OnePlus 10 Pro – Hands-On mit der „Hasselblad“-Kamera des Flaggschiff-Smartphones

      OnePlus 10 Pro – Hands-On mit der „Hasselblad“-Kamera des Flaggschiff-Smartphones

      OnePlus hat zu einem Hands-On mit der „Hasselblad“-Kamera des neuen Flaggschiff-Smartphones eingeladen. Wir haben die ersten Aufnahmen für euch – und sind beeindruckt.

      OnePlus meint es mit der Hasselblad-Kooperation ernst. Denn im Rahmen eines Hands-On-Termins konnten wir uns in Berlin einen Ersteindruck der Hauptkamera des OnePlus 10 Pro verschaffen. Hier erhaltet ihr also einen Sneak-Peak – alle weiteren Eigenschaften des OnePlus 10 Pro nehmen wir in unserem baldigen Test unter die Lupe.

      Wollt ihr mehr zu den technischen Specs von OnePlus‘ neuem Flaggschiff-Smartphone wissen, dann werft einen Blick in die ausklappbare Tabelle.

      Technische Daten: OnePlus 10 Pro
      Software Android 12 mit OxygenOS 12.1
      Prozessor/Grafik Qualcomm Snapdragon 8 Gen.1
      Arbeitsspeicher 8 oder 12 GB LPDDR5
      Speicher 128 oder 256 GB UFS 3.1 Speicher (nicht erweiterbar)
      Display 6,7″ LTPO AMOLED-Display mit variabler Bildrate von 1Hz-120Hz
      3216×1440 Pixel (525ppi), 1300 nits maximale Helligkeit
      20:9-Format, Corning Gorilla Glass Victus
      Kamera Selfiekamera:
      32MP-Sensor (Sony IMX615)
      0.8μm, EIS, f/2.4
      Hauptkamera:
      48 MP-Sensor (Sony IMX789)
      1.12μm, OIS, PDAF Laser AF, f/1.8, 23mm
      Ultra-Weitwinkel:
      50MP-Sensor (Samsung ISOCELL JN1)
      0,64μm, 14mm
      Telekamera:
      8MP-Sensor
      1.0μm, PDAF, OIS, 3.3x optische Vergrößerung (ca. 76mm)
      Videoaufnahme: 8K 30 fps/ 4K 60fps
      Akku 5.000 mAh, 80 Watt kabelgebundenes Laden oder 50 Watt drahtloses Laden
      Besonderheiten USB 3.1 GEN1, Type-C
      Fingerprintreader im Display
      Bluetooth 5.2, Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac/ax, 2.4G/5G, Wi-Fi 6 2×2 MIMO, NFC
      Abmessungen, Gewicht und Farben 163×73.9×8.6mm
      200,5 Gramm
      Black, Green
      Preis noch nicht bekannt (128/8GB), (256/12GB)

      Natürlichere Farben und umfangreicher Pro-Modus

      Rein nominell hat nur die Ultraweitwinkel-Cam einen neuen Sensor spendiert bekommen. Die Hauptkamera verfügt hingegen über denselben Sony IMX789 wie im OnePlus 9 Pro. Der war aber schließlich eine sündhaft teure Eigenentwicklung von OnePlus und Sony, die exklusiv im letzten Flaggschiff der Marke zum Einsatz kam.

      Im direkten Vergleich mit dem Vorgänger fallen aber trotzdem die deutlich natürlicheren Farben auf. So scheint der Software-Algorithmus nun weniger stark zu übersättigen und lässt auch einen etwas weiteren Dynamikumfang zu. Letzteren könnt ihr durch die Aufnahme in 12-Bit-RAW sogar noch erhöhen. Besonders Banding, das etwa bei strahlend blauem Himmel den digitalen Farbübergang optisch verrät, soll damit der Vergangenheit angehören.

      OnePlus 10 Pro David Peskens Hasselblad 2

      Hasselblad-Master David Peskens, der unter anderem auch schon für National Geographic fotografierte, konnte das OnePlus 10 Pro bereits seit November ausprobieren und stellte einige beeindruckende Aufnahmen aus, die direkt mit der Kamera des OnePlus 10 Pro entstanden sind. Selbst auf relativ großen Ausdrucken (ca. A3-Format) fiel nicht auf, dass die Fotos von einem Smartphone kamen.

      Auf dem 10 Pro zeichnet er sich auch für den Master-Filter „Emerald“ bzw. „Smaragd“ aus. Dieser soll euren Fotos eine vergleichbare Stimmung wie in Peskens‘ Fotos verleihen. Ausprobieren durften wir ihn – aufgrund vorläufiger Software – aber noch nicht.

      12-Bit-RAW-Fotos und das platzsparende HEIF-Format

      Doch auch ohne jegliche Filter soll das One Plus 10 Pro im Automatikmodus ordentlich aufspielen. Gerade Details und Dynamikumfang waren bei den gezeigten Aufnahmen auf einem hohen Niveau. Wobei der Dynamikumfang selbstverständlich durch die HDR-Funktion des Automatikmodus erweitert wird.

      OnePlus 10 Pro Display

      Zwar besitzt das 10 Pro einen verhältnismäßig großen Sensor, doch klein ist er im Vergleich zu ausgewachsener Kamerakonkurrenz dennoch. Ebenfalls klein: Die Speichergröße von HEIF-Dateien. In dem Datenformat kann verlustfrei und mit hoher Qualität gespeichert werden. Fotos mit einer Farbtiefe von 10 Bit sind so drin. Was wir in unserem Hands-On auch gleich mal ausprobiert haben.

      Interessant dürften für Foto-Fans auch 12-Bit-RAW-Bilder werden. Dabei setzt OnePlus auf ein spannendes Konzept: Sie kombinieren nämlich die Flexibilität von RAW-Aufnahmen mit der Eigenschaft des HDR-Modus. So werden im Modus RAW+ die jeweils „besten“ Belichtungsstufen aus verschiedenen Aufnahmen übereinandergelegt, um ein maximal breites Farb- wie Dynamikspektrum zu erzeugen.

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      Erstes Foto-Hands-On der Hauptkamera des One Plus 10 Pro

      Im Tropenhaus der „Gärten der Welt“ durften wir dann selbst auf Fotojagd gehen. Allerdings waren wir auf die Hauptkamera und den Automatikmodus sowie ausgewählte Parts des Pro-Modus beschränkt. Eine Einschätzung der drei anderen Linsen (Ultraweit, Tele & Selfie) gibt es erst in unserem bald erscheinenden Test. Dann schauen wir auch, wie sich der Pro-Modus auf den anderen Hauptkameras schlägt.

      OnePlus 10 Pro Hands On Berlin 4 Kamera

      Im Gegensatz zum OnePlus 9 Pro ist er im neuen Flaggschiff nämlich auf Weit- und Telelinse verfügbar. Eine echt nette Sache für Foto-Nerds. Es scheint so, als ob OnePlus sich zunehmend bei den Top-Kamera-Smartphones positionieren möchte. Zwar waren vorangegangene Modelle beileibe keine Krücken im Kamerabereich, aber sie galten eben auch nicht als absolute Spitzenklasse.

      Automatik-Modus

      Zu Beginn des Hands-On-Tests haben wir uns auf den Automatikmodus beschränkt. Den dürften 90% der Nutzer:innen nie verlassen. Umso wichtiger ist hier ein gutes Farbmanagement, für das sich auch Hasselblad verantwortlich zeichnen soll. Das OnePlus 10 Pro ist in der Tat ein Realist und gibt Farben sehr natürlich wieder. Übersättigung, wie in frühen Samsung-Zeiten, mögen manche Leute zwar bevorzugen, aber die können sich via Filter schließlich ihre Bonbon-Welt selbst zaubern.

      Zur besseren Einordnung der Bilder: Der Himmel an dem Tag war vollständig bedeckt und gab der Szenerie im Tropenhaus ein eher bläulich kaltes Licht, das vom Automatikmodus des OP 10 Pro gut eingefangen wurde. Feine Details machen dem großen Sensor auch nichts aus. Gerade Blattwerk gilt aber gerne als Achillessehne von Smartphone-Kameras. Die verlorenen Details sollen dann oftmals durch ein nachträgliches Schärfen in der Software herausgeholt werden. Mit dem ganzen Grünzeug kam der Modus aber gut klar. Und auch die HDR-Funktion ließ keine Szene unnatürlich wirken. Dafür war mir die Schärfe teilweise einen Tick zu hoch, aber das sieht man höchstens, wenn man sich die Bilder stark herangezoomt auf einem großen Bildschirm ansieht.

      Der Autofokus funktionierte ebenfalls reibungslos, wobei er bei starkem Gegenlicht auch mal eine kurze Gedenksekunde benötigte. Das ist der Phasenerfassung geschuldet und keine Überraschung.

      Insgesamt also ein sehr gutes Abschneiden des Automatikmodus. Wobei ich mir – selbst als Realismus-Fan – auch teilweise etwas mehr Kontrast gewünscht hätte. Aber für solche inkrementellen Anpassungen haben OnePlus und Hasselblad ja auch den Pro-Modus mit am Start.

       

      Pro-Modus

      Und der hat für Hasselblad-Fans ein ganz besonderes Bonbon, das aber zeigt, wie detailversessen OnePlus bei der Kooperation war: Sowohl das Verschlussgeräusch als auch die Farbe des Focus-Peakings stammen eins-zu-eins von den schwedischen Kamera-Meistern. Dazu gibt es natürlich den XPan-Modus, im klassischen Weitformat – selbstverständlich auch mit Schwarz-Weiß-Funktion.

      Vergleicht man meine Einstellung des Pro-Modus mit dem Automatikmodus, so fällt direkt der höhere Kontrast und das insgesamt dunklere Bild auf. Wie in den meisten modernen Filmen, wirkt ein etwas unterbelichtetes Bild auf mich einfach dramatischer. HEIF-Dateien wurden zur Darstellung auf der Webseite übrigens in JPEG umgewandelt und gekennzeichnet. Die meisten Bildanwendungen kommen mit dem relativ jungen Format nämlich noch nicht klar.

      Im Vergleich zwischen den RAW-Aufnahmen im DNG-Format und den HEIF-Dateien mit Processing fällt erneut das stärkere Nachschärfen der Hasselblad-Cam auf. Allerdings wird es hier nicht störend und schafft es tatsächlich Details besser herauszustellen. Zudem gibt es im Pro-Modus gefühlt weniger Noise im Schatten sowie bei großflächigen Farben, wie etwa den roten Ziegeln des Tempels. Das Bild wirkt in dem Modus also einfach „glatter“ und somit eher wie von einer „großen Kamera“ stammend.

      Vorläufige Einschätzung: OnePlus und Hasselblad meinen es ernst

      Zugegeben: Die Verbindung von High-End-Kameraherstellern und Smartphone-Brands war bislang so eine Sache. Oftmals schmeckte sie nach einem einfachen Marketing-Move. Aber die ersten Tests des 10 Pro überzeugen. OnePlus und Hasselblad haben sich bei der zweiten Generation ihrer Kamera-Kooperation nämlich vordergründig auf die Wünsche von Foto-Nerds fokussiert.

      OnePlus 10 Pro Hands On Berlin 2

      Die Farben wirken somit natürlicher als noch beim Vorgängermodell und Dreingaben – wie der erweiterte Pro-Modus samt RAW-Aufnahmen – sind gern gesehen. Gerade in letzterem wird die Funktionalität der Kamera richtig „mächtig“ und kann für manche Leute vielleicht sogar die DSLR oder DSLM ersetzen.

      Wie sich die Kamera (und der Rest des OnePlus 10 Pro) dann im Alltag schlagen, erfahrt ihr in unserem baldigen Test. Bleibt also dran.

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      via: OnePlus, wolfcrow auf YouTube

      Veröffentlicht von

      Großer Film- und Serien-Fan, der von Antonioni bis Tarkowski (fast) alles gesehen hat, was Kino und Fernsehen hergeben. Durch Super Nintendo und PS1 fand er Mitte der 90er seine Leidenschaft für PC- und Konsolenspiele. Zockt mittlerweile vornehmlich am selbstgebauten Gaming-PC und gelegentlich auch auf der PlayStation.

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