Samsung Galaxy Fold – Das Drama zusammengefasst

Samsung Galaxy Fold – Das Drama zusammengefasst

Im Februar hat Samsung es groß angekündigt und damit als erster Hersteller ein faltbares Smarphone vorgestellt. Von Außen eher ein Nokia Communicator, im Inneren aber ein großes Tablet-Display und natürlich allerlei Technik. Der Marktstart ist nach diversen Pannen aber wohl vorerst vom Tisch. Eine kleine Zusammenfassung der gesamten Tragödie.

Samsung hatte sich das sicher anders vorgestellt. Als erster Hersteller wollte man ein Smartphone auf den Markt bringen, welches sich in der Mitte falten lässt: ein Tablet und Smartphone vereint. Rein optisch wirkt es zwar antiquiert, technisch ist aber alles auf dem neuesten Stand.

Das Display hatte offenbar andere Pläne. Die Testgeräte, die Samsung nach und nach zuerst an Amerikanische Medien, YouTuber und Influencer verteilt hatte, fielen nach und nach aus. Mit massiven Displayfehlern. Gerade das Highlight des Geräts schien nicht so widerstandsfähig, wie es erhofft war.

Erste Erklärung seitens Samsung: Um das Display zu schützen, sei eine Kunststofffolie auf dem flexiblen OLED Panel aufgebracht, die einige Nutzer wohl entfernt haben. Allerdings meldeten sich daraufhin immer mehr Tester mit dem Problem – auch ohne entfernte Folie. So eine richtige Warnung die Schutzfolie nicht zu entfernen, gab es wohl auch nicht. Ich hätte sie wahrscheinlich auch direkt abgezogen. Das ist nun mal in der Regel das erste was ich bei neuen Smartphones mache.

Samsung blieb also erstmal nichts anderes mehr übrig, als die Launchevents zu verschieben. Offenbar nur sehr widerwillig, denn anfangs wurden nur die Asiatischen Events abgesagt, dann auch die Events in Europa und zum Schluss wurde nun der gesamte Launch auf unbestimmte Zeit verschoben.

Ein gelungener Start eines vorzeige-Produkts sieht sicherlich anders aus. Zu guter Letzt legten die Kollegen von iFixit mit ihrem gewohnten Teardown aber noch einmal nach. Woher iFixit das Gerät hatte, ist nicht ganz klar. Zerlegt haben sie es aber. Laut der Analyse beim Teardown gibt es wohl einige Punkte, an denen die Ausfälle liegen können. Bis zu 7mm groß waren die Abstände zwischen einigen Bauteilen. Diese Öffnungen sind damit groß genug, dass sich allerlei Schmutz, Feuchtigkeit und Fremdkörper in das Gerät schmuggeln können. Das Scharnier selbst sei wohl sehr robust aufgebaut. Das Display selbst aber nicht ausreichend fest verklebt und dazu drückt von der Unterseite gegen das Panel.

Der iFixit Bericht hat Samsung jedenfalls gar nicht gefallen und so ist dieser mittlerweile sogar wieder komplett verschwunden. Was genau dahinter steckt, wird nur spekuliert. Genaueres weiß man nicht.

Insgesamt ist der nicht erfolgte Marktstart des Galaxy Fold sicher nicht so verlaufen, wie von Samsung geplant. Dabei hatte man sich im Vorfeld extra eine passende Medienstrategie zurechtgelegt. In der zuerst die Medien, Influencer und YouTuber an der Reihe waren, von denen am wenigsten Kritik zu erwarten war. Die Tester wurden streng gefiltert und es gab generell nur wenige Geräte in freier Wildbahn. Deutsche Medien durften bis auf ganz wenige Ausnahmen noch gar nicht an das Gerät heran – das geplante Launch-Event wurde nach den gemeldeten Defekten kurzerhand abgesagt.

So schnell dürfte das Galaxy Fold also wohl nicht im Handel sein. Spannend wird nun auch, was Huawei aus dem ganzen Drama macht. Mit dem Mate X hat man sein eigenes Foldable in Petto, das bislang aber nur hier und da mal angefasst werden durfte (Ja wir durften auch mal). Bis zum angekündigten Start im Juni haben sie jedenfalls noch etwas Zeit.

Aus meiner Sicht wurde das Thema etwas zu sehr hochgekocht – es betraf ja am Ende nur eine Handvoll Geräte. Angesichts Samsungs Reaktion den globalen Launch erstmal auf Eis zu legen, scheint das Problem dann aber doch größer zu sein und nicht nur an einer entfernten Folie zu liegen.

Etwas mehr zum Thema Galaxy Fold hat noch Lars von AllAboutSamsung zusammengefasst.

Bilder: iFixit  via allaboutsamsung

 

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