Praxistipp: Ganz einfach das Notebook aufrüsten – Kleine Tricks, große Wirkung

      Praxistipp: Ganz einfach das Notebook aufrüsten – Kleine Tricks, große Wirkung

      Bei günstigen Notebooks wird gerne beim Arbeitsspeicher oder beim SSD-Modul gespart. Die Hersteller verbauen nur das Notwendigste und machen so den Preis attraktiver. Mit wenig Geld und kleinen Handgriffen könnt ihr bei den meisten Notebooks Arbeitsspeicher und ein schnelleres SSD-Modul nachrüsten. Auch werden viele Geräte neuerdings mit Windows 10 Home in S-Modus ausgeliefert.

      In diesem Praxistipp zeigen wir euch, wie einfach ihr euer Notebook erweitern könnt, welche Kosten auf euch zu kommen und wie ihr kostenlos auf Windows 10 Home wechseln könnt.

      Inhalt:

      Notebook aufrüsten

      Zuerst einmal die Frage: In wieweit lässt sich ein Notebook aufrüsten? Nicht so gut wie ein PC-System, denn bei einem Notebook sind Prozessor und Grafik meistens auf der Hauptplatine fest verlötet. Einige Komponenten wie Arbeitsspeicher, Laufwerk und WLAN-Karte sind bei den meisten Notebooks gesteckt und lassen sich austauschen. Einige Modelle besitzen einen zweiten Sockel für Arbeitsspeicher oder einen freien M.2-Slot. Das heißt, bei diesen Notebooks könnt ihr – nach dem Öffnen des Notebooks – diese Komponenten austauschen beziehungsweise erweitern. Das Öffnen ist in der Regel sehr einfach. Schrauben lösen und dann die Unterseite des Notebooks entfernen. Einige Notebooks besitzen auf der Unterseite eine oder mehrere Serviceklappen, die den Zugang zum Speicher oder dem Laufwerk erleichtern. Hier müsst ihr nur wenige Schrauben lösen und braucht nicht das ganze Notebook zu zerlegen.

      So könnte das Innenleben (Einstiegsklasse) eines Notebooks aussehen. Nach dem Entfernen der Rückseite kommt viel Hardware zum Vorschein, wobei sich einiges austauschen lässt. Die Komponenten im Einzelnen, die zum Vorschein kommen (könnten):

      1. erstes RAM-Modul
      2. zweites RAM-Modul
      3. 2,5-Zoll-Laufwerk (HDD / SSD)
      4. M.2-Modul
      5. Akku
      6. WLAN-Modul
      7. Belüftungssystem

      Mit rund 80 Euro könnt ihr euer Notebook um weitere 4 GB-Arbeitsspeicher und mit einem schnelleren SSD-Modul (~240 GB Speicherkapazität) aufrüsten. Vorausgesetzt das Notebook lässt sich erweitern beziehungsweise die Hardware-Komponenten lassen sich austauschen.

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      Arbeitsspeicher aufrüsten

      Beim Arbeitsspeicher wird gerne gespart, vor allem in der Einstiegsklasse. Die meisten Notebooks bringen mittlerweile 4 oder 8 GB Arbeitsspeicher mit. Weniger als 4 GB sollten auf keinen Fall im Auslieferzustand im Notebook stecken. 8 GB sind fast schon ein Muss, wenn ihr mit mehreren Programmen gleichzeitig arbeiten wollt. 16 GB ist für ein einfaches Office und Multimedia-Notebook schon überdimensioniert. In Gaming- oder Business-Notebooks sollten 8 GB auf keinen Fall unterschritten werden. Mehr ist in den meisten Fall besser. Ein Speichermodul mit 4 GB gibt es schon ab ~25 Euro. Ein Speichermodul mit 8 GB Arbeitsspeicher kostet etwa ~40 Euro. Es gäbe auch Module mit 16 GB, was aber in einem Einsteiger-Notebook vollkommen überdimensioniert wäre. Dieses allein würde ~100€ kosten.

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      Wenn ihr euren Speicher aufrüsten wollt, solltet ihr vor dem Kauf einiges beachten: Wichtig sind nicht nur die Speicherkapazität, sondern auch die Spezifikationen (DDR3 oder DDR4) und das Timing des Speichers. Ihr solltet vor dem Kauf eines neuen Speichermoduls erst einmal das interne Speichermodul auslesen. Lässt sich ein zweiter Speicherriegel nachrüsten, solltet ihr ein gleichwertiges Modul verwenden (Speicherkapazität, Typ und Timing). Dann lassen sich die beiden Module auch im Dual-Channel-Modus betreiben. Dieses kann einen zusätzlichen Geschwindigkeitsvorteil bringen. Ist die Speicherkapazität unterschiedlich (zum Beispiel: erstes Modul 4 GB, zweites 8 GB), können die beiden Module nicht im Dual-Channel-Modus. Zwei unterschiedliche Module würden sich gegenseitig ausbremsen. Ähnlich ist es auch, wenn das neue Modul ein anderes Timing hat. Das schnelle Modul müsste im Dual-Channel dann auf das langsamere warten.

      Mit Tools wie »CPU-Z« oder »AIDA64« lässt sich das Timing des Arbeitsspeichers gut auslesen.

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      Könnt ihr bei eurem Notebook ein RAM-Modul nachrüsten ist dieses schnell erledigt und ihr müsst lediglich das Notebook öffnen, den freien Sockel lokalisieren und das neue Modul in den Slot einstecken. Der neue Speicher wird automatisch von BIOS und Windows erkannt. Nach dem Einstecken könnt ihr das Notebook wieder verschließen. Ist kein zweiter Sockel vorhanden, muss das RAM-Modul ausgetauscht werden. Ist der Arbeitsspeicher auf der Platine fest verlötet, ist ein Aufrüsten nicht möglich.

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      SSD-Speicher aufrüsten

      Aus Kostengründen ist in vielen Notebooks der unteren Preisklasse nur ein eMMC-Speicher oder eine Festplatte verbaut. Diese besitzen recht bescheidene Zugriffszeiten und Transferraten. Ist eMMC-Speicher verbaut, ist die Speicherkapazität auch meistens sehr gering. Abhilfe schafft ein SSD- oder ein M.2-Modul, das deutlich schneller arbeitet als der eMMC-Speicher. Ist in eurem Notebook eine Festplatte verbaut, könnt ihr die Festplatte gegen ein SSD-Modul austauschen, denn beide haben den gleichen Anschluss (SATA). Mehr hierzu im Abschnitt Festplatte gegen SSD austauschen. Ein SSD-Modul im 2,5 Zoll Format kostet mit 320 GB Speicherkapazität rund 32 Euro. Für ein M.2-Modul mit 240 GB müsst etwa denselben Betrag investieren. Aber hierfür braucht ihr den passenden M.2-Anschluss auf der Platine.

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      SSD / M.2-Module bei uns im Shop

      Einstiegsnotebooks wie zum Beispiel das Medion AKOYA E4253 30025057 oder das Trekstor Primebook U13B-PO besitzen nicht nur einen freien Speicherplatz für ein M.2-Modul, sondern auch eine kleine Serviceklappe auf der Rückseite. Das heißt, in diesem Fall müsst ihr nicht das komplette Notebook zerlegen, sondern nur eine Schraube der Serviceklappe vorsichtig lösen. Der Zugang zum M.2-Slot kommt unter der Serviceklappe zum Vorschein und das neue M.2-Modul lässt sich leicht einbauen. Das neue Laufwerk muss noch mit einer Schraube fixiert werden. Danach einfach die Abdeckung der Serviceklappe wieder anbringen und anschrauben. Fertig. Besitzt euer Notebook keine rückseitige Serviceklappe, müsst ihr die Rückseite entfernen. Meistens reicht es aus, alle Schrauben zu entfernen, um die Bodenplatte abnehmen zu können. Dieses gilt auch für Notebooks, wo neben den sichtbaren Schrauben auch versteckte Schrauben vorhanden sind. Diese werden gerne unter Siegeln oder den Gummileisten/Füßen versteckt.

      Beispiel Medion AKOYA E4253 30025057:

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      Neues SSD-/M.2-Modul als Bootlaufwerk nutzen

      Nach dem Aufrüsten mit einem SSD-/M.2-Modul solltet ihr diese auch als Bootlaufwerk verwenden. Denn das Betriebssystem wird damit deutlich schnell geladen und auch die Transferzeiten sind um ein Vielfaches besser, als der eMMC-Speicher oder bei einer Festplatte. Vor dem Kopieren beziehungsweise dem Klonen müsst ihr das neue Laufwerk unter Windows erst einmal „anmelden“, denn sonst erkennt Windows beziehungsweise das Klone-Programm dieses Laufwerk nicht. In der Datenträgerverwaltung von Windows 10 werden euch alle Datenträger angezeigt. Hier sollte jetzt auch das SSD-/M.2-Modul aufgelistet werden. Dieses müsst ihr noch gegebenenfalls einbinden. -> siehe Abschnitt SSD/M.2-Modul nachrüsten

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      Ein einfaches Kopieren der Daten reicht in der Regel nicht aus. Hierfür müsst ihr spezielle Programme benutzen. Gute Erfahrung haben wir mit „EaseUS todo Backup“ oder „ArconisTrue Image“ gemacht. Von beiden Programmen gibt es eine kostenlose Testversion, die ihr zum Klonen der Festplatte / des eMMC-Speichers nutzen könnt. Die Menüführung ist recht simpel und selbsterklärend.

      Die Partitionen werden 1:1 kopiert, sodass auch alle versteckten Partitionen mit auf dem neuen SSD-/M.2-Speichermodul übertragen werden. Damit kein Speicherplatz auf dem neuen Bootlaufwerk verloren geht, müsst ihr gegebenenfalls die Größe des neuen Bootlaufwerks in der Datenträgerverwaltung erweitern.

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      Festplatte gegen SSD austauschen

      Wenn in eurem Notebook noch eine 2,5-Zoll-Festplatte arbeitet, könnt ihr den Boot-Vorgang sowie das Nachladen von Programmen durch einen Austausch des Laufwerks deutlich beschleunigen. Aber das ist nur mit Hilfsmitteln und mit mehr Zeitaufwand zu realisieren. Im nachfolgenden Beitrag hatten wir dies schon beschrieben. Dort könnt ihr nachlesen, was ihr zum Austausch der Festplatte benötigt und wie ihr Vorgehen müsst.

      2,5 Zoll SSD-Laufwerke bei uns im Shop

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      Windows 10 S – Modus verlassen

      Bei einigen Einstiegs-Notebooks kommt Windows 10 im S-Modus zum Einsatz. Was ist eigentlich Windows 10 S? Hierbei handelt es sich um eine spezielle und angepasste Variante von Windows 10 (Home), auf der nur Applikationen (Apps) aus dem Windows Store lauffähig sind. Ziel ist es, dass das System über die Zeit hinweg sicher und stabil bleibt. Außerdem soll es schneller sein und vor allem auch bleiben, denn das System wird nicht von lästigen Programmen und Hintergrundprozessen zugemüllt. Programme oder wie es jetzt heißt Apps, lassen sich nur noch Windows Store installieren. Eine Installation aus anderen Quellen ist nicht möglich.

      Windows S Warnhinweis: Normale Apps werden – aus Sicherheitsgründen – nicht ausgeführt

      Ihr könnt diese zwar herunterladen, aber nicht installieren beziehungsweise ausführen. Normale Anwendungen, unter anderem auch Firefox oder Chrome, werden im S-Modus schon beim installieren blockiert. Wer »normale« Programme installieren oder ausführen möchte, die nicht im Microsoft Store verfügbar sind, muss entweder auf dieses Programm verzichten oder den S-Modus verlassen.

      Was nun? Auf diese Programme verzichten oder den S-Modus verlassen? Das müsst ihr selbst entscheiden, denn das Wechseln in den normalen Windows 10 Home Modus ist endgültig. Wurde der Windows 10 S-Modus einmal verlassen, kann nicht mehr zum vorinstallierten Windows 10 S-Modus zurück gewechselt werden. BTW: Das Upgrade zum normalen Windows 10 Home ist kostenlos.

      Und so geht’s: Microsoft hat im S-Modus ein Hintertürchen offen gelassen. Bei dem Versuch eine „normale“ App zu starten oder zu installieren, bekommt ihr diesen Warnhinweis.

      In diesem Fall wollten wir das Programm »CPUZ« von einem USB-Stick installieren. Im Windows 10 Home im S-Modus wird das Ausführen sofort blockiert. Wenn ihr jetzt auf »Anleitung« klickt, werdet ihr auf eine Web-Seite von Microsoft umgeleitet und könnt von dort aus, den Windows S-Modus verlassen. Nach dem Klicken auf »Get« wird der Windows 10 S-Modus verlassen.

      Windows S Modus beenden? Es gibt kein zurück!!!

      Aus Windows 10 Home im S Modus wird eine Windows 10 Home Version. Der Wechsel dauert nur wenige Sekunden. Was genau passiert, ist unklar.

      Es werden einige „Umbauarbeiten“ am Windows-System vorgenommen und danach steht euch Windows 10 Home zur Verfügung.

      Das Wechseln von Windows 10 S auf Windows 10 Pro ist nicht mehr kostenlos möglich. Dieses kostenlose Upgrade war nur bis zum 31.12.2018 möglich.

      Tipp: Wer eine saubere Windows 10 Home Version haben will, ohne den vorinstallieren »Müll« der Hersteller, kann auch einfach Windows 10 vom USB-Stick installieren. Die Serien-Nummer für Windows 10 ist im BIOS versteckt und wird nicht abgefragt. Die Treiber für eurer Notebook solltet ihr vorher herunterladen, denn nicht alle Treiber werden von der Windows 10 Installation automatisch erkannt. Ladet euch auf jeden Fall den WLAN-Treiber vorher herunter und speichert diesen extern, zum Beispiel auf einem USB-Stick.
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      FreeDOS / Linux-Notebook

      Aus Kostengründen werden mache Notebooks auch ohne Windows oder mit Linux ausgeliefert. Wer lieber Windows 10 nutzen will, kann dies natürlich auch machen. Wie es geht, haben wir in diesen Beitrag festgehalten.

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      Windows 10 vom USB-Stick installieren

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      Wertvollen Speicherplatz freigeben

      Einen Tipp haben wir noch für Euch. Ihr solltet euer Laufwerk, egal ob es sich hierbei um eMMC, Festplatte oder SSD-Speicher handelt, öfters aufräumen lassen. Nach jedem Update von Windows sammeln sich Daten an, die Speicherplatz fressen. Auch nutzlose TEMP-Dateien lassen sich mit diesem Tipp löschen.

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      Zuletzt aktualisiert: Februar 2019

      Veröffentlicht von

      Ich arbeite seit rund zwei Jahrzehnten als Journalist. Ich war unter anderem Redakteur bei PC Direkt und Tom´s Hardware. In meiner Freizeit klappere ich Flohmärkte ab und werfe in Science-Fiction-Serien einen Blick in die Zukunft.

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