Steigerung der WLAN-Performance durch Vermeidung von Frequenzüberlagerungen

WLAN-Router
Falls Musik- oder Film-Streaming auf Smartphone oder Tablet nicht unterbrechungsfrei wiedergegeben werden, muss nicht zwangsläufig eine schlechte Internetverbindung die Ursache sein. Vor allem in mehrstöckigen Wohnhäusern hat das lokale WLAN mit einem überlasteten Funkbereich zu kämpfen, was zu Unterbrechungen bei der Datenübertragung führen kann. Wir haben Tipps zusammengestellt, die das eigene WLAN-Netz störungsfrei und schneller arbeiten lassen.

Gründe für überlasteten Funkbereich

Vor allem in dicht besiedelten Gegenden funken viele WLAN-Netze auf engem Raum. Das kann dazu führen, dass sich WLANs gegenseitig ausbremsen. Senden mehrere WLANs in Empfangsweite gleichzeitig, können Clients die Datenströme nicht interpretieren. Folglich werden die konform gesendeten Datenpakete verworfen und die Übertragung muss wiederholt werden. Das Zugriffsverfahren CSMA/CA soll das vermeiden. Allerdings kommt es dabei zu langen Wartezeiten vor dem Datenversand. Nicht nur, weil WLAN-Geräte vor der Übertragung prüfen müssen, ob das Frequenzband frei ist. Auch wenn in Empfangsnähe ein anderes WLAN Daten überträgt, muss das eigene Netzwerk warten. Erst wenn der Funkbereich wieder frei ist, kann der Datenversand starten. Die Wartezeiten spielen sich zwar im Bereich von Millisekunden ab, können aber trotzdem die Performance stark beeinträchtigen.

Nicht nur fremde WLAN-Netze können das eigene Netzwerk zu Wartepausen zwingen. Auch funkende Haushaltsgeräte beeinflussen die WLAN-Performance. Mikrowelle, DECT-Telefon und Babyfone stören WLANs im 2,4-GHz-Band und sollten nicht in unmittelbarer Nähe eines WLAN-Geräts positioniert werden. Auch PC-Zubehör wie Bluetooth-Headset oder drahtlose Eingabegeräte beeinträchtigen die WLAN-Verbindung oder werden andererseits vom WLAN gestört.

Dass 15 fremde WLAN-Netze auf demselben Frequenzband wie das eigene Funknetz arbeiten, deutet auf starke Störeinflüsse hin. Entscheidend ist jedoch die Aktivität der Fremd-WLANs.

Dass 15 fremde WLAN-Netze auf demselben Frequenzband wie das eigene Funknetz arbeiten, deutet auf starke Störeinflüsse hin. Entscheidend ist jedoch die Aktivität der Fremd-WLANs.

Leider informieren Router nicht eindeutig darüber, ob das eigene WLAN unter Performance-Problemen wegen überfüllter Frequenzbänder leidet. Nur wenige Router zeigen an, wie viele WLANs auf welcher Frequenz funken. Jedoch kann das nur als Anhaltspunkt für Störfaktoren von außen dienen. Ein fremdes WLAN stört das eigene Funknetz erst, wenn es genutzt wird – also Daten überträgt. Ob das eigene WLAN ungestört arbeitet, kann man mit einem Ping-Test überprüfen. Sind die Pings im lokalen Netzwerk unregelmäßig, ist das ein Zeichen für Störungen durch ein benachbartes WLAN.

Frequenzüberlagerungen vermeiden

Eine effiziente Methode, um Überlappungen mit fremden WLAN-Netzen gering zu halten, ist eine Reduzierung der Signalstärke. Die meisten Router bieten diese Option im WLAN-Menü an. Selbstverständlich sollte die Signalstärke nicht so stark verringert werden, dass die Funkabdeckung im gewünschten Bereich leidet.

Viele Router ermöglichen die Anpassung der WLAN-Signalstärke. In einem Mehrparteienhaus mit mehreren unterschiedlichen WLANs kann sich eine Reduzierung der Sendeleistung mit stabileren WLAN-Übertragungen positiv auswirken. Je niedriger die Reichweite des eigenen WLANs, desto geringer die Gefahr, dass fremde Netzwerke die Verbindung beeinflussen.

Viele Router ermöglichen die Anpassung der WLAN-Signalstärke. In einem Mehrparteienhaus mit mehreren unterschiedlichen WLANs kann sich eine Reduzierung der Sendeleistung mit stabileren WLAN-Übertragungen positiv auswirken. Je niedriger die Reichweite des eigenen WLANs, desto geringer die Gefahr, dass fremde Netzwerke die Verbindung beeinflussen.

Wer über einen Router mit WLAN 802.11 b/g/n verfügt, sollte das Funksignal auf 20-MHz-Breite arbeiten lassen. Zwar verspricht das Funksignal mit 40-MHz-Breite einen höheren Durchsatz, doch in dem schmalen Frequenzband auf 2,4 GHz steigt damit die Gefahr von Überlappungen mit anderen WLAN-Netzen. Mit einer Breite von nur 20 MHz arbeitet WLAN auf den Kanälen 1, 6 und 11 überlappungsfrei. Die meisten WLAN-Router funken automatisch auf einem der überlappungsfreien Kanäle. Kommt es trotzdem zu Hängern bei der Übertragung, kann eine manuelle Kanalanpassung eine stabilere Verbindung bewirken. Die Entscheidung für den am geringsten belegten Kanal muss aber nicht zwangsläufig die beste Wahl sein. Denn nicht die bloße Anwesenheit vieler WLAN-Netze blockiert den Funkbereich, sondern die Auslastung der darin funkenden Netzwerke.

Die WLAN-Umgebungs-Analyse meiner FritzBox zeigt an, dass im 2,4-GHz-Band viele WLAN-Netze funken. Eine manuelle Kanalwahl in dieser WLAN-überlasteten Umgebung verspricht keine Verbesserung der Signalqualität.

Die WLAN-Umgebungs-Analyse meiner FritzBox zeigt an, dass im 2,4 GHz Band viele WLAN-Netze funken. Eine manuelle Kanalwahl in dieser WLAN-überlasteten Umgebung verspricht keine Verbesserung der Signalqualität.

Einen fast störungsfreien WLAN-Betrieb erhält man mit dem Wechsel in das 5-GHz-Band, denn zurzeit sind noch deutlich weniger WLAN-Netze im 5-GHz-Bereich aktiv. Auch wenn sich das in nächster Zeit ändern wird, bietet das 5-GHz-Band weiterhin Vorteile gegenüber dem 2,4-GHz-Band. Immerhin bietet das 5-GHz-Band Platz für bis zu 19 WLAN-Netze, die überlappungsfrei funken können. Im 2,4-GHz-Band sind es praktisch nur drei. Außerdem funken im 5-GHz-Netz keine DECT-Telefone oder stören Mikrowellen den Datenverkehr.

Deutlich störungsfreier arbeitet das WLAN-Netz im 5-GHz-Bereich, in dem laut FritzBox weniger WLANs aktiv sind. Damit laufen Streams flüssig. Auch auf Surfen und Downloads wirkt sich das störungsfreie WLAN mit höherem Datendurchsatz aus.

Deutlich störungsfreier arbeitet das WLAN-Netz im 5-GHz-Bereich, in dem laut FritzBox weniger WLANs aktiv sind. Damit laufen Streams flüssig. Auch auf Surfen und Downloads wirkt sich das störungsfreie WLAN mit höherem Datendurchsatz aus.

Bevor man voller Erwartungen auf das 5-GHz-Netz umsattelt, sollte man prüfen, ob alle eingesetzten WLAN-Geräte kompatibel sind. Vor allem preiswerte Notebooks oder Smart-TVs unterstützen meist nur WLAN mit 2,4 GHz, lassen sich aber in der Regel mit einem WLAN-Adapter zu WLAN 802.11 a/ac/n überreden. Besteht der Netzwerkfuhrpark aus gemischten Clients, kann man einen Dual-Band-Router einsetzen, der gleichzeitig auf 2,4 und 5 GHz funkt. Das bietet zusätzlich den Vorteil, dass Netzwerkgeräte mit älteren und langsamen WLAN-Standards die schnelleren Clients nicht ausbremsen, weil sie in unterschiedlichen Frequenzen arbeiten.

Fazit

Die Performance des eigenen WLANs ist stark von Störfaktoren im Empfangsbereich abhängig. Vor allem der Funkbereich im 2,4-GHz-Band (WLAN 802.11 b/g/n) ist in mehrstöckigen Wohnhäusern mit Innenstadtlage überfüllt. Mit Anpassungen der Signalstärke oder Wechsel des Frequenzbands lässt sich in diesem Funkbereich die WLAN-Übertragungsqualität aufwerten. Falls jedoch im Umkreis viele WLANs auf 2,4 GHz senden, ist das fast schon ein hoffnungsloses Unterfangen. Dagegen verspricht ein Wechsel in den 5-GHz-Bereich (WLAN 802.11 a/ac/n) eine schnelle und unkomplizierte Lösung der WLAN-Probleme.

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Bilder: AVM, notebooksbilliger.de

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Über Robert Tischer

Aufgewachsen mit Lego und Nintendo Game Boy eroberte schon bald ein Laptop mit MS-DOS und Windows 3.1 mein Herz und meinen Schreibtisch im Jugendzimmer. Nach einer kurzen Technikrezession sind Schreibtisch und Spielplatz 20 Jahre später auf die Größe eines Wohnzimmers gewachsen, das inzwischen einen Anbau vertragen könnte.
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