So genießt man 3D Fernsehen ohne Nebenwirkungen

Philips_SmartTV9000series_lifestyle3_v2

Ob im Kino, auf Blu-ray oder auf der Spielekonsole: Filme, Videos und Spiele, die eine Illusion von räumlicher Tiefe vermitteln, sind weit verbreitet. Aber nicht alle Zuschauer und Nutzer vertragen das dreidimensionale Spektakel gleich gut. Mancher reagiert auf die 3D-Vortäuschung mit Schwindel, Kopfschmerz oder Übelkeit. Wir verraten, was man gegen eine 3D-Aversion unternehmen kann und wer sich mit 2D-Darstellungen begnügen muss.

Die Illusion der Tiefe: So funktioniert 3D

Das räumliche Sehen ist eine Fertigkeit, die wir während der frühen Kindheit erlernen. Unsere optische Wahrnehmung der Realität nutzt viele Schlüsselreize, um festzustellen, wie nah oder entfernt ein Objekt ist. Einige dieser Reize für räumliches Sehen lassen sich auf einer zweidimensionalen Projektionsfläche simulieren, um einen künstlichen 3D-Effekt zu erzeugen. Am bedeutendsten ist dabei die Illusion der Parallaxe, der leicht unterschiedlichen Betrachtungswinkel der Augen. Wird für jedes Auge ein eigenes Bild angezeigt, komponiert unsere Seherfahrung daraus ein Bild mit Tiefenwirkung, ein 3D-Bild. Bis auf wenige Ausnahmen gelingt das derzeit nur mit Systemen, bei denen der Betrachter eine 3D-Brille trägt. Auch wenn der letzte 3D-Hype wieder etwas abgeflaut ist, sieht die Unterhaltungsindustrie 3D-Medien als künftige Alltagstechnologie, die nicht ungewöhnlicher als Farbfernsehen sein wird.

3D-Effekte im Kino, Fernsehen und auf Monitoren

Am häufigsten begegnen uns 3D-Inhalte bislang bei den folgenden beliebten Freizeitbeschäftigungen.

3D-Filme im Kino: 3D-Vorstellungen beherrschen die Kinosäle zur Primetime. Gerade teure Blockbuster und Familienfilme werden mehrheitlich oder sogar ausschließlich in 3D aufgeführt. Nicht nur, weil so das Spektakel größer wird, sondern weil Verleih und Kino von höheren Ticketpreisen profitieren. Das Tragen einer leichten Polarisationsbrille ist Pflicht, um in den Genuss des Effekts zu kommen.

3D-Filme auf Fernseher und Beamer: Mittels eines 3D-fähigen Blu-ray-Players im Zusammenspiel mit einem 3D-Fernseher oder 3D-Beamer können 3D-Blu-rays zuhause auf dem Sofa angeschaut werden. Brille muss sein: Das 3D-TV funktioniert entweder mit komfortablen Polarisationsbrillen oder mit Active-Shutter-Brillen, die etwas schwerer sind, aber dafür ein schärferes 3D-Bild liefern.

3D-Games auf PC und Konsole: Für Playstation und Xbox sind diverse 3D-Spiele erhältlich. Auf dem PC erlauben aktuelle Grafikkarten, 3D-fähige Monitore und Shutter-Brillen 3D-Gaming. Eine Besonderheit bietet die Handheld-Konsole Nintendo 3DS: Auf ihrem kleinen Display kann ein einzelner Spieler 3D-Spiele ganz ohne Brille erleben (wir haben ausführlich getestet).

Nintendo New 3DS: 3D ganz ohne Brille

Nintendo New 3DS: 3D ganz ohne Brille

 

Kurzfristige Nebenwirkungen: Welche Probleme können erwachsene 3D-Zuschauer haben?

Eine Unverträglichkeit von 3D-Darstellungen kann mehrere Gründe haben. Sie kann durch den Konflikt zwischen tatsächlicher Entfernung zum Bildschirm und Fokussierung des Auges auf den 3D-Inhalt entstehen, durch die Illusion von Bewegung bei gleichzeitigem Stillsitzen und durch mangelnde Qualität der angezeigten Stereobilder. Unsere Wahrnehmung leistet dabei Extraarbeit, um die Eindrücke zu einem stimmigen Ganzen zu fügen. Mögliche Effekte sind Schwindel, Kopfschmerzen, Augenschmerzen, Wahrnehmungsstörungen, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, Übelkeit. Setzt man sich den 3D-Inhalten nicht mehr aus, verschwinden die Probleme in der Regel schnell. Genau wie das natürliche räumliche Sehen kann das Sehen der 3D-Illusion erlernt werden und damit die Verträglichkeit von 3D-Medien: Der Wahrnehmungsapparat gewöhnt sich an die Darstellung und interpretiert sie mit fortschreitender Übung müheloser. Das gelingt einigen besser als anderen.

Gibt es bei Erwachsenen langfristige Schäden durch 3D-Konsum?

Es existieren keine seriösen Hinweise auf langfristige Beeinträchtigungen durch 3D-Inhalte. Vereinzelte Behauptungen, durch 3D-Konsum könne man kurzzeitig oder dauerhaft die Wahrnehmung des natürlichen räumlichen Sehens verlernen, sind Belege schuldig geblieben.

Warum sehe ich keinen 3D-Effekt, andere aber schon?

Um die 3D-Illusion bestmöglich wahrnehmen zu können, muss das räumliche Sehen vollumfänglich ausgeprägt sein. Durch eine unterschiedliche Fehlsichtigkeit der beiden Augen und Schielerkrankungen kann die Stereoskopie eingeschränkt oder nicht vorhanden sein. Man schätzt, dass bis zu 15 Prozent der Zuschauer für 3D-Darstellungen nicht empfänglich sind.

Wie nähere ich mich 3D-Medien am besten an?

Ob man Spaß an 3D hat oder es nicht verträgt, ist ganz individuell. Es kann sein, dass 3D-Effekte auf Anhieb funktionieren. Ebenso kann es sein, dass man das 3D-Sehen erst erlernen muss oder dass man zu den 15 Prozent der Menschen gehört, die 3D-Darstellungen nicht wahrnehmen. Bevor man teure 3D-Hardware anschafft, empfehlen wir ein kontrolliertes Herantasten.

  • Zum 3D-Film ins Kino. Die große Entfernung zur Leinwand, eine mittige Sitzposition im Saal und die fehlende Ablenkung sind gute Voraussetzungen für eine hohe Verträglichkeit von 3D-Inhalten.
  • Testen im Laden und bei Freunden. Wenn es im Bekanntenkreis oder beim Elektronikhändler 3D-Beamer, 3D-Fernseher oder 3D–Monitore gibt, kann man hier mal für einige Minuten ausprobieren, ob einem 3D für den Heimgebrauch zusagt.
  • Hochwertige 3D-Inhalte auswählen. Nachträglich von 2D zu 3D konvertierte Filme bieten einen schlechteren und meist weniger verträglichen 3D-Effekt. Besser ist es, zu Medien zu greifen, die nativ für 3D-Darstellung hergestellt wurden.
  • Stellt sich Unwohlsein beim 3D-Konsum ein? Sehprobleme lassen sich verringern, wenn man die Betrachtungsposition verändert und den Abstand zum Bildschirm oder der Leinwand vergrößert. Die schonende Gewöhnung an das 3D-Sehen fördert man durch zwischenzeitliches Schließen der Augen und Konzentration auf ruhige Bildausschnitte. Wenn nichts hilft: Rausgehen oder Pause machen. Und bei Bedarf später wieder probieren.

 

Bilder: Philips, Notebooksbilliger.de

 

Das könnte dich auch interessieren:

avatar

Über Anton Weste

Ich bin Redakteur, Autor und Game Designer und habe an Fantasy-Rollenspielen wie "Das Schwarze Auge: Drakensang" mitgewirkt. Wenn ich nicht gerade tippe, philosophiere ich über Hollywood-Filme, zocke am PC oder ertüchtige mich beim Hockey, Fußball und Wandern.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, TV abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.