Solides Einsteiger-Smartphone: Nokia 2.4 im Test
  • Display
  • CPU
  • RAM/Speicher
  • 6,5'' HD+
  • MediaTek Helio P22
  • 2/32 GB oder 3/64 GB

Solides Einsteiger-Smartphone: Nokia 2.4 im Test

Das Nokia 2.4 ist ein günstiges Smartphone, das mit einer langen Akku-Laufzeit, einer guten Kamera und vielen und regelmäßigen Updates punkten soll. Ob das klappt, haben wir ausprobiert.

Das gefällt uns

  • großer Akku
  • sehr gute Verarbeitung
  • ordentliche Kamera

Das gefällt uns nicht

  • lange Ladezeiten

Es ist nicht das erste Einsteiger-Smartphone, das seinen Weg in unsere Redaktion gefunden hat. Bei den bisherigen war es allerdings so, dass sie es äußerst schwer hatten, sich auf dem Markt durchzusetzen.

Die genauen technischen Daten des Nokia 2.4 findet ihr in der ausklappbaren Tabelle.

Technische Daten Nokia 2.4
Software Android 10 (Android One)
Prozessor MediaTek Helio P22
Arbeitsspeicher 2/3 GB
Speicher 32/64 GB
per microSD-Karte um bis zu 512 GB erweiterbar
Display 6,5“ IPS LCD mit HD+-Auflösung (1600x720px)
Kamera Hauptkamera
13 MP + 2 MP Tiefensensor
Frontkamera
5 MP
Video
max. Full HD/30fps
Akku 4.500 mAh
Besonderheiten 802.11 b/g/n, Bluetooth 5, NFC, microUSB, 3,5mm Klinkenanschluss, Button für Google Assistant
SIM-Karte Dual SIM: Nano-SIM + Nano-SIM oder MicroSD (Hybrid)
Abmessungen, Gewicht und Farben 165,85 x 76,30 x 8,69 mm
195 g
Dusk, Charcoal, Fjord
Preis ab 120 €*

Design und Lieferumfang

In der Verpackung findet ihr nur das Nötigste. Neben dem Nokia 2.4 ist noch ein Ladegerät samt Kabel, der SIM-Piekser und die übliche Literatur enthalten. Auf Kopfhörer müsst ihr verzichten. Das ist aber zum einem in dieser Preisklasse nicht anders zu erwarten und zum anderen kein Verlust. Beigelegte Kopfhörer sind in den meisten Fällen nichts weiter als eine Verschwendung von Ressourcen.

Das Design ist typisch für Nokia. Auf der Front gibt es das typische Nokia-Kinn mit einem kleinen Schriftzug. Die seitlichen Ränder sind angenehm schmal, der obere Rand ist allerdings minimal breiter und enthält die Tropfen-Notch mit der Frontkamera.

Auf der rechten Seite gibt es die Lautstärkewippe und den Powerbutton. Auf der linken Seite sitzt der Google Assistant Button. Falls euch die Taste stört, könnt ihr sie in den Einstellungen deaktivieren. Anders belegen lässt sie sich leider nicht. Darüber sitzt das Fach für die SIM-Karte. Dort könnt ihr zwei Nano-SIM und eine microSD-Karte einsetzen. Diese Möglichkeit wird immer seltener. Finde ich gut, das Nokia sie hier anbietet. Auf der Oberseite findet ihr den 3,5mm-Klinkenanschluss für eure Kopfhörer, an der Unterseite den Speaker und den Micro-USB-Anschluss zum Laden.

Auf der Rückseite hat Nokia beim 2.4 mittig drei Elemente angeordnet. Zum einen die Dual-Kamera, darunter den Fingerprintreader und genau mittig ein Nokia-Logo. Die Rückseite ist aus Kunststoff gefertigt und hat eine spür- aber nicht sichtbare Struktur. Die Kamera steht im Gegensatz zu vielen Highend-Smartphones nur minimal aus dem Gehäuse heraus. Das sorgt dafür, dass das Nokia 2.4 sehr stabil auf dem Tisch liegt und bei Eingaben nicht wie wild herumwackelt. Der Fingerprintreader verrichtet seinen Dienst ohne Probleme, Fehleingaben kommen nur selten vor.

Das Design ist also keine Neuerfindung des Rades. Aber auch das ist beim aufgerufenen Preis nicht weiter erstaunlich und geht vollkommen in Ordnung. Allerdings fände ich es schön, wenn Nokia sich von seinem breiten Rand am unteren Ende verabschieden würde.

An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen. Alle Kanten sind glatt und es gibt keine störenden Grate. So muss das sein.
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Nokia 2.4 bei uns im Shop

Großes Display mit guten Farben

6,5“ misst das LCD, das Nokia seinem 2.4-Modell mit auf den Weg gibt. Damit fügt es sich in den Trend zu großen Smartphone-Displays ein. Wenn ihr kleine Finger habt, werdet ihr es nur mit Mühe mit einer Hand bedienen können.

Das Display gewinnt bei der Helligkeit keine Preise, das ist in dieser Preisklasse aber auch nicht weiter tragisch. Sie reicht aber im Alltag aus, um problemlos alle Inhalte zu erkennen. Bei direkter Sonneneinstrahlung werdet ihr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit jedoch Schwierigkeiten mit dem Ablesen der Inhalte bekommen.

Die Farbwiedergabe ist für ein Smartphone in dieser Preisklasse vollkommen in Ordnung. Die Farben sind lebendig und wirken auch nicht übersättigt. Das Display reagiert zudem präzise auf eure Eingaben und reflektiert Lichtquellen erfreulicherweise nur wenig. Bei den seitlichen Blickwinkeln müsst ihr allerdings mit Farbverfälschungen und Abdunkelungen leben. Aber das ist ein Problem, mit dem auch andere Smartphones mit LC-Display zu kämpfen haben.

Im Alltag überzeugt das Display und ich hatte während des Testzeitraums keinerlei Grund zur Klage.

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Solide Performance und ein starker Akku

Highend-Leistung werdet ihr hier nicht bekommen. Das sollte jedem klar sein. Ihr bekommt aber eine für den Alltag und die vorgesehenen Aufgaben vollkommen ausreichende Leistung.

Das bedeutet im Klartext, dass Surfen, YouTube- und Netflix-Sessions sowie WhatsApp problemlos laufen, ohne dass ihr mit Verzögerungen rechnen müsst. Bei der Videobearbeitung kommt ihr hingegen auch bei einfachem Schnitten von Sequenzen schnell an einen Punkt, an dem es keinen Spaß mehr macht. Hier merkt man deutlich, dass das nicht die primäre Aufgabe des Nokia 2.4 ist.

Ein Beispiel, damit ihr euch etwas besser vorstellen könnt, was ich meine: Ich habe ein knapp zehnsekündiges Video in Youcut bearbeitet. Das Einfügen eines Effektes ging etwas ruckelig, lief aber noch im Rahmen. Beim Rendern zeigten sich dann die Schwächen, denn es dauerte knapp zwei Minuten. Da merkt man dann eindeutig die Limitierung der Hardware. Oder anders formuliert: Konsum ist kein Problem, kreatives Arbeiten solltet ihr aber auf diesem Smartphone lassen.

Der Speicher ist mit 32 GB für heutige Verhältnisse extrem knapp bemessen. Es wäre also schön, wenn Nokia auf 64 GB minimale Größe setzen würde. Der Speicher lässt sich aber mit einer microSD-Karte um bis zu 512 GB erweitern. Die Karten kosten nicht die Welt, so dass ihr dieses Manko schnell beheben könnt.

Beim RAM könnt ihr leider nichts machen. Er reicht für den Alltag aus, bei anspruchsvolleren Tasks kommt ihr aber bei dem Nokia 2.4 schnell an die Grenzen. Besonders bei Spielen macht es sich bemerkbar. Mit minimalen Details lassen sich noch brauchbare fps-Raten erzielen, für wirklich unterhaltsames Gaming solltet ihr aber zu einem anderen Smartphone greifen.

Der verbaute MediaTek-Prozessor hat einen großen Vorteil. Er verbraucht nur wenig Strom. Zusammen mit dem großen 4500-mAh-Akku kommt ihr mehr als locker über den Tag. Auch zwei Tage waren bei einer normalen Nutzung problemlos drin. Das Nokia 2.4 wird über Micro-USB geladen. Das bedeutet, dass ihr auf Schnellladen verzichten müsst. Da die meisten von uns ihre Smartphones aber ohnehin über Nacht laden, fällt das bei diesem Smartphone nicht ins Gewicht.
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Standard Kamera-Setup

Die Kameras in Einsteiger-Smartphones haben in den vergangenen Jahren einen deutlichen Sprung gemacht. Waren sie früher mehr oder weniger Deko-Gegenstände, sind sie jetzt in den meisten Fällen durchaus brauchbar. So auch beim Nokia 2.4.

Im Gegensatz zur Oberklasse und mittlerweile auch einigen Mittelklasse-Geräten müsst ihr euch hier mit eine Dual-Kamera begnügen. Der Hauptsensor löst mit 13 MP auf und es steht ihm noch eine 2-MP-Linse für Tiefeninformationen zur Verfügung. Erfreulicherweise verzichtet HMD Global darauf, dem Nokia 2.4 eine mickrige Makrolinse mit wenigen MP Auflösung mitzugeben.

Die Kamera macht in den meisten Fällen ordentliche bis gute Bilder. Die Lichtstimmung wird gut eingefangen und die Farben korrekt dargestellt. Wie immer gibt es ein paar Beispielbilder, die allesamt nicht bearbeitet wurden.

Beim Fotografieren müsst ihr allerdings mit ein paar Einschränkungen leben. Zum einen ist der Autofokus nicht der allerschnellste, zum anderen hat die Kamera bei wenig Licht ganz eindeutig Schwächen. Wenn ihr bspw. den Nachtmodus nutzen wollt, solltet ihr ein kleines Stativ mitnehmen, weil die Fotos ansonsten sehr schnell verwackeln.

Es gibt beim Nokia 2.4 noch einen Portrait-Modus, der ganz ordentliche Ergebnisse abliefert. Es werden nicht alle Kanten perfekt getroffen, aber damit war auch nicht zu rechnen. Aber insgesamt stellt der Modus Personen gut frei und gibt den Portraits ein schönes Bokeh.
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Vernünftiger Sound für einen Monospeaker

Ein Klangwunder ist das Nokia 2.4 nicht. Ihr bekommt hier solide Hausmannskost. Vorab sei gesagt, dass das Nokia 2.4 von der Lautstärke nicht dafür ausgelegt ist, als Speaker für Musik zu dienen. Schließt es dafür lieber an Boxen an. Bei Spielen und Telefonaten ist die Lautstärke aber ausreichend.

Bei Musik bekommt ihr bei halber Lautstärke einen guten Klang. Tiefen gibt es kaum bis gar nicht. Aber das geht vielen Smartphones so. Die Mitten dominieren und die Höhen sind zwar sehr präsent, haben aber kein Übergewicht im Klang. Das ist sehr angenehm.

Bei voller Lautstärke bekommt ihr einiges mehr an Dezibel. Allerdings geht das zu Lasten des Klangs. Die Mitten verlieren an Präsenz und die Höhen neigen dazu, schrill zu klingen. Vermeidet nach Möglichkeit volle Lautstärke.

Ihr solltet tunlichst darauf achten, dass ihr den Speaker nicht mit den Fingern verdeckt. Abgesehen vom drastischen Lautstärkeabfall bekommt ihr nämlich auch nur noch dumpfen Klangbrei.

Das Nokia 2.4 verhält sich beim Sound so, wie es zu erwarten ist. Keine Offenbarung, aber für gelegentliches YouTube oder Videoanrufe langt es.
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Fazit: Nokia 2.4

Das Nokia 2.4 ist ein unaufgeregtes Einsteiger-Smartphone für User, die in erster Linie konsumieren wollen. Ihr bekommt hier eine einwandfreie Verarbeitung, genug Leistung für den Alltag und eine Kamera, die ihren Job vernünftig macht. Dazu gibt es lange Updates – etwas, was gerade in der Einstiegs-Klasse noch nicht selbstverständlich ist. Bei dem aufgerufenen Preis von 120-130 Euro ist das ein ansprechendes Gesamtpaket.

Allerdings habe ich auch hier meine Zweifel, ob es sich auf dem Markt durchsetzen wird. Im Preissegment bis 200 Euro ist die Konkurrenz mit Xiaomi und Samsung einfach ziemlich stark.

Nokia 2.4 bei uns im Shop

*Stand: November 2020

Veröffentlicht von

Hat seine ersten Gehversuche auf dem Amiga 500 und aus Guybrush Threepwood einen mächtigen Piraten gemacht. Mittlerweile ein Fan von richtig guter Smartphone-Fotografie und demensprechend viel auf Instagram unterwegs.

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