Razer Huntsman im Test: Tasten-Lichtschranke für Hyper Drive

Razer Huntsman im Test: Tasten-Lichtschranke für Hyper Drive

Die opto-mechanischen Switches der Razer Huntsman sind die nächste Evolutionsstufe für die Razer-Gaming-Tastaturen. Mehr Geschwindigkeit und Haltbarkeit bieten die clicky Taster mit Lichtschranke, aber spürt man einen Geschwindigkeitsvorteil?

Bei Razers Huntsman öffnet ein Tastendruck eine Infrarot-Lichtschranke für den Auslöser, was im wahrsten Sinne des Wortes mit Lichtgeschwindigkeit passiert. Ein „aufdringlicher“ Klick wird unabhängig von einem Mechanismus generiert. Neben blitzschneller, direkter Auslösung (1,5 mm) und starkem taktilem Feedback weisen die leichtgängigen Switches einen linearen Widerstand auf.

Razer Huntsman – die Lightspeed-Tastatur

Gamer sind Geschwindigkeitsfanatiker. Bei Monitoren hat man mit 240-Hz-Bildwiederholrate schon über meine persönliche Wahrnehmungsschwelle hinweg optimiert. Den nächsten Vorteil im Millisekundenbereich sollen nun opto-mechanische Switches rausholen. Mit neuen, komplizierten Razer Opto-mechanical Purple Switches wird der teuflische Input Lag beim Tastendruck von 8 auf 2 Millisekunden minimiert. It´s something.

Spürbarer als der Geschwindigkeitsvorteil wird für die meisten Anwender die verlängerte Haltbarkeit. Die neue Auslösemechanik ist resistenter gegen Verschleiß, da weniger mechanische Bauteile benötigt werden. Das verdoppelt die typische Haltbarkeit von 50 auf 100 Millionen Anschläge. Kommen wir kurz zu den technischen Details der Huntsman und den Purple Switches:

Produkteigenschaften der Razer Huntsman
Tasten Razer Opto-mechanical Purple
Key Rollover 10
Reaktionszeit 2 ms
Betätigungskraft, Auslösepunkt, Hub 45 g, 1,5 mm, ca. 3,5 mm
Polling Rate 1.000 Hz
Lebensdauer 100 Mio. Klicks
Besonderheiten Chroma-RGB-Beleuchtung, 16,8 Mio. Farben
5 Profile im Onboard-Speicher
Aluminium-Cover
Geflochtenes Glasfaserkabel
Kabellänge 2 m
USB 2.0
Abmessungen 44,7 x 13,9 x 3,6-4,8 cm
Gewicht 860 g
Razer Huntsman bei uns im Shop

Minimalistisches Design und gute Verarbeitung

Mit der Razer Huntsman und der Huntsman Elite gibt es zwei Varianten der Gaming-Tastatur. Das Upgrade auf die Elite bringt eine Underglow-Beleuchtung für alle Seiten inklusive der Handballenauflage, die neben Multimedia-Tasten und einem Drehregler für die Lautstärke ebenfalls zu den Unterschieden zählt. Die Huntsman ist quasi die Tournament Edition, eine aufs Wesentliche beschränkte Version ohne Spielereien.

Das kompakte, mattschwarze Kunststoffbett erhält einen fest verschraubten Deckel aus Aluminium. Auf der Unterseite finden sich Gummipads gegen Verrutschen und Klappfüße für zwei verschiedene Aufstell- und Neigungswinkel. Angeschlossen wird die Huntsman mittels einem 2 Meter langen, umflochtenen USB-Kabel.

Ohne Schnörkel, angenehm schlicht lenkt die Huntsman den Blick gern auf ihre freistehenden Tasten und den Raum, den sie der Chroma-Beleuchtung damit lassen.

Dank Alu-Cover ist die Tastatur sehr stabil. Die Klappfüße können schon ein paar Kilo tragen – man sollte sich aber nicht daraufsetzen. Wenige kleine Öffnungen rundherum sollten das Eindringen von Schmutz und Staub wirksam verhindern. An der Verarbeitung können wir nichts aussetzen.

Razer Huntsman

Cleanes Layout ohne Makro- oder Mediatasten

Ich empfinde eine Tastenreihe für Makros als störend und das reduzierte Layout der Huntsman daher als sehr angenehm. Ein Drehregler für die Lautstärke (umprogrammierbar) lässt die Standardvariante etwas neidisch auf die Elite blicken, ansonsten funktioniert die Gestaltung der Tastatur nach dem Prinzip „weniger ist mehr“. Keine fette Leertaste und verschobene Pfeiltasten wie zum Beispiel bei der Omen by HP Sequencer.

Wer Makros braucht, kann diese ganz einfach programmieren. FN-F9 startet die Aufnahme, ein zweites Mal FN-F9 stoppt diese und erfordert die Tastenkombi, der die Abfolge zugewiesen werden soll. In der Synapse-Software können die Makros dann bearbeitet werden.

Razer Huntsman

Klick und Auslösen zur gleichen Zeit

Wie ist das Feeling der Razer Huntsman? Schnell und direkt. Einen Unterschied zu herkömmlichen mechanischen Switches können wir hinsichtlich der Geschwindigkeit nicht feststellen.

Feinfühlige Gamer dürfen sich über ein sehr präzises Feedback freuen. Den hellen, lauten Klick hat Razer genau auf den Punkt der Auslösung gelegt. So laut, dass es in Shootern durch das Headset hindurch hörbar ist, klackert die Tastatur allerdings nicht.

Egal, wo ihr die Taste erwischt, eine Klammer dient als treffsichere Führung. Ihr könnt die Leertaste am äußeren Ende bedienen, trotzdem wird sie über ihre gesamte Länge betätigt.

Bei einer Büro-internen Session Quake Champions hat sich die Huntsman gut geschlagen und mir zum Sieg verholfen. In dem Game spielt sie einen weiteren Vorteil aus: Chroma.

Synapse Software und Chroma – Das größte RGB-Ökosystem

Nach dem Anstecken möchte die Razer Huntsman einen 119-MB-Installer für die Synapse-Software herunterladen, mit der sich dann die individuelle Beleuchtung konfigurieren lässt. Chroma ist das größte RGB-Ökosystem und bindet auch Produkte von Partnern ein. Darunter Philips Hue, Cases von Lian Li, NZXT oder Hardware von MSI, Zotac, AMD und vielen anderen. Das System wird ständig ausgebaut.

Chroma ist nicht nur vielfältig auf der Hardware-Seite, auch in Games und Programmen genießt Chroma eine breite Unterstützung. Quake Champions, Rage 2, Overwatch, Apex Legends, Fortnite, Rise of the Tomb Raider und viele andere Games integrieren Chroma-Profile.

Chroma-Peripherie kann in Competitive Games visuelle Unterstützung bieten und je nach Charakter, Waffe, Power-Up oder Perks in unterschiedlichen Mustern und Zonen aufleuchten. Auch in Sachen Immersion kann Chroma beim Gaming noch eine Schippe drauflegen. Durch die Einbindung von Hue-Lampen oder Lichtpanelen von Nanoleaf kann man sich eine Art Ambilight fürs Gaming basteln.

Razer Huntsman

Fazit zur Razer Huntsman: Schnell, clean und bunt

Die Razer Huntsman ist eine sehr geradlinige „mechanische“ Gaming-Tastatur. Das reduzierte Layout beschert einen kompakten Fußabdruck. Dank freistehender, schwebender Tasten ist der Look trotzdem modern. Bei der Verarbeitung leistet sich Razer keine Schwächen und rechtfertigt den Preis mit dem Einsatz von Aluminium.

Zweites großes Argument sind die komplizierten opto-mechanischen Switches. Input-Lag-Allergiker gewinnen ein paar Millisekunden und die neue Bauweise steigert die Haltbarkeit auf 100 Millionen Tastenanschläge. Die linearen „clicky“ Taster verwöhnen Gamer mit absoluter Präzision, die Kollegen im Büro könnten sich allerdings am Klackern stören.

Ein Highlight – im wahrsten Sinne des Wortes – ist die Chroma-RGB-Beleuchtung, die jede Taste in 16,8 Millionen Farben erstrahlen lassen kann. Durch eine breite Unterstützung in Spielen kann sie auch mit Funktionalität punkten. Multimedia-Tasten inkl. Lautstärkerad und ein USB-Port hätten der Huntsman ganz gut getan, zumindest mit ersterem kann die Elite-Version dienen.

Letztendlich überzeugt die Razer Huntsman als schnelle, aufgeräumte und funktionale Gaming-Tastatur.

Razer Huntsman bei uns im Shop

*Stand: 29. Mai 2019

GIF: Razer

Veröffentlicht von

Robert schaut am liebsten auf OLED-Panels und bastelt in seiner Freizeit häufig an Wasserkühlungen. Er zockt am PC sowie der PS4 Pro und fliegt mit seiner Drohne gerne tropische Strände ab.

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