PlayStation: Sony kauft Bungie für 3,6 Mrd. Dollar

      PlayStation: Sony kauft Bungie für 3,6 Mrd. Dollar

      Das Studio, dass der Welt Halo und Destiny gebracht hat, kommt zu Sony. Die Spiele sollen auch weiterhin Multiplattform bleiben. Sony plant wohl weitere Studio-Käufe.

      Nachdem Microsoft Mitte Januar den Kauf von Activision Blizzard angekündigt hat, kontert Sony nun damit, dass sie das Destiny 2-Studio und Publisher Bungie für 3,6 Milliarden US-Dollar zu PlayStation holen. Das ist aber keine überhastete Reaktion auf den Kauf von Microsoft. Die Gespräche zur Übernahme sollen seit Monaten laufen.

      Nach aktuellem Stand soll Bungie nach Abschluss des PlayStation-Deals „eine unabhängige Tochtergesellschaft“ von Sony Interactive Entertainment werden. Dazu soll es ihnen laut Sony freistehen, „selbst zu veröffentlichen und Spieler zu erreichen“, wie es das Studio will. Bisher liefen große Käufe bei Videospiel-Publishern eher so ab, dass deren Spiele danach exklusiv für die jeweilige Plattform wurden.

      „Dies ist ein wichtiger Schritt in unserer Strategie, die Reichweite von PlayStation auf ein viel breiteres Publikum auszuweiten. […] Wir verstehen, wie wichtig Bungies Community für das Studio ist, und freuen uns darauf, sie dabei zu unterstützen, unabhängig zu bleiben und weiter zu wachsen.“

      Jim Ryan, PlayStation-Chef

      Bungie arbeitet aktuell mit insgesamt 900 Mitarbeiter*innen an weiteren Erweiterungen zu ihren beliebten Sci-Fi-Loot-Shooter Destiny 2. Ein weiteres bisher nicht vorgestelltes Projekt soll 2025 veröffentlicht werden. Dabei soll es sich um eine komplett neue Marke handeln. Ob dieses neue Spiel nun auch jenseits der PlayStation 5 erscheinen wird, ist derzeit nicht bekannt.

      Mit Bungie kommt einer der größten Namen der Video-Spiel-Industrie zu Sony

      Bungie hat der allerersten Xbox zum Erfolg verholfen, als sie dafür die Halo-Serie erschaffen haben. Sie wurden im Jahr 2000 von Microsoft aufgekauft. Im Jahr 2007 lösten Microsoft und Bungie ihre Verbindung. Es wurde allerdings vereinbart, dass Bungie weiterhin Halo-Spiele entwickeln würde, während die Markenrechte bei Microsoft verbleiben.

      Für Destiny tat sich Bungie dann mit Activision Blizzard zusammen. Der Release erfolgte 2014 mit gemischten Reviews. Im Jahr 2019 trennte man sich schließlich auch von den Call-of-Duty-Machern und wollte von da an seine Spiele lieber selbst vertreiben. Bungie ist also ein anspruchsvoller Künstler, der gerne seine Freiheit behält. Das würde zumindest die besonderen Vertragsbedingungen zwischen ihnen und Sony erklären.

      Der Kauf ist sinnvoll, um die PlayStation weiter zu stärken

      Nicht nur Sony ist im Kaufrausch. Im Moment versuchen sich alle großen Publisher breiter aufzustellen – diversifiziertes Portfolio. Als Microsoft festgestellt hat, dass sie zwar viele starke Multiplayer-Spiele haben, aber im Bereich Singleplayer jenseits von Halo nicht viel zu bieten haben, kauften sie Bethesda als DEN Publisher für Singleplayer-Spiele (Fallout, Skyrim usw.).

      Sony PlayStation hat ein paar der besten Singleplayer-Spiele (Uncharted, Spider-Man, Horizon, God of War, The Last of Us, Ghost of Tsushima usw) am Markt, aber im Bereich Multiplayer und Service-Games haben sie aktuell nicht viel zu bieten. Das dürfte auch der Grund sein, warum man zu Bungie gegriffen hat. Normalerweise holt sich Sony kleine Studios ins PlayStation-Boot, in denen sie Potential sehen und entwickeln das. Bestes Beispiel dafür ist Bluepoint Games (Uncharted: The Nathan Drake Collection, Shadow of the Colossus und Demon’s Souls – danach aufgekauft).

      Horizon Forbidden West V

      Bungie soll daher auch eher bei zukünftigen Service-Spielen von Sony PlayStation starke Unterstützung leisten. Nicht zu vergessen, dass sich Destiny und eventuell zukünftige Bungie-Spiele auch für Sonys Filmstudio (Sony Pictures Entertainment Motion Picture Group) interessant sein könnten.

      Christopher Dring von gameindustry.biz hat derweil mit Jim Ryan von PlayStation gesprochen und der hat in Aussicht gestellt, dass wir noch weitere Käufe von Sony erwarten sollen. Welche Studios/Publisher das sein werden, ließ man derweil offen. Bleibt Sony seiner alten Strategie treu, wäre Ember Labs (Kena: Bridge of Spirit) ein möglicher Kandidat. Sollten Mega-Akquisitionen weiter die Norm bleiben, wäre Electronic Arts ein potenzieller Kandidat, der Teil der PlayStation-Familie werden könnte.

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      Quelle & Bilder: gamesindustry.biz I & II, Bungie, PlayStation

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      Gamer, Filmliebhaber & Hobby-Fotograf – also alles was eine gute Geschichte erzählt. Großer Fan von durchdachten Produkten und Privatsphäre. Nach zehn Jahren im Google-System derzeit im Apple-Kosmos unterwegs und soweit zufrieden.

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