OMEN by HP 880 mit AMDs Ryzen im Test: Groß und (Laut-) Stark

AMDs Ryzen CPUs haben einen ziemlich guten Start hingelegt. Zwar gibt es hier und da noch ein paar Kinderkrankheiten, aber im Großen und Ganzen ist AMD endlich wieder da. Das haben auch die PC-Hersteller gemerkt und setzen in ihren neuen Gaming PCs endlich auch auf die Ryzen Plattform. HP verbaut im Omen 880 beispielsweise den Ryzen 7 1700 samt RX580 Grafik – was damit alles möglich ist schauen wir uns im Test an. 

Unser Testsystem ist preislich im Mittelfeld angesiedelt, kann aber trotzdem alles bieten, was man aktuell so in einem Gaming PC erwarten würde:

  • AMD Ryzen 7 1700 8x 3,00 GHz (bis zu 3,70 GHz), 16 MB Cache, 8 Kerne/16 Threads
  • 2x 8 GB DDR4-2400
  • AMD Radeon RX 580 (4 GB GDDR5)
  • 256 GB NVMe SSD + 2 TB HDD
  • 3-in-1 Kartenlesegerät
  • Gigabit LAN + Wlan 802.11 a/b/g/n/ac + Bluetooth 4.2
  • Oben: 2 USB 3.0; 2 USB 3.0 Type-C
  • Hinten: 2 USB 2.0; 4 USB 3.0
  • 1x DVI, 1x HDMI, 3x DisplayPort
  • Front Kopfhörer- und Mikrofonanschluss
  • 500 W Netzteil
  • Tastatur und Maus im Lieferumfang enthalten
  • Windows 10 Home 64-bit

Vergleichbare Modelle auf Intel/Nvidia Basis liegen preislich höher bei etwas schlechterer Ausstattung.

Optisch macht HP auch ziemlich klar, in welche Richtung man will. Das Gehäuse ist groß, bullig und hat viele „Carbon“-Applikationen. Also zumindest optisch, tatsächlich handelt es sich zum Großteil um Kunststoff mit Carbon Optik. Macht aber nichts, das Gehäuse macht dennoch einen hochwertigen Eindruck. Wie auch schon beim größeren OMEN X 900 setzt HP auf einfachen Zugang zum Innenleben. Platz für Erweiterungen ist ebenfalls und das Netzteil liefert genug Energie für diverse Aufrüstaktionen. An der Front bzw. Oberseite gibt es zudem zwei 3,5“ Schächte, über die man auf die Schnelle noch zwei Festplatten nachrüsten kann.

Verarbeitung und Aufbau

Werfen wir erstmal einen genaueren Blick auf das Gehäuse und das Innenleben. Wie erwähnt kann das Gehäuse recht einfach geöffnet werden: Eine Verriegelung auf der Rückseite lösen, Knopf auf der Oberseite drücken, schon springt die Seitenklappe auf und das Innenleben liegt vor uns. Was erstmal überrascht: Es ist noch sehr, sehr viel Platz. Die verbaute Radeon RX580 nimmt nur sehr wenig Platz ein und als CPU-Lüfter kommt lediglich ein kleiner Top-Blow-Lüfter zum Einsatz, der stark an die einfachen Boxed-Kühler erinnert. Ob das zur leisen Kühlung reicht muss sich im Test zeigen.

Die Kabel sind aufgeräumt und nichts hängt wild herum. Vorn und hinten gibt es Gehäuselüfter für Zu- und Abluft, die M.2 SSD liegt gut erreichbar auf dem Mainboard. Will man intern eine SSD oder HDD nachrüsten steht man allerdings vor einem nicht unerheblichen Problem: Es gibt keine freien SATA oder M.2 Slots mehr. Dafür ist der RAM einfach erreichbar und kann problemlos über die zwei freien Slots aufgerüstet werden.

Die Verarbeitung ansonsten ist auf hohem Niveau. Zwar setzt HP auch auf viel Kunststoff, der wirkt aber weder billig, noch instabil. Einzig die Carbon-Applikationen sind wohl Geschmackssache, ich hätte auch darauf verzichten können.

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Anschlüsse gibt es auch genug, allein an der Front sitzen insgesamt vier USB 3.0 Anschlüsse, jeweils zwei als Type C und Type A ausgeführt. Dazu kommen noch zwei 3,5mm Klinkenanschlüsse für ein Headset bzw. Kopfhörer und ein SD-Card-Reader. Der oben angebrachte Handgriff eignet sich außerdem sehr gut, um eine externe HDD oder SSD darauf abzulegen, während die am Frontanschluss angesteckt ist.

Einen groben Schnitzer hat sich HP allerdings erlaubt. Das verbaute optische Laufwerk lässt sich durch die davorliegende Abdeckung nur umständlich öffnen. Nicht nur fehlt eine Markierung, wo sich die Taste zum Auswerfen befindet, sondern auch wenn man weiß wo sie ist tut sich nach einem Druck schlicht gar nichts. Öffnet man erst die Abdeckung und drückt dann die Taste funktioniert es. Zum Glück sind optische Medien eh nicht mehr so wichtig…

Software

Neben Windows 10, zu dem ich denke ich nicht mehr viel erzählen muss, sind ein paar PC-Tools an Bord, dazu gibt es noch eine etwas nervige MacAffee Antiviren-Software. Bloatware ist ansonsten nur wenig vorhanden. Dropbox nervt hier und da mit einem Angebot, ansonsten gibt es halt den üblichen, bei Windows 10 vorinstallierten Gameloft Kram.

Die HP Tools dienen vor allem der Systemaktualisierung und zur Steuerung diverser Funktionen, beispielsweise um das Dolby-Audio anzupassen. Was allerdings etwas ungünstig ist: Das OMEN Command Center kommt in einer neuen, aufgebohrten Version daher. Darin lässt sich nun der Systemstatus auslesen, die Netzwerkpriorisierung steuern und sogar etwas OC betreiben. So ganz rund lief es noch nicht, aber das kommt sicher noch in weiteren Updates.

Was – mal wieder – fehlt ist der passende SSD Treiber. Wie immer gilt daher: Erstmal den Samsung NVMe Treiber installieren, damit die SSD auch ihr volles Potential ausschöpfen kann. Da das Problem bei allen bisher von mir getesteten Geräten mit Samsung NVMe SSD auftrat, kann man hier aber nicht HP die Schuld geben. Zumindest nicht nur.

Leistung

Kommen wir direkt zum wichtigsten: Was das System so leistet. Dafür gibt es wieder eine Reihe an synthetischen Benchmarks, aber auch ein paar Spiele-Benchmarks. Die Radeon RX580 eignet sich vor allem für Gaming in FullHD oder QHD Auflösung, 4K Inhalte sind nicht ihre Stärke. Dem entsprechend haben wir vor allem in FullHD, QHD und UWQHD getestet.

Aber erstmal zu den Synthetischen Benchmarks. Gelaufen sind hier wie immer PCMark 8, 3DMark und Cinebench 15.

In Spielen leistet er sich wie erwartet keine echten Schwächen. Egal welchen Titel wir in 1080p gestartet haben – selbst die Ultra Presets waren kein Problem. Auch in UWQHD – also 3440×2160 Pixel – liefen die meisten Titel noch problemlos in hohen Detailstufen. Das „Ultra“ Setting meint hier in jedem Fall die maximal möglichen Detaileinstellungen ohne Anti-Aliasing. Bei den Einstellungen ist es nicht mehr wirklich notwendig.

Risen 3 hat sich leider geweigert, die Grafikeinstellungen zu verändern und quittierte jede Änderung mit einem Absturz. Daher gibt es hier nur die Ergebnisse mit Voreinstellungen, die das Spiel zum Glück direkt auf das Maximum hochgedreht hat.

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Auch die SSD braucht sich nicht zu verstecken – sobald man den Treiber manuell nachinstalliert hat jedenfalls.

Emissionen

Hier kommen zwei wichtige Punkte zusammen. Das System sollte zeitlich leise, und auch kühl laufen. Beides zusammen klappt nicht immer, ob HPs recht einfaches Kühlkonzept aufgeht muss sich im Test beweisen.

Im normalen Desktop-Betrieb, also ein wenig Surfen, Videos gucken, oder andere leichte Arbeiten hört man nur ein leichtes Surren der Lüfter, wenn man direkt daneben sitzt. Steht er unter dem Tisch ist nichts mehr zu hören.

Belastet man ihn stärker, hört man das auch. Das Kühlkonzept ist für einen leisen Betrieb etwas unterdimensioniert. Die Gehäuselüfter nebst CPU-Kühler drehen deutlich hörbar hoch und führen teilweise zu ebenfalls hörbaren Vibrationen am Gehäuse. Auch aus zwei bis drei Metern Entfernung ist der PC noch hörbar. Der Pegel tritt dabei nicht nur wie üblich im Stresstest auf, sondern auch bei Anspruchsvollen Spielen. Während der Benchmarks beispielsweise zu The Witcher 3 in 3440×2160 Pixeln Auflösung im Ultra Preset hat der OMEN 880 auch deutlich hörbar aufgedreht.

Hier sollte HP noch mal am Kühlkonzept feilen und größere, entkoppelte Lüfter einsetzen.

Dafür schafft es das System, die Temperaturen im Rahmen zu halten, auch nach längerem Stresstest wurden an der CPU maximal 74°C gemessen – absolut ok. Die GPU war mit durchschnittlich 82°C deutlich wärmer, aber immer noch im Rahmen. Wenn diese Werte jetzt noch bei einem geringeren Geräuschpegel zustande kämen, wäre das optimal.

Ach halt, da war ja noch was: HP legt dem OMEN 880 noch eine Maus und Tastatur bei. Beides als Notlösung ok, mehr nicht. Die 5 Euro für die beiden Teile hätte HP besser in größere Lüfter investiert.

Energieverbrauch

Im Idle liegt der Verbrauch bei rund 50W, was für diese Zusammenstellung absolut in Ordnung ist. Bei leichter Last pendelt sich das System dann bei etwa 60W ein. Je nach angeschlossenem Display und dessen Auflösung variiert der Verbrauch noch um ein Paar Watt durch die GPU.

Bei Voller Last zieht das System knapp 275W aus der Steckdose, auch das für diese Hardware-Kombination ein guter Wert.

Fazit

HP macht bei seinem OMEN 880 Gaming PC einiges richtig. Die Komponenten sind über die Modelle hinweg gut zusammengestellt, Auf- und Umrüsten ist durch die große und einfach zu öffnende Seitenwand problemlos möglich, auch wenn die Möglichkeiten zur Aufrüstung begrenzt sind.

Die Optik ist zwar bullig und Gaming-Typisch, aber wirkt nicht zu verspielt oder übertrieben wie manche Konkurrenten. Ist aber natürlich wie immer Geschmackssache. Auf jeden Fall braucht man durch das recht breite Gehäuse genug Platz für den PC.

Hinsichtlich der Leistung gibt es auch nichts zu beanstanden, der Ryzen 7 1700 liefert ordentlich ab, die Leistung der RX580 ist auch hinlänglich bekannt und reicht locker für anspruchsvolle Games in FullHD oder sogar WQHD.

Was aber gar nicht geht, ist HPs nicht vorhandenes Kühlkonzept. Zeitweise klingt der hintere Gehäuselüfter wie eine anlaufende Kreissäge und generell ist er unter Last einfach viel zu laut. Hier muss HP definitiv nachbessern. Das zickige DVD-Laufwerk ist dadurch allerdings recht schnell vergessen.

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1 Kommentar auf "OMEN by HP 880 mit AMDs Ryzen im Test: Groß und (Laut-) Stark"

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Gast

Kann man denn ohne Probleme zum Beispiel eine Scythe Mugen 5 Kühler und einen 120mm Lüfter an der Rückwand nachrüsten?

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