OnePlus 10 Pro im Test: Eine fast perfekte 10, aber…
  • Display
  • SoC
  • RAM | Speicher
  • 6,7''-120Hz-AMOLED mit QHD-Auflösung
  • Snapdragon 8 Gen.1
  • 8GB - 12GB RAM | 128GB - 256 GB

OnePlus 10 Pro im Test: Eine fast perfekte 10, aber…

Mit Hasselblad-Kamera der zweiten Generation, verbessertem 120Hz-AMOLED-Display und neuestem Snapdragon-Prozessor will das OnePlus 10 Pro das Flaggschiff der Flaggschiff-Killer sein. Ob das gelingt, erfahrt ihr im umfangreichen Test.

Das gefällt uns

  • Formfaktor
  • Verarbeitung
  • Kamera auf höchstem Niveau (Foto & Video)
  • Akkulaufzeit
  • Schnelles Laden
  • Haptisches Feedback (Vibrationsmotor)
  • Display

Das gefällt uns nicht

  • Hauptkameras nehmen Farben teilweise unterschiedlich auf
  • Kein Autofokus für den Ultraweitwinkel-Sensor

Modellübersicht und technische Daten

OnePlus‘ legendäre Reihe an Flaggschiff-Killern geht in die zehnte Generation und kommt erneut mit Hasselblad-Kamera – aber ohne „normales“ Non-Pro-Modell. Damit stellt sich OnePlus diesmal also in alleinige Konkurrenz zu Modellen wie dem Samsung Galaxy S22+ oder iPhone 13 Pro und besetzt das Feld der klassischen Flaggschiff-Killer vorläufig nicht.


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Preislich belässt die Firma das 10 Pro aber trotzdem in einem kompetitiven Bereich. Soll heißen: 899€ für die schwarze Variante mit 128GB Speicher und 8GB RAM. 999€ müsst ihr zahlen, wenn ihr die Version mit 12GB RAM und 256GB Speicher haben möchtet. Diese gibt es dann auch im schicken Emerald Green, das wir hier im Test haben. Alternativ bekommt ihr es aber ebenso in Schwarz. Damit liegen die Preise übrigens exakt auf dem Niveau des OP 9 Pro.

OnePlus 10 Pro 5G Rückseite 2

Im Vergleich zu diesem soll die überarbeitete Hasselblad-Kamera ein echter Game-Changer sein. Sie verbirgt sich nun unter einem massiven Keramikbuckel. Besonders an den Algorithmen haben OnePlus und die schwedischen Kamerameister laut eigener Aussage gefeilt, um auf allen vier Linsen hervorragende Bilder zu schießen, die es mit den besten Smartphone-Kameras aufnehmen sollen.

Wollt ihr mehr zu den genauen technischen Specs von OnePlus‘ neuem Flaggschiff-Smartphone wissen, dann werft einen Blick in die ausklappbare Tabelle.

Technische Daten: OnePlus 10 Pro
Software Android 12 mit OxygenOS 12.1
Prozessor/Grafik Qualcomm Snapdragon 8 Gen.1
Arbeitsspeicher 8 oder 12 GB LPDDR5
Speicher 128 oder 256 GB UFS 3.1 Speicher (nicht erweiterbar)
Display 6,7″ LTPO AMOLED-Display mit variabler Bildrate von 1Hz-120Hz
3216×1440 Pixel (525ppi), 1300 nits maximale Helligkeit
20:9-Format, Corning Gorilla Glass Victus
Kamera Selfiekamera:
32MP-Sensor (Sony IMX615)
0.8μm, EIS, f/2.4
Hauptkamera:
48 MP-Sensor (Sony IMX789)
1.12μm, OIS, PDAF Laser AF, f/1.8, 23mm
Ultra-Weitwinkel:
50MP-Sensor (Samsung ISOCELL JN1)
0,64μm, 14mm
Telekamera:
8MP-Sensor
1.0μm, PDAF, OIS, 3.3x optische Vergrößerung (ca. 76mm)
Videoaufnahme: 8K 24 fps / 4K 120fps
Akku 5.000 mAh, 80 Watt kabelgebundenes Laden oder 50 Watt drahtloses Laden
Besonderheiten USB 3.1 Gen 1, Type-C
Fingerprintreader im Display
Bluetooth 5.2, Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac/ax, 2.4G/5G, Wi-Fi 6 2×2 MIMO, NFC
Abmessungen, Gewicht und Farben 163×73.9×8.6mm
200,5 Gramm
Volcanic Black (128GB & 256GB), Emerald Green (nur ab 256GB)
Preis 899€ (128/8GB), 999€ (256/12GB)*

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Design, Handhabung & Verarbeitung: Flaggschiff-Bingo

Kinder, wie die Zeit vergeht. Acht Jahre ist es schon her, dass Carl Pei und Pete Lau OnePlus mit gerade mal sechs Mitarbeiter:innen starteten. Seit dem OnePlus One ist natürlich viel passiert. Denn weder ist OnePlus noch ein „Start-Up“ (unter dem Dach von OPPO), noch können sie sich Software- und Design-Fehltritte erlauben. Deswegen macht sich beim ersten Kontakt mit dem neuen OnePlus 10 Pro auch direkt ein familiäres Gefühl breit. Wer schon einmal ein High-End-Smartphone in der Hand hatte, kann innerlich schon mal die Checkliste herausholen. Hochwertiges Glas-Sandwich mit besonders festem Gorilla Glas Victus auf beiden Seiten? Check. An den Seiten gebogenes, fast vollflächiges Display mit Punchhole-Ausschnitt für die Selfie-Cam? Check. Und für die spezielle OnePlus-Würze: Ein Schieberegler für ein schnelles Umschalten zwischen, Stumm-, Vibrations- und lautem Modus? Check, die dritte.

OnePlus 10 Pro 5G Alert Slider

Dieselbe Checkliste hätte man so auch beim OnePlus 9 Pro anfertigen können. Wird OnePlus nun faul? Nicht wirklich, denn auf der Rückseite steckt die größte optische Änderung im Kamerabuckel. Poliertes Keramik beherbergt drei Linsen und einen doppel-LED-Blitz. Daneben prangt ein ausgewachsener Hasselblad-Schriftzug, der unmissverständlich macht, wer bei der Kamera das Sagen hatte. Das sieht in der Praxis richtig schick aus, mag allerdings auch Fingerabdrücke und wurde von einigen schon als Ofenplatten verballhornt – nicht ganz zu Unrecht.

OnePlus 10 Pro 5G Rückseite

Die Glasrückseite macht ebenfalls ihr eigenes Ding. Während das 9 Pro noch auf eine stark spiegelnde Oberfläche setzte, kommt das 10 Pro durchgehend matt daher. Eine Entwicklung, die ich persönlich begrüße, denn zum einen ist das gehärtete Glas meist noch unempfindlicher gegenüber Kratzern und zum anderen sieht man Fingerabdrücke darauf kaum. Haptisch ist Volcanic Black – also die schwarze Variante – wohl noch etwas stärker angeraut. Unsere grüne Version ist weniger „grob“ zu den Händen und entspricht haptisch absolut der Preisklasse des OP 10 Pro. Am ehesten würde ich die Oberfläche hier als „samtig“ bezeichnen. Erfreulicherweise leidet darunter aber nicht die Handhabung. Klar, rutschig sind Glas-Smartphones fast alle, doch matte Modelle oftmals weniger als ihre glatten Gegenstücke.

OnePlus 10 Pro 5G Hasselblad Standing

Auch der Power-Button und die Lautstärkewippe sind auf einer guten Höhe angebracht, um sie mit normalgroßen Händen zu bedienen. Aber sein wir ehrlich: Klein ist das OnePlus 10 Pro nicht. Zierlichere Hände benötigen schon ein Mindestmaß an Flexibilität, um den oberen Rand des Bildschirms zu erreichen. Der SIM-Karten-Schacht sitzt an der Unterseite neben einem schnellen USB-C-Port und dem unteren Lautsprecher. Ein Gummiring um den Tray verrät die Wasser- und Staubfestigkeit des OnePlus 10 Pro. In den USA hat die baugleiche Variante von T-Mobile ein IP68-Rating bekommen. Hierzulande fehlt ein vergleichbares Rating aber, was schlichtweg mit den Kosten für die Zertifizierung zusammenhängen dürfte. In der Praxis solltet ihr das Smartphone also auch mal ins Wasserglas werfen dürfen oder in Karawanen die Wüste durchqueren können.

OnePlus 10 Pro 5G Seitlich Power Button

Trotzdem kam bereits vor dem Release ein veritabler Shit-Storm zur Haltbarkeit des OP 10 Pro auf: Das chinesische Modell wurde nämlich einem Foltertest des bekannten YouTubers JerryRigEverything unterzogen. Während die Festigkeit des Glases jegliche Kratz- und Brenntests bestens überstand, ließ sich das OnePlus-Smartphone beim Hardcore-Biegetest in ein Foldable verwandeln. Scheinbar scheint der Metallrahmen unterhalb des massiven Kamerabuckels etwas schmaler zu sein. Hebelt man nun direkt an dieser Stelle und mit enormer Kraft, kann es zu Schäden am Smartphone kommen. Sowohl vorläufige Berichte von Nutzer:innen aus China als auch von OnePlus selbst, scheinen jedoch kein „Bend-Gate“ im Alltag zu sehen. Da wir das OP 10 Pro einem zusätzlichen Langzeittest unterziehen, werden wir hier für euch am Ball bleiben und zur Standfestigkeit des Smartphones weiter berichten. Im Verlauf des ca. zweiwöchigen Testzeitraums, machten sich keinerlei Probleme bemerkbar. Stattdessen wirkte das OP 10 Pro so hochwertig und wortwörtlich „unbeugsam“, wie andere Oberklasse-Smartphones.

OnePlus 10 Pro 5G NBB

Im stylischen Paket befindet sich, neben dem Handy selbst, auch noch eine schicke Mint-Grüne-Hülle aus Silikon. Ein Schnellladegerät mit 80 Watt hat OnePlus ebenfalls beigelegt – natürlich mit dem obligatorischen roten Kabel. Letzteres setzt aber nun wieder auf USB-A zu USB-C und nicht alleinig auf den neueren Standard. Das mögen einige kritisieren, doch ich mag den vermeintlichen „Rückschritt“: Wer einmal im Urlaub einen Mietwagen hatte und Android-Auto via des Smartphones verbinden wollte, sitzt meist vor einem USB-A-Anschluss. Klar, für die Verbindung zum MacBook oder ausgewählten anschlusslosen Laptops wäre ein Adapter zu USB-C noch nett gewesen, aber vielleicht liest OnePlus ja mit und legt nächstes Mal einen bei. 😉

OnePlus 10 Pro 5G Hasselblad Whats in the Box

Immerhin waren sie so gut, unserem Review-Kit auch noch zwei weitere Hüllen beizulegen. Besonders die schwarze Sandstein-Variante mit leicht rauer Oberfläche hat es mir angetan. Sie macht das 10 Pro nochmals griffiger – und versteckt das minimale Kinn an der Unterseite. Als Symmetrie-Fanatiker beruhigt mich das ungemein.

Im Alltag legt es mit Hülle zwar nochmal etwas zu, aber dennoch ist das 10 Pro weit entfernt von einem unhandlichen Smartphone – was bei dieser Flaggschiff-Größe keine Selbstverständlichkeit ist. Mein Daily-Driver ist derzeit ein älteres LG G7. An die zusätzliche Höhe muss man sich beim OnePlus-Topmodell kurz gewöhnen, aber an Breite und Tiefe gibt es kaum Unterschiede zu einem (mittlerweile) kompakten 6,1-Zoll-Smartphone.

OnePlus 10 Pro 5G Sandstone Sandstein Case Hülle

Insgesamt liefert das OnePlus 10 Pro damit das ab, was wir erwartet haben: Haptische und optische Qualität, die sich nicht vor einem S22 Ultra oder OPPO Find X5 Pro verstecken muss. Das war das mindeste, doch wie sieht es nun im Detail aus?

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Display – Schnell, hell, farbgenau

Beim Display wirft OnePlus geradezu mit Superlativen um sich: Die LTPO 2.0-Technik verhilft dem 6,7“-AMOLED-Display nämlich zu einem waghalsigen Spagat aus Bildwiederholraten. Zwischen 1Hz und 120Hz sind so drin. Ersteres wird bei statischen Bildschirminhalten genutzt und senkt den Energieverbrauch ungemein, 120Hz sorgen hingegen für ein smoothes Scrollen und flüssiges Spielgefühl. In der Praxis merkt ihr davon nichts, außer einem sparsamen Akkuverbrauch – und das ist gut so.

OnePlus 10 Pro 5G Frontal Video

Trotzdem wollten wir natürlich genau wissen, wie OnePlus‘ LTPO-2.0-Technik arbeitet: Erst ab etwa 85% (manueller) Helligkeit sinkt die Bildwiederholrate nämlich auf die angepriesenen 1Hz. Darunter sind im Bereich von 80% bis ca. 35% Helligkeit 5Hz das Minimum. Bei niedrigen Helligkeitseinstellungen liegen dann 10Hz oder sogar dauerhaft 120Hz an. Das hat vermutlich mit der Flimmerempfindlichkeit bei geringerer Leuchtintensität zu tun.

Auch sonst kann der Bildschirm einiges: Dank hoher QHD-Auflösung solltet ihr selbst mit Lupe keine Pixel erkennen können. Fotos und Texte sind somit gestochen scharf. Außerdem passt sich das Display auf Wunsch dem Umgebungslicht an, wenn ihr in den Einstellungen das „Naturfarben-Display“ aktiviert. Das funktionierte im Test gut, wobei es mir zuweilen einen Tick zu rötlich wurde.

Über eine Milliarde Farben lassen sich auf dem Display darstellen, was im Pro-Modus „Cineastisch“ anhand des weiten DCI-P3-Farbraums geschehen soll. Im Vergleich zum kalibrierten Monitor, waren die Farben minimal übersättigt, aber sonst weitgehend identisch. Mögt ihr es lieber etwas entsättigter, dann empfiehlt sich der Modus „Natur“, der auf den schmaleren sRGB-Farbraum abgestimmt ist. Lebhaft macht hingegen ein eigenes Ding und dreht die Farbtöne alle auf elf.

Spannend ist aber vor allem der Farbmodus „Brillant“. Er bietet die größte Farbdarstellung, soll aber gleichzeitig auch einen Wert auf Akkuratheit legen. Er war für mich der Modus der Wahl, da er subjektiv am nächsten an meinen PC-Bildschirm herankam. An welchem Farbraum sich OnePlus hierbei orientiert, wird aber nicht ganz klar. Klar ist dafür die Lesbarkeit in der Sonne, denn das AMOLED-Display wird verdammt hell. Über 1300 nits sind im Automatikmodus punktuell drin.

HDR-Aufnahmen lassen sich über die Einstellung „Heller HDR-Modus“ noch aufpeppen. Das funktionierte in der Praxis sehr gut und sorgte für noch höhere Kontraste und geblendete Augen. Für SDR-Material hat das 10 Pro auch einen SDR-zu-HDR-Konverter mit an Bord. Bei Gebrauch nehmen Farbumfang, Helligkeit und Kontrast des Bildmaterials deutlich zu. Mir war das Ergebnis aber oftmals zu übersaturiert. Trotzdem nett, wenn ihr es bunter mögt.

Eine Geschmackssache bleiben weiterhin die gerundeten Seiten des Bildschirms. Fahrt ihr auf die Gestensteuerung von Android ab, könntet ihr das Feature liebgewinnen. Denn es streicht sich einfach deutlich angenehmer über die Rundung als über eine harte Bildschirmkante. Dafür spiegeln die Seiten etwas mehr.

OnePlus 10 Pro 5G Curved Display

Die gerundeten Bildschirmenden spiegeln mehr, aber sind perfekt für Fans der Gestensteuerung

Um es kurz zu machen: Das Display des 10 Pro muss sich vor keinem anderen Smartphone-Bildschirm verstecken und bietet die modernsten Features, die man derzeit kaufen kann. Die zusätzliche Farbgenauigkeit in diversen Farbräumen ist eine sehr nette Dreingabe, die den professionellen Anspruch des Hasselblad-Brandings gut unterstreicht.

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Betriebssystem – ColorOS lässt grüßen

Über die zunehmende Verbindung von OnePlus-eigenem OxygenOS und OPPOs ColorOS wurde in der Vergangenheit schon zu Genüge debattiert. Schließlich galt OxygenOS lange als der heilige Gral der Android-Skins. Wenig Schnickschnack und verdammt flotte Bedienung waren die Devise. Währenddessen setzt Mutterkonzern BBK bei den weiteren Marken auf ColorOS (OPPO), Realme UI (Realme) und Funtouch (Vivo / iQOO).

Die Oberflächen ähneln sich teilweise stark und unterscheiden sich höchstens beim Symbol-Design, einzelnen kleineren Features und der Farbgestaltung. Vielen eingefleischten OxygenOS-Fans graute es deswegen schon vor der chinesischen Version des OnePlus 10 Pro – denn dieses kam mit OPPOs ColorOS daher.

Und was soll ich sagen: Ja, mit der Eigenständigkeit von OxygenOS ist es – Stand jetzt – eher vorbei. Denn im Vergleich mit dem Realme GT2 Pro (was ich gerade ebenfalls zur Hand habe) unterscheiden sich lediglich die Symbole. Selbst die Reihenfolge und einzelne Beispielbilder im Einstellungsmenü sind gleich.

Ein paar Alleinstellungsmerkmale gibt es dann aber doch: Zum einen wäre da Shelf, das ihr einfach vom oberen rechten Bildschirmrand herunterziehen könnt. Hier findet ihr praktische Widgets und den Schrittzähler. Da ich aber mein Smartphone meist in der rechten Hand halte und die Schnelleinstellungen intuitiv mit dem Daumen herunterziehe, kam mir Shelf einige Male in die Quere. Ich hätte es also gerne auf die linke obere Seite gelegt, das scheint aber nicht zu funktionieren.

Klar, mit etwas Eingewöhnung sollte Shelf einen echten Mehrwert bieten können. Mir war es für meinen Use-Case allerdings zu oft im Weg.

Ebenfalls OnePlus-exklusiv ist der Zen Mode: Er schaltet alle Benachrichtigungen stumm und deaktiviert alle Apps, bis auf die Kamera. Am krassesten ist aber, dass ihr ihn nicht ausschalten könnt, wenn er einmal gestartet wurde.

Erst nach Ablauf der voreingestellten Zeit endet auch der Zen Mode. Ich verstehe ja schon, dass Achtsamkeit in unserer Hyperinformations- und -kommunikationsgesellschaft nicht zu verachten sein sollte, aber: Muss eine derartige Bevormundung wirklich sein?

Immerhin: Als Zen Mode Lite ist der Life Mode an Bord. Der macht im Endeffekt Ähnliches, lässt euch aber die freie Wahl, wann ihr in wieder ausschaltet. Passt nur auf, dass ihr den Zen Mode nach einmaligem Einrichten nicht aus Versehen aktiviert, er sitzt nämlich standardmäßig in den Schnelleinstellungen. Dann gibt es auch noch den Work Mode. Dieser zeigt euch nur Benachrichtigungen von Arbeits-Apps an, in einem vorher festgelegten Zeitrahmen.

Daneben gibt es selbstverständlich diverse Einstellungsmöglichkeiten für Hintergründe, das Always-On-Display und Menüs. So etwa die Funktion „Canvas“, die die Linien von Fotos nachzeichnet und euch so individuelle Hintergrundbilder erstellt. Ihr könnt zudem auch Farbschemen anhand eurer Fotos generieren. Insgesamt gibt es also umfangreiche Möglichkeiten zur Personalisierung des Aussehens von OxygenOS 12.1.

Fürs abendliche Doom-Scrolling in Krisenzeiten eignet sich vor allem der Augenschutzmodus. Dieser bietet sogar eine Schwarzweiß- oder Sepia-Funktion, was die Entlastung für die Augen nochmals erhöht. Insgesamt kann Color- äh OxygenOS also einiges, ist fix und optisch ansprechend. Einen klassischen Dunkelmodus gibt es aber natürlich auch.

OnePlus 10 Pro 5G Frontal NBB Sandstone Case

Dass man Google Discover aber nicht deaktivieren kann, ist eine Unart von ColorOS/RealmeUI, die man sich bei der OnePlus-Variante hätte sparen können. Ich möchte nicht eine Seite meines Start-Menüs opfern, um zu – für mich oftmals unpassenden – Google-Vorschlägen zu kommen. Hoffen wir einfach, dass es hier in Zukunft mehr Anpassungsoptionen gibt. Denn zumindest können wir uns auf eine gute Update-Politik einstellen. Vier Jahre Sicherheits-Updates und drei große Android-Updates werden von OnePlus versprochen. Mehr zur Update-Politik erfahrt ihr dann in unserem Langzeittest.

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Performance, Akkulaufzeit und Ladefähigkeit: Durch die Bank High-End

Im OnePlus 10 Pro kommt traditionsgemäß das beste zum Einsatz, was Chiphersteller Qualcomm derzeit zu bieten hat. Dieses Jahr beglücken sie uns auch gleich mit einer neuen Namensgebung: „Snapdragon 8 Gen.1“ nennt sich der Achtkernprozessor. Im Alltag laufen Apps und Spiele ohne jegliche Probleme butterweich und schnell. Das dürfte auch auf absehbare Zeit der Fall bleiben.

Selbst ein drei Jahre alter Top-Prozessor, wie der Snapdragon 855, kommt schließlich heutzutage kaum an seine Leistungsgrenzen. 12GB an schnellem LPDDR5 RAM standen in unserem Testmodell zudem zur Verfügung. Die Variante mit weniger Hauptspeicher und 8GB RAM sollte aber ebenfalls mehr als ausreichen.

Ich verstehe zwar, dass Hersteller wie Qualcomm hier Jahr für Jahr noch einen draufsetzen möchten, die Frage ist nur, ob es den Nutzenden wirklich so viel Mehrwert bietet, wenn Benchmarks schneller laufen? Wer das performanteste und modernste will, der bekommt es mit dem OnePlus 10 Pro aber auf jeden Fall. Zukunftssicherheit ist schließlich auch eine äußerst nette Sache.

OnePlus 10 Pro 5G Gaming Genshin Impact

Die Kehrseite der Leistungsmedaille ist meist die Hitzeentwicklung und die verminderte Akkulaufzeit im Vergleich zu Mittelklasse-Prozessoren.

Erfreulicherweise hält sich aber selbst beim ambitionierten Gaming (in Genshin Impact) die Wärmeentwicklung in Grenzen. OnePlus‘ Ingenieure haben hier ganze Arbeit geleistet und unter anderem eine Dampfkammer im 10 Pro verbaut. Dabei handelt es sich nicht um den VIP-Raum einer Shisha-Bar, sondern um einen speziellen passiven Kühlkörper, der Hitze besser transferieren kann. Die Kühlfläche wird somit also deutlich vergrößert, was der Langlebigkeit des Smartphones zugutekommt. Ganz nebenbei kommt der Prozessor in Benchmark-Anwendungen auch später an sein Wärmelimit und taktet somit lange hoch.

Die zweite Krux der Top-Prozessoren ist meistens die Akkulaufzeit. Auch hier kann ich Entwarnung geben. 5.000 mAh sind bereits ein ordentliches Brett an Kapazität, das es mit den besten Flaggschiff-Smartphones auf dem Markt aufnehmen kann. Da Akkutests von Geräten im Werkszustand wenig zielführend sind, habe ich das OP10 Pro mit über 120 Apps zugemüllt und im Alltag genutzt. Ohne jegliche Rücksichtnahme und mit 120Hz-Einstellung, QHD-Auflösung sowie automatischer Display-Helligkeit hielt es annähernd zwei Tage durch.

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Fast zwei Tage Akkulaufzeit sind trotz ordentlicher Bildschirmnutzung drin.

Währenddessen wurde gezockt, gesurft und Fotos wie Videos gemacht. An Screen-On-Time waren so sehr gute siebeneinhalb Stunden drin. Wohlgemerkt, innerhalb von fast zwei Tagen. Legt man es darauf an, könnt ihr im Laufe eines Tages den Akku natürlich ebenfalls leer bekommen. Dann sind aber auch zwischen acht und zehn Stunden an Bildschirmzeit drin. Insgesamt für ein Flaggschiff-Smartphone ausgezeichnete Werte, zumal ihr den Akku auch wieder schnell laden könnt.

OnePlus 10 Pro 5G Ladekabel

80W-SuperVooc nennt OnePlus das nun – übrigens dieselbe Bezeichnung, wie bei OPPO. Damit könnt ihr das 10 Pro innerhalb von 31 Minuten komplett aufladen. Schnellere Zwischenladegänge sind ebenfalls möglich. Gerade von 20% auf 80% geht es rasend schnell in ca. 15 Minuten.

SuperVooc lädt mit bis zu 80W und eignet sich auch für schnelles Zwischenladen gut.

„50W AirVooc“ wird ebenfalls angeboten. Ihr könnt also sogar kabellos Schnellladen. Das konnte ich mangels kompatiblem Ladegerät jedoch nicht testen. Laut OnePlus dauert es auf diese Weise ca. 47 Minuten, um den Akku vollständig aufzuladen.

OnePlus 10 Pro 5G Gaming Fingerprint

Auch sonst hat OnePlus an der Schnelligkeit des Nutzungsgefühls gearbeitet. So soll der optische Fingerprint-Reader ebenfalls verbessert worden sein. Erstmal fällt aber seine veränderte Position auf: Er sitzt nun etwas weiter oben und ist viel besser zu erreichen. Mit der aufgebrachten Schutzfolie war er anfangs zwar gut, aber nicht besonders herausragend. Einige Male weigerte er sich, meinen Daumen zu erkennen.

OnePlus hat zudem den Vibrationsmotor überarbeitet – und das merkt man direkt. Das haptische Feedback ist wirklich auf einem verdammt hohen Niveau. Teilweise hat man beim Tippen und Scrollen das Gefühl, dass wirklich etwas im Inneren des Smartphones bewegt wird.

Im Großen und Ganzen liefert OnePlus also High-End-Performance an allen (gerundeten) Ecken und Enden des 10 Pro. Positive Highlights sind vor allem die sehr gute Akkulaufzeit und verhältnismäßig geringe Hitzeentwicklung – keine Selbstverständlichkeiten für die Ferraris unter den Smartphones.

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Kamera: Sehr gute Farben – mit Unterschieden

Den Großteil des Flaggschiff-Bingos hat das OnePlus schon mal mit Bravour gemeistert, doch nun kommt die Kür: Schließlich dürfte die Kamera-Performance für viele Smartphone-Käufer:innen das ausschlaggebende Kriterium sein. Die Kooperation mit Hasselblad verspricht bereits viel, denn die schwedische Manufaktur gilt als einer besten Kamera-Hersteller des Planeten.

OnePlus 10 Pro 5G Hasselblad Kamera 1

So wimmelt es vor allem im Pro-Modus des OP 10 Pro nach Anspielungen auf Hasselblad: Neben dem orangenen Focus-Peaking, bekommt ihr auch das originale Verschlussgeräusch geboten. Doch auf dem Papier hat sich im Vergleich zum Vorgängermodell gar nicht so viel geändert und nominell haben sogar nur die Ultraweitwinkel- und Frontkamera jeweils einen neuen Sensor bekommen.

Der Pro-Modus ist deutlich an Hasselblad angelehnt.

Aber der Reihe nach: Die Hauptkamera verfügt über den gleichen Sony IMX789 wie im OnePlus 9 Pro. Der war allerdings auch eine sündhaft teure Eigenentwicklung von OnePlus und Sony, die exklusiv im vorjährigen Flaggschiff der Marke zum Einsatz kam – und nun weiteren Feinschliff bekommen hat.

Im direkten Vergleich mit dem Vorgänger sollen die Farben deutlich natürlicher sein und weniger übersättigt aufgenommen werden. Auch ein breiterer Dynamikumfang steht auf OnePlus‘ Highlight-Liste. Letzteren könnt ihr durch die Aufnahme in 12-Bit-RAW sogar noch erhöhen. Hierbei werden die Qualitäten von möglichst flachen RAW-Aufnahmen mit dem Image-Processing eines Smartphones verbunden. Quasi das Beste aus beiden Welten von RAW- und Automatikmodus.

Besonders Banding, das etwa bei strahlend blauem Himmel den digitalen Farbübergang optisch verrät, soll damit der Vergangenheit angehören. Zudem kann jetzt auch im HEIF-Format aufgenommen werden. Das relativ junge Fotoformat hat deutlich weniger Speicherhunger als JPEG-Bilder – und ermöglicht eine Farbtiefe von 10 Bit. Allerdings gibt es bis dato nur wenige Programme, die das Format auch wiedergeben können.

HEIF-Format in JPEG umgewandelt

So viel zur Ausgangslage, doch wie sieht es in der Praxis aus? Um es kurz zu machen: Die Hauptkamera macht starke Bilder mit natürlichen Farben, die es sowohl mit der Pixel-Reihe von Google als auch Apples iPhone 13 Pro aufnehmen können. Damit spielen sie in der obersten Liga mit, was man über vergangene OnePlus-Smartphones nur mit Abstrichen sagen konnte.

Der Weißabgleich der Hasselblad-Hauptkamera neigt aber gerne zu leicht wärmeren Gefilden der 12MP-Aufnahmen. Diese sind der Standard im Automatikmodus. Ihr könnt auch mit der vollen Sensorauflösung von 48MP knipsen, wobei sie kaum Vorteile bringt und mit einem etwas niedrigeren Dynamikumfang einhergeht.

In den meisten Fällen werden im Automatikmodus selbst feine Details von dem großen Sensor gut eingefangen. Und auch am Rand bleiben Unschärfeeffekte aus. Letztere treten teilweise nur zu Tage, wenn ihr Nahaufnahmen machen möchtet. Hier stellt der Autofokus zwar generell schnell scharf, doch die Fotos wirken hereingezoomt etwas matschig und auch die Naheinstellgrenze hätte meiner Meinung nach noch minimal niedriger sein dürfen.

HEIF-Format in JPEG umgewandelt

Die Telekamera macht ihre Sache routiniert, fällt aber mit einer Auflösung von 8MP leicht ab. Die Farben sind hier auf dem Niveau des Hauptsensors – haben zum Teil aber einen Schuss mehr Blauanteil in Licht und Schatten. Der kleine Sensor mit 3,3-facher Vergrößerung ist wie die Hauptkamera komplett optisch stabilisiert und aus dem Vorgänger bekannt. Sein Alter merkt man ihm aber höchstens bei der Auflösung an.

Durch die Stabilisierung sind scharfe Aufnahmen und längere Belichtungszeiten möglich. Autofokus gibt es ebenfalls und bringt euch gefühlt auch näher heran als mit der Hauptkamera, weswegen ich euch für verspielte Makro-Fotos die Telelinse empfehlen würde.

Schön ist zudem, dass auch hier der Pro-Modus unterstützt wird und euch mehr Spielraum erlaubt. Er läuft übrigens erstmals auf allen rückseitigen Kameras. Somit sind also auch Langzeitbelichtungen auf den Tele- und Ultraweitwinkelkameras möglich, während der dedizierte Langzeitbelichtungsmodus nur mit dem Hauptsensor funktioniert.

Es gibt einen speziellen Langzeitbelichtungsmodus. Der funktioniert allerdings nur auf der Hauptkamera. Wollt ihr mit allen Linsen länger belichten, dann könnt ihr das im Pro-modus

Überrascht war ich auch von der relativ soliden digitalen Vergrößerung beim Hereinzoomen. OnePlus hatte schon verlauten lassen, dass sie hier wohl ordentliche Fortschritte gemacht haben – und die kann ich bestätigen. Dank verbesserter Software-Algorithmen werden Linien besser nachgezeichnet und die digitale Vergrößerung wirkt nicht zu künstlich. Auf dem kleineren Smartphone-Display kann man sich die Aufnahmen durchaus ansehen.

10-fach digital vergrößert

Bis jetzt also ein richtig starkes Ergebnis der beiden etablierten Linsen, die durch Software-Verbesserungen und Hasselblads-Farbmanagement deutlich stärkere Bilder als beim 9 Pro liefern.

Ein vermeintliches Downgrade gab es dafür leider bei der Ultraweitwinkelkamera. Diese setzte beim 9 Pro noch auf den erprobten Sony IMX766-Sensor. Ein ziemlich großes Modell, mit Autofokus und tollem Dynamikumfang – gerade für eine Ultraweitwinkellinse, die von Herstellern oftmals stiefmütterlich behandelt werden. Nun kommt ein Samsung ISOCELL JN1 mit ebenfalls 50MP zum Einsatz, der jedoch deutlich kleiner ist und keinen Autofokus mehr besitzt.

Coole Makroaufnahmen im ultraweiten Format gehören so der Vergangenheit an. Dafür hat sich am Sichtfeld etwas geändert: Relativ standardmäßige 110° stehen zwar im Automatikmodus der Kamera parat, doch diese werden nur durch ein Hereincroppen erreicht.

Geht ihr auf die weiteren Optionen, dann könnt ihr das gesamte Potenzial des Sensors nutzen. Denn dieser nimmt nativ in einem Sichtfeld von 150° auf. Das erinnert stark an Aufnahmen von GoPro- oder Fischaugenkameras. Letzteren Effekt, der vor allem von älteren Albumcovern oder 90er-Jahre-Skate-Videos bekannt ist, kann man im 150°-Modus ebenfalls nutzen. Hier wird er dann aber digital erzeugt.

Hier dieselbe Aufnahme mit der Hauptkamera: Deutlich wärmere Farbtöne.

Trotz des vermeintlichen Downgrades ist der Dynamikumfang der ultraweiten Aufnahmen durchgehend exzellent. Doch die Farben wirken teilweise deutlich kälter, wenn man sie mit dem Hauptsensor und der Telekamera vergleicht.

Auch ein Schärfeverlust an den Seiten der Aufnahme ist mitunter zu erkennen. Dennoch schafft es OnePlus den kleineren Sensor durch gute Algorithmen ins Hasselblad-Gefüge einzubauen. Besonders der Nachtmodus verbleibt auf einem sehr hohen Niveau, wobei der Automatikmodus nicht weit dahinter liegt.

Der Nachtmodus ist OnePlus-typisch auf allen Linsen hervorragend und sorgt für ein natürliches Aufhellen der Umgebung. Wobei der Automatikmodus nur wenig zurückstecken muss.

Für meinen Geschmack gefällt mir die natürlichere Lichtstimmung sogar etwas mehr, während der Nachtmodus die namensgebende Uhrzeit fast zum Tag macht. Je nach Bedarf, bietet euch das OnePlus 10 Pro also einige Möglichkeiten, um Fotos auch nachts zur Geltung zu bringen.

Auch die Frontkamera verfügt über einen Nachtmodus. Für diesen solltet ihr das 10 Pro aber möglichst still halten, da sie natürlich keine Stabilisierung bietet. Immerhin gibt es hier im Vergleich zum OP 9 Pro ein grundsolides Update. 32MP liefert der Sony IMX615 und macht Selfies mit sehr gutem Detailreichtum.

OnePlus 10 Pro 5G Selfie

Er verfügt zwar nicht über einen Autofokus, kann aber im Porträtmodus gut digital freistellen und euch ein solides Bokeh auf den Bildschirm zaubern. Ganz an den Porträt-Modus der „großen“ Kamera kommt er aber verständlicherweise nicht heran – aber weit entfernt ist er auch nicht.

Für Video-Fans sind einige neue Features dabei. Zum einen wären da LOG-Aufnahmen. Diese sind vergleichbar mit dem RAW-Modus, da sie flachere, entsättigtere Videos aufnehmen, die ihr im Nachhinein besser bearbeiten könnt. Auch 4K-Aufnahmen in 120FPS sind wieder möglich und stellen sogar die Videovariante mit dem geringsten Sensor-Crop-In da. Ihr bekommt hier also den größten Bildausschnitt und die höchste Datenrate. Dafür ist die optische Stabilisierung in 4K etwas eingeschränkt. Ja, sie ist vorhanden. Aber die Kombination aus digitaler und optischer Bildstabilisierung gelingt vor allem in 1080p richtig gut.

Auflösungen Video-Modus

Etwas seltsam mutet die Entscheidung an, 8K-Videos nur noch in 24fps aufzunehmen. Der Vorgänger schaffte hier 30 Bilder die Sekunde. Anscheinend waren die paar Bilder mehr für einen exorbitanten Akkuverbrauch verantwortlich, weswegen das OP 10 Pro hier ein vermeintliches Downgrade aufweist. Aber sein wir ehrlich: 8K-Videoaufnahmen mit einem Smartphone sind ein nettes Gimmick, verbrauchen aber sehr viel Speicherplatz und bieten kaum einen Schärfevorteil gegenüber 4K-Aufnahmen.

RAW+, LOG-Videos und Co: OnePlus meint es ernst mit den Pro-Features des Pro-Modells. Denn vor allem Kreativschaffende, die ihre Bilder und Videos noch in Lightroom oder DaVinci Resolve bearbeiten möchten, profitieren davon.

OnePlus 10 Pro 5G Hasselblad Xpan

Ottonormalverbrauchende dürfen aber bedenkenlos zum Automatikmodus der Kamera greifen – er hat mittlerweile den Olymp der Smartphone-Fotografie erreicht und misst sich hier mit den besten. Nur der Weißabgleich der Ultraweitwinkellinse fällt etwas aus der Reihe, ist er doch deutlich kälter als bei den anderen Sensoren.

Die Ultraweitwinkelkamera ist im Vergleich zum Vorgänger vielseitiger UND beschränkter zugleich.

Auch der Autofokusverzicht beim Ultraweitwinkel fällt negativ ins Auge. Doch ansonsten bietet der neue Sensor im Hasselblad-Verbund eine gute Vielfalt und verschiedene Perspektiven, die derzeit sonst nur das Realme GT2 Pro bieten kann.

OnePlus 10 Pro 5G Hasselblad Kamera 2

Selfies haben ebenfalls zugelegt und sind scharf und detailreich. Damit bekommt ihr beim OP 10 Pro also ein Kamera-Line-Up das endlich mal wieder Flaggschiffe jagt – diesmal eine Preisklasse darüber in Form des Apple iPhone 13 Pro Max oder des Samsung Galaxy S22 Ultra.

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Audio-Performance und Empfang: Gut, mit solidem Fundament

Smartphones sind keine Audiokünstler, aber zum Zeigen des gelegentlichen YouTube-Videos sollten sie ausreichen. Mittlerweile können die kleinen Geräte aber noch mehr und liefern teilweise sogar einen ziemlich vollen Klang ab. Das liegt an kleinen weißen Bällchen – also ohne Witz jetzt. Denn die sitzen im Lautsprecher und vergrößern die Resonanzfläche – was den Sound eben größer erscheinen lässt.

Das OP 10 Pro ist hier keine Ausnahme. Bass ist bei den Stereolautsprechern zumindest etwas vorhanden und auch sonst klingt das Smartphone solide. Keine Frequenz tanzt zu sehr aus der Reihe und erst ab höchster Lautstärke belasten die Höhen eure Ohren etwas zu sehr. Das Xiaomi 11 hat mir beim Sound vergangenes Jahr noch etwas besser gefallen, aber ansonsten muss sich das 10 Pro vor keinem Wettbewerber verstecken.

5G konnte ich mangels Anbieteroption leider nicht testen, aber: Selbst in den Berliner Untergründen der tiefsten U-Bahn-Stationen hatte ich stets soliden LTE-Empfang. Auch die Klangqualität bei Telefonaten war sehr gut. Die Gegenüber waren immer verständlich und klar. Wobei mir zuweilen die tieferen Frequenzen gefehlt haben. Aber das ist Kritik auf dem höchsten Niveau. HD-Telefonate kann das OnePlus-Flaggschiff – wie auch die meisten anderen modernen Smartphones – auf jeden Fall spielend abspulen.

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Fazit: Ein rundes High-End-Flaggschiff, dessen Hauptkamera bei den besten mitspielt

Lasst mich mit einem polarisierenden Statement beginnen: Das OnePlus 10 Pro ist das beste Smartphone, das die Marke bis dato herausgebracht hat – und dennoch könnten eingefleischte OnePlus-Fans enttäuscht sein. Denn OxygenOS 12.1 ist so nah an OPPOs ColorOS wie nie zuvor. Da ich OPPOs Android-Skin aber nicht abgeneigt bin, ist das auch kein Problem für mich. Ein gutes, schlankes OS, das genügend Personalisierungsfunktionen bietet, bekommt ihr hier nämlich trotzdem.

Und ansonsten liefert das 10 Pro: Vor allem die Hasselblad-Hauptkamera hat endlich zum hohen Niveau der Konkurrenz aufgeschlossen und bietet eine Vielzahl an zusätzlichen (Pro-)Funktionen. So erhalten alle ambitionierten Smartphone-Fotograf:innen ein erstaunlich mächtiges Toolkit für die Hosentasche. Telekamera und Ultraweitwinkel fallen im Vergleich zwar etwas ab, bleiben aber dennoch auf hohem Flaggschiff-Niveau.

OnePlus 10 Pro 5G Rückseite in action Hasselblad

Auch sonst ist das OnePlus 10 Pro ein Smartphone geworden, das nah an der Perfektion ist. Der derzeit schnellste Prozessor trifft auf einen großen Akku und eine fixe Ladefähigkeit. Nach Jahren des abendlichen Aufladens konnte ich mit dem OnePlus 10 Pro also endlich wieder flexibler in den Tag gehen. Zwar kommen wir hiermit nicht an Nokia-3210-Zeiten heran, aber selbst als Heavy-User kommt man über annähernd zwei Tage. Und wer dann doch mal an die Steckdose muss, ist in einer halben Stunde fertig. Zwischenladungen gehen sogar noch schneller. Dazu ist das große LTPO-2.0-Panel eine wortwörtliche Augenweide, die von OnePlus farbgenau kalibriert wurde.

Haptisch muss sich das 10 Pro mit der matten Glasoberfläche und dem Keramikgehäuse der Kamera ebenfalls nicht vor der Konkurrenz verstecken. Und das mangelnde IP68-Rating zur Wasserfestigkeit scheint schlichtweg Lizensierungsgründe zu haben. In den USA gibt es das baugleiche Smartphone schließlich damit.

OnePlus 10 Pro 5G Gaming

Damit ist das OnePlus 10 Pro – wenn man die Vorbehalte zu OxygenOS ablegt – einfach ein sehr angenehmer Alltagsbegleiter, der keine echten Schwächen mitbringt. OnePlus-Fans der ersten Stunde könnten aufgrund mangelnder Alleinstellungsmerkmale nun natürlich „langweilig“ rufen, aber ganz ehrlich: Wen interessiert es, wenn das Endprodukt so gelungen ist? Darum würde ich allen Skeptiker:innen raten, es einfach mal auszuprobieren.

OnePlus 10 Pro 5G Sandstone Sandstein Case Hülle 2

Ganz ohne Konkurrenz steht das OnePlus 10 Pro aber natürlich nicht da. Im eigenen Haus (des Mutterkonzerns BBK) schart etwa das Realme GT2 Pro mit den Hufen. Das – rein von den technischen Daten – fast so aussieht, als hätte es OnePlus als Non-Pro-Modell des Flaggschiffs geplant. Neben dem gleichen Prozessor bietet es auch eine innovative Bio-Kunststoff-Rückseite, die sich wie Papier anfühlen soll. Also Alleinstellungsmerkmale – die OnePlus mal groß gemacht haben. Preislich liegt es unter dem 10 Pro und dürfte die nächsten Monate auch noch etwas günstiger werden. Dafür müsst ihr hier auf die Hasselblad-Kamera und eine dedizierte Telelinse verzichten. Den zugehörigen Test lest ihr bald bei uns.

OnePlus 10 Pro 5G vs Realme GT 2 Pro

Auch von Xiaomi gibt es mit dem Xiaomi 12 Pro frische Konkurrenz. Laut ersten Tests von Online-Kolleg:innen scheint die Kamera zwar auch hier auf einem sehr hohen Niveau zu sein, doch der Akku des OnePlus dürfte deutlich mehr Ausdauer haben. Für 899€ und 999€ hat OnePlus das 10 Pro zudem ziemlich clever positioniert. Es liegt damit preislich unter ebenfalls vergleichbaren Samsung- oder Apple-Flaggschiffen – und bietet nicht weniger. Wer also ein Smartphone für den Alltag ohne echte Schwächen sucht, der wird hier fündig.

Seid ihr hingegen noch mit dem OP 9 Pro unterwegs, würde ich schlichtweg noch mindestens eine Generation warten. Jährliche Smartphone-Upgrades lohnen sich meiner Meinung nach nicht (mehr). Dafür sind die Verbesserungen seit geraumer Zeit einfach zu inkrementell geworden – und spätere Upgrades sind schließlich auch besser für die Umwelt.

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*Stand: 31. März 2022

Veröffentlicht von

Großer Film- und Serien-Fan, der von Antonioni bis Tarkowski (fast) alles gesehen hat, was Kino und Fernsehen hergeben. Durch Super Nintendo und PS1 fand er Mitte der 90er seine Leidenschaft für PC- und Konsolenspiele. Zockt mittlerweile vornehmlich am selbstgebauten Gaming-PC und gelegentlich auch auf der PlayStation.

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