Quadratisch! Praktisch! Gut ? Blackberry Passport mit quadratischem 4,5-Zoll-Display im Test

Passport-AufmacherDer Smartphone-Hersteller Blackberry war schon immer ein Einzelkämpfer und auch diesmal schlägt er mit dem Modell namens Passport einen eigenwilligen Weg ein. Das Smartphone besitzt ein 4,5-Zoll -Display im 1:1 Format. Das heißt, die Breite und die Höhe haben mit 8,1 cm identische Abmessungen. Das mag zwar auf den ersten Blick wie ein verspäteter Aprilscherz wirken, jedoch ist das Blackberry Passport Realität.

Wie sich das neue Blackberry Passport in der Praxis schlägt und wie er trotz seines ungewöhnlichen Displayformates selbst Smartphone von Apple und Co. Paroli bieten kann, könnt Ihr hier nachlesen.

Passport-SeitenansichtSchon nach dem Auspacken war das Blackberry Smartphone das Gesprächsthema bei mir im Büro. Viele Kollegen belächelten das ungewöhnliche Display vom Passport. Und viele stellten sich die Frage: Was soll denn das sein? Auch ich war skeptisch, was das anging. Neben dem Displayformat fiel natürlich auch die eingebaute QWERTZ-Tastatur auf.

Ich ging den Test wie gewohnt an: Zunächst das Smartphone aus allen Winkeln betrachten, einschalten und die Verarbeitung ansehen. Mit meiner Präzisionswaage noch schnell das Gewicht prüfen und danach war auch schon das Smartphone einsatzbereit.

Blackberry Passport Homescreen

Blackberry Passport Homescreen

Was als Erstes beim Blackberry Passport auffällt, ist der schwarze Homescreen. Dieser ist leer und nicht wie bei anderen Smartphones mit Apps oder Widgets überladen. Aber bevor ich loslegen kann, werde ich von einem Assistenten hingewiesen, wie ich das Smartphone von Blackberry bedienen kann und wo sich die Apps, Settings und verschiedenen Menüs befinden.

Passport-Tastatur

Qwertz-Tastatur vom Blackberry Passport

Nach dem ersten Einschalten lernt Ihr auch, wie Ihr die Tastatur verwenden könnt. Drückt Ihr die Tasten durch, erscheint der Buchstabe. Streicht Ihr nur über die Tastatur, könnt Ihr das Bild scrollen oder verschieben. Wie das geht, hab ich im Hands-On-Video festgehalten. Ein ausführliches Handbuch im PDF-Format zum Blackberry Passport findet Ihr hier.

Auch beim Display werden Gesten erkannt: Vom Homescreen geht es per Wischbewegung in die einzelnen Screens beziehungsweise Menüs und Settings. Ein Wischen von außerhalb des Displays nach Links führt in den Blackberry Hub. Hier werden alle Nachrichten, E-Mails, Kurznachrichten oder Facebook-Kommentare angezeigt, ohne dass man hierfür die einzelnen Apps aufrufen muss. Die vorinstallierten Apps befinden sich neben dem Homescreen und mit einem Wischen von rechts werden diese angezeigt.

Aber erst mal weiter mit dem Gerät an sich: Die Rückseite ist leicht gummiert und fühlt sich sehr griffig an. Ein Nebeneffekt ist, dass Fingerabdrücke nicht haften bleiben. Die Rückseite lässt sich nur im oberen Bereich (über der Kamera) abnehmen, der Rest ist fest mit dem Smartphone verbaut. Der Akku kann also nicht ausgewechselt werden!

Passport-Rückseite

Rückseite vom Smartphone

Die beiden Slots für SIM-Karte und Speicherkarte befinden sich hinter der oben genannten Abdeckung auf der Rückseite. Das Lösen ist sehr einfach und nach dem bestücken mit nano-SIM- und microSD-Karte rastet die Abdeckung hörbar ein.

Hardware

Kommen wir jetzt mal zur Hardware: Das Display besitzt eine Bilddiagonale von 4,5″ und wie schon erwähnt im 1:1-Format. Die Auflösung beträgt 1440 x 1440 Pixeln. Im Inneren arbeitet ein QuadCore-Prozessor mit 2,2 GHz von Qualcomm. Es sind 3 GB-Arbeitsspeicher und 32 GB Flashspeicher verbaut. Über den microSD-Kartenleser lässt sich dieser erweitern. Unterstützt werden Speicherkarten mit bis zu 128-GB-Speicherkapazität. Das WLAN-Modul unterstützt den neuen ac-Standard, der natürlich zu den älteren IEEE 802.11 a/b/g/n-Standards kompatibel ist. Außerdem werden Bluetooth und NFC unterstützt. Im Mobilfunk-Bereich wird neben UMTS auch LTE (4G) unterstützt.

Das BlackBerry Passport zeichnet sich durch folgende spezifische Produkteigenschaften aus:

  • Display: 11,4 cm (4,5 Zoll), 24 Bit Farbtiefe
  • Auflösung: 1440 x 1440 Auflösung, 1:1 Bildformat
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 801 mit 2,2 GHz Quad-Core
  • Arbeitsspeicher: 3 GB RAM
  • Speicher: 32 GB, erweiterbar über microSD-Speicherkarte bis 128 GB
  • Kommunikation: Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac DLNA, Wi-Fi Direct, Miracast, 4G Mobile Hotspot
  • Mobilfunk: LTE (4G), UMTS (3G), GSM (2G)
  • Navigation: Unterstütztes, autonomes und simultanes GPS
  • Anschlüsse: Micro-USB, 3,5 mm Klinkenanschluss
  • Akku: Integrierter, fest installierter 3450-mAH-Akku
  • Sprechzeiten: Bis zu 23 Stunden UMTS-Sprechzeit
  • Kameras: 13 Megapixel und Autofokus, 2-MP-Fixfokus-Frontkamera
  • Abmessungen/ Gewicht: (L x B x H) 128 x 90,3 x 9,3 mm / ~ 190 g
  • Betriebssystem: BlackBerry 10 OS
  • Farbe: Schwarz

Software

Laut Blackberry ist auf dem Smartphone Blackberry OS 10 installiert. Ein Nachteil des Blackberry-Betriebssystem war die vergleichsweise geringe Anzahl an Apps. Das ändert sich aber nun, denn Blackberry OS 10 ist zu Android 4.3 kompatibel und damit auch zu den meisten Android-Apps! Die Android-Apps lassen sich jedoch nicht direkt vom Google-Play-Store installieren, weil Google den Play Store nicht jedem rausrückt! Die Apps müsst Ihr deshalb aus dem App-Store von Amazon herunterladen. Alternativ lassen sich die APK-Dateien auch direkt auf dem Smartphone installieren. Im Auslieferzustand sind bereits einige Apps vorinstalliert, wie zum Beispiel der App Store Zugang von Amazon, eine Navigations-App, verschiedene Social-Media-Apps (Youtube, Facebook) und ein PDF-Reader.

Kamera

Auch das Passport Smartphone von Blackberry hat zwei Kameras. Auf der Vorderseite eine Kamera mit 2 MegaPixeln und auf der Rückseite ist eine Kamera mit 5-MegaPixel-Sensor zu finden. Die rückseitige Hauptkamera wird durch einen LED-Blitz unterstützt.

Passport-Kamera

Hauptkamera mit 13 Megapixel und Autofokus plus LED-Blitzlicht

Passport-Webcam

2-MP-Fixfokus-Frontkamera

Benchmark

Ich wollte natürlich auch wissen, wie schnell die Hardware vom Blackberry Passport arbeitet. Der AnTuTu-Benchmark, eine Android-App lief problemlos. Der Benchmark von Quadrant hingegen brachte keine Ergebnisse. Der Wert von 33.006 liegt beim Antutu-Benchmark im oberen Drittel, jedoch kann ich diesen persönlich noch nicht einordnen, da mir Vergleichsmodelle mit 1:1-Display fehlen.

Akku

Der integrierte Akku vom Blackberry Passport ist fest verbaut und lässt sich nicht wechseln. Dieser hat eine Ladekapazität von 3450 mAh. Zum Vergleich: Das größere iPhone 6 Plus hat eine Akku-Kapazität von 3100 mAh! Bei voller Displayhelligkeit hielt dieser über sechs Stunden durch. Getestet wurde mit einem HD-Video, das kontinuierlich durchlief. Ein Ladezyklus dauert rund 2,5 Stunden.

Displayvergleich: Welches Format zeigt wie viel Bild?

Passport-Vergleich

Links: iPhone 4 / Mitte: Blackberry Passport / Rechts: Sony Xperia Z2

Das neue 1:1 Display-Format vom Blackberry Passport wirft eine neue Frage auf: Welches Displayformat ist bei einem Smartphone das Bessere? Bisher hatten die Smartphone-Displays ein längliches Format, das entweder hochkant oder quer genutzt werden konnte. Bei einem Display im 1:1-Format spielt diese Ausrichtung keine Rolle.

Das ungewöhnliche Display-Format beim Blackberry Passport zeigt zum Beispiel bei Excel und beim Surfen deutlich mehr, als bei einem Sony Xperia Z2. Entweder wird – je nach Ausrichtung des Displays – an der Seite beziehungsweise unten vieles abgeschnitten. Alternativ lässt sich das Bild auch der Displaybreite anpassen, jedoch wird die Schrift dann viel zu klein zum Lesen. Bei Videos im 16:9-Format muss das Blackberry jedoch federn lassen. Das 1:1-Format ist hierfür ungeeignet. Außer man greift auf Filme im 4:3-Format zurück, dann fallen die schwarzen Ränder nicht ganz so groß aus.

Blackberry Passport im 48 Stunden Test

Etwas skeptisch war ich ja schon am Anfang. Ein Smartphone mit quadratischem Display: Wer braucht denn so was? Die Antwort kann ich jetzt nach dem Test sogar beantworten: Das Blackberry Passport Smartphone ist für alle gedacht, die einfach mehr Details auf dem Display sehen wollen als bei einem „normalen“ Smartphone. Für Office-Anwendungen oder beim Surfen ist dieses 1:1 Format mit 1440 x 1440 Pixeln ideal. Youtube und Co. sollte man mit dem Blackberry Passport meiden. Filme zum Beispiel im 16:9 kommen beim Passport nicht zur Geltung. Ein 16:9-Video füllt das Display nur zu Hälfte aus, der Rest sind schwarze Balken.

Zahlen und Symbole werden im Display eingeblendet

Zahlen und Symbole werden im Display eingeblendet

Die Idee mit einer Tastatur ist bei Blackberry nicht neu, das war schon immer ein Markenzeichen von Blackberry. Die Tasten beim neuen Smartphone erleichtern das Schreiben, jedoch ist Blackberry meiner Meinung nach nicht konsequent genug. Die Tastatur besteht nur aus Buchstaben. Zahlen und Sonderzeichen werden wie bei allen anderen Smartphones auf dem Touch-Display eingeblendet.

Die Bedienung des Smartphones erfolgt zum größten Teil über das Display. Die Bedienung ist eine Art Mischung von Android und Windows 8.x. Verschiedene Menüs erreicht man nur über Gesten, andere über Wischen. Aber nach gut einem halben Tag hatte ich mich schon umstellen können. Am Anfang des Tests hatte ich noch große Probleme mit der Umstellung auf das Blackberry OS. Apropos Betriebssystem: Auf dem Passport Smartphone kommt Blackberry OS 10 zum Einsatz, dass wie bereits erwähnt auch zu Android-Apps kompatibel ist. Von meinen Test-Apps für Android-Smartphone liefen 80 % problemlos auf dem Blackberry Passport.

Fazit

Blackberry-Passport-Fazit

Das Blackberry Passport hat meine Weltanschauung in Sachen Smartphone deutlich geändert. Warum darf ein Smartphone kein 1:1 Display besitzen? Ich bin der Meinung, dieses Format sollte Schule machen und die Mitbewerber sollten hier den Trend zum quadratischen Displayformat erkennen. Wer mir nicht glauben will, sollte sich das Smartphone, sobald es verfügbar ist, einmal Live im Shop ansehen.

An der Verarbeitung und dem Funktionsumfang gibt es nichts zu meckern. Die Bedienung ist gewöhnungsbedürftig aber schnell lernbar. Das Display zählt mit seinem IPS-Panel und dem kratzfesten Corning Gorilla Glass 3 zu einem der besseren. Die Auflösung von 1440 x 1440 Pixeln ist ideal für das 4,5-Zoll-Display. Auf dem Blackberry Passport laufen auch Android Apps, auch wenn viele wegen dem Displayformat unnütz sind. Auch für Youtube-Videos und Co. ist das Smartphone nicht geeignet. Business-Anwender aber werden das Smartphone mit diesem Displayformat und der Tastatur vermutlich lieben.

Das Blackberry Passport Smartphone mit quadratischem 4,5-Zoll-Display könnt Ihr bereits bei uns im Shop vorbestellen. Der Liefertermin ist jedoch noch unbestimmt.

 

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Über Siggy

Ich arbeite seit rund zwei Jahrzehnten als Journalist. Ich war unter anderem Redakteur bei PC Direkt und Tom´s Hardware. In meiner Freizeit klappere ich Flohmärkte ab und werfe in Science-Fiction-Serien einen Blick in die Zukunft.
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2 Antworten auf Quadratisch! Praktisch! Gut ? Blackberry Passport mit quadratischem 4,5-Zoll-Display im Test

  1. Hallo zusammen,

    ich möchte einen kurzen Stimmungsbericht zu diesem Artikel abgeben mit einigen Anmerkungen zum Passport.
    Ich liebe dieses Gerät aufgrund seiner Form, der Sicherheit beim Surfen
    und auch an die Bedienung des Geräts (die ich übrigens sehr leicht empfinde),
    habe ich mich inzwischen gewöhnt.
    Zudem noch die physische Tastatur.
    Positiv zudem ist für mich, dass ich real mehr von Websites sehen kann als mit jedem
    mir bekanntem anderen Handy. Das lästige hin und her scrollen entfällt also ein bischen mehr.
    Jetzt leider zu den Nachteilen.
    Meine Liebe wird bei diesem Gerät auf eine harte Probe gestellt.
    Ich habe jetzt innerhalb von 2 Jahren das dritte Gerät neu bestellt,
    weil beide Vorgängergeräte defekt geworden sind.
    Beim Übertragungsversuch der Daten, Bilder und Videos, habe ich mehrfach
    mit BB Blend und BB Link entweder gar keine Daten übertragen können
    oder aber nur unvollständig.
    So einfach wie beim i-Phone ist es hier leider nicht und ich frage mich immer wieder
    nach dem Warum!
    Warum ist es nicht möglich (übrigens auch auf Fotodruckern in Geschäften nicht),
    einfach durch USB-Verbindung zu einem Datenaustausch zu kommen?
    Ich habe jetzt den größten Teil meiner Daten verloren, und das nur, weil ich mich für ein Passport entschieden habe.

    Auch die Assistenzfunktion und die schnelle Eingabe von Buchstaben in einer Website
    funktioniert nur bei optimalsten Bedigungen.
    Der im Vergleich zum i-Phone niedrige SAR-Wert sorgt zudem auch in Gebieten mit
    schwächerer Netzabdeckung nicht für zusätzliche Freude.
    Dieser soll in den USA bei BB-Geräten wesentlich höher liegen, hier in Europa aber leider nicht.

    Sehr Schade, dieses Gerät ist direkt auf meine Wünsche zugeschnitten
    und trotzdem muss ich leider beim nächsten Smartphone wohl doch, entgegen meinen Wünschen, auf eine andere Marke umsteigen.

    Und das kann ehrlich gesagt nicht sein.
    Wenn ein Kunde schon vor einem Produkt steht und bekundet:
    Ich will genau das!
    Dann aber gezwungen wird, dieses doch nicht (mehr) kaufen zu können,
    weil es in der Umsetzung und Ausführung hakt, obwohl die Bedienung an sich
    gefällig ist, SCHLIMM!!!

    Anmerkung: Das sind MEINE Erfahrungen mit dem Passport.
    Es ist möglich, dass andere User andere Erfahrungen haben und ich wünsche es ihnen.

    Gruß

  2. avatar Jan Ukena sagt:

    zu dem Bericht von Herrn Stüttken kann ich nur sagen, das die Verbindung des Passport über USB oder W-Lan mit BB Blend oder BB Link und meinem Acer Notebook ganz ausgezeichnet und ohne jegliche Probleme funktioniert und zwar von Beginn an.
    Ich habe beide Programme auf dem Notebook installiert Blend oder Link auf dem PC und BB eingeschaltet und der Datenaustausch (Bilder und Videos) fand statt. Allerdings beim BB Link mit USB-Kabel.
    Gruß

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