Recht auf Reparatur: Europäisches Parlament beschließt Repair-Label

      Recht auf Reparatur: Europäisches Parlament beschließt Repair-Label

      Ein Symbol soll in Zunft zeigen, wie einfach die Reparatur neuer Produkte ist und wie hoch die Lebensdauer sein wird.

      Wer sich schon einmal selbst an der Reparatur eines gebrochenen Smartphone-Displays versucht hat, weiß wie schwierig das bei modernen Geräten ist. Kleber, gelötete Verbindungen und spezielle Schrauben erschweren häufig den Prozess.

      Damit Kunden in Zukunft schon vor dem Kauf eine informierte Entscheidung treffen können, hat das Europäische Parlament jetzt ein entsprechendes Label beschlossen. Damit ist die EU-Kommission aufgefordert, „eine obligatorische Kennzeichnung zu entwickeln und einzuführen, um den Verbrauchern klare, sofort sichtbare und leicht verständliche Informationen über die geschätzte Lebensdauer und Reparaturfähigkeit eines Produkts zum Zeitpunkt des Kaufs bereitzustellen“.

      Frankreich legt ab Januar 2021 vor

      Wie so ein Reparatur-Label für die gesamte EU aussehen könnte, zeigt Frankreich bereits. Dort wird ab Januar 2021 ein solches Label für Smartphones, Laptops und andere Produkte verpflichtend.

      Auch anderen EU-Staaten wollen das Recht auf Reparatur stärken. Österreich senkt beispielsweise die Steuern auf entsprechende Dienstleistungen und gewährt Subventionen für Reparaturen durch Verbraucher.

      Neue Reparatur-Regelung braucht noch Feinschliff

      Aktuell würden Hersteller die volle Punktzahl für ein Produkt bekommen, wenn sie nur ein Software-Update für das Produkt bereitstellen. Die Situation um Software-Updates bei Smartphones mag sich in den letzten Jahren deutlich gebessert haben, aber nur ein einziges verpflichtendes Software-Update ist zu wenig – gerade wenn auch einfache Bugfixes zählen würden.

      Generell ist die Reparatur von Technik eine gute Idee. Schont es doch die Umwelt und ist häufig wesentlich günstiger als der Neukauf. Aus diesem Gedanken hat sich das „Recht auf Reparatur“ gebildet. Eine Bewegung, die dafür kämpft, dass Produkte ihren Käufern gehören und möglichst lange genutzt werden können.

      Der wohl bekannteste Ableger dieser Bewegung ist iFixit. Dort ist man seit Jahren bemüht, die Lebenszeit eurer Produkte zu verlängern. Durch den Verkauf von Ersatzteilen und Werkzeugen für Laptops, Smartphones und anderer modernen Technik finanziert iFixit so Reparatur-Tutorials und Teardowns für viele technische Produkte.

      Würden solche Reparatur-Label eure Kaufentscheidung beeinflussen oder ist das für euch überhaupt nicht relevant?

      Werkzeug bei uns im Shop

      Quellen & Bilder: repair.eu I & II, Attitudes of Europeans towards Waste Management and Resource Efficiency, iFixit I, II, III

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      Gamer, Filmliebhaber & Hobby-Fotograf – also alles was eine gute Geschichte erzählt. Großer Fan von durchdachten Produkten und Privatsphäre. Nach zehn Jahren im Google-System derzeit im Apple-Kosmos unterwegs und soweit zufrieden.

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      1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

      1. Mich würde das beeinflussen, da ja auch eine Reparatur teuer sein kann. Also sagen wir mal ich hol mir das neue iPhone 12 und mach das Display kaputt. Dann könnte ich das nur bei Apple reparieren lassen und das würde mich mehrere hundert Euro kosten. Ein neues Gerät wäre noch teuerer. Wenn ich mir dagegen ein Samsung hole, vielleicht auch nicht das neuste, dann wüsste ich, dass ich das günstiger reparieren lassen könnte und das nicht nur bei Samsung. Eventuell könnte ich das mit einer Reparaturanleitung sogar zuhause. Damit würde ich sehr viel Geld sparen. Von daher fände ich ein Reparatur-Label sehr praktisch.

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