La Carrera Panamericana: Die erste Etappe

Heute war frühes aufstehen angesagt, da endlich der erste große Tag von insgesamt sieben großen Tagen gekommen war. Der Wecker klingelte deshalb bereits um sechs Uhr. Wir haben unsere Sachen gepackt, kurz noch im Hotel gefrühstückt und dann auch schon Richtung Startpunkt aufgebrochen. Pünktlich um 8.30 Uhr fuhr das erste Auto los zur ersten Speedetappe. Jedes Auto kam bevor es losfuhr auf eine Startrampe und wurde mit einigen Informationen zum Auto und Team angekündigt, bevor der Sprecher von fünf herunterzählte und die Rennautos in die jubelnde Menschenmenge entließ. Es hatte den Anschein, als ob der ganze Ort da gewesen wäre. Eltern mit ihren kleinen Kindern, Lehrer mit ganzen Schulklassen. Jochen Mass und Manuel Pabst hatten noch eine frühe Startzeit zugewiesen bekommen, obwohl sie gestern ja nicht am Qualifying teilgenommen haben. Das hängt wohl damit zusammen, dass Jochen Mass irgendeine Oldtimer Rallye gewonnen hat und deshalb immer gesetzt ist. Tim Mälzer und Frank Meyer waren allerdings ganz schön weit hinten, aber immerhin nicht letzter.

Jochen und Manuell auf der Startrampe umzingelt von Hobbyfotografen

Das ganze Rennen besteht im Prinzip, wie ich gestern bereits angedeutet habe, aus sogenannten Überführungsetappen und Speedetappen. Überführungsetappen sind die Fahrten vom Start zu einer Speedetappe oder vom Ende einer Speedetappe zum Start der nächsten Speedetappe. Bei der Überführungsetappen kommt es nicht darauf an, wie viel Zeit man exakt für die Strecke gebraucht hat, es ist nur wichtig im vorgegebenen Zeitrahmen an der nächsten Speedetappe zu sein. Erscheint man nicht pünktlich zur Speedetappe, kriegt man Strafsekunden aufgebrummelt.

Wir durften erst losfahren, nachdem alle Rennfahrzeuge gestartet waren und die Strecke auch für die Servicefahrzeuge freigegeben wurde. Macht ja auch Sinn, sonst kriegt man nicht mit, wenn eines unserer Autos verunglückt. Nach wenigen Kilometer mussten wir aber einen Stopp einlegen, weil wir die Piloten des Porsche 911 am Straßenrand gesichtet hatten, mit dem ich letztens mitfahren durfte. Sie sind von der Straße abgekommen und einige Meter durch die steile Böschung gefahren, bevor sie letztendlich zum Stehen kamen. Den beiden ging aber gut und das Auto sah auch in Ordnung aus. Hilfe kam recht schnell und das Auto konnte geborgen werden. Die sichtbaren Schäden hielten sich in Grenzen und so fuhr der Porsche aus eigener Kraft weiter.

Der verunglückte Porsche 911

Der Service Point war an einer richtig großen Tankstelle in Salina Cruz. Dort haben wir auch endlich nochmal kurz unsere beiden Autos sichten und die Piloten befragen können. Ich war irgendwie froh, dass sie offensichtlich ohne größere Probleme die erste Hälfte der Etappe erfolgreich hinter sich bringen konnten. Auf dem Weg nach Salina Cruz haben wir nämlich einige verünglückte Autos gesehen und noch mehr Autos, die wegen einer Panne ihre Fahrt nicht fortsetzen konnten. Als wir am Service Point angekommen sind, fuhren die ersten Autos bereits wieder los. Wir durften am Service Point ebenfalls erst wieder los, nachdem sich die ganzen Rennautos wieder auf der Strecke befanden.

Tim Mälzer und Frank Meyer vor dem Start in die zweite Hälfte der Etappe nach der Mittagspause. Auch hier wurden sie von Einheimischen bejubelt

Ungefähr 100 km vor Oaxaca haben wir dann einen unserer Serviceautos mit Hjalmar und Andy am Straßenrand entdeckt und davor den weißen Mustang von Jochen Mass und Manuel Pabst. Wie Jochen mir erzählt hat, hat sich der linke Stoßdämpfer von der Befestigung gelöst. Es wurde am Straßenrand provosorisch wieder festgezogen, aber es muss wohl bis morgen geschweißt werden, sonst könnten die beiden vielleicht die zweite Etappe nicht bestreiten. Eigentlich hatten die beiden nur angehalten, weil die Benzinpumpe zu heiß wurde und nicht mehr korrekt gearbeitet hat und erst dabei diesen Defekt entdeckt. Jedenfalls konnten sie, wenn ich das richtig im Routenbook gesehen habe, die letzten zwei Speedetappen nicht bestreiten.

Andy beim letzten Festziehen der Schrauben. Wir waren erst dort, als alles fast fertig war.

Bis dahin lief es aber für beide Teams gut. Es wurden zwar bisher nur die Ergebnisse für die erste Etappe veröffentlicht (Stand 21.10. 23:21 mexikanische Zeit), aber nach diesen hat Jochen Mass die neuntschnellste Zeit (03:57.08 für 7.630 km) gefahren. Tim Mälzer landete mit Platz 64 auf dem Mittelfeld, was für einen Anfänger sicherlich nicht schlecht ist. Beide Teams machen auf jeden Fall Lust auf mehr!

Ich bin optimistisch, dass unsere Mechaniker das geregelt bekommen. Sie haben schon mehr als einmal hier ihre Fähigkeiten unter Beweis gestellt, aber es bleibt nur wenig Zeit bis Morgen. Ich war irgendwann nach 21 Uhr am Hotel und die anderen werden ihr Hotel auch nicht viel früher erreicht haben, obwohl es etwas näher am Ziel lag. Man braucht hier Oaxaca ungefähr 15 Min. um 1 km zurückzulegen, da der Verkehr sehr dicht ist. Wir sind erst nach 19 Uhr überhaupt am Ziel in Oaxaca angekommen (die Fahrer natürlich etwas schneller). Es war ein großer Platz und was wir dort vorgefunden haben glich einem riesigen Volksfest. Ich schätze mal, dass mehr als Tausend Menschen allen Alters da waren und die Piloten wie Rockstars gefeiert haben. Man hatte mir zwar bereits erzählt, dass die Einheimischen richtig auf die La Carrera Panamericana abgehen, aber dass es einem Volksfest gleichen würde, war mir ehrlich gesagt nicht klar. Auch während der Fahrt durch die Dörfer standen die Menschen am Straßenrand und haben unsere Durchfahrt bejubelt.

Die morgige Route. Morgen wollen wir ab dem Servicepoint vorfahren, um die Zieleinfahrt erleben zu können

Jochen Mass checkt nochmal vor dem Drivers Meeting die morgige Route auf seinem Fujitsu Lifebook S671

Auf jeden Fall geht es morgen um 8 Uhr mit der zweiten Etappe weiter von Oaxaca nach Puebla. Nachdem heutigen Tag, freue ich mich jetzt sogar noch mehr darauf, obwohl es sehr anstrengend war und wir alle in Prinzip heute nur gefrühstückt haben.  Insgesamt sollen morgen 447 km zurückgelegt werden. Drückt uns die Daumen und macht fleißig beim Tippspiel mit! Dadurch, dass Jochen und Manuell nicht bei allen Speedetappen teilnehmen konnten, bin ich schon gespannt wer beim heutigen Tippspiel am Ende richtig gelegen hat. Die Zeiten reiche ich sofort mit einem Update hier nach, wenn sie dann hoffentlich bald veröffentlicht weden. Interessierte sollten die Resultate dann unter diesem Link finden können: http://lacarrerapanamericana.com.mx/resultados

(Alle Fotos mit einer Nikon Coolpix P7100 aufgenommen)

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2 Kommentare auf "La Carrera Panamericana: Die erste Etappe"

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Gast
Andy

Ein wirklich interessanter und spannender Bericht!
Zum Glück ist keioner Person etwas passiert, aber wie geht es denn dem Porsche? Und konnte Jochens Mustang wieder repariert werden oder fährt er jetzt die restlichen Etappen mit einem Handicap…?

MfG Andy

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