Pimp my Bicycle: Skurrile Sound-Systeme auf Fahrrädern

Wetterbedingt endet die Zeit für ausgedehnte Radtouren in den nächsten Wochen. Wer sein Fahrrad liebt, der mottet es den Winter über in einem trockenem Raum ein. Putzen, ölen, einstellen und an die Wand hängen, das sind die üblichen Vorbereitungen für den Winterschlaf. Einige Freaks nutzen den Winter und werten ihr Bike mit einer fetten Soundanlage auf. Dabei kennt die Fantasie keine Grenzen: Vom Billig-PC-Stereo-System über Sound-Equipment für Autos bis zu rollenden Verstärkerwänden, die mit Konzertbühnen von Rockbands konkurrieren können, ist alles dabei. Stolze Bastler halten ihre Arbeit in Videos fest, von denen wir eine kleine Sammlung präsentieren.

David Forbes, der Erfinder der Nixie Watch (Steve Wozniak besitzt eine), geht gerne auf das Festival Burning Man. Dort gehört es zum guten Ton, abgefahrene Fahrzeuge, sogenannte Mutant Vehicles, mitzubringen. David bastelte sich eigens eine Soundmaschine auf sein mit Leopardenfell bespanntes Fahrrad. Das Stereosystem mit 25 Pfund schweren, 200 Watt starken Lautsprechern läuft mit den verbauten Batterien angeblich bis zu zehn Stunden. Als Zuspieler kommt ein Apple iPod zum Einsatz. Bei der offenen Verkabelung sollte man darauf achten, nicht im Regen unterwegs zu sein. Glücklicherweise findet das Festival in der Wüste statt.

Für den Stadtverkehr besser geeignet ist die nächste Konstruktion. Das Autoradio auf dem Lenker platziert, die Speaker zwischen Oberrohr, Unterrohr und Sitzrohr, die Autobatterie findet auf dem Gepäckträger Platz. Damit kommt man auch im Stau zwischen den Autos durch. Und das Beste: Man benötigt keine Klingel.

Das nächste Sound-Bike ist nichts für die Hatz durch die Stadt. Das Dreirad lädt zum Cruisen ein, was mit der richtigen Musik besonders viel Freude bereitet. Dass der Fahrer im Video sich in diesem Punkt wohl von den meisten unterscheidet, macht ihm wohl nichts aus. Schließlich hat er das lautere Fahrrad.

Ganz im Style einer Autotuning-Show, die letztes Jahrzehnt auf MTV ausgestrahlt wurde, rollt das nächste Bike an. Neben fettem Downfire-Subwoofer und Autolautsprechern im Design der 1990er Jahre kommt hier sogar ein Video-Entertainment-System zum Einsatz. Anstelle des Rückspiegels hängt eine PlayStation Portable am Lenker und Hinterherfahrende können sich über einen zusätzlichen Monitor an den Musikvideos erfreuen. Dass hierbei der Fokus auf Show gelegt wurde, demonstriert der Einbau eines Kettenlenkrads.

Auch der Tuner des nächsten Dreirads hatte seine Vorbilder. Weniger HipHop, mehr Harley und Rockerclub: matt-schwarze Lackierung, braune Griffe, Weißwandreifen und ein Rahmen, der direkt von einer Chopper kommen könnte. Neben dem Show-Effekt hat dieses Bike auch praktische Seiten. Die Musikanlage ist vor Wasser geschützt in einem Holzfass montiert, das von beiden Hinterrädern umgeben ist. Außerdem nimmt das Fass eine Kühlbox auf.

Um auch nachts aufzufallen, kann man sein Fahrrad mit bunten LED-Lichterketten, Blitzlichtern, beleuchteten Speichen und Lautsprechern ausstatten. Damit wird man nicht nur gehört, sondern auch gesehen. Die rollende Disco.

Diese Truppe aus New York belässt es nicht bei einem simplen Stereo-System. Hier kommen ganze Lautsprecherwände zum Einsatz, wie man sie von Live-Konzerten kennt. Um die schweren Speaker mobil zu machen, sind sie auf einer Palette mit Rädern von Einkaufwagen montiert. Dass man damit keine weiten Touren machen kann und auf festen Untergrund beschränkt ist, ist mehr als ein Schönheitsfehler. Nachbarn äußern erste Musikwünsche.

Wer die andere Art von Originalität bevorzugt und am liebsten seinem Fahrrad zuhört, für den haben wir hier noch einen Zeitvertreib für die Winterwartezeit.

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Über Robert Tischer

Aufgewachsen mit Lego und Nintendo Game Boy eroberte schon bald ein Laptop mit MS-DOS und Windows 3.1 mein Herz und meinen Schreibtisch im Jugendzimmer. Nach einer kurzen Technikrezession sind Schreibtisch und Spielplatz 20 Jahre später auf die Größe eines Wohnzimmers gewachsen, das inzwischen einen Anbau vertragen könnte.
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