SteelSeries Aerox 3 Wireless im Test: Perforierte Performance

      SteelSeries Aerox 3 Wireless im Test: Perforierte Performance

      Die SteelSeries Aerox 3 setzt auf minimales Gewicht und maximale Performance. Mit RGB-Beleuchtung und perforierter Hülle treten aber andere Kompromisse auf. Wir haben die Gaming-Maus für den Test ausgiebig zum Zocken und Arbeiten genutzt.

      Das gefällt uns

      • auffälliges, cooles Design
      • sehr gute Verarbeitung
      • sehr leicht
      • umfangreiche Software
      • gute Akkulaufzeit ohne RGB-Beleuchtung
      • gute Gleiteigenschaften
      • Schnelladen via USB-C
      • Bluetooth- und Funk-Verbindung

      Das gefällt uns nicht

      • offene Bauweise schwieriger zu reinigen
      • RGB-Beleuchtung reduziert Akkulaufzeit stark
      • keine kabellose Lademöglichkeit via Mauspad

      Mit der Aerox 3 Wireless will SteelSeries auf dem Markt der leichten und schnellen kabellosen Gaming-Mäuse mitmischen. Die Zutaten laut Hersteller? 66 Gramm Gewicht, 200h Batterielaufzeit, optischer SteelSeries TrueMove Air Sensor, Schnelllade-Unterstützung via USB-C, Funk und Bluetooth, symmetrisches Gehäuse sowie vier Gleitfüße aus PTFE. Das leichte Gewicht wird vor allem durch ein Gehäuse erreicht, das großflächig von Löchern durchzogen ist. Damit ist die Gaming-Maus nicht die erste Wahl bei Trypophobie. Trotzdem verfügt die Aerox 3 Wireless über eine IP54-Zertifizierung, sie ist also gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Da keine komplette Versiegelung vorliegt, solltet ihr sie eurem Kind aber trotzdem nicht als Tauchboot-Alternative für die Badewanne überlassen.

      Die Aerox 3 Wireless ist aktuell für 92 Euro* zu haben. Damit bewegt sich die Aerox 3 Wireless preislich deutlich unterhalb der neuen Pro X Superlight (Test) von Logitech, schlägt aber in eine sehr ähnlich Kerbe. Wer es günstiger bzw. noch leichter mag und mit einem Kabel und etwas abgespeckten Sensor leben kann, bekommt die Aerox 3 als kabelgebundene Version mit 57 Gramm Gewicht für aktuell knapp 70 Euro*.

      Technische Daten Aerox 3 / Aerox 3 Wireless
      Gaming-Maus Aerox 3 Aerox 3 Wireless
      Tastenanzahl
      6
      Tasten
      Mechanische SteelSeries Schalter
      Lebensdauer
      80 Millionen Klicks
      Sensor SteelSeries TrueMove Core SteelSeries TrueMove Air
      Auflösung 200-8.500 CPI (Counts Per Inch) 100-18.000 CPI
      Abtastung
      Optisch
      1.000 Hz / 1 ms
      Besonderheiten
      RGB-Beleuchtung mit 3 Zonen
      IP54-Zertifizierung
      ansteckbares Kabel
      Akkulaufzeit 200h (Bluetooth)
      80h (Funk)
      Konnektivität USB-C USB-C
      Funk (2,4 GHz)
      Bluetooth 5.0
      Kabellänge
      1,8m
      Abmessungen (TxBxH)
      12,1 x 6,7 x 3,8 cm
      Gewicht 57g 66g
      Preis 69,99 Euro* 91,99 Euro*
      SteelSeries Aerox 3 (Wireless) bei uns im Shop

      Gitter-Design gewährt tiefe Einblicke

      Beide Versionen der Aerox 3 werden in einem auffälligen, orange-grauen Karton ausgeliefert. Die Verpackung der kabelgebundenen Aerox 3 ist noch etwas kompakter, was allerdings dem Lieferumfang zuzuschreiben ist. Mehr als die Gaming-Maus, ein 1,8m langes und mit Stoff ummanteltes Kabel sowie ein kleines Produkt-Heftchen sind auch nicht im Karton. Bei der kabellosen Version kommen noch der Funk-Empfänger und ein Verlängerungsadapter dazu. Ihr könnt das Kabel quasi in den Adapter stecken und den Empfänger so direkt auf dem Schreibtisch neben der Maus platzieren. Ebenfalls vorbildlich: Die Verpackung kommt komplett ohne Kunststoff aus.

      Optisch unterscheiden sich die beiden Versionen auf den ersten Blick nicht. Besonders außergewöhnlich im Vergleich zu „normalen“ Gaming-Mäusen ist die perforierte Hülle, die sich sogar bis auf die beiden Primärtasten und die Unterseite ausbreitet. Durch die Löcher kann man sogar das Innere der Maus bzw. den Chip erspähen. Dadurch wird auch deutlich, wie wenig Inhalt trotz Highend-Sensor und Co. mittlerweile eigentlich in einer Maus unterkommen muss. Die Perforation der Aerox 3 Wireless ergibt in Verbindung mit der 3-Zonen-RGB-Beleuchtung an der Unterseite ein sehr stylisches Erscheinungsbild. Damit sind euch die Blicke auf jeder LAN-Party sicher.

      Die Aerox 3 besitzt mit dem drückbaren Mausrad insgesamt sechs Tasten. Dank symmetrischem Design ist sie eigentlich für Rechts- und Linkshänder geeignet, letztere können jedoch nicht die beiden Daumentasten nutzen, da sich diese fest auf der linken Seite befinden. Bedingt durch das symmetrische Design und das Streben nach so wenig Gewicht wie möglich müsst ihr auf Komfort-Features wie eine Daumenablage verzichten. Ich finde das jedoch nicht so wild. Wer nicht darauf verzichten kann, bekommt diese – aber auch in Verbindung mit einer viel schwereren Maus – zum Beispiel bei der G502 Lightspeed (Test).

      Die Primärtasten setzen auf „Mechanische SteelSeries Schalter“, die tatsächlich ein sehr angenehmes Clicky-Feedback bieten. Im direkten Vergleich gefällt es mir sogar besser als bei der Pro X Wireless von Logitech. Typisch für mechanische Tasten ist das Klickgeräusch aber auch deutlich lauter und die Gaming-Maus damit eher etwas für das heimische Arbeits-/ Gaming-Zimmer.

      Der Unterschied zwischen beiden Derivaten wird an der Unterseite deutlich. Während sich bei der Aerox 3 an der Unterseite nur der optische Sensor und vier Gleitfüße befinden, verfügt die Aerox 3 Wireless noch über einen Schiebeschalter, mit dem ihr zwischen Funk- und Bluetooth-Übertragung wechseln oder die Maus ausschalten könnt.

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      Leicht und widerstandsfähig, aber..

      Während Gaming-Mäuse früher noch mit optionalen Zusatzgewichten ausgestattet waren, kann es heutzutage nicht mehr leicht genug sein. Auch die Aerox 3 Wireless folgt dem (bestimmt von Slimfast inspirierten) Trend, möglichst wenig Gewicht auf die Waage zu bringen. Durch die Löcher in der Verkleidung konnten laut SteelSeries 18 Gramm eingespart werden, was in 57g bei der kabelgebundenen und 66g (67g laut Küchenwaage) bei der kabellosen Version resultiert. Damit ist die Aerox 3 Wireless leichter als die G Pro Wireless (Test) mit 80g. Mit der Pro X Superlight (Test) konnte Logitech das Gewicht aber mittlerweile sogar auf schmale 63g drücken – und zwar ganz ohne Löcher. Eine RGB-Beleuchtung fehlt jedoch ebenfalls.

      Die Verarbeitung der Aerox 3 Wireless ist einwandfrei. Die Gaming-Maus fühlt sich trotz Löchern sehr stabil an. Scharfe Kanten oder ungleichmäßige Spaltmaße gibt es auch nicht. Mir gefällt zudem, dass die Maus fast komplett in Mattschwarz gehalten ist. Diese Oberfläche ist im Vergleich zu Hochglanz sehr widerstandsfähig gegen Kratzer und Fingerabdrücke. Lediglich die mittlere Taste und die beiden Daumentasten hat SteelSeries glänzend hervorgehoben. Das Mausrad ist gummiert und gerastert. Eine Umstellmöglichkeit auf freies Drehen gibt es aber nicht.

      Viele von euch stellen sich sicherlich die Frage, wie es um die Reinigungsmöglichkeiten bestellt ist. Auch ich war mir am Anfang des Tests nicht sicher, ob die Löcher auf Dauer eine gute Idee sind. Immerhin gelangen Staub und Schmutz ohne große Umwege in das Innere der Gaming-Maus – und das sieht man der Aerox 3 Wireless nach ein paar Wochen und Monaten auch an. Solange es bei Staub bleibt, ist die Reinigung mit Pusten, einer Bürste oder einem Staubsauger immerhin gut möglich. Der Aufwand fällt damit trotzdem höher als bei einer geschlossenen Maus aus. Wirklich schwierig wird es jedoch nur bei (klebrigen) Flüssigkeiten. Mit denen würde ich der Maus trotz IP54-Standard nicht zu nahe kommen.

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      Vorbildliche Software und hohe CPI

      Der dänische Hersteller bietet zur Steuerung und Anpassung aller Peripherie mit der SteelSeries Engine 3 (Download) eine umfangreiche Software an. Bei der Aerox 3 (Wireless) könnt ihr nach einem kurzen Firmware-Update bspw. die RGB-Beleuchtung der drei Zonen variieren, die CPI-Empfindlichkeit einstellen, die Abtastrate auf bis zu 1000 Hz erhöhen oder auch Makros festlegen. Insgesamt gefällt mir die übersichtliche und ordentliche strukturierte Software sehr gut, da man sich schnell zurechtfindet.

      Wirklich nützlich dürfte die Auflösung von 8.500 (Aerox 3) bzw. 18.000 CPI (Aerox 3 Wireless) aber wie bei den meisten anderen Gaming-Mäusen nur für den Marketing-Zahlengipfel sein. Ansonsten müsste man die Sensitivität in Windows auf ein Minimum reduzieren, damit man dem Zeiger bei einer hohen CPI-Rate noch folgen kann. Für mich reichen im Normalfall 2.000 CPI/DPI locker aus, bei minimaler Windows-Empfindlichkeit sind aber auch 14.000 CPI möglich. Dass diese Einstellung einen Unterschied macht, war im Praxistest nicht spürbar.

      Die beste Performance bietet übrigens die Übertragung via 2,4-Ghz-Funk, da die Abtastrate bei der Verbindung via Bluetooth automatisch auf 125 Hz reduziert wird und man die Einstellungen auch nicht ändern kann. Dafür benötigt die Übertragung via Bluetooth weniger Daten und damit deutlich weniger Energie, was die Akkulaufzeit von bis zu 80 auf bis zu 200 Stunden verlängert. Ich finde es gut, dass im Notfall beide Übertragungen zur Verfügung stehen und man die Gaming-Maus auch am Business-Laptop nutzen kann, wenn man den Empfänger mal zu Hause vergessen hat. Ein separates Fach für den Dongle-Transport bietet die Aerox 3 Wireless nämlich nicht.
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      Akkulaufzeit und Handling im Alltag

      Genug Theorie, letztendlich kommt es auf die Performance im Alltag an. Ich habe die Aerox 3 Wireless für mehrere Wochen genutzt und muss gestehen, dass sie ihren Job sowohl beim Zocken als auch Arbeiten sehr gut macht. Die Gleiteigenschaften sind gut und deutlich besser als bspw. bei der Logitech G Pro Wireless, jedoch nicht ganz auf dem Level der Pro X Superlight. Das Feedback der Tasten ist angenehm präzise und überzeugt. Angesichts der Größe habe ich die Maus im Claw Grip genutzt. Das ist bei mir aber bei fast allen Gaming-Mäusen der Fall. Das Handling der Aerox 3 ist trotz anderem Sensor und Kabel im Alltag übrigens identisch.

      SteelSeries wirbt bei der Aerox 3 Wireless mit der Quantum 2,0 Wireless-Technologie. Ob diese wirklich einen messbaren Vorteil bietet, konnte ich mangels NVIDIA Reflex Latency Analyzer-kompatiblem Monitor leider nicht testen. Es sei aber so viel gesagt: Eine spürbare Verzögerung war im Alltag nicht feststellbar. Was hingegen feststellbar war, ist die Minimierung der Akkulaufzeit bei aktivierter RGB-Beleuchtung. Dann ist nämlich nach 2-3 Tagen Schluss. In der Software könnt ihr immerhin mit diversen Energiesparmethoden gegensteuern. So gibt es nicht nur einen Sleep- oder Dim-Timer, sondern auch einen smarten Modus, bei dem sich die Beleuchtung ausschaltet, wenn die Maus bewegt wird. Bei mir war die Beleuchtung allerdings immer an, wenn ich die Maus genutzt habe.

      Aus diesem Grund habe ich die Beleuchtung eine Zeit lang komplett deaktiviert. Und siehe da – schon hält die Gaming-Maus ca. 3 Wochen ohne Boxenstopp durch. Daher bleibe ich dabei: Kabellose Peripherie und RGB-Beleuchtung vertragen sich auf Basis von aktuellen Akku-Technologien einfach nicht. Eine Ausnahme bildet das Powerplay-Mauspad (Test) von Logitech, das kompatible Gaming-Mäuse automatisch bei der Nutzung auflädt. Diese Option vermisse ich bei der SteelSeries Aerox 3 Wireless im Alltag sehr, wobei sie sich die Aerox 3 Wireless beim Laden immerhin problemlos weiter nutzen lässt.

      Fazit: SteelSeries Aerox 3 Wireless

      Da habt ihr es. Die Aerox 3 Wireless ist eine sehr gute, sehr schnelle und extrem leichte Gaming-Maus, deren Schwächen sich nur aufgrund der exzellent aufgestellten Wettbewerber offenbaren. So leistet sich die Gaming-Maus trotz auffälliger Leichtbaumaßnahmen keine Schwächen bei der Stabilität und Verarbeitung. Dank der mattschwarzen Oberfläche und IP54-Zertifizierung ist sie zudem auch gegen den Snack- und Krümel-geprägten Gamer-Alltag gewappnet. Gestaltet sich die Reinigung mit einem Staubsauger und einer Bürste einfacher als angenommen, wäre ich mit Flüssigkeiten trotzdem vorsichtig. Immerhin ist der Chip direkt durch das Gehäuse sichtbar.

      Generell ist die Aerox 3 dank RGB-Beleuchtung und perforierter Hülle ein echter Hingucker. Mit ausgeschalteter RGB-Beleuchtung lässt sie sich aber dennoch im seriöseren Umfeld nutzen. Dazu trägt auch die Option bei, die Gaming-Maus via Bluetooth und ohne den Funk-Empfänger zu nutzen. Die volle Leistung und alle Einstellmöglichkeiten stehen euch aber nur via Funk in der umfangreichen und schicken Software zur Verfügung. Mehr Leistung bedeutet jedoch auch höherer Stromverbrauch. Dieser eskaliert durch die RGB-Beleuchtung nochmals und mündet letztendlich in einer Nutzungsdauer von 3 Tagen.

      Ohne RGB-Beleuchtung sind es dagegen angenehme 3 Wochen ohne Pause, mit der die Aerox 3 dank vier Füßen aus Teflon-ähnlichem PTFE einwandfrei über Oberflächen gleitet. Einige Akku-Booster bietet euch die Software mit zahlreichen Stromsparoptionen. Wer nicht auf RGB verzichten kann: Die Aerox 3 Wireless ist via Typ-C schnell geladen und kann dabei weitergenutzt werden. So komfortabel wie ein Qi-fähiges Mauspad ist das aber trotzdem nicht.

      Mit einem Preis von aktuell 92 Euro* ist die Aerox 3 Wireless jedoch deutlich erschwinglicher als die ähnlich leichten und kabellosen Wettbewerber von Logitech, Razer und Co. Damit bleibt sie eine sehr gute, sehr leichte und auffällige Gaming-Maus, der es in meinen Augen eigentlich nur an dem passenden Mauspad mit Ladefunktion mangelt.

      SteelSeries Aerox 3 (Wireless) bei uns im Shop

      *Stand: 11. März 2021

      Veröffentlicht von

      Die Leidenschaft fürs Zocken wurde bereits in den frühen 90ern mit Bubble Bobble am Sega Master System II geweckt. Spielt mittlerweile hauptsächlich am PC und hätte gerne viel mehr Zeit, um sich seinem ständig wachsenden Pile of Shame zu widmen.

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