SID2013: Ein paar Kleinigkeiten, die man im Umgang mit dem Internet berücksichtigen sollte

Sicherheit im Internet wird ja immer überbewertet. Meiner Meinung nach kochen dies die Medien auch extrem heiß und kaum passiert etwas, springen die großen Medienkonzerne auf den Zug auf und verteufeln generell das gesamte böse Internet. Dabei kann es auch ganz anders ablaufen, denn gesunder Menschenverstand schützt oftmals schon vor vielen Gefahren im Internet. Anlässlich des SID2013 will ich auf ein paar wichtige Themen eingehen, kann aber natürlich nicht alles bis ins Detail erklären.

Safer Internet Day NBB

  • Passwörter gehören zu den am meisten benutzten Worten im Web, denn ein einzelnes Passwort schützt oftmals mehrere Dienste wie E-Mail, Online-Banking und den Zugriff auf Facebook. Sollten Fremde auf den E-Mail Account bekommen, so ist es für sie ein leichtes, bei den meisten Account, bei denen man sich angemeldet hat, die Kennwörter zurück zu setzen und sich damit einzuloggen um zum Beispiel online Einkäufe unter falschen Namen zu tätigen. Um solchen Gefahren vorzubeugen gibt es mehrere Möglichkeiten, sich vor solcher Gefahr zu schützen, denn ein Kennwort ist nur so sicher, wie die Kreativität beim ausdenken des Passwortes war. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ist ein Kennwort zu knacken, welches ein Wort in einem der verfügbaren Wörterbücher ist, denn solche „Wörterbuch-Angriffe“ schaffen es beim Zugriff auf die Datenbank innerhalb weniger Sekunden alle Varianten auszuprobieren. Etwas sicherer sind dann schon Abwandlungen mit Groß-und Kleinschreibung, Zahlen und Sonderzeichen, wobei es sich so eher schwierig zu merken ist. Ein perfektes Passwort kann zum Beispiel „$gHbT3&hd.d“ sein, welches nach heutigen Möglichkeiten theoretisch 1918 Jahre bräuchte um geknackt zu werden. (Test-Tool HammerOfGod bei 500 Milliarden Versuchen pro Sekunde. NIEMALS das eigene Kennwort dort testen!) Ein sechsstelliges Kennwort nur mit Groß- und Kleinschreibung braucht hingegen gerade einmal 20 Sekunden. Natürlich sollte man pro Zugangskonto auch immer ein individuelles Kennwort nutzen. Wem das natürlich zu kompliziert ist, der denkt sich ein Masterkennwort aus und erweitert es mit einem Seitenwert, so wäre zum Beispiel der Satz „Ich kaufe seit 5 Jahren meine Notebooks bei notebooksbilliger.de“ ein Hinweis auf das eigene Kennwort, welches nun durch ein Sonderzeichen noch besser abgesichert wird und pro Webseite individuell erweitert wird. Beispiel für ein Passwort bei Facebook wäre dann zum Beispiel: „Iks5JmNbn?Fc“ Das ? grenzt als Sonderzeichen zur individuellen Endung ab, die hier aus dem ersten und dritten Buchstaben der Domain von Facebook genommen wird und bei Google dann zum Beispiel Go lauten würde. Auch eine sehr gute und vor allem sichere Maßnahme ist die Zwei-Wege-Authentifizierung, mittels der man ein neues einloggen durch ein zweites Medium oder per Code, der per SMS zugesendet wurde den Zugriff zustimmen muss. Ich nutze dieses zum Beispiel bei Google, PayPal, eBay und Facebook.
  • Freundschaften sind virtuell fast noch wichtiger als real, denn viele glauben, dass es wichtig ist, viele Freunde auf all den verschiedenen Plattformen zu haben. Spielt man zum Beispiel ein Online-Spiel, so finden sich schnell gleichgesinnte, die mit einem auf Facebook befreundet sein wollen. Gegen eine solche Freundschaft spricht im Grunde auch gar nichts, wichtig ist dann aber, dass man für solche Freunde sich eine eigene Liste anlegt und diese Freunde dann nicht alles sehen können, was die realen Freunde bei Facebook können. Dazu muss man dann die Datenschutzeinstellungen bei Facebook oder der jeweiligen Community individuell einrichten, so dass bestimmte Fotoalben oder Postings halt nur für die Liste „reale Freunde“ sichtbar sind, nicht jedoch für alle Freunde. Dazu kann man in den Privatsphäreneinstellungen bei Facebook auf Benutzerdefiniert schalten und die bestimmte Liste vor dem Zugriff hindern. Dieses Thema ist aber sehr komplex, deswegen verweise ich hier auf mecomedia, diese bietet eine praktische Anleitung für die Facebook-Privatsphäre an.
  • Kinder und Jugendliche sollten durch die Eltern aufgeklärt werden, dabei muss man sachlich bleiben und das Netz an sich nicht verteufeln, denn auch wenn man im Web viele fragwürdige Inhalte findet sollten meiner Meinung nach die Kinder daran gewöhnt werden man ihnen bewusst machen, dass solche Inhalte gemieden werden sollten. Auch Chat, Messenger und Facebook sollte erklärt werden und vor allem die Kinder darüber aufgeklärt werden, dass man im Internet keine persönlichen Daten an Fremde preisgibt, denn meistens geben Eltern ihren Kindern mit auf den Weg nicht in fremde Autos einzusteigen, aber das Internet wird nicht erwähnt. Weitere Informationen findet ihr dazu u.a. bei Jugendschutz.net
  • Soziales Teilen ist toll. Also ich mag es zumindest, bin mir aber bewusst, was ich wann und wie teile und ob ich es teilen sollte, weil es vielleicht andere stören könnte, die dort mit bei sind. So kontrolliere ich bewusst die Inhalte die ich teile und achte darauf, dass Familienfoto unterm Weihnachtsbaum auch nur für die Familie zugänglich sind. Auch sollte man sein Leben nicht komplett gläsern gestalten, da der zukünftige Arbeitgeber ebenfalls die Suchmaschinen nutzt und öffentliche Inhalte, auch wenn er es offiziell nicht darf, garantiert in die Entscheidung einfließen lässt. Das Social Web lebt gerade von den Teilnehmern.  Es wäre schade, wenn solche diese wie Instagram, EyeEm oder Twitter nicht mehr genutzt werden, weil die Leute nicht teilen. Ihr sollt teilen, nur euch sicher sein, dass die Inhalte unbedenklich sind.
  • Spam und Scam als solches zu erkennen ist eigentlich recht einfach, wenn man nur kurz den Kopf einschaltet und etwas nachdenkt. Klingt hart? Ist aber wahr, denn welches normale Unternehmen würde per Facebook ein 50 € Gutschein für einen Like und dem Teilen einer Seite zahlen? Das ist ein eher offensichtliches Beispiel, denn kein Unternehmen würde millionenfach sich solche Gutscheine leisten können. (Beispiele findet ihr auf mimikama.at)Auch beliebt sind E-Mails, in denen eine fiktive Rechnung angemahnt wurde und die Kunden damit verunsichert werden. Ebenso wird dem Kunden gedroht, dass das böse Inkasso das ganze Geld eintreiben wird. So wurden in letzter Zeit fiktive Mahnungen in unserem Namen versendet die völlig aus der Luft gegriffen sind. Diese E-Mails wurden großteils aus anderen E-Mail Accounts aus versendet, so dass dort private Namen und E-Mail-Adressen hinterlegt waren. Ebenso existierte eine Zip-Datei mit der angeblichen Rechnung, die sich aber als Virus herausstellte. Ziel solcher Aktion sind infizierte Rechner, Kennwörter und natürlich Abzocke in Form der 0900-Hotline, die Kunden eventuell angerufen hatten. Lest genau, niemand wird euch einfach eine Mahnung schicken, wenn ihr nichts bestellt habt. Fragt notfalls sachlich beim vermeintlichen Auftraggeber nach oder ignoriert solch Schreiben, wenn ihr euch absolut sicher seid, dort nichts gekauft zu haben. Ein Inkasso selbst kann euch nichts anhaben, ihr solltet nur spätestens beim gerichtlichen Mahnbescheid reagieren, jedoch machen Betrüger davon keinen Gebrauch, weil das Risiko viel zu groß ist mit dem Betrug aufzufliegen.
    spam_nbb_mail
    Fake-Spam-Email die angeblich von notebooksbilliger kommen soll.

    Es gibt aber auch E-Mails von anderen Firmen zum Beispiel, in denen die Kreditkartendaten, PayPal Zugangsdaten oder Pin-Codes abgefragt werden. Ignoriert diese, niemand wird euch jemals nach solchen Daten zur Kontrolle fragen und auch Links in E-Mails sollte man nur anklicken, wenn man absolut sicher ist, dass dieser echt ist. Haltet zum Beispiel den Mauszeiger über den Link und seht in der Statusleiste des Programms den Link angezeigt, meistens stehen dort merkwürdige Linkgebilde, die den Eindruck vermitteln sollen, dass es echt ist. Das kann dann zum Beispiel so aussehen: „http://paypal-check.de.in.ru/validate-bla/“ Auf den ersten Blick liest man nur Paypal und check und de, genauer betrachtet endet die Domain irgendwo in Russland, seriös ist dies nicht. Kontrolliert Inhalte, seid skeptisch, seriöse Unternehmen arbeitet auch mit euch Seriös und fragen nicht nach geheimen Daten.

  • Achtet auf Aktualität, euer Rechner wird es euch danken, denn mit veralteter Software ist man unsicher unterwegs, da Hacker und Firmen sich immer ein Kopf an Kopf Rennen mit Sicherheitslücken und Updates liefern. Nutzt einen aktuellen Virenscanner um zumindest gegen bekannte Viren geschützt zu sein und achtet auf Inhalte, die ihr ansurft.

Wenn ihr euren Wohnungsschlüssel unter der Fußmatte liegen lasst und das Auto immer offen an der Hauptstraße steht, die Nachbarn regelmäßig eure Post lesen dürfen, weil ihr diese im Hausflur aushängt, dann müsst ihr euch keine Gedanken machen, im Internet lauern keine Gefahren. (Achtung, Ironie!) Wenn ihr nur ein wenig im Internet das befolgt, was für euch in der Offline-Welt normal ist, dann kann auch im Internet nichts passieren. Dann  Das Web ist keine Mülltonne für privaten Abfall, den ihr nicht einfach so dem Fremden an der Supermarkt-Kasse erzählen würdet sondern es ist ein bunter Haufen, der Ernstes und Spaßiges vermischt. Internet ist nicht böse, so wie es die Medien gerne verkaufen wollen 🙂

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Netzwelt abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse einen Kommentar

1 Kommentar auf "SID2013: Ein paar Kleinigkeiten, die man im Umgang mit dem Internet berücksichtigen sollte"

Benachrichtige mich zu:
avatar
trackback

[…] SSD vs HDD Geschwindigkeitsvergleich bei leistungsschwächeren Notebooks + Tester gesucht SID2013: Ein paar Kleinigkeiten, die man im Umgang mit dem Internet berücksichtigen sollte […]

wpDiscuz