Sennheiser PXC 550-II im Test: Eine behutsame Weiterentwicklung des guten Vorgängers

      Sennheiser PXC 550-II im Test: Eine behutsame Weiterentwicklung des guten Vorgängers

      Der Sennheiser PXC 550-II ist eine sachte Weiterentwicklung des schon sehr guten Vorgängers. Welche Änderungen Sennheiser bei dem ANC-Kopfhörer genau vorgenommen hat, haben wir uns in diesem Vergleich der 1. und 2. Generation genauer angeschaut.

      Das gefällt uns

      • sehr gute Verarbeitung
      • hoher Tragekomfort
      • einwandfreier Klang
      • gute Sprachqualität
      • effektives ANC, Smart Pause und Fold Control
      • umfangreiche Codec-Unterstützung
      • strukturierte App
      • gute Akkulaufzeit
      • zuverlässige Touch-Steuerung
      • Unterstützung von Sprachassistenten
      • leicht und kompakt

      Das gefällt uns nicht

      • Micro-USB-Anschluss

      Im Test hatte mich der PXC 550-I damals für einen Business-ANC-Kopfhörer ziemlich begeistert. Der Kopfhörer konnte mit sehr guter Verarbeitung, ausgewogenem Klangbild, effektivem ANC und zuverlässiger Steuerung punkten. Auch beim Tragekomfort und der App hatte der PXC 550-I eine gute Figur gemacht. Das Feature, mit dem sich der Kopfhörer aber wirklich von der Masse abhob, lautet Fold Control. Kein nerviges Gesuche nach einem Power-Button, einfach die Ohrmuscheln umknicken und der Kopfhörer schaltet sich automatisch ein.

      Sennheiser PXC 550 II Test

      Wirklich gravierende Schwachstellen habe ich damals abgesehen von dem in die Jahre gekommenen Micro-USB-Anschluss und der damit einhergehenden längeren Ladedauer nicht gefunden. Wobei es beim Klang natürlich fast immer Spielraum nach oben gibt und die Codec-Unterstützung mit SBC und aptX ausbaufähig war. Das Design und die Form der Ohrmuscheln blieben ebenfalls Geschmackssache. Schauen wir mal, was Sennheiser mit der 2. Generation anders macht.

      Technische Daten: Sennheiser PXC 550-I und II
      Hörer Sennheiser PXC 550-I Sennheiser PXC 550-II
      Bauform Over-Ear (geschlossen)
      Wandler dynamisch dynamisch
      32mm
      Frequenz 17 Hz bis 23 kHz
      Anschluss Micro-USB
      2,5mm Klinke
      Übertragungstechnik Bluetooth 4.2 Bluetooth 5.0
      Audiocodec SBC, aptX SBC, AAC, aptX, aptX LL
      Besonderheiten Mikrofon
      Wear Detect
      Touch-Control
      ANC (Active Noise Cancelling)
      Unterstützung von Sprachassistenten (Siri, Alexa, Google Assistant)
      3 Mikrofone
      Wear Detect
      Touch-Control
      ANC (Active Noise Cancelling)
      Akkulaufzeit bis zu 30 Stunden
      Abmessungen 6,3 x 13,6 x 17,4 cm
      Gewicht 232g

      Ein Adapter verschwindet aus dem Lieferumfang

      Fangen wir mit dem Lieferumfang an, bei dem es eine minimale Veränderung gibt. Der PXC 550-II wird genauso wie die 1. Generation in einem Softcase mit einem USB-Ladekabel (Micro-USB auf Typ-A), einem Klinkenkabel (2,5mm auf 3,5mm) und einem Flugzeugadapter ausgeliefert. Verschwunden ist hingegen der Klinkenadapter von 3,5mm auf 6,3mm. Wirklich vermissen dürften ihn aber nur die wenigsten Nutzer.

      Sennheiser PXC 550 II Lieferumfang

      Der Klinkenadapter von 3,5mm auf 6,3mm ist nicht mehr dabei.

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      Noch seriöseres Erscheinungsbild, wieder einwandfrei verarbeitet

      Der Sennheiser PXC-I hat ein relativ schlichtes und zurückhaltendes Design, das allerdings gut zum Business-Sektor passt. Beim Nachfolger nimmt Sennheiser nur ein paar unscheinbare Änderungen auf Detailebene vor. So sind die silbernen Metallelemente der ersten Generation jetzt in einem schicken Schwarz gehalten, was das Erscheinungsbild nochmal etwas unaufdringlicher macht. Der Schriftzug am Kopfbügel wurde ebenfalls an die zweite Generation angepasst.

      Sennheiser PXC 550 II Test

      Eine weitere minimale Änderung ist an der Taste zum Umschalten der Sound-Modi zu finden. Statt einer Note ist auf ihr nun eine Sprechblase abgebildet. Warum das so ist, kläre ich später. Zudem ist die jeweilige rechte und linke Seite jetzt auch direkt in der Ohrmuschel markiert.

      Die Verarbeitung befindet sich trotz des leichten Gewichts von 232g genauso wie beim Vorgänger auf einem sehr hohen Niveau. Nichts wackelt, knackt oder wirkt fragil. Der Kopfbügel bleibt mit dem jetzt auch schwarzen Metallscharnier stabil, aber trotzdem beweglich. Die Ohrmuscheln lassen sich nicht zu leichtgängig drehen und auch bei den gleichmäßigen Spaltmaßen gibt es wieder keinen Grund zur Klage.

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      Hoher Tragekomfort und fester Halt

      Da Sennheiser es bei der gleichen Bauform belässt, ist der Tragekomfort beider Generationen identisch. Der Anpressdruck ist angenehm und der Sitz trotzdem fest. Außerdem sind die Ohrmuscheln ausreichend groß. Gleiche Bauform bedeutet aber auch, dass die eiförmigen Ohrmuscheln bei etwas größeren Ohren nach dem Aufsetzen wieder etwas zurechtgerückt werden müssen, bis sie perfekt sitzen. Dank ausziehbarem und gepolstertem Kopfbügel, weicher Ohrpolsterung und beweglichen Ohrmuscheln bleibt der Tragekomfort insgesamt aber gut bis sehr gut.

      Sennheiser PXC 550 II Test

      Neue App, jetzt mit Sprachassistenten

      Für den Sennheiser PXC-I stand beim damaligen Test die App CapTune für die Einrichtung des Kopfhörers zur Verfügung. Besagte App ist mittlerweile nicht mehr vorhanden. Sie wurde von Sennheiser durch die App Smart Control ersetzt. Die App könnt ihr für die Ersteinrichtung sowie alle Einstellungen und auch den anpassbaren Equalizer inkl. Presets nutzen. Nennenswerte Unterschiede zwischen dem PXC-I und -II bestehen in der App nicht. Beide Kopfhörer verfügen über das Feature Smart Pause, bei dem die Wiedergabe unterbricht, wenn der Kopfhörer abgesetzt wird. Zusätzlich gibt es die Option für eine Anrufverbesserung.

      Sennheiser PXC 550 II Sprachassistenten

      Die Taste mit dem neuen Symbol hat aber schon verraten, dass die zweite Generation für die Nutzung von Sprachassistenten geeignet ist. In der App könnt ihr zum Beispiel Amazon Alexa aktivieren. Der Google Assistant funktionierte im Test ebenfalls absolut reibungslos. Das gilt übrigens auch für die Einrichtung. Einfach den Kopfhörer anschalten und schon verbindet er sich mit dem zuletzt genutzten Endgerät. Den Pairing-Modus könnt ihr zudem manuell aktivieren, indem die Preset/Sprachassistent-Taste mehrere Sekunden gedrückt wird. Sowohl die alte als auch die neue Version lassen sich mit zwei Geräten gleichzeitig verbinden.

      Nur mal so nebenbei: Die mittelmäßigen Bewertungen der App kann ich nicht nachvollziehen, denn bei mir funktionierte die Einrichtung und Steuerung bei allen Sennheiser-Kopfhörern bisher immer ohne Probleme. Der Equalizer in der App könnte allerdings etwas komplexer sein.

      Sennheiser PXC 550 II App

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      Zuverlässige Bedienung mit Wisch- und Tipp-Gesten

      Bei der Bedienung via Touch-Fläche auf der rechten Ohrmuschel hat sich nichts verändert, was aber kein Beinbruch ist. Beide Generationen punkten nämlich mit einer sehr zuverlässigen und einfach erlernbaren Steuerung. Pause, Titel vor oder zurück sowie die Lautstärke lassen sich problemlos mit Touch- und Wischgesten steuern.

      Bei den Tasten gibt es wie gesagt eine kleine Änderung. Die Taste, die bei der ersten Generation für den Wechsel der Audio-Presets zuständig war, aktiviert jetzt den Sprachassistenten. Audio-Presets lassen sich beim PXC 550-II somit nur noch in der App aktivieren. Die Tasten für das ANC und Bluetooth bleiben hingegen unberührt.

      Mehr Codecs und Gaming via aptX LL möglich

      Die größte Änderung kommt in diesem Kapitel zum Tragen. Der PXC 550-II kommt nämlich mit Bluetooth 5.0 statt Bluetooth 4.2 daher. Zugleich werden mit SBC, AAC, aptX und aptX LL deutlich mehr Audio-Codecs als noch bei der ersten Generation geboten. Die hat nämlich nur SBC und aptX unterstützt. Insbesondere Apple-Nutzer können sich beim Nachfolger also über einen besseren Klang via AAC freuen. Da ich keine Apple-Geräte nutze, kann ich das aber leider nicht testen.

      Sennheiser PXC 550 II aptX

      Mit aptX LL ist der Sennheiser PXC-II auch zum Zocken geeignet, denn die via SBC und aptX spürbare Tonverzögerung gibt es bei aptX LL nicht. Dafür benötigt ihr allerdings einen passenden Audio-Transmitter wie z.B. den Creative BT-W3 (Test), der aptX LL unterstützt. Mehr zum Thema Bluetooth-Codecs und Gaming erfahrt ihr in unserem Latenz-Vergleich.

      Souveräner Sound und effektives ANC

      Und wie steht es nun um den Sound? Der ist schon beim PXC 550-I via aptX ganz gut und ziemlich neutral abgestimmt. Tiefen und Mitten bildet die erste Generation präzise ab, Höhen sind hingegen leicht überspitzt. Die Bühne ist bedingt durch die geschlossene Bauform zwar nicht sehr breit, für die meisten Hörer dürfte das aber nicht so sehr ins Gewicht fallen.

      Sennheiser PXC 550 II Test

      Der Nachfolger ist auf dem gleichen Lautstärkepegel zunächst deutlich lauter, aber auch so wirkt das Klangbild präsenter und voller als bei der ersten Generation. Die etwas engere Bühne und betonten Höhen bleiben bestehen, was angesichts der identischen geschlossenen Bauweise nicht überrascht. Eine breitere Bühne bieten nur offene Kopfhörer, die Bauform besticht allerdings mit ANC und der möglichst guten Abschirmung gegen Außengeräusche.

      Insgesamt gefällt mir das Klangbild im Vergleich zum Vorgänger besser und ist für einen mobilen Business-ANC-Kopfhörer sehr gut. Wer möchte, kann es zudem mit den Presets aus der App anpassen und via Club oder Film bspw. die Tiefen spürbar anheben. Es besteht sogar die Möglichkeit, ein benutzerdefiniertes Preset als „Regisseur“ anzulegen. Sehr detailliert ist der Equalizer jedoch nicht.

      Sennheiser PXC 550 II Mikrofon

      Das ANC hat Sennheiser ebenfalls überarbeitet, allerdings war die Leistung der aktiven Geräuschunterdrückung schon beim PXC 550-I ziemlich gut. Beim Staubsaugen werden die hochfrequenten Töne gut ausgeblendet und bei einem simulierten Flugzeuggeräusch sind auch die Mitten und Tiefen deutlich leiser. Der Nachfolger legt noch mal eine kleine Schippe drauf, da er Tiefen noch etwas effizienter ausblendet. Das ist aber wirklich nur für sehr geübte Ohren wahrnehmbar. Die Smart Pause Funktion agiert bei beiden Kopfhörern übrigens nahtlos und zuverlässig.

      Sehr gute Sprachqualität, etwas lautere Stimmwiedergabe

      Und wie steht es um Telefonate? Die haben schon bei der ersten Generation ohne Komplikationen funktioniert. Der Gesprächspartner ist gut verständlich und auch man selbst wird problemlos verstanden, ohne zu blechern zu klingen. Selbst bei Hintergrundgeräuschen wie einem Staubsauger wird die eigene Stimme ordentlich separiert. Beim Nachfolger werden sowohl der Angerufene als auch man selbst lauter und dadurch noch mal besser abgebildet. Die generelle Sprachqualität bleibt aber auf einem ähnlichen Level und Hintergrundgeräusche werden gleich gut abgegrenzt. Um das besser nachvollziehen zu können, hört euch am besten die Aufnahmen an.

      Sennheiser PXC 550-I via Creative BT-W3 (BT 4.2)

      Sennheiser PXC 550-II via Creative BT-W3 (BT 5.0)

      EPOS ADAPT 660 via BTD 800 USB (BT 4.0)

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      Keine Veränderung bei Reichweite und Akkulaufzeit

      Obwohl mit Bluetooth 5.0 eine bessere Bluetooth-Version in den Kopfhörer eingezogen ist, gibt es bei der Reichweite keine spürbaren Unterschiede. Bei einer bestehenden Sichtlinie sind zwischen 10 und 15 Meter möglich. In meiner Wohnung war um die Ecke trotz zwei geöffneter Türen jedoch bei beiden Generationen nach 8 bis 10 Metern Schluss.

      Sennheiser PXC 550 II Laden

      Das Gleiche trifft auch auf die Akkulaufzeit zu, die sich abhängig von Lautstärke und aktiviertem ANC wieder bei ungefähr 20 bis 30 Stunden einpendelt. Da der PXC 550-II immer noch auf Micro-USB setzt, beträgt die Ladedauer wieder ca. 2 bis 3 Stunden. Ich hoffe, dass Sennheiser bei der dritten Version zu USB-C wechselt. Positiv bleibt hingegen, dass auch der PXC 550-II während des Ladevorgangs nutzbar ist.

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      Fazit: Sennheiser PXC 550-II

      Mit der zweiten Generation des PXC 550 verzichtet Sennheiser auf eine radikale Revolution, denn die seichten Änderungen stellen eher eine gezielte Weiterentwicklung dar. Damit macht Sennheiser angesichts der schon sehr guten ersten Generation nichts verkehrt. Das Design bleibt schlicht, die Verarbeitung sehr hoch und der Tragekomfort angenehm. Bei der übersichtlichen App und der einwandfreien Bedienung gibt es ebenfalls keine gravierenden Unterschiede. Der Sennheiser PXC 550-II unterstützt im Vergleich zum Vorgänger allerdings Sprachassistenten, die sich direkt mit dem Kopfhörer bedienen lassen. Das dürfte viele Nutzer freuen.

      Sennheiser PXC 550 II Test

      Die größte Verbesserung hat Sennheiser mit Bluetooth 5.0 und einer deutlich umfangreicheren Abdeckung von Audio-Codecs vorgenommen. Insbesondere Apple-Nutzer können sich über eine signifikant bessere Klangqualität via AAC freuen. Auch mit Android und aptX wirkt das Klangbild lauter, voller und bietet mehr Punch als bei der ersten Generation. Zudem ist latenzfreies Gaming nun via aptX LL möglich. Bei der Sprachqualität machen die ANC-Kopfhörer dank drei Mikrofonen ebenfalls einen kleinen Schritt nach vorne. Sowohl man selbst als auch der Anrufer sind klarer und deutlicher verständlich. Bei der schon sehr guten ANC-Leistung der Vorgänger liegt der Unterschied im Detail, denn der PXC 550-II filtert Tiefen noch einen Tick besser heraus.

      Kein großen Veränderungen gibt es trotz Bluetooth 5.0 bei der Reichweite, die mit ca. 10 Metern im Alltag allerdings komplett ausreichend ist. Smart Pause und die parallele Verbindung mit zwei Endgeräten bleiben genauso erhalten wie die gute Akkulaufzeit. Etwas schade finde ich jedoch, dass die ANC-Kopfhörer immer noch keinen USB-C-Anschluss bieten.

      Sennheiser PXC 550 II Test

      Unterm Strich sollten Apple-Nutzer damit unbedingt zur zweiten Generation greifen. Android-User profitieren am meisten von der neuen Sprachassistenten-Unterstützung, dem etwas souveräneren Klang und aptX LL. Das gilt aber nur, wenn ihr gelegentlich via Bluetooth-Dongle zocken wollt. Für aktuell ca. 180 Euro* macht ihr mit dem kabellosen Sennheiser PXC 550-II auf jeden Fall einen guten Deal.

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      *Stand: 11/2020

      Veröffentlicht von

      Die Leidenschaft fürs Zocken wurde bereits in den frühen 90ern mit Bubble Bobble am Sega Master System II geweckt. Spielt mittlerweile hauptsächlich am PC und hätte gerne viel mehr Zeit, um sich seinem ständig wachsenden Pile of Shame zu widmen.

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