Outlook-App speichert Nutzerdaten auf US-Server, aber Vorsicht bei der Deinstallation!

Outlook-for-iOS-and-AndroidMicrosofts neue Outlook-App für iOS und Android ist derzeit in aller Munde. Das liegt zum einen an der von vielen Stellen guten Qualität des Programms, zum anderen allerdings leider auch an einem unter Umständen ernsthaften Sicherheitsrisiko, mit dem sich Nutzer der App herumschlagen müssen. Wie heise online gestern informierte, werden in der Outlook-App sowohl eingehende wie auch abgehende Mails nicht von den Servern des E-Mail-Providers direkt abgerufen, sondern über separate Server in den USA geleitet. Dadurch können mitunter auch sensible Nutzerdaten auf diesen externen Server landen. Im Folgenden erklären wir daher unter anderem, worauf Anwender achten müssen, wenn sie die Outlook-App wieder vom Smartphone oder Tablet löschen wollen.

Die neue Outlook-App von Microsoft leitet den Mail-Verkehr über eigene Server, um den Nutzern gewisse Funktionen zur Verfügung zu stellen. Dazu gehören beispielsweise Push-Benachrichtigungen oder eine erhöhte Zustellgeschwindigkeit für eingehende E-Mails, wie heise online schreibt. Der große Nachteil dieser zusätzlichen Funktionalität ist jedoch, dass die Zugangsdaten für diverse vom Nutzer in dem Programm hinterlegten E-Mail-Accounts direkt auf den für die App abgestellten US-Servern gespeichert werden. Abhängig vom E-Mail-Dienst kann das sogar das Passwort mit einschließen. So sollten beispielsweise Nutzer, die sich zu einem Exchange-Server verbinden, Vorsicht walten lassen, während bei Gmail-Accounts dank einer  Autorisierung per OAuth das Passwort nicht gespeichert wird.

Darüber hinaus können auch E-Mail-Anhänge, Kalendereinträge und Kontaktdaten des Outlook-App-Nutzers temporär auf den US-Servern gespeichert und indexiert werden.

Wer sich nun aufgrund dieser Informationen wieder von der Outlook-App verabschieden und diese möglichst schnell von seinem iOS- oder Android-Gerät löschen möchte, sollte dabei einen wichtigen Punkt tunlichst nicht außer Acht lassen. Um die auf den US-Servern abgelegten Nutzerdaten wieder von dort zu entfernen, reicht es nicht aus, die App einfach zu deinstallieren. Vielmehr muss zuvor in den Outlook-Kontoeinstellungen jeder hinterlegte E-Mail-Account einzeln gelöscht werden. Dafür gibt es dort für jeden Account ganz unten die Schaltfläche „Konto entfernen“. Wird diese angetippt, erhält der Nutzer die drei Auswahlmöglichkeiten „Vom Gerät“, „aus Geräte- und Remote-Daten“ und „Abbrechen“. Nur wenn an dieser Stelle nun der zweite Punkt, also „aus Geräte- und Remote-Daten“, gewählt wird, werden die Kontoinformationen sowohl vom Smartphone/Tablet als auch von den Servern gelöscht.

outlook_ios_konto_entfernen

Abschließend muss zu diesem Thema noch erwähnt werden, dass Microsoft nicht der einzige Anbieter eines E-Mail-Clients ist, der einen erhöhten Funktionsumfang durch die Verwendung seiner eigenen Server sicherstellen will. Eine andere App, die ähnlich arbeitet, ist beispielsweise Mailbox. Nutzer sollten sich allerdings im Klaren darüber sein, welche Implikationen die Verwendung derartiger Programme mitbringen kann, ganz besonders dann, wenn damit beispielsweise Firmen-E-Mails vom Exchange-Server des Arbeitgebers abgerufen werden sollen.

Bilder: NBB, Microsoft
Quelle: heise online, The Wall Street Journal
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Über Johannes Schaller

Ich bin freier Journalist, Computer-Technik-Freak, Videospiel-Guru und Freizeit-Poet. In den letzten Jahren war ich unter anderem für notebookjournal.de tätig und habe als IT-Fachmann gearbeitet. Wenn ich nicht gerade an einem Text feile oder ein Stück Hardware auseinandernehme, dann widme ich meine Zeit gerne Filmen, Literatur, Videospielen oder schlicht und einfach der Natur.
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