Robofly: Science Fiction lässt grüßen

Robofly: Science Fiction lässt grüßen

Wer die Netflix Serie „Blackmirror“ kennt, dem wird die Robofly beängstigend bekannt vorkommen.

Forscher der University of Washington in Seattle haben eine künstliche Fliege entwickelt, die ihrem Original in Größe und Gewicht bereits recht nahe kommt. Das besondere an der Robofly: sie hat ein Gehirn und wird per Laser mit Strom versorgt.

An fliegenden, instektenähnlichen Mini-Robotern wird bereits seit einigen Jahren geforscht. Bisher musste der Vorgänger, die bereits 2013 vorgestellte Roboterbiene „Robobee“ per Kabel mit Strom versorgt werden, wodurch ein freier Flug unmöglich war. Die Robofly hingegen fliegt wie sein Vorbild mit zwei dünnen Flügeln, da ein Flugroboter in der Größe schlichtweg zu klein für einen Propeller ist.

Der Flügelschlag ist aber sehr energieaufwendig und muss koordiniert werden. Diese Herausforderung lösten die Forscher mit einem Mikrocontroller der, ähnlich wie das Gehirn einer Fliege arbeitet und die Flügel steuert. Die Energieversorgung übernimmt eine Photovoltaikzelle, auf die ein Laser gerichtet wird. Die Zelle wandelt den Lichtstrahl dann in Strom um. Die erreichte Spannung von 7 Volt reicht allerdings nicht aus, da der Antrieb 240 Volt benötigt. Hierzu hat das Forschungsteam um Sawyer Fuller einen Aufwärtswandler entwickelt und integriert, der diese Aufgabe übernimmt.

„Früher war das Konzept von drahtlosen, insektengroßen Flugrobotern Science Fiction. Würden wir sie je ohne Kabel zum Laufen bringen können?“, fragt Fuller. „Unser neuer kabelloser Robofly zeigt, dass wir viel näher an der Verwirklichung sind.“

Fliegen kann die Robofly ja bereits. Eine neue Herausforderung sind die Laser: Wenn der Laserstrahl nicht mehr auf die Photovoltaikzelle gerichtet wird, geht der Fliege der Strom aus und sie landet. Die Forscher wollen nun die Lasersteuerung verbessern damit Robofly dauerhaft fliegen kann. Weitere Optionen der Forscher, um die Energieversorgung zu stabilisieren sind hochfrequente Funksignale oder kleine Akkus.

Ziel ist es, die Miniroboter für zeitaufwendige Aufgaben wie dem Pflanzenwachstum oder auch zum Ausspähen von Gaslecks zu nutzen. Die Größe hat noch weitere Vorteile: die Roboter sind kostengünstig und können in Bereichen eingesetzt werden, für die ihre großen Drohnen-Brüder zu groß sind. Auch die Bestäubung von Pflanzen, könnten die kleinen Helfer in Zukunft übernehmen. Ob oder inwieweit diese zur Spionage genutzt werden können, bleibt aktuell allerdings ungeklärt.

Fuller´s Team wird die Robofly auf der International Conference on Robotics and Automation vorstellen. Diese findet in der Zeit vom 21.bis 25. Mai in Brisbane/ Australien statt.

via: golem, Fotos: University of Washington

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