Retromania: Commodore Pet 2001, der erste All-in-One-PC

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Den C64 von Commodore kennt wohl jeder Computer-Freak, aber wie sieht es mit dem Pet 2001 aus? Der Nachfolger des halbwegs erschwinglichen Platinen-Computers KIM 1 war der Vorgänger des Kult-Heimcomputers und kam 1977 als erstes Komplettsystem mit Tastatur und integriertem Monitor auf den Markt: Der Pet 2001 war ein waschechter All-in-One. Der Rechner im futuristischen Gewand schaffte es sogar in den deutschen Versandhandel.

Pet2001_offenAch, die Erinnerungen: Als Kind standen Computer schon immer auf meiner Wunschliste, aber die Dinger waren Mitte der 1970er Jahre unglaublich teuer und weitestgehend nutzlos. Lange liebäugelte ich mit dem KIM-1, der erste Computer von Commodore. Tatsächlich war die Platine in den Möglichkeiten recht eingeschränkt. Im Gegensatz zum eingekauften KIM-1 war der PET 2001 eine Eigenentwicklung von Commodore. Der Rechner sah schon eher nach einem nützlichen System aus: Im typischen 70er Jahre Design brachte er Gehäuse, Monitor, Tastatur mit Ziffernblock und als Massenspeicher die Datasette mit: letztere war ein einfacher modifizierter Kassettenrekorder. Der PET 2001 ergattert sich damit den Titel als erster All-in-One-Rechner für den Heimbereich und schaffte es sogar in den deutschen Versandhandel. Satte 3000 DM musste man für den Rechner zu Beginn anlegen, später sank der Preis auf 2000 DM.


Die technischen Daten lesen sich heute rührend: der 8-Bit-Chip MOS Technology 6502 taktete mit 1 MHz, Der Arbeitsspeicher war 8 KB groß und ließ sich auf 32 KB erweitern. Das notwendige Kleingeld vorausgesetzt, denn die Speichererweiterung schlug mit 2500 DM zu Buche. Das Betriebssystem mit der einfachen Programmiersprache Basic von Microsoft steckte im 14 KB großen ROM, zudem reservierte sich das System 1 KB vom kostbaren Arbeitsspeicher. Ein paralleler Anschluss ermöglichte die Anbindung von externen Geräten wie Drucker. Der 9-Zoll-Monitor zeigte in den ersten Modellen ein schwarz-weißes Bild und stellte 40 Zeichen in 25 Zeilen dar. Spätere PET-Varianten kamen auch mit 12-Zoll-Monitor und brachten eine bessere Tastatur mit, weshalb aber die Datasette Platz machen musste.


Der langsame Prozessor und der winzige Arbeitsspeicher erschwerten die Programmierung und verlangten dem Anwender lange Wartezeiten ab. Das gilt auch für das Laden von Programmen: laut Wikipedia benötigte der PET 2001 geschlagene zwei Minuten, um 8 KB zu laden. Trotzdem erschienen einige Spiele für den Commodore-Rechner und sogar ein ganz passables Schachprogramm.

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1982 stellte Commodore die Produktion des PET 2001 und seiner Nachfolger ein. Bereits ein Jahr zuvor sollte der VC20 den Heimmarkt ansprechen, bevor im Dezember 1982 der Kult-Computer C64 erschien. Beide basierten auf der Architektur des PET 2001. Mein erster eigener Rechner wurde dann übrigens ein ganz anderes Modell: Der Sinclair QL, Nachfolger des „Radiergummicomputers“ ZX Spectrum. Womit hat deine Computergeschichte begonnen?

Quelle (u. A.): Wikipedia

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Über Marcel Magis

Ich bin Journalist und Schriftsteller. Unter anderem arbeitete ich für macnews.de, c't, Telepolis und notebookjournal.de. Ich liebe Nudeln und schreibe in meiner freien Zeit unverdrossen an einem großen Roman weiter, der wöchentlich im Netz erscheint. Du findest mich auf Facebook, XING und meinem Blog.
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3 Antworten auf Retromania: Commodore Pet 2001, der erste All-in-One-PC

  1. avatar Roman sagt:

    Microset 8080
    CAN80
    ZX81
    Spectrum
    Atari 800XL
    Amstrad CPC664
    C64

  2. avatar sundancerge sagt:

    C64 (Brotkasten) und den habe ich auch 28 Jahre später immer noch…. und hatte große Hoffnungen für das CBM PET Smartphone… macht ihr dafür noch einen Test/Review? Please?! Pretty please?!

  3. avatar Christian sagt:

    Ein VC20. Und der steht samt Datasette, Joystick und einigen Büchern auch noch im Keller.

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