2500 MHz 2500 MHz
Memory Up to 4GB Up to 3GB Up to 2GB Up to 2GB
Interface GDDR5 GDDR5 GDDR5 GDDR5
Memory Width 256-bit 192-bit 128-bit 128-bit

Anhand der technischen Daten ist erkennbar, dass sich das Topmodell GTX 880M im Vergleich zum Vorgänger GTX 780M lediglich durch höhere Taktraten absetzen kann. Laut Nvidia soll der Grafikchip im Schnitt rund 15 Prozent schneller rechnen als das Modell vom Vorjahr. Für die anderen neuen GTX-800M-Vertreter fällt das Leistungsplus verglichen mit älteren GPUs laut Herstellerangaben höher aus. So soll die GTX 870M rund 30 Prozent, die GTX 860M 40 Prozent und die GTX 850M schließlich gar 60 Prozent flotter arbeiten als ihre jeweiligen Vorgänger. Aufgrund der abrufbaren Performance verspricht Nvidia, dass auf Notebooks mit einer GPU der Serie GeForce GTX 800M die aktuell fortschrittlichsten PC-Spiele bei einer Auflösung von 1080p unter ultra-hohen (GTX 880M und 870M) beziehungsweise hohen (GTX 860M und 850M) Einstellungen flüssig laufen.

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Die Einsteiger-Grafikchips GeForce 840M und 830M werden vermutlich verstärkt in Multimedia-Notebooks und auch einigen Ultrabooks zu finden sein und basieren wie weiter oben erwähnt auf der brandneuen Maxwell-Architektur. Mit den technischen Details hält sich Nvidia bei diesen beiden Modellen etwas zurück, aber es ist klar, dass sie ein 64-bit breites Speicherinterface und eine Speicherbestückung mit bis zu 2 Gigabyte DDR3-RAM bieten werden.

Zur Maxwell-Architektur selbst gibt es aktuell noch immer wenige konkrete Informationen von Seiten Nvidias. Allerdings betont das Unternehmen immer wieder die hohe Energieeffizienz der neuen Chip-Architektur. Dank den Eigenschaften der neuen GPUs soll beispielsweise die Kombination aus GeForce 840M und stromsparendem Intel-Core-Prozessor der aktuellen Haswell-Familie (Core i5-4210U) beim Spielen annähernd dasselbe Energiebudget (17 Watt) benötigen wie der Intel-Prozessor (inklusive integrierter Grafikeinheit HD 4400) ganz ohne dedizierte GPU.

Es bleibt abzuwarten, wie unabhängige Tests der neuen Nvidia-Grafikbeschleuniger für Notebooks ausfallen, aber die genannten Daten sind zumindest schon mal vielversprechend. Nvidia selbst rechnet im Jahr 2014 mit einem wahren Boom beim Absatz von Gaming-Laptops. Im Zuge der Einführung der GeForce-800M-Serie auf den Markt sind jedenfalls bereits in diesen Tagen diverse Notebook-Neuvorstellungen zu erwarten. Wir sind gespannt.

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Über Johannes Schaller

Ich bin freier Journalist, Computer-Technik-Freak, Videospiel-Guru und Freizeit-Poet. In den letzten Jahren war ich unter anderem für notebookjournal.de tätig und habe als IT-Fachmann gearbeitet. Wenn ich nicht gerade an einem Text feile oder ein Stück Hardware auseinandernehme, dann widme ich meine Zeit gerne Filmen, Literatur, Videospielen oder schlicht und einfach der Natur.
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