Samsung SSD 950 Pro im Test: Kompromissloser Speed?

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SSDs sind seit einiger Zeit sehr beliebt und finden Ihren Weg in immer mehr Geräte. Sei es im Notebook oder Desktop-PC, mittels SSD lässt sich die (gefühlte) Leistung deutlich steigern. Systemstarts in wenigen Sekunden, selbst aufwendige Programme starten sofort ohne große Ladezeiten. Moderne SSDs werden dabei aber bereits durch den SATA-Port ausgebremst, sodass seit letztem Jahr bereits PCI express SSDs verbaut werden. Zu kaufen gab es sie aber quasi gar nicht, bis dann endlich Samsung und Intel Ihre M.2 PCIe SSDs vorgestellt haben. Die Samsung SSD 950Pro 512GB NMVe mit M.2 PCIe Anschluss habe ich mir für einen Test besorgt, um euch einen Eindruck der Leistungssteigerung geben zu können.

Zunächst die technischen Daten und Angaben zur Leistung von Samsung:

  • Kapazität: 512 GB
  • Schnittstelle: PCI Express 3.0 x4 (NVMe)
  • Formfaktor: M.2 – 2280
  • Lesegeschwindigkeiten: bis zu 2500 Mb/s
  • Schreibgeschwindigkeiten: bis zu 1500 Mb/s

Die Daten sind bereits beeindruckend, mal sehen ob wir diese auch unter realen Bedingungen erreichen können. Doch vorher ganz kurz zu den Punkten Lieferumfang, Verarbeitung, etc. kurz und knapp: Im Karton ist die SSD, geschützt von einem Kunststoffhalter. That’s it. Zumindest bei meinem Testexemplar. Die Verarbeitung… naja nun, es ist ein PCB mit aufgelöteten Speicherchips und einem Speichercontroller. Was soll man dazu schon groß sagen? Der Aufkleber auf dem Speichermodul ist aber ganz hübsch ;).

Der Einbau ist ebenso schnell erledigt: SSD von oben leicht schräg in den Port gesteckt, nach unten drücken, Schraube rein, erledigt. Kabel gibt es hier schlichtweg nicht.

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Wichtig wenn ihr ein Upgrade plant: Die Karte braucht einen M.2 PCIe Slot mit PCIe x4 Anbindung. Bei Ports mit z.B. nur PCIe x2 Anbindung erreicht sie sonst nicht ihr volles Potenzial. So wie in meinem Test-PC mit Gigabyte X99-UD7 Mainboard – das Mainboard kam ziemlich zu Beginn der ersten M.2 PCIe Slots auf den Markt und unterstützt daher nur 2 Lanes, also PCIe x2. Für meinen Test habe ich daher kurzerhand ein Acer Predator Gaming Notebook genutzt, dass eine entsprechende x4 Schnittstelle bot.

Leistung

Gehen wir direkt in die Vollen mit diversen Tests. Die SSD muss sich den üblichen Tools stellen, angefangen bei AS SSD, CrystalDisk Mark bis hin zu HD Tune Pro.

Gemessen an den technischen Daten von Samsung überraschen die Testergebnisse wenig: Über 2500MB/s lesend sind eine echte Hausnummer – übliche SATA SSDs kommen durch die begrenzte Bandbreite kaum über 550MB/s hinaus. Der AS SSD Benchmark hatte leider Probleme mit der Samsung SSD und lieferte nur Werte im einstelligen Megabyte-Bereich. Eventuell braucht es hier noch ein Update für die NVMe SSDs.

SSDVergleich

Und im Alltag so? Man merkt bei alltäglichen Aufgaben schon einen kleinen Unterschied zu einer „normalen“ SATA SSD. Allerdings ist natürlich die Frage, inwieweit dieser Unterschied für den Einzelnen von Belang ist. Daher hier auch mal ein paar Alltagstasks wie Dateien verschieben oder kopieren:

Bei großen Daten war es schwierig, überhaupt den Screenshot zu erstellen: Rund 4GB Daten wurden binnen 3 Sekunden kopiert bei knapp 1,7GB/s im Durchschnitt. Sehr viele kleine Daten wurden natürlich langsamer kopiert – doch auch hier sind die Werte verglichen mit anderen SSDs und HDDs noch sehr gut. Rund 30MB/s im Schnitt bei tausenden wenige Kb kleinen Dateien sind durchaus gut.

Beim Laden größerer Anwendungen fällt mir jedoch kaum ein Unterschied gegenüber einer SATA SSD auf.

Zum Vergleich hier die Original SSD des Acer Predator 17: Eine Toshiba HG6 M.2 SSD mit SATA-Schnittstelle:

M.2 SSD ist also nicht gleich M.2 SSD, auf die verwendete Schnittstelle kommt es an. Hierzu habe ich bereits einen Ratgeber veröffentlicht.

Fazit

Der theoretische Geschwindigkeitszuwachs ist enorm, die Samsung SSD 950Pro verfünffacht die Lesegeschwindigkeit gegenüber einer SATA SSD, bei der Schreibgeschwindigkeit es immerhin noch die dreifache Geschwindigkeit.

In der Praxis sind diese Unterschiede aber letztlich kaum noch bemerkbar. Zwar ist das Kopieren größerer Daten enorm beschleunigt, doch meistens dürfte dann eh die zweite Festplatte oder SSD bremsen.

Schwächen gibt es eigentlich keine – außer man möchte die aktuell noch rar gesäten Geräte mit PCIe 3.0 x4 M.2 Slot als Schwäche der SSD auslegen. Doch gerade im Gaming-Bereich kommen immer mehr Notebooks mit einer entsprechenden Schnittstelle auf den Markt und auch Desktop-Mainboards bieten immer häufiger einen M.2 Slot mit PCIe x4 Anbindung.

Letztlich muss man für sich entscheiden: Lieber die aktuell maximal mögliche Geschwindigkeit, oder in etwa das gleiche Geld für doppelt so viel Speicherkapazität investieren? Eine Samsung 850 EVO Series SSD mit 1000GB Speicherkapazität bekommt man etwa zum gleichen Preis wie das 512GB Modell der SSD 950 Pro.

Empfehlen kann ich die Samsung SSD 950 Pro vor allem denjenigen, die möglichst zukunftssicher und in die maximal mögliche Leistung investieren wollen.

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2 Antworten auf Samsung SSD 950 Pro im Test: Kompromissloser Speed?

  1. avatar seeed sagt:

    Interessant wäre der Unterschied z.B. auch bei der Bildbearbeitung (RAW-Dateien in lightroom laden), Videobearbeitung oder auch bei Computerspielen, welche zum Start viele Daten von der Platte in den RAM schieben damit nochmal schneller starten dürften.

  2. avatar Stefan sagt:

    Ich finde nirgends ne Info, ob dise M2 ssd auch in die MacBook Pros Mid 2015 passen?
    Googelt man das Thema findet man zig Artikel – öffnet man diese Artikel findt man nu allgemeies Blabla aber nichts zur Kompatibilität zu Mcbookk Pro Mid 2015

    Es ist zum Mäusemelken.

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