SSD Kaufberater – Welche SSD für welchen Zweck?

SSDs sind mittlerweile fast schon Standard, wer einmal ein System mit SSD genutzt hat, will nie wieder ohne sein. In letzter Zeit hat sich aber einiges getan, die Bauformen ändern sich und es gibt mittlerweile auch viele verschiedene Ansätze, um die SSD an den geplanten Einsatzzweck anzupassen. Wie ihr die richtige SSD für euer Notebook oder euren PC findet, fasse ich für euch zusammen.

Welche Bauform ist die Richtige?

Eine pauschale Antwort gibt es hier nicht, denn das hängt immer vom eingesetzten System ab. Hier hilft oft schon ein Blick ins Datenblatt oder im Zweifel ein Blick in das Gerät.

Neuere Notebooks und mittlerweile auch PCs setzen häufig auf mindestens einen M.2 Slot, der die Anbindung extrem schneller SSDs ermöglicht. Ältere und sehr günstige Systeme bieten dagegen meist nur 2,5“ bzw. bei PCs 3,5“ Slots.

Setzt euer Notebook oder PC auf einen M.2 Slot, ist es noch wichtig zu klären, welche Bauform ihr genau benötigt. Eine komplette Anleitung zum Thema M.2 Slot und passende SSDs findet ihr hier.

Wer in seinem System beides vorfindet, sollte am besten zu einer M.2 SSD greifen. Die gibt es – mit SATA Anbindung – auch schon recht günstig. Die Vorteile liegen auf der Hand: Sie sparen Platz und man benötigt keine extra Verkabelung, was bei PC-Systemen in kleinen Gehäusen von Vorteil ist. In High-End-Systemen sind die vermiedenen Kabel gut für die Luftzirkulation im Gehäuse. In Notebooks ergibt sich dadurch oft auch die Möglichkeit, neben der SSD eine HDD für größere Datenmengen zu verwenden.

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Wie ein altes System aufrüsten?

Auch ältere Systeme profitieren stark von einer SSD. Sofern der PC oder das Notebook über SATA Anschlüsse verfügen, kann eine aktuelle SSD das System beschleunigen. Ich konnte so bereits 7 Jahre alte Systeme mit Pentium Dual-Core fit machen für die weitere Verwendung als einfachen Surf-PC.

Welche Vorteile eine SSD selbst bei nicht so aktuellen Systemen hat, könnt ihr hier im Video sehen:

Eine Anleitung für den Umbau findet ihr hier. Beschrieben ist hier der Vorgang in einem Notebook, die Vorgehensweise in einem PC unterscheidet sich hier aber nicht groß. Allerdings hat man den Vorteil, dass in den meisten Fällen HDD und SSD einfach parallel angesteckt werden können, was den Umzug beschleunigt – gerade wenn man ein älteres Gerät umrüstet, das keinen USB 3.0 Anschluss hat.

Fortgeschrittene Nutzer können selbst in älteren PCs eine PCI-Express SSD nachrüsten, dabei ist allerdings einiges zu beachten. So funktioniert dies nur mittels Adapter-Karte und einer Samsung 950 PRO oder einer Samsung SM951 (OEM) SSD, da diese über das benötigte Option-ROM Verfügen. Die Samsung 960 PRO und EVO unterstützen das Option ROM nicht mehr!

PCI-Express vs. SATA – wo ist der Unterschied?

Alle Unterschiede zu erklären würde den Rahmen sprengen. Einige Punkte findet ihr ausführlich im bereits verlinkten Artikel zu den M.2 SSDs erklärt.

Die wichtigsten Punkte sind die Flexibilität, Geschwindigkeitsunterschiede und natürlich der Preis.

Wie schon erwähnt können PCI-Express SSDs weit höhere Geschwindigkeiten erreichen, als normale SATA SSDs. Das liegt nicht nur an der flexibleren Anbindung, sondern auch an einem neuen Übertragungsprotokoll. Das NVMe Protokoll ist deutlich leistungsfähiger als das bisherige AHCI Protokoll und kann daher effizienter mit hohen Datenraten umgehen. Im Professionellen Umfeld sind daher sogar noch höhere Datenraten möglich, wenn die SSDs über mehr PCIe Lanes angebunden werden. Für den Privatanwender sind diese Lösungen zwar theoretisch auch anwendbar, aber schlicht zu teuer und obendrein unnötig.

Die Flexibilität ist ein weiterer Vorteil der PCIe SSDs. Durch die deutlich geschrumpfte Bauform können sie in weit mehr Geräten verwendet werden, als eine Standard 2,5″ SATA SSD. So sind mittlerweile externe SSDs möglich, die kaum größer als eine Streichholzschachtel sind – bei deutlich höherer Geschwindigkeit als ein USB-Stick. Auch modulare PCs können damit immer kleiner werden, wie die Intel NUC Kits verdeutlichen.

Ein Nachteil von PCIe SSDs ist allerdings der höhere Anschaffungspreis. Zwar nähern sich die Preise immer mehr an, doch entsprechende Mainboards oder Notebooks sind ebenfalls teurer als solche ohne M.2 Slot. Hier dürfte die Differenz in absehbarer Zeit aber verschwinden, da M.2 immer alltäglicher und damit erschwinglicher wird.

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Intel Optane – war da nicht noch was?

optane

Richtig, Intel hat kürzlich die Optane getauften 3D Xpoint Cache-SSDs vorgestellt. Diese sollen vor allem zum Aufrüsten von „älteren“ Systemen genutzt werden, die nur mit einer HDD daherkommen. Älter in Anführungszeichen, da Intel Optane mindestens eine aktuelle Kaby Lake Basis voraussetzt.

Sind alle nötigen technischen Gegebenheiten erfüllt, können die Optane Cache Module aber durchaus zur Beschleunigung beitragen. Die Intel Technologie ist noch einmal bedeutend schneller als aktuelle NVMe SSDs, insbesondere die Latenz fällt extrem gering aus, was für wesentlich schnellere Zugriffe sorgt.

Der Haken ist allerdings, dass die Optane Module derzeit nur schlecht erhältlich sind und auch nur als Cache genutzt werden können. Zwar könnte man Windows 10 darauf installieren, durch die begrenzte Kapazität ist das aber nur wenig hilfreich. Auch der Preis spricht nicht unbedingt dafür: Ein 32GB Cache Modul liegt derzeit bei knapp 83 Euro. Dafür gibt es auch schon eine 240GB SSD. Die derzeit noch eher geringe Kompatibilität hilft zudem insbesondere den Aufrüstern nur bedingt. Wer ein kompatibles System einsetzt, hat höchstwahrscheinlich auch bereits eine SSD verbaut.

Einen ersten kurzen Praxisbericht zu Intels Optane Modulen findet ihr hier.

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„SSDs gehen viel schneller kaputt!“

Den Satz haben die meisten von euch sicher auch schon mal gehört. In den Anfangszeiten der SSD waren diese noch durch Ausfälle und kurze Lebenszyklen gekennzeichnet. Ein Problem, das mittlerweile keines mehr ist.

Die „garantierte Lebensdauer“ einer SSD geben die Hersteller in der Regel in TBW an – Terabytes Written. Dieser Wert gibt an, wie viele Daten auf die SSD garantiert geschrieben werden können, bevor die Speicherzellen nachgeben. Die Werte liegen mittlerweile im Schnitt bei 70-80TBW, auch abhängig von der Gesamtkapazität. Gelesen werden kann der Speicher hingegen ohne Begrenzung.

Die Kollegen bei der C’t haben hierzu einen spannenden Langzeittest veröffentlicht. Die Eckdaten: 250GB SSDs mit durchschnittlich 70-80TBW, eine tägliche Schreibleistung von großzügigen 40GB – ein normaler Arbeitsplatz-PC liegt im Schnitt zwischen 8 und 35GB – und ein Test, in dem permanent Daten auf die SSDs geschrieben werden.

Das Ergebnis war ziemlich überraschend: Der Spitzenreiter, eine Samsung 950 PRO SSD, schaffte 9,1 Petabyte, bevor sie ausfiel. Das sind 9100 Terabyte oder auch 9100000 Gigabyte. Rechnet man dies auf den großzügigen „Bedarf“ von 40GB Pro Arbeitstag um, entspräche dies einer Lebensdauer von über 600 Jahren. Auch alle anderen Modelle hielten weit länger durch, als vom Hersteller angegeben.

Wer allerdings sehr hohen Wert auf Datenintegrität bei gleichzeitig hoher Lebensdauer und hoher Belastung legt, kann noch zu diversen Tricks greifen, die manch eine SSD bietet. Kingston beispielsweise bietet bei einigen Modellen ein flexibles Overprovisioning an. Damit kann die Lebensdauer einer SSD noch einmal signifikant gesteigert werden, insbesondere, wenn sie in Datenintensiven Systemen eingesetzt werden. Einen Test dazu samt Erklärung was es mit dem Overprovisioning auf sich hat findet ihr hier.

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