Quadrocopter XciteRC Rocket 250 3D im Test: Die Einstiegsdrohne

XciteRC Rocket 250 3D LED 1200px

Multicopter werden immer beliebter und ermöglichen durch die einfache Steuerung auch Anfängern ansehnliche Flugmanöver. Der Modellbauer XciteRC bietet zum Reinschnuppern das Einstiegsmodell Rocket 230 3D, einen leichten Quadrocopter mit Kamera und LED-Beleuchtung, den man drinnen und draußen fliegen lassen kann. Unser Test zeigt, wie er sich in den Lüften schlägt.

Im Hangar: Fummelige Montage

Der Rocket 250 3D ist ein kleiner Multicopter von 33,5 Zentimetern Länge und Breite. Mit Akku und Kamera bringt er 118 Gramm auf die Waage. Getrübt wird der Anblick des durchaus schnittigen schwarz-orangenen Fluggeräts durch die beiden heraushängenden Kabel für die Akku-Stromversorgung und den Kamera-Anschluss.

Zum Lieferumfang gehören neben dem Quadrocopter ein 3,7-Volt-Lithium-Akku, ein USB-Ladegerät, die an ein Gamepad erinnernde Fernbedienung sowie eine Kamera samt 1 GB SD-Karte und SD-Kartenleser mit USB-Anschluss. Batterien für die Fernbedienung fehlen: Es sind drei AA-Zellen nötig. Die vier Ersatzrotorblätter sind eine sinnvolle Dreingabe, wenn mal einer zu Bruch geht. Ebenfalls dabei sind lose Schutzbügel samt Schrauben und einem kleinen Schraubenzieher. Zwar wird der Rocket 250 3D von XciteRC als vormontiert beworben, aber die Schutzbügel und die Kamera muss man dann doch noch selbst anschrauben. Das ist fummeliger als gedacht, da die Schrauben sehr klein ausfallen und der Schraubenkopf im mitgelieferten Schraubenzieher beim Anziehen leicht durchdreht.

Einsatzbereite Wohnzimmer-Drohne

Einen Power-Schalter besitzt der XciteRC Rocket 250 3D nicht. Man aktiviert und deaktiviert den Multicopter durch das umständlichere An- und Abstecken am Akku. Die Kopplung des Fluggeräts mit der 2,4-GHz-Fernsteuerung dauert wenige Sekunden. Angezeigt wird diese Phase durch eine blinkende LED-Beleuchtung. Nach kurzer Kalibirierung des Gashebels kann der Quadrocopter abheben.

Das Modell beherrscht Gieren, Drehen, Vorwärts- und Rückwärtsflug sowie den Flug nach rechts und links. Perfekt getrimmt kann er eine nahezu stationäre Schwebeposition halten, meist muss man aber nach wenigen Sekunden eingreifen, um die Fluglage zu korrigieren. Hat man sich mal in die Steuerung eingefunden, kann man den Quadrocopter so feinfühlig fliegen, dass er offene Türen passiert und sich durch einen Raum bewegt ohne ständig Bekanntschaft mit Möbeln oder Wänden zu machen. Wirklich Spaß macht der Indoor-Einsatz aber nur in großen Räumen und unter hohen Decken.

XciteRC Rocket 250 3D Quadrocopter

Agiler Flieger für Garten und Park

Draußen erweist sich der Quadrocopter als agiles Fluggerät, das zu schnellem Steig- und Sinkflug fähig ist. Rocket 250 3D besitzt zwei Flugmodi. Schaltet man von „Easy“ in den anspruchsvolleren „Pro“-Modus ist die maximale Drehzahl der Rotoren höher, das Modell dadurch schneller und die Steuerung empfindlicher. Im Pro-Modus sind per Tastendruck auch Rollen und Flips als kleine Kunststückchen möglich.

Zumindest leichter Wind beeinträchtigt die Flugstabilität bei unseren Testflügen nicht. Der Rocket 250 3D ist recht leise und wird von jedem Rührgerät in der Küche an Lautstärke übertroffen. Die zweifarbige LED-Beleuchtung ist tagsüber dezent. In der Dämmerung und nachts macht sie den Quadrocopter inklusive seiner Flugrichtung gut erkennbar.

Trimm dich: Die Steuerung

Die Funksteuerung mit Gamepad-Ergonomie ist aus leichtem Kunststoff und wirkt klapprig. Sie liegt aber gut in der Hand und ermöglicht eine zufriedenstellende Bedienbarkeit aller Steuerelemente. Die maximale Reichweite der Steuerung beträgt 50 Meter. Ein beleuchtetes LC-Display informiert anschaulich über die aktuelle Rotorleistung, Steuereinschläge, Trimmungen, eine Videoaufnahme und die LED-Beleuchtung. Letztlich schaut man aber kaum drauf, weil man konzentriert auf das Fluggerät achten muss.

Gashebel und Steuerhebel besitzen eine angemessene Empfindlichkeit. Mit etwas Übung übersteuert man nicht mehr. Sechs Tasten ermöglichen es, die Flugbewegung in drei Achsen zu trimmen. Das hat bei unserem Exemplar nur bedingt geklappt, der Quadrocopter zog immer leicht in irgendeine Richtung und war nie ganz zum Stillschweben zu bringen. Nach Kollisionen begann die Trimmarbeit oft wieder von vorne.

XciteRC Rocket 250 3D Fernbedienung

Für Kurzstreckenflüge: Akkulaufzeit

In der Regel ist der Flugspaß etwas für zwischendurch: Nach 6-8 Minuten Flug ist der 650 mAh-Akku leer. Die Ladezeit beträgt zwei Stunden. Dass dem Multicopter der Saft ausgeht, zeigt der Rocket 250 3D zunächst durch blinkende LED-Beleuchtung an. Dann reduziert er automatisch die Rotorendrehzahl und sinkt langsam zu Boden. Wem der Akkuwechsel nicht zu mühselig ist, kann weitere Akkus für den Rocket 250 3D nachkaufen, um direkt im Anschluss weiterfliegen zu können.

Das fliegende Auge: HD-Kamera an Bord

Die kleine Drohnen-Kamera wird an der Unterseite des XciteRC Rocket 250 3D angebracht. Die Linse zeigt in Flugrichtung, lässt sich aber auch um bis zu 90 Grad nach unten drehen. Unglücklich: Das rote Akku-Stromkabel ragt unter Umständen in den Bildausschnitt und muss hochgebogen werden. Die Kamera macht auf Knopfdruck 1-MP-Fotos und HD-Videos mit 1280 x 720 Bildpunkten. Ein Mikrofon ist auch an Bord, es nimmt während des Fluges allerdings vor allem die Rotorengeräusche auf.

Die Bilder sind recht matschig, der Detailreichtum geht verloren. Sind die Lichtverhältnisse dunkler als bei direktem Sonnenlicht, kann es leicht zu Bewegungsunschärfen kommen, wenn die Drohne im Flug aufzeichnet. Die nahen Elektromotoren können die Aufzeichnung stören und horizontale Streifen auf dem Video hinterlassen. Bei unseren Videos konnten wir den Effekt nicht feststellen. Insgesamt ist die Bildqualität ausreichend, um bei Tageslicht ein paar schicke Luftaufnahmen zu machen. Die Speicherkapazität der SD-Karte reicht für etwa 4 Minuten Video oder 5000 Fotos.

Flugsicherheit und Robustheit

Dank eher bescheidener Flugkünste hier in der Blogredaktion flog unser Testmodell häufig gegen Tische, Wände, Fahrräder und Sträucher. Das hat der Xcite RC Rocket 250 3D meist gut weggesteckt und war gleich wieder flugbereit. Die Schutzbügel bewahren die Rotoren vor größerer Beschädigung. Es schmerzt auch nicht sonderlich, wenn mal die Finger in die Rotoren geraten. Die Rotorblätter sind elastisch und die Elektromotoren stoppen bei Hindernissen sofort. Wenn mal etwas kaputt geht: XciteRC hält fast jedes Bauelement als Ersatzteil zum Nachkauf vorrätig.

Fazit und Alternativen

Als vielseitige Einstiegsdrohne macht der XciteRC Rocket 250 3D seine Sache gut. Die Flugeigenschaften sind zwar nicht optimal und die Kamera schießt keine hochwertigen Aufnahmen. Aber es macht Spaß, seine Flugkünste durch Übung immer weiter zu verbessern und sich an Foto- und Videoaufnahmen aus interessanter Flugperspektive zu versuchen.

Ein noch günstigerer Einstieg in Quadrocopterflüge ist – ohne Kamera – mit dem XciteRC Rocket 55XXS möglich. Hochwertiger wird’s mit dem XciteRC Rocket 400 GPS, der über eine Kamerahaltung für Actioncams, GPS, Höhensensor und einige Flugassistenten verfügt, beispielsweise einer Höhenkontrolle und einer automatischen Rückkehr zum Ausgangsort.

 

Im Shop: Quadrocopter für Jedermann

 

Bilder: XciteRC

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Über Anton Weste

Ich bin Redakteur, Autor und Game Designer und habe an Fantasy-Rollenspielen wie "Das Schwarze Auge: Drakensang" mitgewirkt. Wenn ich nicht gerade tippe, philosophiere ich über Hollywood-Filme, zocke am PC oder ertüchtige mich beim Hockey, Fußball und Wandern.
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2 Antworten auf Quadrocopter XciteRC Rocket 250 3D im Test: Die Einstiegsdrohne

  1. avatar Anita sagt:

    Ich habe seit heuer ein ähnliches Einsteigermodell (Simulus) mit HD-Kamera, und hatte jede Menge Spaß damit.

    Allerdings ist es mit dem Leichtgewicht (ca. 100 Gramm) nicht immer so einfach, eine stabile Fluglage hinzubekommen. Aber es wird immer besser.

    Nach einer 3-monatigen Probemitgliedschaft beim DMFV werde ich ab dem kommenden Jahr eine feste Mitgliedschaft dort eingehen.

  2. avatar Finn sagt:

    Für gute Luftaufnahmen ist sie wirklich nicht geeignet. Als Einsteigermodell schon aber da würde ich auch etwas günstigeres Modell empfehlen. Die Carrera CRC X1 http://preisvergleich.welovedr.....ra-crc-x1/. Mit der kann man ganz schön üben bevor man auf etwas teuere Modelle umsteigt. Aber jeder soll es für sich wissen, ob man direkt viel Geld ausgibt oder erst mit einer Spielzeugdrohne Erfahrungen sammelt.

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