Seagate IronWolf 12TB – wenns mal etwas mehr Speicher sein darf

      Seagate IronWolf 12TB – wenns mal etwas mehr Speicher sein darf

      Festplatten für NAS-Gehäuse haben sich mittlerweile etabliert. Sie sind auf die Anforderungen in Storage-Systemen ausgelegt, bieten eine höhere Lebensdauer und optimierte Performance für den Einsatz auch bei mehreren Nutzern. Seagate führt das Feld mittlerweile an, als einziger Hersteller bietet man satte 12TB pro Laufwerk. 

      Wer ansonsten die gleiche Kapazität pro einzelner HDD sucht, muss direkt in den Enterprise-Markt einsteigen, diese HDDs fallen dann allerdings noch einmal teurer aus. Wir haben uns daher die derzeit größten Consumer NAS-HDDs für einen kurzen Test geschnappt. In der Vergangenheit hatten wir uns hier ja bereits die kleineren 4TB und 6TB Modelle angesehen.

      Gegenüber den 4TB Modellen hat sich einiges getan, die 6TB Modelle unterscheiden sich allerdings „nur“ durch die verdoppelte Kapazität. Sie bietet also die gleichen Features wie das 6TB Modell. Wichtig sind hier vor allem die AgileArray Optimierung und die Rotationsschwingungs-Sensoren. Ersteres sorgt für ein optimiertes Load-Balancing, damit auch mehrere Nutzer parallel problemlos auf die Daten zugreifen können. Gerade bei Netzlaufwerken die in kleinen bis mittleren Unternehmen eingesetzt werden ein nicht zu unterschätzender Faktor. Zweitere, die Rotationsschwingungs-Sensoren, kurz RV Sensor, sorgen dafür, dass auch bei einem Betrieb von bis zu acht HDDs in einem Gehäuse keine Ausfälle durch auftretende Schwingungen entstehen. Die Sensoren sorgen vor allem dafür, dass sich Schwingungen nicht aufschaukeln und ein konstanter, schneller Datenzugriff möglich ist. Ohne diese Sensoren kann es gerade in größeren HDD-Verbünden zu Aussetzern kommen, weil es durch unterschiedliche Schwingungen der benachbarten HDDs zu Interferenzen kommt.

      Einen großen Unterschied zu den kleineren Vertretern gibt es dann allerdings doch noch: Um die hohe Performance bei einer so hohen Kapazität zu ermöglichen, ist die 12TB Version mit Helium gefüllt. Nur dadurch ist eine so hohe Speicherdichte überhaupt realisierbar.

      Die 12TB Version ist zudem mit einer jährlichen Schreibleistung von 180TB spezifiziert – sie könnte also jedes Jahr mehr als zehn Mal komplett neu befüllt werden. Für die etwas teurere Pro Version gibt Seagate sogar bis zu 300TB pro Jahr an. Die MTBF beziffert Seagate auf satte eine Million Stunden – das wären etwa 114 Jahre Dauerbetrieb. Dazu gibt es eine 3-Jährige Garantie. Die maximale, dauerhaft mögliche, Datenübertragungsrate beziffert Seagate zudem mit 210MB/s – für eine klassische HDD dieser Größenordnung nicht schlecht.

      Eingesetzt werden die IronWolf HDDs in unserem Qnap TS-251+ NAS System, auf das insgesamt rund 20 Kollegen zugreifen. Hohe Leistung ist also wichtig, gerade wenn Video- oder Fotobearbeitung ansteht. Auf dem NAS landen daher auch alle Arten von Daten, egal ob nun Fotos, Videos, Excel Tabellen, Word Dokumente, einzelne MP3 Files, usw. Von wenigen Kilobyte bis hin zu mehreren Gigabyte großen Daten ist also alles dabei. Parallel wird das RAID 1 Array auch per Snapshots regelmäßig gesichert, was ebenfalls an der Performance zerrt. Qnap spricht hier in der Regel von 20 bis 30 Prozent Leistungsverlust.

      In der Praxis bemerkt man diese Hintergrund Tasks allerdings nicht. Zugriffe sind weiterhin auch von mehreren Systemen parallel möglich, ohne dadurch Performance-Einbußen wahrzunehmen. Unser Testsystem läuft mittels Link Aggregation über beide Gbit LAN-Ports, so können selbst mehrere Systeme parallel mit über 100MB/s auf die Daten zugreifen – dem Maximum, das über ein Gbit Netzwerk möglich ist.

      In den Performance-Tests ergeben sich gegenüber den kleineren 6TB HDDs nahezu keine Unterschiede. Die Lese- und Schreibrate liegt im gleichen Bereich, sodass auch bei internen Kopiervorgängen weiterhin über 200MB/s möglich sind. Auch sonst liefert die IronWolf 12TB ordentlich ab. Über 200MB/s sind ganz regulär möglich, im RAID1 Verbund erhöht sich der Datendurchsatz noch einmal minimal.

      Rohwerte im Read/Write sind allerdings auch weniger relevant, da in aller Regel der Gbit Netzwerkanschluss sowieso die Datenrate begrenzt. Erst in weit teureren Systemen mit einem oder mehreren 10Gbit Verbindungen wären dann Unterschiede ersichtlich. Im kurzen Leistungstest erreichen beide Laufwerke aber Werte von knapp über 250MB/s, belastet man die Laufwerke dauerhaft, sinkt der Wert leicht. Die IOPS, also die In- und Output Operationen pro Sekunde liegen bei mindestens 150, manche Tests brachten auch etwas höhere Werte, die 150 IOPS wurden allerdings immer erreicht. Im Vergleich mit einer SSD erscheint das gar lächerlich gering, für eine HDD in diesem Szenario ist es allerdings ein guter Wert.

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      Ansonsten gibt es zur Performance nicht viel zu sagen. Sie ist solide und liefert auch dank der 7200rpm ordentlich ab.

      Wichtiger ist dann natürlich die Geräusch- und Hitzeentwicklung. Die 6TB Modelle waren hier Ausreißer nach oben, die 12TB Modelle hingegen bewegen sich wieder im normalen Rahmen. Bei klimatisierten 22°C im Büro liegt die durchschnittliche HDD-Temperatur bei 44°C. Natürlich spielt hier auch das verwendete NAS eine Rolle, unser TS-251+ kommt allerdings mühelos mit den Platten zurecht und kann den Lüfter im niederen Drehzahlbereich halten.

      Auch sonst geben die Platten kaum Geräusche von sich. Sitzt man in weniger als einem Meter Entfernung neben den HDDs sind sie bei direkten Zugriffen hörbar, schon bei normalen Umgebungsgeräuschen und einem etwas höheren Sitzabstand hört man am Ende aber nichts mehr davon. Zumal so ein System ja auch einfach an einen Ort gestellt werden kann, an dem die Geräuschemissionen nicht weiter stören.

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      Fazit

      Zusammengefasst lässt sich bislang nichts Schlechtes sagen. Ausfälle gab es nicht, was bei der Kurzen Laufzeit aber auch selbstverständlich sein sollte. Auch die Performance spricht für sich, sie laufen leise vor sich hin und Auffälligkeiten gab es keine. Zusätzlich sind die Seagate IronWolf in 12TB nicht nur hinsichtlich der Kapazität ziemlich allein, sondern auch beim Preis. Mit 389 Euro ist sie zwar nicht gerade günstig, der nächste 12TB Vertreter wäre allerdings mit über 450 Euro deutlich teurer. Selbst in der Pro Version ist die IronWolf hier noch günstiger – obwohl bereits ein Rescue-Service für 24 Monate enthalten ist, der bei einem Laufwerksausfall die Daten soweit möglich wiederherstellt. Wer schon einmal so einen Service benötigt hat weiß, wie teuer das werden kann.

      Wie gut die Laufwerke sich im Dauereinsatz schlagen wird sich im Laufe der Zeit zeigen – bislang sind sie jedenfalls konkurrenzlos im Preis-Leistungs-Verhältnis und können auch technisch überzeugen.

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