Ratgeber: Darauf müsst ihr beim Smartwatch-Kauf achten

Ratgeber: Darauf müsst ihr beim Smartwatch-Kauf achten

Funktionen, Design und Akkulaufzeit sind nur einige Punkte, die beim Kauf einer Smartwatch oder eines Fitness-Trackers zu beachten sind.

Die erste Frage, die ihr euch vor dem Kauf eines Wearables stellen müsst, ist die Frage nach der primären Nutzung. Die beiden größten Kategorien sind Freizeit/Lifestyle und Sport. Viele Smartwatches versuchen beides zu kombinieren, aber bei bestimmten Details müssen sie sich dann festlegen.

Ist das Armband beispielsweise aus Silikon gefertigt, spricht das mehr für ein Sport-Wearable als für ein Lifestyle-Objekt. Auch Details wie IP-Rating und Gewicht sind gute Indizien, auf welcher Seite eine Smartwatch steht. Jenseits davon gibt es aber wichtige Punkte, die für Produkte aus beiden Kategorien zutreffen.

Materialien – Titan, Corning & Lederarmband

Smartwatches und Fitness-Tracker haben in diesem Punkt viel mit klassischen Uhren gemeinsam. Die Art der Materialien hat dazu Auswirkungen auf den Preis. Ein Gehäuse aus Titan kostet mehr als aus Aluminium, da das Material teurer und widerstandsfähiger ist. Bestimmte Legierungen sollten gemieden werden. Gerade wenn ihr die Smartwatch für jemand anderen kauft. Materialien wie Nickel, Kobalt und Chrom können zum Beispiel zu allergischen Reaktionen auf der Haut führen. Die meisten Nutzer werden mit einem Aluminium-Gehäuse keine Probleme haben.

Apple Watch Series 7 Blutzucker Opener

Beim Display-Glas einer Smartwatch solltet ihr hingegen die Art des Glases bei eurer Kaufentscheidung berücksichtigen. Wenn ein Hersteller keine genauen Angaben macht, kommt zwar in den meisten Fällen trotzdem ein kratzfestes Glas zum Einsatz, aber besser sind genaue Aussagen wie Corning-Glas oder im besten Fall „Saphirglas“. Je stabiler das Glas ist, umso mehr kostet es natürlich auch. Im Gegensatz zum Gehäuse-Material lohnt sich aber nicht, hier zu sparen. Eine eine unsanfte Begegnung mit einem Türrahmen kann sonst zu einer teuren Smartwatch-Reparatur führen.

Das Material des Armbands sollte ebenfalls beim Kauf einer Smartwatch bedacht werden. Die Aussage über allergische Reaktionen in einigen Metalllegierungen trifft auch auf Metallarmbänder zu. Allerdings werden die meisten Smartwatches entweder mit Leder oder Silikon-Armbändern ausgeliefert.

Vor dem Kauf solltet ihr dazu prüfen, ob die Smartwatch über eine Schnellwechselvorrichtung für das Armband verfügt. Sollte es ein proprietärer Verschluss sein, prüft ihr am besten vorher, ob es Drittanbieter für neue Armbänder gibt und welche Preise dafür aufgerufen werden. Besonders für Lederarmbänder gilt: Egal, wie gut ein Armband frisch aus der Verpackung aussieht – irgendwann möchte man es wechseln. Entweder weil es nicht mehr hygienisch ist oder weil ein neuer Style angebracht ist. Smartwatches mit Schnellwechsel-Armbändern haben dazu den großen Vorteil, dass sie beim Sport mit einem Silikonarmband punkten und für ein elegantes Abendessen schnell mit Leder überzeugen können.

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Display – 44mm oder 46mm und Always-On-Display

Beim Display bieten Smartwatch-Hersteller oft unterschiedliche Größen an. Die kleinere Version – oft 42mm Durchmesser – soll sich an zartere/ dünnere Handgelenke richten, während Größen wie 44 & 46mm sich primär an breitere Handgelenke richten. Rein ästhetisch sehen allerdings auch „größere“ Smartwatches an filigraneren Handgelenken oft gut aus. Noch kurz zur Form – auf einer eckigen Smartwatch werden Informationen für gewöhnlich etwas gestaucht dargestellt.

Always-On-Displays liefern im Alltag viel Komfort. Es erlaubt euch jederzeit die Uhrzeit auf dem Display abzulesen, ohne die typische Smartwatch-Handgelenk-Drehung zu vollführen. Gerade in professionellen Meetings oder mit Freunden wirkt das weniger unhöflich. Einige Smartwatches haben diese Feature auch erst im Nachhinein bekommen. Die Oppo Watch und auch die OnePlus Watch (Test) kamen beispielsweise ab Werk ohne Always-On-Display.

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Sensoren & Messwerte – EKG, SpO2 und Stress

Solltet ihr nicht im Gesundheitswesen arbeiten, sind eventuell einige Funktionen in einer Smartwatch nicht ganz eindeutig. Fragen wie „Wo ist der Unterschied zwischen EKG und Pulsmesser?“, „Was genau misst eigentlich der Sensor für Blutsauerstoff?“ oder „Wie ermittelt mein Fitness-Tracker mein Stresslevel?“ sind vor dem Kauf eines Wearables nicht ungewöhnlich. Grenzen wir einmal die vier Messwerte gegeneinander ab.

Eine Smartwatch mit EKG zeichnet die elektrischen Signale in eurem Herzen auf, um so Herzprobleme früh zu erkennen. Der Pulsmesser misst euren aktuellen Herzschlag und zeichnet ihn in einer App auf. Beide Werte ersetzen kein teures medizinisches Equipment, aber geben zumindest einen ersten Ansatz, ob weitere Schritte mit dem Hausarzt besprochen werden sollten.

Zu einem geringen Teil ist Sauerstoff auch in eurem Blut gelöst und erzeugt so auch einen messbaren Druck. Dieser Druck wird Blutsauerstoffwert genannt. Ist der zu niedrig, kann es ein Zeichen für eine Lungenfunktionsstörung, schwere Kreislaufstörung oder eine Stoffwechselstörung sein. Im Krankenhaus werden diese Werte meist an der Fingerkuppe oder am Ohrläppchen gemessen. Die Messungen am Handgelenk via Smartwatch sind aber zu ungenau, um hier verlässliche Werte zu liefern. Entsprechend sollte dieses Feature beim Kauf einer Smartwatch eine untergeordnete Rolle spielen.

Oppo Watch LTE 46mm band

Zur Stressmessung setzen die meisten Smartwatches auf eine Messung der kleinen Unregelmäßigkeiten beim Herzschlag. Unser Herz schlägt nicht wie ein Metronom immer absolut regelmäßig. Kleine Schwankungen sind normal und gesund. Geraten sie aus dem Gleichgewicht, ist das ein Zeichen für Stress und das kann von einer Smartwatch oder einem Fitness-Tracker erfasst werden.

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Hardware – Qualcomm, Apple oder Huawei

Unter der Haube einer Smartwatch werkeln die gleichen Komponenten wie in eurem Smartphone oder Tablet. Es gibt einen Prozessor (SoC), Arbeitsspeicher und diverse drahtlose Verbindungen. Viele Hersteller setzen zumindest bei CPU auf Eigenkonstruktionen – allen voran Apple und Huawei. Andere Hersteller bedienen sich häufig bei speziellen Prozessoren von Qualcomm. Aktuell kommt in vielen Smartwatches ein Qualcomm Snapdragon 3100-SoC zum Einsatz. Modernere Geräte setzen bereits auf einen 4100-Prozessor.

Bei den drahtlosen Verbindungen sind die höheren Nummern immer besser. Bluetooth 5.1 hat mehr Reichweite und eine stabilere Verbindung als der ältere Bluetooth 4.0 Standard. Auch beim WiFi sind moderne Verbindungen vom Vorteil, aber dank der geringen Datenmengen einer Smartwatch weniger wichtig. Wenn eine Smartwatch hier nicht mit den neusten Standards aufwartet, solltet ihr euch fragen, ob das gerechtfertigt ist und zum Beispiel der Preis dafür niedriger ist. Gleiches gilt auch für SoC und RAM.

Mit vielen Smartwatches kann auch telefoniert werden und sie bieten Zugriff auf den Sprach-Assistenten eures Smartphones. Allerdings sind nicht alle Mikrofone und Lautsprecher gleich gut. Ihr müsst euch vor dem Kauf überlegen, ob ihr darauf Wert legt und wenn ja, wieviel euch dieses Feature wert ist. Als Faustregel gilt – je teurer die Smartwatch, umso wahrscheinlicher ist es, dass sie diese Funktion hat.

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Software – Wear OS, watchOS und die anderen

Die meisten Smartwatches oder Fitnesstracker fallen in eine von zwei Kategorien, wenn es um das Thema Software geht. Entweder verwenden sie Wear OS von Google oder ein eigenes Betriebssystem. Wear OS bietet für Hersteller viele Vorteile, aber auch einige Nachteile. Ein Vorteil ist der App Store. Käufer können also ihre eigenen digitalen Ziffernblätter aus dem Store laden und ihre Smartwatch oder Fitnesstracker so an sich anpassen. Eine Smartwatch mit Wear OS bietet dazu häufig die Option kontaktlos via Google Pay zu bezahlen. Eine tiefe Verzahnung zwischen Hard- und Software, wie beispielsweise bei der Apple Watch, kommt so aber nicht zu Stande.

Der große Nachteil an Wear OS ist fast immer die schlechte Akkulaufzeit. Eine Wear-OS-Smartwatches bringt euch für gewöhnlich nur über einen Tag. Entsprechend müsst ihr jeden Abend daran denken, die Smartwatch zu laden und das ist gerade in Kombination mit Schlaftracking ein Problem. Wenn ihr zuvor eine klassische Armbanduhr getragen habt, bei der alle sechs Monate die Batterie gewechselt werden musste, dann ist das eine harte Umstellung.

Oppo Watch LTE 46mm always on display

Kauft ihr eine Smartwatch oder einen Fitnesstracker vom gleichen Hersteller wie euer Smartphone, ist die Integration in euren Alltag meist sehr einfach, da die benötigten Apps schon installiert sind. Kauft ihr eine Smartwatch von einem anderen Hersteller, braucht ihr mindestens eine Begleit-App. Versichert euch also vorher, ob alle benötigten Apps auch für euer Smartphone verfügbar sind. Nutzt ihr beispielsweise die Running-App von Strava fallen aktuell sämtliche Huawei Smartwatches und Fitnesstracker für euch raus, da deren App nur für die Apple Watch und Geräte mit Wear OS verfügbar ist.

Gesunder Schlaf ist wichtig. Das haben auch die Hersteller von Smartwatches und Fitnesstrackern verstanden und bieten inzwischen fast alle eine Form von Schlaftracking an. Die erhobenen Daten schwanken aber von Hersteller zu Hersteller. Einige erfassen nur den Herzschlag und die geschlafenen Stunden. Andere bestimmen die Schlafphasen und ob ihr unruhig geschlafen habt. Dritt-Anbieter Apps wie Sleep Score sind aber wiederum nur für Wear OS (Google) und watchOS (Apple) verfügbar. Je nachdem wie genau ihr es wissen wollt, müsst ihr euch eine entsprechende Smartwatch kaufen.

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Akkuladung – Qi Laden oder Ladeschale

Die meisten Hersteller geben inzwischen schon auf ihren Produktseiten eine Akkulaufzeit an. Die es nicht tun, sind meistens nicht stolz darauf und ihr solltet mit ein oder maximal zwei Tagen rechnen, bevor eure Smartwatch wieder geladen werden muss.

Wenn eure Smartwatch bzw. Fitness Tracker dann leer sind, ist die Frage, wie sie wieder geladen werden. Die meisten Hersteller setzen dabei auf proprietäre Ladeschalen, für die nicht immer Ersatz verkauft wird. Bei sehr beliebten Smartwatches wie der Apple Watch gibt es ein reichhaltiges Angebot von Ladeschalen von Drittanbietern, aber für die meisten anderen Modelle sieht es eher schlecht aus.

Die Huawei Watch GT2 Pro beherrscht sogar drahtloses Laden via Qi. So könnt ihr diese Smartwatch einfach auf die Rückseite eines kompatiblen Smartphones legen und braucht keine eigene Ladeschale, bzw. kann die neben dem Bett bleiben.

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Smartwatch und Sport – wie viel Komfort brauchst du?

Wenn euer Fokus auf Sport liegt, müsst ihr euch vor dem Kauf genau überlegen, wie ihr eure Smartwatch in euer Hobby einbinden wollt. Besonders dann, wenn ihr euer Smartphone nicht mit Joggen nehmen wollt.

Ein Beispiel wie das aussehen könnte: Ein paar drahtlose Kopfhörer aufgesetzt, Smartphone und Brieftasche bleiben zuhause und raus zum Joggen. Unterwegs die Route und Herzschlag checken, während die liebste Playlist oder ein Audiobook läuft. Nach knapp einer Stunde ein kurzer Stopp, um einen Kaffee zu kaufen. Schnell mit der Smartwatch bezahlt und da kommt schon die Benachrichtigung, dass ihr in 30 Minuten einen Termin habt.

Xiaomi Mi Band 5 Mood II

Um dieses Szenario zu erreichen, braucht eure Smartwatch einiges an Features. Eure kabellosen Kopfhörer müssen sich beispielsweise direkt mit der Uhr koppeln lassen. Für die Musik braucht ihr entweder einen integrierten Speicher für Songs oder eine LTE-Version einer Smartwatch, die direkt Musik aus dem Netz streamen kann. Letzteres ist auch dann die Version, mit der ihr unterwegs Anrufe und Nachrichten empfangen könnt.

Für den Kaffeekauf braucht es dazu eine Smartwatch mit NFC, die auch einen der gängigen Bezahldienste unterstützt – also Google Pay, Apple Pay oder – relativ neu – Samsung Pay. Euer geliebtes Café muss dazu diese Bezahlmethoden unterstützen.

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Welche Smartwatch ist nun die richtige für mich?

Indem ihr euch zuallererst genau überlegt, was ihr mit der Smartwatch machen wollt. Wenn ihr einfach nur die Uhrzeit ablesen und nebenbei euren Herzschlag überprüfen wollt, reicht ein simpler Fitnesstracker wie das Xiaomi Mi Band 5 (Test) oder dessen Nachfolger.

Wenn es euch mehr in den Outdoor-Bereich zum Joggen oder Camping zieht, ihr aber weder mit der Smartwatch telefonieren noch bezahlen wollt, wäre etwas in die Richtung einer Amazfit T-Rex (Test) oder einer Stratos 3 (Test) das Richtige für euch. Diese Uhren punkten mit guter Akkulaufzeit und robusten Materialien.

Solltet ihr mehr eine Smartwatch für Lifestyle suchen, solltet ihr in die Richtung einer Huawei Watch Fit (Test) oder mit etwas hochwertigeren Materialien einer Huawei Watch GT2 Pro (Test) investieren. Auch eine Oppo Watch (Test) fällt in diesen Bereich.

Für iPhone-Besitzer sind diese Smartwatches ebenfalls eine Option, aber wenn ihr die wirklich tiefe Integration von Apple beibehalten wollt, dann führt kein Weg an einer Apple Watch vorbei. Gerade die Apple Watch SE (Test) ist in den meisten Disziplinen sehr gut und überlässt nur wenige Kategorien dem großen Bruder – der Apple Watch Series 6.

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Veröffentlicht von

Gamer, Filmliebhaber & Hobby-Fotograf – also alles was eine gute Geschichte erzählt. Großer Fan von durchdachten Produkten und Privatsphäre. Nach zehn Jahren im Google-System derzeit im Apple-Kosmos unterwegs und soweit zufrieden.

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